Mehr Video, mehr Zoom

Panasonic präsentiert Lumix DMC-FT10, FX700, FZ45, FZ100 und LX5

2010-07-21 Turnusgemäß im Sommer präsentiert Panasonic auch 2010 wieder einige neue Lumix-Digitalkameras, die sich technisch immer weiter entwickeln. So gibt es in der DMC-FX700 und DMC-FZ100 einen neuen MOS-Sensor mit 14 Megapixeln Auflösung, der FullHD-Videos liefern kann. Die FZ-Superzoomserie sowie die LX5 erhalten zoomstärkere Objektive – bei den einen wächst der Faktor von 18- auf 24fach, bei der anderen von 2,5- auf 3,8fach. Mit der LX5 pflegt Panasonic also seine kompakte Systemkameraserie wieder regelmäßiger und überspringt die "4", die im asiatischen Raum nichts Gutes bedeutet.  (Benjamin Kirchheim)

Panasonic Lumix DMC-LX5 mit LVF [Foto: Panasonic]Das größte Lob und gleichzeitig die größte Kritik hat Panasonic bei der Lumix DMC-LX3 sicherlich für das Objektiv erhalten. Einerseits ist es sehr licht- und weitwinkelstark (F2,0 bei 24 mm KB), andererseits bot es mit einer Maximalbrennweite von 60 mm (KB) nicht mal annähernd eine Brennweite, die man mit "Tele" betiteln könnte. Diesen Kritikpunkt hat Panasonic ausgeräumt, die LX5 zoomt optisch 3,8fach von 24-90 mm (KB) und bietet damit einen sehr angenehmen Brennweitenbereich vom kräftigen Weitwinkel bis hinein in den Porträtbereich. Die Maximalöffnung der Blende beträgt dabei F2,0 im Weitwinkel und F3,3 im Tele. Doch das ist nicht die einzige Änderung der LX5 gegenüber ihrer Vorgängerin LX3. Neu ist auch der Anschluss für einen elektronischen Sucher unterhalb des Blitzschuhs. Hier passt der LVF1 von der Panasonic GF1, der allerdings nur knapp über 200.000 Bildpunkte auflöst. Das optische Zubehör wie etwa die Filter (Grau-, Pol- und Schutzfilter) oder der Weitwinkelkonverter auf 18 mm (KB) passt weiterhin, auch der optische Aufstecksucher mit Rahmen für 24 mm Brennweite passt noch.

Gehäuse, Bedienelemente und Technik bleiben weitgehend identisch, bzw. es gibt dort Verbesserungen, wo die Technik vorangeschritten ist. Der 1/1,63" kleine Bildsensor löst weiterhin 10 Megapixel auf und ist für eine Kompaktkamera relativ Panasonic Lumix DMC-LX5 [Foto: Panasonic]groß, seine Bildqualität, insbesondere das Rauschverhalten, soll sich aber dank noch leistungsfähigerem Bildprozessor, den Panasonic Venus Engine FHD getauft hat, nochmals verbessert haben. Auch der Sensor selbst wurde weiter entwickelt. Ein neuer Aufbau und eine verbesserte Microlinsenstruktur sollen für einen höheren Dynamikbereich, eine um 31 % verbesserte Empfindlichkeit und eine um 38 % gesteigerte Farbsättigung sorgen. Beim Sensor handelt es sich um ein Multiformatmodell, d. h. bei 16:9 oder 3:2 wird nicht etwa das 4:3-Bild beschnitten, sondern es kommen zusätzlich links und rechts ein paar Pixel hinzu, so dass die Bilddiagonale konstant bleibt. Alle drei Seitenverhältnisse können simultan aufgenommen werden, so dass der Fotograf später entscheiden kann, welches Format er vom Motiv gerne hätte.

Panasonic Lumix DMC-LX5 mit LWA52 [Foto: Panasonic]Bei der Videofunktion hat Panasonic ebenfalls nachgebessert. Die maximale Auflösung ist weiterhin 720p (1.280 x 720 Pixel), nun kommt aber zusätzlich zu Quicktime Motion-JEG auch AVCHD-Lite zum Einsatz, das nicht nur keine Dateigrößengrenze kennt, sondern auch mit H.264 nach MPEG-4 besonders effektiv komprimiert. Trotzdem gibt es für Europäer eine Grenze beim Filmen, die von Panasonic bei 15 Minuten gezogen wurde. Damit soll der für Camcorder höhere Zoll gespart werden, der sonst den Preis der Kamera weiter in die Höhe treiben würde. Der 3"-Bildschirm (7,5 cm Diagonale) besitzt das 3:2-Seitenverhältnis und löst 460.000 Bildpunkte auf. Die Hintergrundbeleuchtung basiert nun auf LED-Technologie, was die Farbbrillanz, Helligkeit und damit die Ablesbarkeit in hellen Umgebungen weiter verbessern soll. Die intelligente Automatik steuert nicht nur die Bildschirmhelligkeit, sondern auch die Empfindlichkeit anhand der Motivbewegungen, den Bildstabilisator anhand der Bewegungen des Fotografen, die Kontrastkorrektur (inkl. Gegenlichtkorrektur) anhand der Motive und das Motivprogramm anhand einer schnellen Bildanalyse. Zusätzlich gibt es eine Gesichtserkennung sowie eine Gesichtswiedererkennung. Wer all die Automatiken nicht mag, kann alles inkl. Belichtung und Fokus manuell steuern.

Panasonic Lumix DMC-LX5 [Foto: Panasonic]Der TTL-Systemblitzschuh rundet das Zubehörprogramm ab, falls dem Fotografen der interne Blitz nicht reichen sollte. Weitere "Schmankerl" sind der beschleunigte Autofokus, die HDMI-Schnittstelle oder etwa der neue Akku, mit dem 400 Aufnahmen nach CIPA-Standard möglich sein sollen. Außerdem bietet die LX5 zahlreiche Bild- und Videobearbeitungsfunktionen. Schon ab Ende August 2010 soll die LX5 für rund 530 EUR in Schwarz erhältlich sein. Die entsprechende Leica (mutmaßlich D-LUX 5) wird sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Panasonic Lumix DMC-FZ100 Telezoom [Foto: Panasonic]Die zweite äußerst spannende neue Digitalkamera ist die Lumix DMC-FZ100. Damit wertet Panasonic seine Superzoomserie weiter auf. Sie besitzt einen neu entwickelten MOS-Bildsensor mit 14 Megapixeln Auflösung. Dieser ist vor allem in der Lage, FullHD-Videos (1.920 x 1.080 Pixel) aufzuzeichnen, wobei die FZ100 vom AVCHD-Format Gebrauch macht. Als Alternative steht Quicktime Motion-JPEG zur Verfügung – aber nur bei reduzierter Auflösung. Doch auch das Objektiv ist neu. Es zoomt optisch 24fach von 25-600 mm (KB), ein optischer Bildstabilisator ist bei Panasonic schon obligatorisch, da in jeder Digitalkamera verbaut. Der Videoton ist in Stereo, egal ob mit externem oder internem Mikrofon. Der Sensor ist sogar in der Lage, mit hoher Geschwindigkeit Serienbilder aufzuzeichnen: Bei voller Auflösung werden 11 Bilder/s erreicht. Ebenfalls ein Highlight ist der klapp- und schwenkbare Bildschirm mit 3" Diagonale und 460.000 Bildpunkten Auflösung. Wer den (elektronischen) Sucher vorzieht, findet hier 202.000 Bildpunkte Auflösung. Wie die LX5 verwendet auch die FZ100 die Venus Engine FHD und die damit verbundene hohe Bildqualität und intelligenten Automatikfunktionen, aber auch eine manuelle Steuerung ist möglich. Zum umfangreichen Zubehörprogramm gehören nicht nur ein Panasonic Lumix DMC-FZ100 [Foto: Panasonic]Stereomikrofon, sondern auch Telekonverter, Makrovorsatz, optische Filter, Kabelfernauslöser und Systemblitzgeräte. Die Lumix DMC-FZ100 soll ab Anfang August 2010 für ebenfalls ca. 530 EUR in Schwarz in den Handel kommen.

Bei der FZ45 handelt es sich um eine leicht abgespeckte Schwester der FZ100. Sie besitzt einen 14-Megapixel-CCD und dasselbe Objektiv, der 3"-Bildschirm ist aber fest verbaut, und Videos werden "nur" in HD-Auflösung (1.280 x 720 Pixel) in AVCHD-Lite mit Stereoton aufgezeichnet. Zur Panasonic Lumix DMC-FZ100 Zubehör [Foto: Panasonic]Bildverarbeitung kommt hier der Venus Engine HD II-Bildprozessor zum Einsatz. Ansonsten ist die Ausstattung mit der FZ100 identisch, also manuelle Einstellmöglichkeiten, intelligente Automatik mit Motivprogrammwahl etc. Die FZ45 soll ab Ende August 2010 in den Handel kommen und rund 430 EUR kosten.

Wer es lieber etwas stylischer mag, den dürfte die Lumix DMC-FX700 interessieren. Bedient wird sie nämlich über einen 3"-Touchscreen mit 230.000 Bildpunkten Auflösung. Das kompakte 25 mm dicke Gehäuse integriert ein optisches 5fach-Zoom von 24-120 mm Brennweite (KB), das mit F2,2 im Weitwinkel sogar recht lichtstark ausfällt, bei 120 mm aber nur F5,9 als Maximalöffnung bietet. Wie die FZ100 besitzt sie einen 14-Megapixel-MOS-Bildsensor und die Venus Engine FHD. Dementsprechend gibt es intelligente Automatiken, eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit, gute Bildqualität und FullHD-Videoaufzeichnung. Auch eine HDMI-Schnittstelle ist Panasonic Lumix DMC-FX700 [Foto: Panasonic]wie bei den FZ-Modellen mit an Bord. Die Serienbildfunktion erreicht immerhin 10 Bilder/s bei voller Auflösung. Für kreative Fotografen, die sich bzw. die Fototechnik gerne selbst ausprobieren wollen, sind Belichtungszeit und Blende manuell einstellbar, wobei die kleinste Blendenöffnung F6,3 beträgt. Ab September 2010 soll die FX700 für ca. 400 EUR in Schwarz in den Handel kommen.

Die Lumix DMC-FT10 ist die einzige Neuvorstellung, deren Objektiv kein Leica-Label trägt. Sie besticht eher durch ihr robustes und stylisches Gehäuse, das wahlweise blau, rot oder schwarz ist. Bis zu 3 m tief kann man mit der FT10 tauchen, auch bis zu -10 °C Frost und ein Sturz aus 1,5 m Höhe können ihr nichts anhaben. Zusätzlichen Schutz vor äußeren Schäden Panasonic Lumix DMC-FT10 [Foto: Panasonic]bietet die mitgelieferte Silikonhülle. Das Objektiv zoomt optisch 4fach von 35-140 mm (KB). Die FT10 dürfte sich als kleine Schwester der noch robusteren FT2 positionieren und entsprechend preisgünstiger sein. Der CCD-Bildsensor löst 14 Megapixel auf, Videos werden in HD-Auflösung aufgenommen und als Quicktime Motion-JPEG gespeichert. Der 2,7" (6,9 cm) große Bildschirm löst 230.000 Bildpunkte auf. Der Bildprozessor Venus Engine IV sorgt für Bildverarbeitung und Steuerung der intelligenten Automatikfunktionen wie Motivprogrammwahl, optischen Bildstabilisator, Empfindlichkeit, Gesichtserkennung, digitale Korrektur roter Augen etc. Ab Ende September 2010 soll die FT10 für rund 300 EUR erhältlich sein. Übrigens speichern alle Neuvorstellungen inkl. der FT10 ihre Fotos und Videos auf SD-, SDHC- und SDXC Speicherkarten.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.