Aus dem digitalkamera.de-Testlabor

Bildqualitätstest der Sigma SD1 mit 17-50mm 2.8 und 50mm Makro

2011-10-18 Sigma sieht die SD1 als Studiokamera, durchaus in Konkurrenz zum Mittelformat. Ihr Foveon-Sensor weist drei Pixelschichten auf, eine für jede Grundfarbe, die jeweils rund 15 Megapixel auflöst. So soll die 7.500 Euro teure Kamera vor allem mit einer guten Farbwiedergabe sowie einer sehr hohen Auflösung punkten. Ob die exotische Kamera diese hohen Vorgaben erfüllen kann, hat digitalkamera.de mit den zwei Objektiven Sigma 17-50 mm 2.8 EX DC OS HSM und Sigma 50 mm 2.8 EX DG Macro ausgiebig untersucht. Ist die kompakte SD1 doch eher für den Außeneinsatz gut?  (Benjamin Kirchheim)

Sigma SD1 mit 17-50 mm 2.8 EX DC OS HSM [Foto: MediaNord]Im Testlabor wurden neben der Auflösung auch Verzeichnung, Vignettierung und Farbsäume als Objektivparameter gemessen. Vor allem aber auch Rauschverhalten, Tonwertumfang, Dynamikumfang und Farbwiedergabe sowie die Genauigkeit des manuellen Weißabgleichs spielen für die Bildqualität eine wesentliche Rolle und wurden erfasst. Selbst die Autofokusgeschwindigkeit, im Studio nicht unbedingt entscheidend, wurde gemessen.

Sigma hebt vor allem die Farbwiedergabe als einen der Vorteile des Foveon-Sensors mit seinen drei Farbschichten hervor, ermöglicht der Sensor doch für jedes Pixel die Erfassung der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau, was eine Farbinterpolation überflüssig macht. Doch gerade hier erstaunt und enttäuscht das Ergebnis der SD1. Die meisten der 24 erfassten Farben zeigen bei JPEG-Dateien eine erhebliche Abweichung vom Original (siehe Diagramm unten). Die SD1 ist sogar die schlechteste der 38 Digitalkameras, die wir bislang dieses Jahr im Labor gemessen haben. Viele der Farben werden vor allem zu schwach gesättigt wieder gegeben (Pfeil zeigt zum Zentrum des Diagramms), im Farbbereich von Violett bis hin zu Gelb jedoch weicht auch der Farbton ab. Dies Phänomen tritt relativ unabhängig von der ISO-Empfindlichkeit auf. Immerhin weist die Sigma SD1 eine ausgeprägt gute Farbdifferenzierung auf, von den möglichen Farbtönen werden fast alle ausgenutzt. Erst oberhalb von ISO 800 werden feine Farbnuancen schlechter umgesetzt. Wer also eine exakte Farbwiedergabe mit der SD1 möchte, sollte in RAW aufzeichnen und eine Farbkalibrierung für seine Aufnahmeserie mittels Farbtafel vornehmen.

Bei anderen Messwerten kann man die Sigma als ehrlich bezeichnen, könnte ihr aber je nach Standpunkt auch Rückständigkeit vorwerfen. Das Rauschen nimmt bei höheren ISO-Empfindlichkeiten sichtbar zu, eine Rauschunterdrückung findet kaum statt. Auch die Eingangsdynamik sinkt mit zunehmender Empfindlichkeit rapide. Bereits ISO 1.600 ist als grenzwertig zu bezeichnen, im Gegenzug bleibt aber die Auflösung auch bei hohen Empfindlichkeiten hoch. Weitere Details sind den ausführlichen Labortests mit weiteren Diagrammen zu entnehmen.

Sigma SD1 mit Sigma 17-50 mm 2.8 EX DC OS HSM

Farbtreue

Im digitalkamera.de-Testlabor werden mit Hilfe der Software Analyzer von DXOMARK verschiedene Bildqualitätsparameter gemessen. Der Labortest mit klar gestalteten und leicht verständlichen Diagrammen, Erklärungstexten in Form einer ausführlichen PDF-Datei zum Download kostet je nach Umfang 0,49 bis 1,49 EUR im Einzelabruf für eine Kamera und 0,49 bis 0,69 EUR für ein Objektiv. Flatrates, die den Zugriff auf das gesamte Labortest-Archiv erlauben, sind ab 2,08 EUR pro Monat buchbar. Eine Flatrate hat keine automatische Verlängerung und wird im Voraus für einen festen Zeitraum gebucht und bezahlt.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 44, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.