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Dias digitalisieren mit Fotonovum Diadigifix

2011-12-19 Durch einen digitalkamera.de-Leser wurde die Redaktion auf das Diadigifix-System aufmerksam. Es erlaubt einen Diaprojektor derart umzurüsten, dass dieser in Zusammenarbeit mit einer Digitalkamera ein effizientes System ergibt, um Dias günstig, schnell und qualitativ hochwertig zu reproduzieren. Das gelingt in der Tat, doch ist der Umbau des Projektors, je nach Typ, mit einigem Aufwand und ein paar Experimenten verbunden. Wir wollen in diesem Fototipp auf einige Tücken aufmerksam machen, die auf den Anwender warten können.  (Harm-Diercks Gronewold)

Fototipp – DiaDigifix UNI 50 [Foto: MediaNord] Fototipp DiaDigifix UNI 50 – Lampenschacht mit Kunststoffscheiben [Foto: Harm-Diercks Gronewold]

Folgende Geräte haben wir benutzt: ein „Carena autofokus 5000“ Diaprojektor, eine Olympus E-3 mit Olympus 50 mm f2 Makro-Objektiv, eine B&W Nahlinse +1, ein stabiles Stativ mit 3-Wege-Kopf und natürlich das Fotonovum Diadigifix UNI 50. Das Diadigifix UNI 50 besteht aus einer Niedervolt-Halogenlampe, einer Bedienungsanleitung, einem Einstelldia und drei dünne Scheiben aus Spezialkunststoff. Die Bedienungsanleitung ist ausführlich genug, um für viele verschiedene Projektortypen anwendbar zu sein. Aus diesem Grund kann die Anleitung aber auf keinen Projektor im einzelnen eingehen.

Fototipp – DiaDigifix UNI 50 Lampenschacht geöffnet [Foto: Harm-Diercks Gronewold]

Ist man sich sicher welche Position die Spezial-Kunststoffscheiben im Projektor einnehmen sollen, so kann man sich an den Zuschnitt machen. Dazu eignet sich eine Haushaltsschere sehr gut, zum Anzeichnen kann ein weicher Bleistift genutzt werden. In unserem Fall wurde die ausgebaute Kondensor-Linse als Breitenmaß verwendet und mit ein wenig positiver Toleranz wurde die erste Kunststoff-Scheibe geschnitten. Danach wurde der Sitz der Scheibe im Projektor geprüft und dann erst auf Länge gekürzt. Mit diesen Maßen im Hinterkopf wurden die beiden übrigen Scheiben auch auf Maß geschnitten. Bevor nun ermittelt werden kann, wie viele Scheiben man braucht, um ein sauber ausgeleuchtetes Bild zu erhalten, muss die Lampe ausgetauscht werden. Wichtig ist, dass die Glaskolben nicht mit bloßen Fingern angefasst werden dürfen. Mit einem kleinen Papier oder Kartonstück sollte die alte Lampe entfernt werden. Die neue Lampe kann dann eingebaut werden, auch hier gilt: Nicht mit den Fingern anfassen! Ist die Lampe eingebaut, dann werden solange die Kunststoff-Scheiben hinzugefügt, bis das Bild ausgewogen ausgeleuchtet ist. In unserem Fall wurden alle drei Scheiben eingebaut. Danach wird das Gehäuse wieder geschlossen und der Umbau ist fertig.

Fototipp DiaDigifix UNI 50 – Reproduziertes Dia mit schlecht ausgerichteter Kamera da die linke obere Ecke eine Abdunklung zeigt [Foto: Harm-Diercks Gronewold]

Fototipp DiaDigifix UNI 50 – Reproduziertes Dia mit korrekter Kameraausrichtung [Foto: Harm-Diercks Gronewold]Nun kann losgelegt werden, wenn da nicht die Problematik wäre, dass besonders helle Teile von Dias auf dem Sensor sehr schnell überbelichten und „ausbrennen“. Um das „Ausbrennen“ zu verhindern, sollte man die Belichtungskorrektur zwischen -0,5 und -1 EV einstellen. Hochformatige Dias sollten um 90° Grad gedreht werden, weil diese sonst nicht das gesamte Sensor-Format ausnutzen.

In der Tat kann man mit dem Fotonovum Diadigifix schnell seine Diasammlung digitalisieren. Davor steht aber der Umbau und die Justage des Systems, welches Einsteiger oder Menschen mit zwei linken Händen durchaus überfordern kann. Die Ergebnisse mit dem Fotonovum Diadigifix sprechen aber für sich und überzeugen, auch wenn sie einem zeigen, was herkömmliche Diafilme für eine Korngröße hatten, wenn man nicht gerade mit dem legendären Kodakkrome 64 fotografiert hat. Die Nachproduktion sollte sich bei korrekter Justage, richtigem Bildausschnitt und Weißabgleich sehr gering halten lassen. Dafür, dass der Umbausatz dem alten Diaprojektor neues Leben einhaucht und dazu noch einwandfreie Ergebnisse liefert, ist ein Preis zwischen 50 und 100 Euro zu verschmerzen.

Der Hersteller des DiaDigifix-Systems wies uns darauf hin, dass es nur bei dem Umbaukit UNI 50 zu "Bastelarbeiten" kommt. Alle anderen Sets sind für die kompatiblen Projektoren angepasst und brauchen keinen Zuschnitt der Kunststoffscheiben.


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