Einsteiger-DSLR

Testbericht: Nikon D3400

2017-01-12 Die Einsteiger-DSLR D3400 von Nikon kostet nicht einmal 500 Euro beziehungsweise nur um die 600 mit Objektiv, bietet aber dennoch einen 24 Megapixel auflösenden APS-C-Sensor wie die größeren Schwestermodelle. Mit dem Guide-Modus besitzt die D3400 zudem eine wirklich hilfreiche eingebaute Anleitung, die nicht nur erklärt, wie man die Kamera selbst einstellt, sondern auch Fotografie-Tipps für verschiedene Motive parat hat. Bei einigen anderen Funktionen hat Nikon jedoch den Rotstift angesetzt. Im Test muss die Einsteiger-DSLR nun zeigen, was Ausstattungspaket und Bildqualität taugen.  (Benjamin Kirchheim)

Ergonomie und Verarbeitung

Lediglich 440 Gramm drückt die Nikon D3400 betriebsbereit ohne Objektiv auf die Waage. Das von uns beim Test verwendete AF-P DX Nikkor 18-55 mm 1:3,5-5,6G VR erhöht das Gewicht um gut 200 Gramm. Das geringe Gewicht hat seinen Grund: Das Kameragehäuse besteht komplett aus Kunststoff. Dennoch macht es einen gut verarbeiteten, durchaus robusten Eindruck. Die Spaltmaße sind minimal, wenn auch nicht immer 100 Prozent gleichmäßig. Selbst bei beherztem Zupacken gibt das Gehäuse weder nach, noch Geräusche von sich. Der kleine Griff ist großzügig mit einem Gummibezug versehen, was für einen rutschfesten Halt sorgt. Die Mulde zwischen Griff und Objektivbajonett dürfte für europäische Männerhände jedoch gerne tiefer ausfallen, um genügend Platz zu bieten.

  • Bild Die Nikon D3400 ist eine kompakte und leichte Einsteiger-DSLR mit anständig verarbeitetem Kunststoffgehäuse. [Foto: MediaNord]

    Die Nikon D3400 ist eine kompakte und leichte Einsteiger-DSLR mit anständig verarbeitetem Kunststoffgehäuse. [Foto: MediaNord]

  • Bild Mit 921.000 Bildpunkten löst der 7,5 Zentimeter große, nicht bewegliche Bildschirm der Nikon D3400 fein auf. Der DSLR-Sucher hingegen fällt etwas klein aus. [Foto: MediaNord]

    Mit 921.000 Bildpunkten löst der 7,5 Zentimeter große, nicht bewegliche Bildschirm der Nikon D3400 fein auf. Der DSLR-Sucher hingegen fällt etwas klein aus. [Foto: MediaNord]

Das Stativgewinde auf der Kameraunterseite sitzt in der optischen Achse und auch weit genug weg vom im Griff eingebauten Lithium-Ionen-Akku. Dieser bietet mit 1.200 Bildern Laufzeit gemäß CIPA-Standard-Messverfahren eine sehr hohe Ausdauer. Dies gilt jedoch nur, wenn man auf die stromfressende Live-View-Funktion verzichtet. Das eingebaute Bluetooth (mehr dazu im Abschnitt Ausstattung) hingegen saugt kaum am Akku. Die gegenüber der D3300 deutlich gestiegene Akkulaufzeit hat aber einen Grund: Der eingebaute Blitz, der beim CIPA-Messverfahren bei jeder zweiten Aufnahme gezündet wird, besitzt im Automatik-Modus nur noch eine Leitzahl von sieben statt zwölf. Manuell angesteuert liegt die Leitzahl bei acht, was unsere Messung bestätigt. Die SD-Speicherkarte hingegen wird seitlich am Handgriff eingeschoben, das ist viel praktischer als bei Kombilösungen, wo die Speicherkarte mit im Akkufach sitzt. Hinter der dicken Gummiabdeckung auf der linken Gehäuseseite verbergen sich ein Micro-USB- sowie ein Mini-HDMI-Anschluss.

Das entscheidende Merkmal einer DSLR ist ihr optischer Sucher, bei dem man durch umgelenktes Licht auf eine Mattscheibe schaut, die ihrerseits das durch das Objektiv gesehene Bild zeigt. Bei der D3400 gibt es jedoch aufgrund des günstigen Preises nur das absolute Mindestmaß. Die Lichtumlenkung erfolgt mit einer Spiegelkonstruktion statt mittels eines Glaspentaprismas, wodurch das Sucherbild etwas dunkler wird. Zudem deckt es nur 95 Prozent des Bildfelds ab. Auch die Vergrößerung fällt mit 0,85-fach nicht besonders hoch aus, zumal es sich um einen APS-C-Sucher handelt. Verglichen mit einem Kleinbildsucher liegt die Vergrößerung nur bei Faktor 0,57. Ebenfalls recht sparsam ist die Dioptrienkorrektur. Die Austrittspupille beträgt lediglich 18 Millimeter, so dass der Suchereinblick mit aufgesetzter Brille trotz der geringen Vergrößerung in den Ecken abschattet.

Auch der Autofokus ist eher eine Sparlösung, bietet er doch lediglich elf Messpunkte, von denen nur der zentrale als hochwertiger Kreuzsensor ausgeführt ist. Immerhin ist der Autofokus mit dem verwendeten AF-P-Objektiv sehr schnell, innerhalb von lediglich einer viertel Sekunde löst die D3400 inklusive Fokussierung von unendlich auf zwei Meter aus. Als moderne DSLR bietet die Nikon selbstverständlich auch eine Live-View-Funktion auf dem rückwärtigen 7,5-Zentimeter-Bildschirm. Dieser löst mit über 920.000 Bildpunkten ausreichend fein auf, ist jedoch fest verbaut und nicht beweglich. Während des Live-Views, der für Videoaufnahmen übrigens unabdingbar ist, bleibt der Sucher dunkel und auch der schnelle Phasen-Autofokus steht nicht zur Verfügung. Nun braucht die Kamera 1,0 bis 1,2 Sekunden zum Fokussieren und Auslösen. Das ist ausreichend für statische Motive, taugt aber weniger für Actionaufnahmen. Dank der aktivierbaren Fokuslupe lässt sich im Live-View übrigens sehr viel genauer manuell fokussieren, als mit Blick durch den kleinen Sucher. Nur auf eine Fokus-Peaking-Funktion muss der Fotograf bei Nikon weiterhin verzichten.

Die Bedienung der Kamera gestaltet sich recht einfach. Für eine Einsteiger-DSLR bietet die D3400 überraschend viele Bedienelemente, eine Taste lässt sich sogar frei belegen, wobei nicht allzu viele Funktionen zur Auswahl stehen. Das liegt unter anderem daran, dass Nikon bei der Ausstattung gespart hat (siehe Abschnitt Ausstattung). Für Einsteiger besonders hilfreich ist jedoch der Guide-Modus, der auf dem Programmwählrad zu finden ist. Er erklärt mit Bildern und Texten einfach und verständlich die Kamerafunktionen und darüber hinaus, wie man sie für typische Motive am besten einstellt. Gerade Fotoeinsteiger werden somit nicht mit den vielen Funktionen ihrer Digitalkamera allein gelassen.

Ein klein wenig verwirrend oder gewöhnungsbedürftig ist bei Nikon die Unterscheidung der "info"- und der "i"-Taste, die völlig verschiedene Aufgaben erfüllen. Die "info"-Taste blendet Aufnahmeinformationen ein oder beispielsweise eine kurze Hilfe im Menü, während die "i"-Taste das Schnellmenü aufruft. Das Hauptmenü selbst ist sinnvoll eingeteilt. Die Untermenüs erstrecken sich teilweise auf einige Bildschirmseiten, aufgrund des beschränkten Funktionsumfangs jedoch maximal fünf.

  • Bild Das neue Setobjektiv der Nikon D4300 namens AF-P DX Nikkor 18-55 mm 1:3,5-5,6G VR überraschte im Labortest vor allem mit der sehr gleichmäßigen, etwas abgeblendet sehr hohen Auflösung. [Foto: MediaNord]

    Das neue Setobjektiv der Nikon D4300 namens AF-P DX Nikkor 18-55 mm 1:3,5-5,6G VR überraschte im Labortest vor allem mit der sehr gleichmäßigen, etwas abgeblendet sehr hohen Auflösung. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Programmwählrad der Nikon D3400 bietet neben den klassischen Kreativmodi auch genug Platz für einige Motivprogramme und vor allem dem für Einsteiger sehr nützlichen Guide-Modus. [Foto: MediaNord]

    Das Programmwählrad der Nikon D3400 bietet neben den klassischen Kreativmodi auch genug Platz für einige Motivprogramme und vor allem dem für Einsteiger sehr nützlichen Guide-Modus. [Foto: MediaNord]

Ausstattung

Als Einsteigerkamera ist die Nikon D3400 mit einem Vollautomatikmodus sowie Motivprogrammen ausgestattet. Deren Anzahl hält sich jedoch in übersichtlichen Grenzen. Jedes der sieben Motivprogramme, die die gängigsten Aufnahmesituationen abdecken, hat einen eigenen Platz auf dem Programmwählrad ergattern können. Die Bildeffekte wiederum belegen gemeinsam einen eigenen Platz, hier kann man sich eher kreativ im nicht-fotografischen Sinne austoben. Die fotografische Kreativität findet man nämlich in den Halbautomatiken sowie dem manuellen Modus, die dem Fotografen beliebig viel Kontrolle über die Belichtungszeit, Blende, ISO-Empfindlichkeit und andere Einstellungen geben.

Bei der Ausstattung ist jedoch unverkennbar der Rotstift zu spüren: Es gibt weder einen HDR- noch einen Panoramamodus, nicht einmal Belichtungsreihen kann man aufnehmen, um eigene HDR-Fotos am Rechner zu erstellen. Ebenfalls schmerzlich vermisst haben wir eine Spiegelvorauslösung, die Erschütterungen bei Aufnahmen vom Stativ reduzieren würde und eine Abblendfunktion, die vor der Aufnahme einen Eindruck der Schärfentiefe vermitteln würde. Eigentlich sind das wichtige Standardfunktionen, die eine DSLR auszeichnen. Immerhin gibt es eine Serienbildfunktion mit fünf Bildern pro Sekunde und die Möglichkeit, Aufnahmen im Rohdatenformat zu speichern.

Der eingebaute, wie bereits erwähnt in der Leistung reduzierte Pop-Up-Blitz der Nikon D3400 klappt automatisch hoch, wenn er benötigt wird. In den Kreativprogrammen muss man erst auf die Blitztaste drücken. Drückt man diese Taste bei aufgeklapptem Blitz, so dient sie übrigens als Blitzfunktionstaste – sehr clever! Hier kann der Fotograf wählen, ob er beispielsweise eine Langzeitsynchronisation wünscht oder einen Vorblitz zur Reduktion roter Augen. Sogar eine Blitzbelichtungskorrektur ist möglich und für eine Einsteigerkamera ungewöhnlicherweise sogar eine manuelle Blitzleistungsregelung in immerhin sechs Stufen. Dank des Blitzschuhs lassen sich zudem Mittenkontakt- sowie Systemblitzgeräte verwenden.

Videos zeichnet die Nikon D3400 wahlweise in HD- oder FullHD-Auflösung bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf. Dabei wird zur elektronischen Bildstabilisierung jedoch der Bildausschnitt deutlich reduziert, was man sich auf Wunsch im Live-View vorher anzeigen lassen kann. Der Ton wird lediglich in Mono aufgenommen, einen Mikrofonanschluss gibt es nicht. Die Autofokus-Nachführung im Video klappt leidlich, der Kontrast-Autofokus ist wie bereits erwähnt alles andere als schnell. Mit einem AF-P-Objektiv gelingt dies jedoch deutlich besser als mit einem AF-S-Objektiv, das nicht für den Kontrastautofokus optimiert ist.

Ist das Bild im Kasten, so kann es erstaunlich umfangreich bearbeitet werden. Die D3400 verfügt, wie die semiprofessionellen und professionellen Nikon-Modelle, sogar über einen eingebauten Rohdatenkonverter. Neben dem Bildbeschnitt stehen beispielsweise viele Kreativfilter, die D-Lighting-Funktion zur Schattenaufhellung oder etwa eine automatische schnelle Bildoptimierung zur Auswahl. Sogar Videos lassen sich schneiden, um unerwünschte Szenen am Anfang oder Ende zu entfernen.

Vor zirka einem Jahr stellte Nikon die Snapbridge-Funktion vor, die neben WLAN auch Bluetooth in der stromsparenden LE-Version bietet. Die dauerhafte Bluetoothverbindung ist in der Lage, Fotos im Hintergrund (und sogar bei "ausgeschalteter" Kamera) in kleiner Auflösung (zwei Megapixel) an ein Smartphone zu übertragen. Zudem kann die Kamera über die Bluetooth-Verbindung sehr stromsparend die Geokoordinaten des Smartphones abgreifen, um diese in die EXIF-Daten der Bilder zu speichern. Bei Bedarf wird bei Nikon-Kameras dann normalerweise WLAN zugeschaltet, etwa für die Bildübertragung in voller Auflösung oder für die Fernsteuerung der Kamera. So viel zur Theorie, die uns in der Praxis im Test der Nikon D500 schon nicht überzeugte. Die D3400 ihrerseits ist sogar um die WLAN-Funktion beschnitten, sie bietet also nur Bluetooth.

Hat man die Verbindung eingerichtet, wobei durchaus Stolperfallen lauern, wie etwa erst nach einem fehlgeschlagenen ersten Verbindungsversuch von Android eingeforderten Bluetooth-Berechtigungen für die App, verrichtet Snapbridge klaglos im Hintergrund seinen Dienst und saugt zudem nicht einmal groß am Kameraakku. Bei aktivierten Standortdaten ruft das Smartphone diese ohnehin regelmäßig automatisch ab, wie man beim Blick ins Standortprotokoll seines Google-Accounts gut erkennen kann. Auch das kostet also kaum zusätzlichen Akku. Eine zwei-Megapixel-Aufnahme ist zudem in unter zehn Sekunden automatisch auf das Smartphone übertragen. Doch hier lauert bereits die erste Stolperfalle. Möchte man Bilder übertragen – die automatische Übertragung lässt sich übrigens selbstverständlich deaktivieren – so muss man im JPEG- oder Raw+JPEG-Modus fotografieren. Raw-Dateien oder Videos sind für die Übertragung zu groß.

Die größte Beschränkung ist jedoch das fehlende WLAN. Zwar lassen sich auch über Bluetooth manuell Bilder in voller 24-Megapixel-Auflösung übertragen, das dauert allerdings zwei Minuten pro Foto. Ebenfalls ärgerlich ist die fehlende Fernauslösefunktion. Dass man über Bluetooth keine Livebildübertragung hinbekommt ist klar, aber wenigstens eine Fernauslösefunktion könnte es geben. So bleibt einem keine andere Wahl, als beim Wunsch nach Fernauslösung eine Infrarotfernbedienung als Zubehör zu kaufen (immerhin bietet Nikon eine solche an). Bei aller Kritik ist die Snapbridge-Funktion dennoch sehr nützlich. Die Zwei-Megapixel-Fotos bieten genügend Auflösung für die Anzeige auf einem Smartphone-Display und zur Veröffentlichung in sozialen Netzwerken, die Standortdatenübertragung funktioniert einwandfrei und die Bluetoothverbindung baut sich automatisch auf, wenn Kamera und Smartphone in Reichweite voneinander sind. Aufgrund des geringen Stromverbrauchs kann man die Funktion getrost über den Tag aktiviert lassen, sollte sie aber bei längerer Nichtbenutzung der Kamera abschalten, da sie auch bei ausgeschalteter Kamera aktiv bleibt.

Bildqualität

Auch wenn an der einen oder anderen Stelle der Rotstift angesetzt wurde, hat Nikon hoffentlich nicht bei der Bildqualität gespart. Um das herauszufinden, haben wir die D3400 mit dem Setobjektiv AF-P DX Nikkor 18-55 mm 1:3,5-5,6G VR in unserem Labor auf Bildqualität getestet. Der ausführliche Labortest mit allen Diagrammen ist wie üblich über die weiterführenden Links für 1,40 Euro im Einzelabruf oder im Rahmen einer Prepaid-Flatrate ab umgerechnet monatlich 2,08 Euro zusammen mit dem gesamten Labortestarchiv (über 1.600 Tests) abrufbar. Wer gerne diesen kostenlosen Testbericht honorieren und damit unsere Arbeit unterstützen möchte, kann dies am einfachsten über den Kauf des Labortests machen, auch wenn diesen vielleicht gar nicht benötigt wird.

Das Setobjektiv ist das erste Mal bei uns im Labor. Das frühere Setobjektiv von Nikon gehörte nicht unbedingt zu den besten. Das AF-P besitzt ein Kunststoffbajonett, ist aber gut verarbeitet und durch den Einfahrmechanismus beim Transport etwas kompakter als normale 18-55er. Wer nur auf DIN A4 ausbelichten beziehungsweise drucken möchte, erhält mit dem AF-P 18-55 VR genug Bildschärfe vom Bildzentrum bis zum Bildrand – und zwar bei allen Blenden und Brennweiten. Die Randabdunklung ist vor allem im Weitwinkel, aber auch bei mittlerer Brennweite sehr deutlich, jedenfalls solange man die Blende nicht um eine, besser zwei Stufen schließt. Auch die Verzeichnung ist kräftig, jedoch nur im Weitwinkel mit 3,5 Prozent Tonnenform. Bei mittlerer und langer Brennweite ist die Verzeichnung hingegen mit knapp über und knapp unter einem halben Prozent gering. Farbsäume sind ebenfalls ein Problem; sie treten zwar auch nur bei Weitwinkel auf, dafür aber umso kräftiger. Bei hohen Kontrasten ist das nicht wirklich schön, vor allem Richtung Bildrand.

Bei der Auflösung bei 50 Prozent Kontrast kann das AF-P hingegen deutlich Boden gutmachen. Nicht, dass die Auflösung bei Offenblende bereits höchste Werte erreichen würde, dafür muss man schon auf F8 bis F11 abblenden, aber die Randauflösung liegt nur wenig unter dem Niveau der Auflösung im Bildzentrum. Woran also die meisten Setobjektive kranken, nämlich einen starken Randabfall der Auflösung (und das oft nicht nur im Weitwinkel), zeigt das Nikkor nicht. Lediglich zehn bis zwanzig Prozent Auflösungseinbußen gibt es. Mit über 40 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) Auflösung kann das 18-55 bereits bei Offenblende bei allen Brennweiten dienen. Im Weitwinkel sind nach Abblenden bis zu 59 lp/mm möglich, bei mittlerer Brennweite sogar 60 lp/mm und im Tele 54 lp/mm. Die Beugung setzt zwar jenseits von F11 ein, aber auch bei F16 ist die Auflösung noch sehr hoch. Weiter sollte man jedoch nicht abblenden. Trotz der hohen Auflösung bleiben die Schärfeartefakte übrigens erstaunlich gering, sie liegen unter zehn Prozent, was für eine Einsteigerkamera wirklich sehr ungewöhnlich ist. Das hat Nikon sehr gut hinbekommen! Die Auflösung reicht für Bilder jenseits von DIN-A3-Größe.

Auch der Rest der Bildaufbereitung des Sensorsignals kann sich sehen lassen. Der Signal-Rauschabstand liegt bis ISO 800 im akzeptablen Bereich und bei ISO 1.600 nur knapp darunter. Bildrauschen zeigt sich erst ab ISO 6.400 leicht und steigt selbst bis ISO 25.600 nicht allzu stark an. Dabei handelt es sich lediglich um Helligkeitsrauschen, Farbrauschen spielt praktisch keine Rolle. Die Rauschunterdrückung sorgt zwar bei zunehmender ISO-Empfindlichkeit für einen gewissen Detailverlust, dieser ist jedoch bis ISO 1.600 unkritisch. Darüber werden die Bilder weicher, was aber erst ab ISO 6.400 deutlich sichtbar wird, denn bei ISO 3.200 bleiben mit kleinen Abstrichen noch ausreichend Details erhalten. Der Dynamikumfang erreicht von ISO 100 bis 800 fast elf Blendenstufen und beginnt das langsam zu sinken. Bis ISO 3.200 sind es jedoch über zehn Blendenstufen und damit ein guter Wert. Nur oberhalb von ISO 6.400 wird der kritische Grenzwert von neun Blendenstufen unterschritten.

  • Bild Der 24 Megapixel auflösende APS-C--Bildsensor der Nikon D3400 liefert eine sehr gute Bildqualität bis ISO 800 und kann durchaus bis ISO 3.200 verwendet werden. [Foto: MediaNord]

    Der 24 Megapixel auflösende APS-C--Bildsensor der Nikon D3400 liefert eine sehr gute Bildqualität bis ISO 800 und kann durchaus bis ISO 3.200 verwendet werden. [Foto: MediaNord]

  • Bild Akku und Speicherkarte werden bei der Nikon D3400 praktischerweise in unterschiedlichen Fächern untergebracht.. [Foto: MediaNord]

    Akku und Speicherkarte werden bei der Nikon D3400 praktischerweise in unterschiedlichen Fächern untergebracht.. [Foto: MediaNord]

Die Tonwertkurve verläuft steil, was für einen knackigen, kontrastreichen Bildeindruck sorgt. Der Ausgangs-Tonwertumfang ist in Ordnung und bis ISO 1.600 unkritisch, bis hierher werden über 160 von 256 möglichen Helligkeitsabstufungen dargestellt. Auffällig ist dabei jedoch der starke Unterschied zwischen den Farbkanälen, vor allem Rot und Blau zeigen deutlich weniger feine Helligkeitsabstufungen als der Grün- und Helligkeitskanal. Die Farbgenauigkeit ist im Mittel tolerierbar, einige Farben zeigen jedoch deutlich stärkere Abweichungen. Die Bilder sollen damit subjektiv schön aussehen, zeigen aber eben dadurch weniger exakte Farben. Vor allem die Sättigung ist bei Grüntönen leicht, bei Rottönen stärker und bei Violetttönen besonders kräftig erhöht. Cyan hingegen zeigt eine deutlich Richtung gesättigtes Blau verschobene Farbe, was im Endeffekt für einen strahlend blauen Himmel sorgt, während bunte Blüten von Blumen kräftig leuchten und das Gras frisch aussieht. Der Farbreichtum selbst ist sehr gut. Bis ISO 200 werden über vier Millionen, bis ISO 6.400 über zwei Millionen Farben differenziert.

  • Bild Das Stativgewinde der Nikon D3400 sitzt in der optischen Achse und weit entfernt vom Akkufach. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Nikon D3400 sitzt in der optischen Achse und weit entfernt vom Akkufach. [Foto: MediaNord]

  • Bild Mit einem Micro-USB- sowie einem Mini-HDMI-Anschluss bietet die Nikon D3400 nur sehr wenige Schnittstellen. [Foto: MediaNord]

    Mit einem Micro-USB- sowie einem Mini-HDMI-Anschluss bietet die Nikon D3400 nur sehr wenige Schnittstellen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der Handgriff der Nikon D3400 ist dank des Gummibelags rutschfest, dürfte für europäische Männerhände aber gerne noch ein wenig größer ausfallen. [Foto: MediaNord]

    Der Handgriff der Nikon D3400 ist dank des Gummibelags rutschfest, dürfte für europäische Männerhände aber gerne noch ein wenig größer ausfallen. [Foto: MediaNord]

Fazit

Die Nikon D3400 ist eine ordentlich verarbeitete Einsteiger-DSLR zu einem attraktiven Preis. Zwar bemerkt man vor allem bei der Ausstattung mit klassischen Fotofunktionen ein wenig den Rotstift, aber gerade für Einsteiger sind nützliche Funktionen wie der Guide-Modus an Bord. Fortgeschrittene Fotografen werden vielleicht nicht sofort, aber doch bald an ihre Grenzen stoßen, so dass eine Nikon D5xxx für diese Zielgruppe sicherlich die langlebigere Investition darstellt. Die innovative Snapbridge-Funktion erweist sich bei der D3400 als nützlicher, unkomplizierter Alltagshelfer, das Fehlen der WLAN-Funktion sorgt jedoch auch hier für gewisse Einschränkungen. Gelegenheitsfotografen müssen bei der D3400 aber vor allem bei der Bildqualität keine Abstriche machen. Die Bildaufbereitung ist sehr gut und kommt ohne sichtbare Artefakte aus. Vor allem bis ISO 800 ist die Bildqualität sehr gut, bei ISO 1.600 gut und bei ISO 3.200 mit kleinen Abstrichen immer noch in Ordnung. Das neue Setobjektiv AF-P DX Nikkor 18-55 mm 1:3,5-5,6G VR überraschte im Labortest vor allem mit der sehr gleichmäßigen, etwas abgeblendet sogar sehr hohen Auflösung. Der bei solchen Objektiven typische starke Randabfall der Auflösung tritt nicht auf. Anders sieht es mit Randabdunklung, Verzeichnung und Farbsäumen aus, die aber größtenteils nur im Weitwinkel für leichte Einbußen der Bildqualität sorgen.


Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Kameras

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.

Steckbrief
HerstellerNikon
ModellD3400
SensorCMOS APS-C 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5)
24,8 Megapixel (physikalisch)
24,2 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,9 µm
Auflösung (max.)6.000 x 4.000 (3:2)
Video (max.)1.920 x 1.080 60p
ObjektivNikon AF-P 18-55 mm 3.5-5.6G DX VR (Zoom-Objektiv)
SpiegelreflexsucherSpiegelsucher, 95 Prozent Bildfeldabdeckung, 0,85-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,57-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), 18 mm Augabstand, Dioptrienkorrektur von -1,7 bis 0,5 dpt, fest verbaute Mattscheibe
Monitor3,0"
  Auflösung921.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreen
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Mini (Typ C)
Vollautomatikja
Motivautomatik
Motivprogramme7
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktion
Panoramafunktionnein
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (420 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/4.000 s
Blitzeingebauter Blitz
  Synchronzeit1/200 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Nikon (ohne Nikon 1), Standard-Mittenkontakt
WLAN
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung
Fernauslöserja, Infrarotauslöser
Intervallaufnahme
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-1.600
  manuellISO 100-25.600
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder1 Kreuzsensoren
10 Liniensensoren
  GeschwindigkeitPhasen-Autofokus: 0,26 s
Live-View-Autofokus: 1,00 s bis 1,23 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen124 x 89 x 75 mm
Gewicht (betriebsbereit)440 g (nur Gehäuse)
640 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit1.200 (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

Kurzbewertung

  • Pfiffiger Guide-Modus erklärt Kamera und Fotografie
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 800, gute bei ISO 1.600
  • Kompaktes, leichtes Gehäuse
  • Setobjektiv mit überraschend guter Auflösung
  • Wichtige Basisfunktionen (Belichtungsreihen, Spiegelvorauslösung, Abblendtaste) fehlen
  • Sehr einfaches Autofokusmodul mit lediglich einem Kreuzsensor
  • Sehr kleiner Sucher
  • Langsamer Autofokus im Live-View