Lichtstarkes Zoom, Festbrennweite und praktischer Adapter

Sigma 50-100mm F1.8, 30mm F1.4 und E-Mount-Adapter angekündigt

2016-02-23 Mit dem 50-100mm F1,8 DC HSM Art kündigt Sigma ein lichtstarkes Zoomobjektiv für APS-C-Sensoren an, das zahlreiche Festbrennweiten ersetzen will. Es ist eine Ergänzung zum 18-35mm F1,8 DC HSM Art, auch wenn der Brennweitenbereich nicht direkt anschließt. Mit dem neuen 30mm F1,4 DC DN Contemporary stellt Sigma ein neues lichtstarkes Standardobjektiv für den Sony E-Mount sowie Micro-Four-Thirds vor. Für E-Mount-Fotografen hat Sigma mit dem Mount Converter MC-11 noch ein besonderes Leckerli in petto: Damit lassen sich, inklusive Phasen-Autofokus-Unterstützung, Canon- und Sigma-Objektive an eine E-Mount-Alpha anschließen.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Das Sigma 50-100 mm 1.8 DC HSM Art ist das lichtstärkste Telezoom für APS-C-Kameras und soll dank herausragender Bildqualität Festbrennweiten im entsprechenden Brennweitenbereich ersetzen. [Foto: Sigma]

    Das Sigma 50-100 mm 1.8 DC HSM Art ist das lichtstärkste Telezoom für APS-C-Kameras und soll dank herausragender Bildqualität Festbrennweiten im entsprechenden Brennweitenbereich ersetzen. [Foto: Sigma]

Das Sigma 50-100mm F1,8 DC HSM Art besitzt als APS-C-Objektiv einen kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von 75 bis 150 Millimeter und deckt damit die kleinbildäquivalenten Festbrennweiten 85 mm 1.8, 105 mm 1.8 und 135 mm 1.8 ab. Die aufwändige optische Konstruktion besteht aus 21 Elementen in 15 Gruppen. Drei FLD-Glaselemente, ein SLD-Glaselement drei SLD-Glaselemente mit hohem Brechungsindex und weitere Spezialgläser sollen für die hohe Bildqualität sorgen. Die optische Konstruktion soll nicht nur eine gleichbleibend hohe Bildqualität über den gesamten Zoombereich garantieren, sondern auch Farbsäume minimieren. Das optische Design wurde darüber hinaus so angelegt, dass Geisterbilder und Reflexe minimiert werden. Aufgrund des hohen Blendendurchmessers ist eine aufwändige Konstruktion erforderlich, damit sich die Blende verschleißarm und schnell schließen und öffnen kann. Die neun Blendenlamellen besitzen eine Carbonfaser-Beschichtung, die Blendeneinheit besteht aus einem aus Fluor bestehenden Polycarbonat.

Ebenfalls optimiert hat Sigma den Ultraschall-Autofokus-Antrieb HSM, der nun 30 Prozent kleiner ausfällt. Sowohl die Fokussierung als auch das Zoomen laufen innenliegend ab. Der manuelle Fokusring erlaubt jederzeit einen Eingriff in die Fokussierung, um diese zu korrigieren. Das 50-100mm F1,8 DC HSM Art besitzt eine hochwertige Konstruktion und verfügt beispielsweise über ein Messingbajonett. Sigma betont, dass das Objektiv in Japan gebaut wird. Zum Lieferumfang gehört neben einer Gegenlichtblende auch die passende Stativschelle zum immerhin fast 1,5 Kilogramm schweren Objektiv. Voraussichtlich ab April 2016 soll das Sigma 50-100mm F1,8 DC HSM Art zu einem Preis von knapp 1.300 Euro mit Anschlüssen für Canon, Nikon und Sigma lieferbar sein.

  • Bild Mit dem 30 mm 1.4 DC DN Contemporary nimmt Sigma eine Festbrennweite für Sony-E-Mount (45 mm entspr. KB) und Micro Four Thirds (60 mm entspr. KB) ins Programm auf. Auch wenn es nicht so heißt, soll es die Bildqualität der Art-Serie erreichen. [Foto: Sigma]

    Mit dem 30 mm 1.4 DC DN Contemporary nimmt Sigma eine Festbrennweite für Sony-E-Mount (45 mm entspr. KB) und Micro Four Thirds (60 mm entspr. KB) ins Programm auf. Auch wenn es nicht so heißt, soll es die Bildqualität der Art-Serie erreichen. [Foto: Sigma]

Mit dem 30mm F1,4 DC DN Contemporary nimmt Sigma ein neues lichtstarkes Normalobjektiv für spiegellose APS-C- und Micro-Four-Thirds-Kameras ins Programm auf. Während sich an einer Sony-E-Mount-Kamera eine etwas weitwinkligere Normalbrennweite mit 45 Millimetern Kleinbildäquivalent ergibt, entspricht das Objektiv an einer MFT-Kamera einer eher langen Normalbrennweite. Da das Objektiv für den APS-C-Bildkreis konstruiert ist, fällt es für MFT-Verhältnisse auch recht groß aus. Immerhin knapp 65 Millimeter im Durchmesser und 73 Millimeter in der Länge misst das 265 Gramm leichte Objektiv. Zum Vergleich: Das Panasonic Leica DG Summilux 1,4/25mm Asph. wiegt 200 Gramm und misst 63 mal 54 Millimeter, ist also fast zwei Zentimeter kürzer.

Die optische Konstruktion des Sigma 30mm F1,4 DC DN Contemporary besteht aus neun Elementen in sieben Gruppen. Ein asphärisches sowie ein doppelseitig asphärisches Element sowie einige Spezialgläser sollen für eine hohe Bildqualität sorgen, wobei Sigma die Korrektur von Verzeichnungen dem Kameragehäuse überlässt. Für die Fokussierung sorgt ein Schrittmotor, womit sich das Objektiv auch bestens für Videoaufnahmen eignet. Die optische Konstruktion soll unempfindlich gegen Geisterbilder und Reflexe sein, zusätzlich befindet sich eine besonders lange Gegenlichtblende im Lieferumfang, die auf der Innenseite eine Antireflexbeschichtung besitzt. Für ein schönes Bokeh soll nicht nur die hohe Lichtstärke, sondern auch die mit neun Lamellen sehr runde Blende sorgen. Ab Mitte März 2016 soll das Sigma 30mm F1,4 DC DN Contemporary zu einem Preis von knapp 440 Euro erhältlich sein.

  • Bild Der Sigma MC-11 Mount Converter erlaubt den Anschluss von Canon- und Sigma-Objektiven an Sony E-Mount-Kameras. Dabei wird sogar der Phasen-Autofokus unterstützt. [Foto: Sigma]

    Der Sigma MC-11 Mount Converter erlaubt den Anschluss von Canon- und Sigma-Objektiven an Sony E-Mount-Kameras. Dabei wird sogar der Phasen-Autofokus unterstützt. [Foto: Sigma]

Der neue Anschluss-Adapter (Mount Converter) MC-11 ist besonders für Fotografen interessant, die neben ihrer DSLR von Canon oder Sigma eine spiegellose Systemkamera von Sony einsetzen. Es handelt sich nicht bloß um einen mechanischen Adapter, sondern auch die Elektronik inklusive Blenden- und Autofokussteuerung wird komplett unterstützt. Allerdings gibt es dann doch einige Einschränkungen. So werden nur Sigma-Objektive mit Canon-EF-Anschluss unterstützt und nicht etwa Objektive von Canon mit EF-Anschluss. Die nötigen Steuerdaten für die aktuell 15 unterstützten Objektive der Linien Art, Sports und Contemporary sitzen nämlich in der Firmware des Adapters. Für neue Objektive wird ein Update nötig sein, wofür man das USB-Dock benötigt. Die kompatiblen Objektive umfassen sowohl APS-C- als auch Vollformatobjektive, wobei der Adapter die entsprechende Information an das Gehäuse weitergibt, sodass Kameras der Alpha-7-Familie automatisch auf das kleinere Sensorformat umschalten können. Der Autofokus wird von allen Kameras unterstützt, egal ob sie über einen Kontrast und/oder Phasen-Autofokus verfügen. Eine kontinuierliche Fokussierung ist jedoch nicht möglich. Die Funktion DMF (direct manuel Focus) wird nur von einigen Objektiven unterstützt. Eine Kompatibilitätstabelle ist auf der Sigma-Website zu finden (siehe weiterführende Links). Ab Mitte März 2016 soll der Sigma MC-11 zu einem Preis von knapp 330 Euro erhältlich sein.

Hersteller Sigma
Modell 30 mm 1.4 DC DN Contemporary
Preis (UVP) 439,00 EUR
Bajonettanschluss
Micro Four Thirds
Sony E
Brennweite 30,0 mm
Lichtstärke (größte Blende) F1,4
Kleinste Blendenöffnung F16
KB-Vollformat nein
Linsensystem 9 Linsen in 7 Gruppen
inkl. asphärische Linse(n)
Anzahl Blendenlamellen 9
Naheinstellgrenze 300 mm
Bildstabilisator vorhanden nein
Autofokus vorhanden ja
Wasser-/Staubschutz nein
Filtergewinde 52 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 66 x 74 mm
Objektivgewicht 264 g
Hersteller Sigma
Modell 50-100 mm 1.8 DC HSM Art
Preis (UVP) 1.299,00 EUR
Bajonett
Canon EF
Nikon F
Sigma SA
Brennweitenbereich 50-100 mm
Lichtstärke (größte Blende) F1,8 (durchgängig)
Kleinste Blendenöffnung F16
Linsensystem 21 Linsen in 15 Gruppen
inkl. ED Linse(n)
KB-Vollformat nein
Anzahl Blendenlamellen 9
Naheinstellgrenze 798 mm
Bildstabilisator vorhanden nein
Autofokus vorhanden ja
Wasser-/Staubschutz nein
Filtergewinde 82 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 94 x 170 mm
Objektivgewicht 1.490 g

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Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.