Pancake-Weitwinkel und Porträt-Lichtriese

Nikon Z 85 mm F1.2 S und Z 26 mm F2.8 erweitern Z-System

2023-02-07 Mit den beiden Festbrennweiten Nikkor Z 85 mm F1.2 S und Nikkor Z 26 mm F2.8 erweitert Nikon sein spiegelloses Z-System auf nunmehr 30 Vollformat-Objektive. Während es sich beim Nikon Z 26 mm F2.8 um ein äußerst flaches Pancake-Objektiv handelt, das man praktisch immer dabeihaben kann, ist das Nikon Z 85 mm F1.2 S ein wahrer Lichtriese und entsprechend groß und schwer. Es soll sich besonders für Porträts mit wunderschönem Bokeh eignen, aber auch für die Available-Light-Fotografie.  (Benjamin Kirchheim)

Beide Objektive waren bereits seit 2021 auf der Z-Roadmap von Nikon gelistet. Vor allem mit dem Z 85 mm F1.2 S hatten viele bereits gerechnet, denn immer wieder lag in letzter Zeit anderen Objektiven die Garantiekarte des 85ers bei.

Obwohl das Nikon Z 26 mm F2.8 nur eine zwei Millimeter geringere Brennweite hat als das Nikon Z 28 mm F2.8 (SE) und letzteres bereits sehr kompakt ist, ist das Pancake zwei Zentimeter flacher und damit nur etwas mehr als halb so lang. Der Durchmesser von sieben Zentimetern ist hingegen identisch, er wird im Wesentlichen vom großen Z-Bajonett bestimmt. Lediglich 23,5 Millimeter misst das Nikkor Z 26 mm F2.8 in der Länge, sein Gewicht ist mit 125 Gramm sehr gering (30 Gramm weniger als das 28er). Dabei ist das 26er jedoch hochwertiger gebaut, so besitzt es nicht nur ein Metallbajonett, sondern auch einen Spritzwasser- und Staubschutz.

Der optische Aufbau des Nikon Z 26 mm F2.8 besteht aus acht Linsen, die in sechs Gruppen angeordnet sind. Drei asphärische Linsen sollen optische Fehler minimieren und für eine hohe Bildqualität bis an den Bildrand sorgen. Nikon verspricht zudem ein schönes Bokeh. Die Blende besteht aus sieben abgerundeten Lamellen und lässt sich bis F16 schließen. Die Fokussierung soll schnell, leise und präzise sowie mit minimiertem Fokusatmen erfolgen. Die Naheinstellgrenze liegt bei lediglich 20 Zentimetern, was einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:5,2 ermöglicht.

Ungewöhnlicherweise besitzt das Objektiv selbst kein Filtergewinde. In der mitgelieferten Gegenlichtblende, die per Bajonett am Pancake befestigt wird, befindet sich jedoch ein 52 Millimeter großes Filtergewinde. Die Blende soll kaum auftragen. Dank eines universellen Einstellrings sollen sich alternativ zum manuellen Fokus auch die Blende, Belichtungszeit, ISO-Empfindlichkeit und andere Parameter anpassen lassen können. An den APS-C-Kameras von Nikon entspricht das 26 mm übrigens einem 39mm-Kleinbildäquivalent, was ebenfalls eine schöne, universelle Brennweite ist. 40mm-Pancake-Objektive waren und sind (von Pentax nach wie vor angeboten) echte Klassiker.

Ab Anfang März 2023 soll das Nikon Z 26 mm F2.8 zu einem Preis von knapp 590 Euro erhältlich sein. Damit ist es mehr als doppelt so teuer wie das Z 28 mm F2.8 (SE). Neben dem hochwertigeren Gehäuse dürfte sich der Mehrpreis vor allem durch die kompakte Bauweise erklären lassen, denn bei vielem gilt ab einem gewissen Punkt: Jedes Gramm und/oder jeder Millimeter weniger gehen richtig ins Geld, beispielsweise bei Stativen, Fahrrädern oder Outdoor-Ausrüstung.

Beim Nikon Z 85 mm F1.2 S kommt es dagegen nicht auf jedes Gramm an, sondern auf jedes "F", also Lichtstärke. Mit einer maximalen Blendenöffnung von F1,2 und elf abgerundeten Blendenlamellen verspricht es ein hohe Freistellpotential und ein wunderschönes Bokeh. Nicht einmal Farbsäume sollen laut Nikon im Bokeh auftreten. Die Brennweite von 85 Millimeter wird klassischerweise bevorzugt im Bereich der Porträtfotografie verwendet, aber auch bei der Available-Light-Fotografie spielt eine so hohe Lichtstärke ihre Stärken aus.

Das Objektiv gehört der hochwertigen S-Linie an, die höchste Bildqualität verspricht. Der optische Aufbau des Nikon Z 85 mm F1.2 S besteht aus 15 Linsen, die in zehn Gruppen angeordnet sind. Eine ED-Linse und zwei asphärische Linsen sollen Bildfehler minimieren. Zudem kommt auf einigen Linsen eine Nanokristallvergütung zum Einsatz, um Kontrastverluste im Gegenlicht, Geisterbilder und Blendenreflexe zu minimieren.

Die Innenfokussierung arbeitet mit zwei Fokusgruppen, was für eine schnelle und präzise Fokussierung bei gleichzeitig hoher Bildqualität sorgen soll. Die Naheinstellgrenze ist mit 85 Zentimetern dagegen wenig spektakulär, der größte Abbildungsmaßstab beträgt lediglich 1:9,1. Das Gehäuse des 1.160 Gramm schweren Objektivs ist komplett gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser abgedichtet. Es misst 14,2 Zentimeter in der Länge und 10,3 Zentimeter im Durchmesser. Das Filtergewinde ist 82 Millimeter groß. Neben dem Fokusring gibt es einen AF-MF-Schalter, einen Einstellring sowie eine Funktionstaste zur Bedienung. Ab Ende März 2023 soll das Nikon Z 85 mm F1.2 S zu einem Preis von knapp 3.350 Euro erhältlich sein.

Hersteller Nikon Nikon
Modell Z 26 mm F2.8 Z 85 mm F1.2 S
Unverbindliche Preisempfehlung 589,00 € 3.299,00 €
Bajonettanschluss Nikon Z Nikon Z
Brennweite 26,0 mm 85,0 mm
Lichtstärke (größte Blende) F2,8 F1,2
Kleinste Blendenöffnung F16 F16
KB-Vollformat ja ja
Linsensystem 8 Linsen in 6 Gruppen
inkl. asphärische Linse(n)
15 Linsen in 10 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
Anzahl Blendenlamellen 7 11
Naheinstellgrenze 200 mm 850 mm
Bildstabilisator vorhanden nein nein
Autofokus vorhanden ja ja
Wasser-/Staubschutz ja ja
Filtergewinde 52 mm 82 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 70 x 24 mm 103 x 142 mm
Objektivgewicht 122 g 1.154 g

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 45, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.