Reisezoom-Lesertest

Erfahrungen der digitalkamera.de-Leser mit dem Tamron 18-270mm VC

2009-07-07 Im Mai suchte digitalkamera.de zehn Leser, die das Reisezoom Tamron 18-270mm VC mit 15-fachem Zoomfaktor vier Wochen lang ausgiebig an ihrer eigenen Digitalspiegelreflex-Kamera ausprobieren wollten. Rund 200 Leser bewarben sich auf die fünf Canon- und fünf Nikon-Anschlüsse. Jetzt sind die Fragebögen und Objektive zurück und wurden ausgewertet. Lob und Tadel fielen darin erstaunlich einheitlich aus.  (Jan-Markus Rupprecht)

Ganz bewusst hatte die digitalkamera.de-Redaktion Leser in allen Altersschichten, mit unterschiedlicher Ausrüstung, vom Einsteigermodell bis zur Semiprofi-Kamera, und mit unterschiedlichem Kenntnisstand und Motiven ausgewählt. Auch bei nur zehn Testern sollte so ein breites Spektrum abgedeckt werden. Umso erstaunlicher ist es, dass die Meinung der Tester, die sich untereinander nicht kennen und keinen Kontakt hatten, so homogen ausfällt.

Alle Tester loben das geringe Gewicht des Reiseobjektivs und den spektakulären Brennweitenbereich des 15fach-Zooms von auf KB umgerechnet etwa 28 bis 419 mm. An einer sehr kleinen, leichten Kamera kann das Objektiv etwas "kopflastig" wirken, an einer mittelschweren Kamera ergibt sich dagegen ein perfekter Trimm. Mancher Tester würde gar etwas mehr Gewicht in Kauf nehmen, wenn dadurch die Haptik, die Handhabung oder die Autofokus-Leistung noch verbessert werden könnte.

Die Scharfstellung, egal ob manuell oder automatisch, ist praktisch der einzige Kritikpunkt am Tamron 18-270 mm VC, den die Dauertester nennen: Sowohl Canon- als auch Nikon-Kameras aller Leistungsklassen hatten bei wenig Licht oder kontrastarmen Motiven Schwierigkeiten mit der automatischen Scharfstellung mit dem 18-270 VC, brauchten lange dafür oder lagen daneben – höchstwahrscheinlich eine Folge der eingeschränkten Lichtstärke als Kompromiss, um Baugröße und Herstellungskosten in Grenzen zu halten. Unter guten Lichtbedingungen arbeitet der Autofokus dagegen schnell und präzise. Das manuelle Fokussieren bereitete den Testern keine Freude. Der Fokus-Ring wird als zu leichtgängig empfunden, er vermittelt kein Gefühl. Eine leichte Berührung des Objektivs kann bereits dazu führen, dass sich die Schärfe Tamron Testbild [Foto: earlblack] verstellt. Ebenfalls leichtgängig, zudem bei den schon durch viele Hände gegangenen Testgeräten in zwei Fällen auch etwas ungleichmäßig, ist die Zoomverstellung. Diese Leichtgängigkeit empfinden einige Tester besonders dann als lästig, wenn der Objektiv-Tubus bei schräg nach unten oder oben gehaltener Kamera von selbst aus- oder einfährt. Zwar besitzt das Objektiv in Weitwinkelstellung eine praktische Verriegelung, die dies beim Transport verhindert – aber eben nur beim Transport und nicht im Betrieb.

  Einhellig gelobt wird dagegen der Bildstabilisator, der übrigens bei Stativbetrieb ausgeschaltet werden sollte. Mit diesem haben alle Tester beste Erfahrungen gemacht und loben seine Praxistauglichkeit und die Möglichkeit, damit auch unter ungünstigen Lichtbedingungen und bei langen Brennweiten verwacklungsfreie Fotos zu machen. Einhelliges Lob auch für die Bildqualität insgesamt. Viele Tester hatten von einem Zoomobjektiv mit derart großem Brennweitenbereich längst keine so gute Abbildungsleistung erwartet und zeigen sich angenehm überrascht von den Bildergebnissen. Dabei muss man sagen, dass die Tester durchaus Vergleiche ziehen konnten: Fast alle besitzen mehrere, teilweise wirklich hochwertige Zoomobjektive und Festbrennweiten.

  Summa summarum attestieren die Tester dem Tamron AF 18-270mm F/3,5 -6,3 Di II VC LD Aspherical Macro gute Römö 2009 [Foto: Acid-Man] Allround-Eigenschaften, von Weitwinkel bis Extrem-Tele einschließlich Makro-Fähigkeit, und heben das außergewöhnlich gute Preis/Leistungsverhältnis hervor. Gut die Hälfte der zehn digitalkamera.de-Leser wollen sich nach dem Test dieses Reisezoom selbst kaufen, und alle Tester geben an, dass sie das Objektiv weiterempfehlen würden. Dieser Artikel ist mit einigen Arbeitsproben illustriert, die direkt mit der großen Version der Fotos in der digitalkamera.de-Online-Galerie verlinkt sind. Einfach darauf klicken!

Auch die in unserer Test-Rubrik enthaltene Labormessung des 18-270 VC mit der Nikon D90 attestiert dem Objektiv übrigens für einen derart extremen Brennweitenbereich erstaunlich gute Ergebnisse, wie auch Laboringenieur Anders Uschold in einem Kommentar anmerkt. Das Testprotokoll gibt es für Leser mit gebuchter Labortest-Flatrate direkt per Klick auf den folgenden Link. Bei den anderen ist die "Bezahl-Schranke" davor, der Labortest kostet 1,40 € im Einzelabruf.

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Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht, 55, fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.