Einsteiger als Vorreiter

Canon EOS 550D beeindruckt mit Technik vom Feinsten

2010-02-08 Canon stellt mit der EOS 550D gleich drei Auflösungsrekorde bei den Einsteiger- bzw. Hobby-DSLRs auf: 18 Megapixel Sensorauflösung, FullHD-Videoaufzeichnung (1080p) und ein Bildschirm mit über einer Million Bildpunkten Auflösung. Das lässt zum Teil – vor allem in Anbetracht des Preises – die EOS 7D und erst recht die Konkurrenz alt aussehen. Etwa einen Monat, also bis März 2010, muss die ungeduldige Kundschaft noch warten, bevor die Kamera in den Handel kommt – als Preisempfehlung gibt Canon 730 EUR (ohne Objektiv) an.  (Benjamin Kirchheim)

Canon EOS 550D [Foto: Canon]Auch die EOS 7D löst 18 Megapixel auf. Laut Canon wurde dieser 22,3 x 14,9 mm große CMOS-Sensor (APS-C-Größe mit Crop-Faktor von 1,6), der eine beeindruckende Bildqualität liefert (siehe Test der EOS 7D in den weiterführenden Links), noch weiter verbessert. Und so bekommt man ausgerechnet in einer der günstigsten Kameras im Canon-Lineup die höchste Auflösung bzw. beste Bildqualität (ein gutes Objektiv vorausgesetzt). Es ist aber nicht das erste Mal, dass eine Einsteiger-Canon technisch derart attraktiv ist. Doch die EOS 550D, die in den USA "Rebel T2i" heißt, hat noch viel mehr zu bieten: so beispielsweise die Videofunktion mit FullHD-Auflösung (1080p) wahlweise bei 30, 25 oder 24 Bildern pro Sekunde sowie sogar 50 oder 60 Bildern/s bei 720p. Zwar zeichnet das integrierte Mikrofon nur in Mono auf, ein Stereomikrofon kann aber optional über einen 3,5mm-Klinkenanschluss angesteckt werden. Selbstverständlich ist auch ein HDMI-Ausgang in Mini-Ausführung vorhanden. Zeit, Blende und ISO-Empfindlichkeit sind beim Filmen einstellbar, was viel Kreativität ermöglicht. Bei VGA-Auflösung lässt sich per Crop-Funktion ein 7faches Digitalzoom zuschalten, das ohne verlustbehaftete Interpolation auskommt. Als Speicherformat kommt Quicktime (MOV) mit moderner H.264-Komprimierung (MPEG4) zum Einsatz. Dabei ist die maximale Aufzeichnung am Stück auf 4 GBytes bzw. 29 Minuten und 59 Sekunden begrenzt, je nachdem, was zuerst erreicht wird.

Auch der Bildschirm ist eine Neuentwicklung. Er bietet das native Fotoformat von 3:2 und misst 3" (7,6 cm) in der Diagonale. Mit einer Auflösung von 1.040.000 Bildpunkten stellt er einen neuen Rekord bei Spiegelreflexkameras auf. Da immer drei Bildpunkte (je ein roter, blauer und grüner) einen Pixel bilden, beträgt die Auflösung effektiv 720 x 480 Pixel. Die Schutzscheibe ist reflexionsarm und wasserabweisend vergütet und soll damit auch "an hellen Orten" (O-Ton der Pressemitteilung) eine gute Ablesbarkeit aus verschiedenen Blickwinkeln ermöglichen. Während der Bildschirm im LiveView-Betrieb 100 % des Bildfeldes abdeckt, zeigt der optische Sucher (Pentaspiegel) nur 95 %; er vergrößert 0,87fach, bietet einen Dioptrienausgleich (-3 bis +1 dpt.) und eine Austrittspupille von 19 mm.

Canon EOS 550D [Foto: Canon]Die Rechenleistung stellt der Digic 4 bereit. Er ermöglicht rauscharme Bilder bis maximal ISO 12.800, wobei die Obergrenze der ISO-Automatik – wie bei der Konkurrenz schon lange üblich – nun erstmals auch eingestellt werden kann. Serienbilder sind bis maximal 3,7 Bilder/s möglich – der interne Pufferspeicher ist nach 34 JPEG- bzw. 6 RAW-Bildern voll. Gespeichert werden die Bilder (und auch Videos) auf SD-Karten, wobei die EOS 550 D nicht nur SDHC, sondern auch SDXC unterstützt. Der Autofokus stellt mit Hilfe von neun Messsensoren scharf, wobei der besonders lichtstarke mittlere Sensor für F2,8- und lichtstärkere Objektive besonders optimiert ist. Die Belichtungsmessung hingegen wurde aus der EOS 7D übernommen. Der iFCL-Sensor (intelligent Focus Color Luminance) analysiert besonders präzise Schärfe, Farben und Helligkeit.

Wie bei der EOS 7D hat Canon auf Fotografenwünsche gehört und die Bedienung verbessert. Das betrifft nicht nur größere Tasten, sondern auch eine intuitivere Bedienung sowie neuerdings eine Belichtungseinstelltaste am optionalen Batteriegriff, damit die Blende einfacher verstellt werden kann. Apropos Batterie: Die EOS 550D setzt einen neuen Lithium-Ionen-Akku vom Typ LP-E8 ein, auch der Batteriegriff ist ein Neuer. Das weitere "Ausstattungsfeuerwerk" beinhaltet Motivprogramme, Halb- oder vollmanuelle Belichtungssteuerung, eine Belichtungskorrektur bis +/-5 EV, eine Sensorreinigungsfunktion, Fernsteuerbarkeit vom Rechner mittels Remote Capture, einen Blitz mit Leitzahl 13 und 1/200 s Synchronzeit sowie Systemblitzschuh, Abblendfunktion zur Schärfentiefevorschau und insgesamt zwölf Custom-Funktionen mit 36 Einstellungen.

Ab März 2010 soll die EOS 550D in Schwarz erhältlich sein und 730 EUR kosten. Im Bundle mit dem 18-55 mm IS (29-88 mm KB) steigt die Preisempfehlung auf 830 EUR, mit dem (durchaus empfehlenswerten) 18-135 mm IS (29-216 mm KB) sogar auf 1.030 EUR.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.