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3D-Fotos aufnehmen und wiedergeben

2014-05-05, aktualisiert 2014-05-07 Seit der Veröffentlichung des Kinofilms „Avatar“ im Jahr 2009 ist 3D wieder in aller Munde und nach und nach wurden immer mehr 3D-Funktionen in Kameras für Foto und Video eingebaut. Möchte man allerdings 3D „richtig“ machen, dann bleibt einem nur der Griff zu einer Lösung, in der entweder zwei Sensoren belichtet werden oder ein Objektiv vorhanden ist, das zwei Bilder auf einen Sensor bringt und so den 3D-Effekt ermöglicht. In diesem Fototipp wollen wir ein wenig Licht ins dreidimensionale Dunkel bringen und zeigen, wie man 3D-Fotos bearbeiten kann ohne Gefahr zu laufen, dass diese später nicht mehr darstellbar sind.  (Harm-Diercks Gronewold)

  • Bild Das Panasonic Lumix G 1:12 12,5 mm 3D arbeitet mit zwei einzelnen und lichtschwachen Optiken. [Foto: Panasonic]

    Das Panasonic Lumix G 1:12 12,5 mm 3D arbeitet mit zwei einzelnen und lichtschwachen Optiken. [Foto: Panasonic]

  • Bild Samsung NX Lens 45 mm 2D/3D Objektiv [Foto: Samsung]

    Samsung NX Lens 45 mm 2D/3D Objektiv [Foto: Samsung]

Auch wenn sich 3D-Präsentationen immer größerer Beliebtheit erfreuen, ist die Anzahl der Hersteller, die echte 3D-Objektive für den Consumer-Markt anbieten, sehr überschaubar. Insgesamt gibt es zwei Kamera-Hersteller, welche auch 3D-Optiken im Programm haben. Der eine ist Panasonic mit dem Lumix G 12,5 mm F12 und Samsung mit dem NX Lens 45 mm F1.8. Während das Panasonic-Objektiv auf ein Doppelllinsensystem setzt und mit allen Micro-Four-Thirds-Kameras mit 3D-Funktion eingesetzt werden kann, ist das Samsung Objektiv nur für Samsung-Kameras zu gebrauchen und ist technologisch ein wenig raffinierter. Das Samsung-Objektiv besitzt lediglich ein einziges optisches System und einen zuschaltbaren 3D-Modus. Ein gänzlich anderes Verfahren wird oft in Kompaktkameras benutzt. Hier wird die Dreidimensionalität dem Betrachter nur vorgegaukelt, indem das erste Bild die Szene scharf abbildet und das zweite Bild wird absichtlich defokussiert, um den Eindruck von räumlicher Tiefe zu simulieren.

3D-Objektive mit zwei optischen Systemen, wie das des Panasonic Objektivs, werfen zwei eigenständige Bildkreise auf den Sensor und erzeugen so zwei unterschiedliche Aufnahmen, die einen horizontalen Versatz haben, um eine 3D Darstellung zu ermöglichen. Das Samsung-Objektiv ist etwas raffinierter. Zum einen besitzt es eine weit höhere Lichtstärke und zum anderen kann das Objektiv als ganz normales 2D Objektiv benutzt werden. Wird der Modus am Samsung-Objektiv von 2D auf 3D gewechselt, so fahren zwei kleine LCD-Panele in den Strahlengang des optischen Systems. Diese sorgen bei einer Aufnahme für zwei leicht horizontal versetzte Bilder. Beide Systeme sind ebenfalls für Videoaufnahmen geeignet.

  • Bild Der 2D/3D Schalter ändert den Betriebsmodus der montieren Kamera. [Foto: MediaNord]

    Der 2D/3D Schalter ändert den Betriebsmodus der montieren Kamera. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die eingeschwenkten LCD-Panele des Samsung NX Lens 45 mm 2D/3D. [Foto: MediaNord]

    Die eingeschwenkten LCD-Panele des Samsung NX Lens 45 mm 2D/3D. [Foto: MediaNord]

Unkomplizierte 3D-Aufnahmen gelingen übrigens auch mit speziellen 3D-Kompaktkameras, von denen ist insgesamt drei Stück gab: Fujifim Finepix 3D W1 (von 2009), Fujifilm 3D W3 (von 2010) und Panasonic Lumix DMC-3D1 (von 2011). Von diesen ist nur noch die Fujifilm 3D W3 als Neugerät zu bekommen. 

Bei der Wiedergabe der Bilder wird das Ganze dann schon etwas komplexer. Zwar kann man die meisten Kameras per HDMI-Kabel einfach mit dem 3D-tauglichen Fernseher verbinden, dennoch ist es oftmals schonender für die Kamerabatterie, wenn man die 3D-Bilddaten per Medienplayer oder PC zum Fernseher überträgt. Üblicherweise speichern Kameras die 3D-Bilder im „Multi Picture Object“ oder kurz MPO-Format ab. Leider können diese nicht von allen TV-Geräten wiedergegeben werden, und so muss der Anwender möglichweise seine Bilder in das Side-by-Side-Format konvertieren. Hierbei kann man auf einige mitunter teure Softwarelösungen zurückgreifen oder man greift einfach zum „StereoPhoto Maker“ (oder kurz SPM) für diese Aufgabe (siehe weiterführende Links). Der SPM ist mit knapp 1,3 Megabyte ein ziemlich kleines Stück Software, dennoch ein echter Tausendsassa und schafft eine Stapelverarbeitung von MPO-Dateien zu Side-by-Side-JPEG in kurzer Zeit.

  • Bild StereoPhoto Maker – vergrößerte Ansicht des linken und rechten Bildes [Foto: MediaNord]

    StereoPhoto Maker – vergrößerte Ansicht des linken und rechten Bildes [Foto: MediaNord]

  • Bild Im StereoPhoto Maker können MPO-Dateien schnell per Stapelverarbeitungsdialog konvertiert werden. [Foto: MediaNord]

    Im StereoPhoto Maker können MPO-Dateien schnell per Stapelverarbeitungsdialog konvertiert werden. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das herkömmliche Side-by-Side-Format ordnet die Bilderdirekt nebeneinander an. [Foto: MediaNord]

    Das herkömmliche Side-by-Side-Format ordnet die Bilderdirekt nebeneinander an. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das übereinander angeordnete Side-by-Side-Format kann unter Umständen mehr Bildqualität ermöglichen. Allerdings muss das abspielende Gerät diesen Modus unterstützen. [Foto: MediaNord]

    Das übereinander angeordnete Side-by-Side-Format kann unter Umständen mehr Bildqualität ermöglichen. Allerdings muss das abspielende Gerät diesen Modus unterstützen. [Foto: MediaNord]

Um die Stapelverarbeitung vorzubereiten empfiehlt es sich die MPO-Daten in einen Quell-Ordner zu kopieren und im gleichen Verzeichnis einen Ordner für die fertig konvertierten Bilder anzulegen. Danach wählt man im SPM unter „Datei“ die „Stapelverarbeitung“ an. Der Dialog, der nun auftaucht, ist etwas komplexer. Im Dateifenster werden nun alle zu konvertierenden Daten markiert. In dem Bereich „Stereo Quelldatei“ wird das entsprechende Format der aufzeichnenden Kamera gewählt. Welches das ist kann man beim Hersteller in Erfahrung bringen. Bei unserer Samsung sind die Bilder nebeneinander angeordnet und hier muss nichts geändert werden. Der „Dateityp Zieldatei“ soll ebenfalls nebeneinander sein und der Dateityp JPG. Einige TV-Geräte können auch Side-by-Side-Formate darstellen, die übereinander angeordnet sind. Hier kann unter Umständen eine bessere Darstellungsqualität erreicht werden. Zum Schluss muss nur noch das Zeilverzeichnis angegeben werden. Ist das auch erledigt, klickt man entweder auf „Auswahl konvertieren“ oder „Alle Dateien konvertieren“ und schon hat man JPEG-Daten, welche per USB-Stick auf den Fernseher gebracht werden können. In einem späteren Fototipp zeigen wir, wie man mit Hilfe von SPM Bilder bearbeiten kann und wieder zurück in ein 3D-Bild umwandelt.

Das vorgestellte Programm gibt es nur für Windows, aber auch für Mac-User bietet sich eine Lösung: Für den Umgang mit 3-D-MPO-Dateien eignet sich hervorragend der aktuelle GraphicConverter für Mac OS-X (siehe weiterführenden Link), eine Shareware ohne Funktionseinschränkung gegenüber der Kauf-Version (nur leichte Startverzögerung). Der GraphicConverter macht Side-by-side-Bilder wahlweise für Parallel- oder Kreuzblick und Anaglyphen und bietet auch 1080p-Optionen. Er erlaubt auch das Zusammensetzten zweier Einzelbilder zu einem 3-D-Foto. (Danke für den Hinweis auf das Programm an den aufmerksamen Graphic-Converter-Nutzer!)


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Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 48, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.