Kompakttest

Sony Alpha 7R

2014-01-16 Äußerlich gleichen sich die beiden spiegellosen Systemkameras Sony Alpha 7 und Alpha 7R wie zwei eineiige Zwillinge. Doch während sich die kleinere der beiden spiegellosen Systemkameras mit einem 24-Megapixel-Sensor begnügen muss, löst der Kleinbildsensor der Alpha 7R 36 Megapixel auf. Aber das ist noch nicht alles, die beiden Zwillingsschwestern unterscheiden sich deutlicher, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Grund genug für digitalkamera.de auch der Alpha 7R in der Praxis und im hauseigenen Testlabor gehörig auf den Zahn zu fühlen.  (Martin Vieten)

Sony Alpha 7R mit FE 35 mm [Foto: MediaNord]Ergonomie und Verarbeitung Liegen Alpha 7 und Alpha 7R vor einem auf dem Tisch, scheinen sich beide Kameras lediglich in der Typenbezeichnung zu unterscheiden. Auch wenn man sie in die Hand nimmt, lässt sich kein Unterschied feststellen. Dass die Alpha 7R rund zehn Gramm leichter ist als ihre kleinere Zwillingsschwester, fällt bei einem Leergewicht von 407 Gramm nun wirklich nicht auf. Und doch ist dieser kleine Gewichtsunterschied nicht ganz unbedeutend: Frontpartie und Topplatte der Alpha 7R bestehen aus einer äußerst zähen aber leichten Magnesium-Aluminium-Legierung, auch die Wahlräder und den Auslöser hat Sony aus diesem edlen Metall gefertigt. Die Alpha 7 trägt dagegen ein Kleid, das weitgehend aus Kunststoff gefertigt ist. In der Praxis spielt dieser Unterschied jedoch kaum eine Rolle, in der Hand fühlen sich beide Kameras gleichermaßen hochwertig und robust an.

Ebenfalls bei der Bedienung lassen sich die Zwillingsschwestern kaum auseinanderhalten. Das ist auch gut so, denn trotz des reichhaltigen Funktionsumfangs lässt sich die Alpha 7R einfach steuern. So gibt es etwa ein gesondertes Einstellrad für die Belichtungskorrektur, was sich im Test als sehr praktisch erwiesen hat. Nach einiger Zeit mit der Kamera möchte man auch das clevere Schnellmenü nicht mehr missen. Es bietet Zugriff auf zehn Parameter – auf welche, das kann der Fotograf ganz nach Lust und Laune festlegen. Hinzu kommen sieben Tasten, die man mit Funktionen nach Wahl belegen kann. Und schließlich speichert die Alpha 7R zwei komplette Kamerakonfigurationen, die sich bequem über den Moduswähler abrufen lassen. Hat man die Alpha 7R erst einmal individuell angepasst, wird man kaum noch in das Hauptmenü abtauchen müssen. Falls doch, findet man sich schnell darin Sony Alpha 7R mit FE 35 mm [Foto: MediaNord]zurecht. Sony verzichtet auf ellenlange Befehlslisten, stattdessen sind alle Befehle klar in Register und jetzt neu zusätzlich in Unterregister gegliedert. Anders als bei früheren Modellen, springt der Cursor aber nicht mit an den Anfang des folgenden Unterregisters, sobald man über den letzten Menübefehl hinausblättert. Vielmehr findet man sich dann wieder am Anfang der aktuellen Liste wieder. Die Register blättert man stattdessen mit dem Front- oder Heckwählrad durch – ungewohnt aber keineswegs unpraktisch.

Im Einsatz überzeugt die Alpha 7R ebenso wie schon ihre kleinere Zwillingsschwester mit einem glasklaren Sucherbild. Dass es elektronisch erzeugt wird, hat man schnell vergessen, derart detailliert und kontrastreich ist die Darstellung. Selbst schnelle Kameraschwenks trüben diesen hervorragenden Eindruck nicht, da schliert oder ruckelt nichts. Zumindest nicht solange es einigermaßen hell ist. Im Schummerlicht einer Glühbirne genehmigt sich der elektronische Sucher (EVF) dann doch einen Wimpernschlag, bis das Bild nach einem flotten Schwenk wieder steht. Das stört indes in der Praxis nicht. Auch für Brillenträger ist der Blick in den Sucher eine Freude. Die Austrittspupille ist (gemessen ab Okkularrahmen) auf einen Abstand von 22 Millimeter konstruiert – weit genug, dass sich das Sucherbilder mit Brille ganz erfassen lässt.

Alternativ zeigt die Alpha 7R das Sucherbild auf dem rückwärtigen Display. Dabei schaltet sie automatisch vom EVF aufs Display um, sobald die Kamera vom Auge genommen wird. Der Monitor ist mit einer Diagonalen von drei Zoll angenehm groß und löst mit nahezu einer Million Bildpunkten zeitgemäß hoch auf. Er lässt sich nach oben und unten klappen, jedoch nicht zur Sony Alpha 7 [Foto: MediaNord]Seite schwenken. Die Alpha 7R kann das Sucherbild jedoch auch auf einem externen HDMI-Monitor legen, schaltet dann aber leider die Anzeige an der Kamera ab. HDMI- und USB-Anschlüsse befinden sich unter einer robusten Klappe links am Kameragehäuse, eine nicht minder solide Klappe an der rechten Seite verschließt das Speicherkartenfach. Der Akku wird von unten in den gut ausgeformten Handgriff geschoben. Seine Kapazität ist mit maximal 340 Aufnahmen nicht gerade üppig, immerhin lässt sich der Energiespender auch bei angesetzter Stativplatte wechseln. Weniger schön ist hingegen, dass Sony der Alpha 7R keine Ladeschale beilegt, sondern nur ein einfaches USB-Netzteil. Daher kann der Akku nur in der Kamera geladen werden.

Beim Handling und bei der Ergonomie gibt es also keinerlei Unterschied zwischen der Alpha 7R und der Alpha 7? Doch – spätestens wenn man den Auslöser drückt, zeigen beide Zwillingsschwester so ihren ganz eigenen Charakter. Während das Auslösegeräusch der kleineren Alpha 7 nach Popmusik klingt, erinnert der Verschluss der Alpha 7R eher an Heavy Metal. Oder anders gesagt: Bei der Alpha 7R rumst es beim Auslösen gehörig, fast meint man, die Verschlusslamellen einzeln zu spüren. Der Unterschied rührt größtenteils daher, dass die Alpha 7 den ersten Verschlussvorhang elektronisch bildet, während die Alpha 7R einen rein mechanischen Verschluss aufweist.

Ausstattung Ihre sehr enge Verwandtschaft zur Alpha 7 zeigt die Alpha 7R nicht nur äußerlich, sondern ebenso bei der Ausstattung. Unterschiede gibt es allenfalls im Detail – dazu gleich mehr. Auch die Alpha 7R wendet sich gleichermaßen an anspruchsvolle Fotografen wie an alle, die möglichst mit nur einem Knopfdruck eine perfekte Aufnahme erhalten wollen. So hat Sony sie bis unters Dach mit Automatikfunktionen vollgestopft, die meistens sogar durchaus sinnvoll sind. Dazu zählen zwei Sony Alpha 7R mit 35 mm [Foto: MediaNord]Rundumsorglos-Automatiken, die auch für ambitionierte Anwender interessant sind: Sie bringen die Kamera mit einem kleinen Dreh am Moduswählrad sofort in einen „Schnappschuss“-Modus. Schade nur, dass sich die Vollautomatiken gar nicht übersteuern lassen – das war bei der NEX-Serie, deren Gene die Alpha 7R unverkennbar trägt, noch besser. Praktisch ist auf alle Fälle die Panorama-Automatik, bei der man die Kamera einfach über die Szenerie schwenkt, um ein Breitbild zu erhalten. Oder die HDR-Funktion, die kontraststarke Motive bändigt, indem sie mehrere unterschiedlich belichtete Fotos zu einem Bild mit bestens durchgezeichneten Höhen und Tiefen vereint.

Ambitionierte Fotografen – an die sich die Alpha 7R zweifellos wendet – interessieren sich indes für andere Fragen. Etwa dafür, wie flott die Alpha 7R Serienbilder schießt. In dieser Hinsicht ist ihre kleine Zwillingsschwester besser aufgestellt, die Alpha 7R bringt es laut Sony lediglich auf vier Fotos pro Sekunde (fps) – aber nur, wenn der Autofokus nicht nachgeführt wird. Soll sie für jedes Einzelbild den Fokus einstellen, sinkt die Bildrate auf 1,5 fps. Da läuft ihr die kleinere Alpha 7 davon, wenngleich sie ebenfalls alles andere als eine Sportskanone ist. Eine Action-Kamera ist die Alpha 7R also auf keinen Fall. Das gilt übrigens auch für die AF-Geschwindigkeit – rund 0,4 Sekunden genehmigte sich die Kamera im Testlabor von digitalkamera.de, um von unendlich auf zwei Meter Entfernung zu fokussieren und scharf zu stellen.

Sony Alpha 7R mit FE 35 mm [Foto: MediaNord]Dass die Alpha 7R bei der Fokusgeschwindigkeit gegenüber der kleineren Schwester ins Hintertreffen gerät, hat einen einfachen Grund: Sie muss sich mit einem Autofokus begnügen, der einzig auf Kontrastmessung basiert. Die Alpha 7 wird dagegen von einem Phasen-AF auf dem Sensor unterstützt. Wenn es allerdings eher um einen möglichst exakten Autofokus geht als um einen schnellen, ist die Alpha 7R wieder ganz auf der Höhe: Sie wartet mit einer neuen Pupillen-Erkennung auf, mit der sich die Schärfe exakt auf ein Auge legen lässt. Ebenfalls an Bord ist die Funktion „Direct Manual Focus“ (DMF), die jederzeit das manuelle Nachregulieren der Fokuseinstellung erlaubt. Und wer ganz auf den Autofokus verzichtet, findet reichhaltige Assistenten zum manuellen Scharfstellen: Eine frei konfigurierbare Fokuslupe etwa oder das praktische Fokus-Peaking, das Kontrastkanten innerhalb der Schärfeebene farbig markiert. Praktisch sind die Hilfen für den manuellen Fokus insbesondere dann, wenn man Fremdobjektive an die Alpha 7R adaptiert hat – was aufgrund deren geringen Auflagemaßes problemlos möglich ist. So wird die Kamera zum Beispiel zum Systemträger hochwertigen Optiken aus dem Leica-M-System.

Auf ein integriertes Blitzlicht muss man bei der Alpha 7R übrigens verzichten. Aber sie bietet einen klassischen ISO-Schuh mit zusätzlichen Kontakten. Dieser „Multi-Interface-Zubehörschuh“ nimmt nicht nur ein externes Systemblitzgerät auf sondern auch ein Stereomikrofon (für Filmaufnahmen) oder einen HDMI-Monitor – um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Die Optionen zur Blitzsteuerung sind vielfältig, die A7R versteht sich zum Beispiel auf Langzeit-Synchronisation und kann entfesselte Sony Alpha 7R mit 35 mm [Foto: MediaNord]Systemblitzgeräte drahtlos steuern. Die minimale Blitzsynchronzeit ist mit 1/160 Sekunde etwas lang, die kleinere Schwester synchronisiert bis hinab zu 1/250 Sekunde. Auch das ist ein Tribut an den rein mechanischen Verschluss der Alpha 7R.

Identisch zur Alpha 7 sind die Video- und Nachbearbeitungsfunktionen der Alpha 7R. Mehr dazu ist in unserem ausführlichen Testbericht zur Alpha 7 zu lesen (siehe weiterführende Links am Ende dieses Beitrags). Wenn in der Ausstattungsliste der Alpha 7R etwas fehlt, dann sind es vor allem Objektive. Zwar ist der Bajonett-Anschluss der Alpha 7R identisch zum E-Mount aus der NEX-Familie. Aber die Kamera verlangt nach Optiken, deren Bildkreis das Kleinbildformat ausfüllt. Noch sind diese FE-Objektive dünn gesät, Sony will das System indes zügig ausbauen. Einstweilen kann man sich behelfen, indem man A-Mount-Optiken via Adapter an die Alpha 7R anschließt. In der Praxis überzeugt vor allem der Adapter LA-EA4 von Sony, der ein eigenes AF-Modul mitbringt. Allerdings wird die Alpha 7R ausgerüstet mit dem LA-EA4 recht klobig und verliert so viel von ihrem Charme.

Bildqualität Der wohl entscheidende Unterschied zwischen der Alpha 7 und der hier getesteten Alpha 7R liegt im Bildwandler. Während sich die kleinere Schwester mit 24 Megapixeln begnügt, löst der Kleinbildsensor der Alpha 7R mit 36 Megapixel deutlich höher auf. Und das ist noch nicht alles: Beim Sensor der Alpha 7R verzichtet Sony auf einen optischen Tiefpassfilter. Er dient normalerweise dazu, Moiré-Effekte zu unterdrücken, mindert aber auch die Auflösung. Sony hat sich zudem um das sogenannte Randstrahlen-Problem gekümmert. Es äußerst sich insbesondere bei Weitwinkelobjektiven als deutlicher Sony Alpha 7R mit 35 mm [Foto: MediaNord]Auflösungsverlust in den Bildrändern, weil hier die Lichtstrahlen nicht mehr senkrecht auf den Sensor fallen, sondern aufgefächert werden. Sony will diesem Problem mit einer besonderen Anordnung der äußeren Sensorzellen begegnen.

Auf dem Papier bringt die Alpha 7R also alles Rüstzeug mit, um in Bildqualitäts- und Auflösungssphären vorzustoßen, die bislang Mittelformat-Kameras vorbehalten waren (sieht man einmal von der Nikon D800E ab, die mit einem sehr ähnlichen Bildsensor ausgestattet ist wie die Alpha 7R). Doch kann sie ihre theoretischen Vorzüge auch in der Praxis ausspielen? Dieser Frage sind wir im Testlabor von digitalkamera.de sowie im ausgedehnten Praxiseinsatz nachgegangen. Wie stets kann das detaillierte Laborprotokoll gegen ein kleines Entgelt eingesehen und auf den eigenen Rechner heruntergeladen werden (siehe weiterführende Links am Ende des Beitrags).

Zu welcher Leistung die Alpha 7R imstande ist, musste sie im Labor in Zusammenspiel mit dem Objektiv Sony FE 35/2.8 Sonnar T* ZA zeigen. Dieses von Carl Zeiss konstruierte Objektiv soll vor allem mit seiner hohen Auflösung bestechen. In der Tat verzeichnet das Testprotokoll bei Blende F8 im Bildzentrum eine Auflösung von 77,9 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) – der höchste Wert, der bislang jemals im Labor von digitalkamera.de gemessen wurde! Leider gilt diese Höchstleistung nur für das Bildzentrum, zu den Rändern hin nimmt die Auflösung kräftig ab. Bei F11 ist der Randverlust mit rund 23 Prozent noch am geringsten, schlimmstenfalls (bei F8) beträgt er dagegen 33 Prozent. Zur Ehrenrettung sei aber gesagt, dass die Randauflösung nie unter 50 lp/mm sinkt – also absolut betrachtet sehr hoch bleibt. Dadurch relativiert sich der kräftige Abfall etwas – allenfalls bei sehr großformatigen Prints wird er sichtbar. So ganz scheint Sony aber das Randstrahlen-Problem nicht im Griff zu haben.

Sony Alpha 7 Speicherkartenfach und Akkufach [Foto: MediaNord]Insgesamt ist das ausgesprochen handliche 35mm-Objektiv ein sehr guter Partner für die Alpha 7R. Es zeigt kaum Farbquerfehler, Farbsäume an Kontrastkanten sind nicht auszumachen. Die Verzeichnungsmessung bescheinigt der Optik eine Güte wie aus dem Lehrbuch. Lediglich die Randabdunklung fällt mit rund 1 EV Lichtverlust etwas stark aus, zeigt jedoch einen angenehm weichen Verlauf.

Nicht nur in Sachen Auflösung erzielt die Alpha 7R eine Leistung, die bislang dem Mittelformat vorbehalten war, sondern auch beim Dynamikumfang: Ihre Eingangsdynamik ist mit rund elf Blendenstufen exzellent – und das über einen weiten Empfindlichkeitsbereich von ISO 100 bis ISO 6.400. Zudem vermag die Alpha 7R feinste Tonwertabstufungen und Farbnuancen zu reproduzieren. Der Ausgabe-Tonwertumfang liegt bis ISO 400 nur ganz knapp unter dem theoretischen Maximum von 256 Tonwertstufen je Farb-/Helligkeitskanal. Dass es die Kamera bei der Farbtreue nicht ganz so genau nimmt, sei ihr verziehen: Sie gibt Cyan- und Orange-Töne lediglich etwas zu stark gesättigt wieder – ein Problem, das sich bei Aufzeichnung im Raw-Format leicht umgehen lässt. Dafür entschädigt die Alpha A7R mit einer sehr hohen Farbtiefe, die auch bei hohen ISO-Zahlen kaum zurückgeht.

Kaum noch Vorteile bringen Raw-Aufnahmen hingegen beim Bildrauschen respektive der Detailwiedergabe. Obwohl die Sensorzellen bei der Alpha 7R recht dicht gepackt sind, erfreut sie bis ISO 400 mit einem sehr guten Signal-Rauschabstand von mindestens 40 dB. Die kritische Grenze von 35 dB unterschreitet sie bei keiner ISO-Stufe, offenbar sorgt dafür die Rauschunterdrückung. Und die macht einen ausgesprochen guten Job: Sowohl Farb- wie auch Helligkeitsrauschen bleiben über Sony Alpha 7R [Foto: MediaNord]den gesamten Empfindlichkeitsbereich hinweg praktisch unsichtbar. Zudem ist das Rauschen ausgesprochen feinkörnig, bleibt also visuell schön zurückhaltend. So machen hohe ISO-Zahlen praktisch nur durch einen Verlust an Texturschärfe auf sich aufmerksam. Messtechnisch gehen feinste Details ab ISO 400 verloren, doch erst jenseits der ISO 6.400 fällt der Eingriff der Rauschunterdrückung auch visuell ins Gewicht.

Exzellente Auflösung, superber Dynamikumfang und eine bestens abgestimmte Rauschunterdrückung – derzeit ist die Alpha 7R die Referenz in Sachen Bildqualität. Sie macht vielfach die Anschaffung einer ungleich kostspieligeren Mitteformat-Kamera unnötig, der sie zudem deutlich bessere High-ISO-Fähigkeiten voraushat. Sichtbar ausspielen kann die Alpha 7 ihre Fähigkeiten jedoch nur bei sehr großformatigen Prints – und sie will mit edlem Glas bestückt werden.

Fazit Mit der Alpha 7R liefert Sony gleich in zweierlei Hinsicht ein kleines Meisterwerk ab: Sie ist nicht nur die derzeit kleinste und leichteste Kleinbildkamera, sondern liefert auch noch eine herausragende Bildqualität schon fast auf Mittelformat-Niveau. Das gilt explizit nicht nur bei Basis-Empfindlichkeit, selbst in hohen ISO-Sphären weiß die Alpha 7R zu begeistern. Dennoch glänzt die Kamera nicht in allen Bereichen; Ihre Serienbildrate ist niedrig, der Autofokus etwas langsam. Die Sport- und Actionfotografie ist also nicht ihre Domäne, wohl aber die Landschafts-, Architektur und Studiofotografie. Ebenso wie ihre kleine Zwillingsschwester, die Alpha 7, lässt sich die Alpha 7R flott und sicher bedienen – auch dank ihrer zahlreichen frei belegbaren Funktionstasten. Ebenfalls mit der Alpha 7 gemeinsam hat die Alpha 7R ihren Pferdefuß: Das Objektivangebot ist derzeit noch sehr überschaubar. Wer damit leben kann und großformatige Prints in feinster Qualität anfertigen möchte, findet derzeit kaum eine Alternative zur Alpha 7R. Kommt es nicht so sehr auf das letzte Megapixel an, bietet die Alpha 7 hingegen das bessere Preis-/Leisungsverhältnis – zumal sie mit etwas besseren Allround-Eigenschaften aufwartet.


Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Kameras

Steckbrief
Hersteller Sony
Modell Alpha 7R
Preis ca. 2900 EUR*
Sensor Auflösung 36,8 Megapixel
Max. Bildauflösung 7.360 x 4.912
(Seitenverhältnis) (3:2)
Objektiv Sony FE 35 mm 2.8 Sonnar T* ZA
Filtergewinde 49 mm
Sucher elektronisch
  Dioptrienausgleich -4 bis +3 dpt.
  Auflösung 2,36 mio
  Vergrößerung 0,71x
  Bildfeldabdeckung 100 %
LCD-Monitor 3"
  Auflösung 921.600
  drehbar
  schwenkbar ja
  als Sucher ja
Videoausgang HDMI (PAL/NTSC)
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
ja
Motivprogramme  
  Porträt ja
  Kinder/Baby
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 4
Belichtungsmessung   Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz
  Blitzanschluss ISO-TTL-Multifunktionsschuh
Fernauslöser ja
Intervallaufnahme optional (via App)
Speichermedium SD/SDHC/SDHX, MemoryStick
Videomodus  
  Format AVCHD oder MP4
  Codec H.264/AVC
  Auflösung (max.) 1.920 x 1.080
  Bildfrequenz (max.) 50p
Empfindlichkeit  
  automatisch ISO 100-25.600 (Ober- und Untergrenze einstellbar)
  erweitert
  manuell ISO 50-25.600
Weißabgleich  
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe ja
  Glühlampe ja
  Sonstiges Schatten, Blitz, manuelle Farbtemperaturwahl
  Manuell ja
Autofokus  
  Anzahl
  Messfelder
323
  AF-Hilfslicht orange
  Geschwindigkeit ca. 0,4 s
Sprachen Deutsch
  weitere 16
Gewicht
(betriebsbereit)
407 g (nur Gehäuse)
585 g (mit Objektiv*)
Zoom  
  Zoomverstellung am Objektiv
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
Auslösung während d. Speicherns mögl. ja
Akkulaufzeit 270 Bilder (mit Sucher)
340 Bilder (mit Monitor)
(jew. lt. CIPA)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"
* mit Objektiv Sony FE 35 mm 2.8 Sonnar T* ZA (SEL-35F28Z)

Kurzbewertung

  • Exakter Autofokus (aber etwas langsam)
  • Herausragende Bildqualität, selbst bei hoher ISO-Zahl
  • Hochwertiges und sehr leichtes Kameragehäuse
  • Sehr handliche Kleinbildkamera mit durchdachter Bedienung
  • Kein Bordblitz
  • Aktuell eingeschränktes Angebot an FE-Objektiven
  • Lauter Verschluss mit spürbaren Erschütterungen
  • Sehr geringe Serienbildrate

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 99 %
Ausstattung 12,5 % 96 %
Handhabung 12,5 % 95 %
Geschwindigkeit 12,5 % 85 %
Bildqualität 50,0 % 97 %
Gesamtnote 96 %