Lichtstarkes Zoom

Panasonic Leica DG Vario-Summilux 25-50 mm F1.7 Asph. im Test

2024-02-06 Das mit konstanter Lichtstärke von F1,7 ausgestattete 25-50-Millimeter-Zoom wurde von Panasonic in Zusammenarbeit mit Leica für das Micro-Four-Thirds-System entwickelt und im Juli 2021 vorgestellt. Dank des hochauflösenden Sensors der Lumix DC-G9 II haben wir die Gelegenheit beim Schopf gepackt, um das Leica DG Vario-Summilux 25-50 mm F1.7 Asph (H-X2550) an der Lumix DC-G9 II in unserem Testlabor und in der fotografischen Praxis zu testen. Was uns bei dem 2.000 Euro teuren Profi-Objektiv so alles aufgefallen ist, verraten wir in diesem Test.  (Harm-Diercks Gronewold)

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von knapp 2.000 Euro und einem Straßenpreis von um die 1.850 Euro gehört das Panasonic Leica DG Vario-Summilux 25-50 mm F1.7 Asph (H-X2550) nicht zur Budget-Serie der Micro-Four-Thirds-Objektive. Auch gebraucht bieten Händler wie MPB das Objektiv für kaum weniger als 1.800 Euro an.

Wem die Brennweite des Panasonic Leica DG Vario-Summilux 25-50 mm F1.7 Asph (H-X2550) noch zu groß ist, der kann zu dem ebenfalls mit F1.7 durchgehend lichtstarken Panasonic Leica DG Vario-Summilux 10-25 mm F1.7 Objektivs greifen. Das Objektiv haben wir bereits 2021 getestet (siehe weiterführende Links). Nun kann man sich fragen, wieso wir das Leica DG Vario-Summilux 25-50 mm F1.7 Asph (H-X2550) nicht zusammen mit dem 10-25 mm F1.7 getestet haben. Der Grund ist, dass es seinerzeit noch keine so hochauflösende Micro Four Thirds Kamera gab wie nun die Lumix G9 II.

Verarbeitung

Mit etwa 656 Gramm Gewicht, einer Länge von 12,8 Zentimeter und einem Durchmesser von immerhin 8,8 Zentimetern ist das Panasonic Leica DG Vario-Summilux 25-50 mm F1.7 Asph (H-X2550) kein Leichtgewicht für seinen Brennweitenbereich. Der Großteil des Objektivgehäuses besteht aus Metall. Trotz oder aufgrund der Abmessungen liegt die ebenfalls nicht gerade kleine Kamera mit dem Objektiv prima in der Hand und man kann alle Bedienelemente einfach haptisch unterscheiden und leicht bedienen.

Im Inneren des Objektivs sind nicht nur 16 Linsen in elf Gruppen untergebracht, sondern auch jede Menge Mechanik und Elektronik. Um die empfindlichen Komponenten bestmöglich vor Wettereinflüssen zu schützen, haben die Panasonic-Konstrukteure dem Leica DG Vario-Summilux 25-50 mm F1.7 Asph (H-X2550) eine Vielzahl von Dichtungen mit auf den Weg gegeben. Eine zertifizierten Spritzwasser- und Staubschutz gibt es dennoch nicht.

Am vorderen Ende des Objektivs, das als einziges aus Kunststoff besteht, sind das mit 77 Millimeter üppig große Filtergewinde sowie das Bajonett der Streulichtblende untergebracht. Die Streulichtblende gehört zum Lieferumfang und kann für den Transport auch um 180 Grad gedreht werden. Auf der genau gegenüberliegenden Seite ist, wie zu erwarten, das metallene Bajonett zu finden.

Das Leica DG Vario-Summilux 25-50 mm F1.7 Asph (H-X2550) besitzt insgesamt drei ungummierte Drehringe. Einer zum Zoomen, einer zum Fokussieren und einer zum manuellen Einstellen der Blende. Der Blendenring arbeitet stufenlos und bietet eine “A”-Position für die Automatik.

Zoom

Das Leica DG Vario-Summilux 25-50 mm F1.7 Asph (H-X2550) gehört zu den sogenannten Innenzooms. Das bedeutet, dass die Länge des Objektivs beim Verändern der Brennweite konstant bleibt. Das ist von der Konstruktion aufwendiger, bietet aber Vorteile beim Abdichten gegen Witterungseinflüsse. Der Bildwinkel des Objektivs entspricht dem eines 50-100 Millimeter Zooms an einer Kamera mit Kleinbildsensor. Damit deckt es den Brennweitenbereich von einem Normalobjektiv bis hin zu einem leichten Tele komplett ab.

Der Zoomring befindet sich am dichtesten an der Kamera und ist mit etwa 27 Millimetern Breite auch der größte Ring am Objektiv. Anstelle einer Gummierung besitzt der Ring, wie alle anderen Ringe am Objektiv auch, nur eine Metall-Riffelung. Aber auch diese lässt sich sehr gut greifen, ist aber weniger bequem. Neben der Riffelung wurden auch Brennweiten auf den Ring gedruckt (25, 30, 35, 40, 45 und 50), um so die Orientierung zu erleichtern, wenn man mal nicht in den Sucher beziehungsweise auf das Display schauen möchte oder kann, wo die Brennweite eingeblendet wird. Der gesamte Zoombereich lässt sich in etwa einer Viertel Drehung des Zoomrings “abfahren”. Das macht den Einsatz ziemlich flott und dynamisch. Das Zoom bleibt zu jeder Zeit leise und läuft mechanisch sehr gleichmäßig.

Fokussierung

Direkt über dem Zoomring ist der Fokusring beheimatet. Er ist mit etwa 23 Millimetern Breite der zweitgrößte der drei Ringe. Auch er ist metallisch geriffelt und bietet eine mechanische Besonderheit namens Fokus Clutch (Fokus Kupplung). Wird der Fokusring in Richtung Kamera gezogen, schaltet das Leica DG Vario-Summilux 25-50 mm F1.7 Asph (H-X2550) in den manuellen Fokus-Modus. Aber auch mit dieser Funktion wird keine echte mechanische Verbindung vom Fokusring zur Fokus Einheit im Objektiv geschaffen. Vielmehr erlaubt es die Fokus Clutch, eine sofortige lineare Fokussierung durchzuführen, ohne dass man in den Kameraeinstellungen die Fokusart ändern muss. Das kommt besonders Kameras zugute, die gar keine lineare Fokussierung anbieten.

Der Unterschied zwischen linearem und nicht-linearem Fokus ist, dass beim linearen Fokus der Drehwinkel des Fokusrings für die Änderung im Fokusabstand ausschlaggebend ist, egal wie schnell der Ring gedreht wird. Bei der nicht-linearen Fokussierung ist es genau umgekehrt und die Drehgeschwindigkeit des Rings bestimmt die Änderungen des Fokusabstands. Der lineare Fokus wird in der Videografie eher präferiert, wogegen der nicht-lineare Fokus bei Fotografen beliebter ist.

Die Naheinstellgrenze des Leica DG Vario-Summilux 25-50 mm F1.7 Asph (H-X2550) beträgt laut Panasonic etwa 28 Zentimeter, wobei wird ein Abbildungsmaßstab von 1:4,8 beziehungsweise ein Vergrößerungsfaktor von etwa 0,208-fach erreicht wird. In unserem Abstandmessstand konnten wir eine geringste Aufnahmeentfernung von knapp 26 Zentimeter vom Sensor und elf Zentimetern von der Objektivfront bei 25 Millimeter Brennweite erreichen. Die abgebildete Bildweite beträgt dabei 9,9 Zentimeter, womit ein Abbildungsmaßstab von 1:5,7 beziehungsweise 0,174-fach erreicht wird.

Bei 50 Millimetern Brennweite haben wir den Mindestabstand von der Sensorebene mit etwa 30 Zentimeter ermittelt. Dabei lässt sich ein Motiv mit einer Breite von 7,9 Zentimeter ablichten. Das entspricht einem Abbildungsmaßstab von etwa 1:4,6 oder einem Vergrößerungsfaktor von 0,219-fach. Der Abstand zwischen der Objektiv-Vorderseite und dem Motiv beträgt bei 50 Millimeter Brennweite etwa 16 Zentimeter. Das reicht noch aus, um genügend Licht auf das Motiv zu bekommen.

Fortsetzung auf Seite 2

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Autor

Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 52, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.