DxO Labs

Testbericht: DxO Labs DxO Optics Pro v5

2008-03-17 Die Software DxO Optics Pro ist seit der im Jahre 2005 vorgestellten Version 3 ein leistungsfähiges Werkzeug, um Digitalfotos bequem, automatisch und "in einem Rutsch" zu verbessern. Mit wenigen Mausklicks können u. a. Bildrauschen und Objektivfehler wie Verzerrungen, Verzeichnungen oder Farbsäume beseitigt werden. Im Herbst 2007 veröffentlichte DXO Labs die neue Version 5 für Windows mit zahlreichen Neuerungen. DxO Optics Pro setzt bei der automatischen Bildverbesserung auf ein Modul-Konzept. Die kamera- und objektivspezifischen Korrekturmodule (DxO Correction Modules) sorgen dafür, dass die Software Objektivfehler wie Vignettierung, Verzeichnung oder chromatische Aberration ohne Eingreifen des Anwenders beseitigen kann. Mit steigendem Wissen des Anwenders sind darüber hinaus auch manuelle Eingriffe und Bildverbesserungen z. B. im Bezug auf Farbdarstellung, Schärfe und perspektivische Korrektur möglich.  (Michael Hennemannn)

Mit Hilfe speziell berechneter Korrekturmodule kann DxO Optics Pro kamera- und objektivspezifische Bildfehler automatisch korrigieren. Für optimale Bildergebnisse müssen daher die passenden Korrekturmodule installiert sein [Foto: Michael Hennemann] Aufgrund des Modulkonzepts kommt DxO Optics Pro bei gleichem Funktionsumfang in zwei unterschiedlich teuren Versionen daher. Die richtige Wahl für die überwiegende Zahl der (ambitionierten) Hobbyfotografen ist die 125 EUR teure Standardversion. Fotografen mit Highendkameras von Canon EOS 1D(s) Mark II und III oder Nikon D2X(s) und D3 müssen dagegen tiefer in die Tasche greifen, da die entsprechenden Korrekturmodule nur von der 249 EUR teuren Eliteversion unterstützt werden.

Für den Programmstart nimmt sich DxO Optics Pro v5 ordentlich Zeit [Foto: Michael Hennemann] Die höchste Effizienz bietet DxO Optics Pro, wenn es als RAW-Konverter im ersten Schritt des Workflows eingesetzt wird, da die Software die vollständigen EXIF-Metadaten benötigt. Wenn für die eingesetzte Kamera und/oder das verwendete Objektiv kein Korrekturmodul angeboten wird, beschränkt sich die Bildverbesserung im einfachsten Fall auf JPEG-Fotos, bei denen die üblichen Korrekturen (wie sie von jeder guten Bildbearbeitung angeboten werden) von Farbe, chromatischer Aberration, Schärfe, Kontrast und Perspektive möglich sind.

Beim Start fällt – entgegen der auf der Herstellerwebsite versprochenen beschleunigten Verarbeitungsgeschwindigkeit – der zögerliche Programmstart von DxO Optics Pro v5 auf. Auf einem Computer mit IIm Reiter Auswählen stellt man schnell und übersichtlich die zu bearbeitenden Bilder zu einem Projekt zusammen  [Foto: Michael Hennemann]ntel Pentium D Dual Core Prozessor mit 2,8 GHz, 2046 MBytes Arbeitsspeicher und Windows Vista als Betriebssystem braucht es 40 Sekunden, bis der Anfangsbildschirm angezeigt wird. Zum Vergleich: Auf demselben Rechner braucht die Vorgängerversion DxO Optics Pro 4.5 nur gut 20 Sekunden zum Starten.

Abgesehen vom zögerlichen Programmstart fallen sofort die Änderungen an der Benutzeroberfläche auf. Ganz im Zeitgeist der aktuellen Versionen von Photoshop Elements oder Adobe Lightroom gibt sich DxO Optics Pro v5 noch dunkler und wirkt nach kurzer Eingewöhnung übersichtlicher als die Vorversionen.

Der Register Vorbereiten ist das Herzstück der Bildverbesserung in DxO Optics Pro [Foto: Michael Hennemann]Die Anzahl der Bearbeitungsschritte im Arbeitsablauf von DxO Optics wurde von fünf auf vier reduziert. Die Register heißen jetzt "Auswählen", "Vorbereiten", "Verarbeiten" und "Anzeigen". Im ersten Arbeitsschritt wählt man die Bilder aus, die bearbeitet und korrigiert werden sollen und fasst sie zu einem "Projekt" zusammen.

Im Register Verarbeiten legt man die Ausgabeoptionen fest und startet die Stapelverarbeitung der ausgewählten Bilder [Foto: Michael Hennemann]Der Register "Vorbereiten" ist das Herzstück der Bildverbesserung und zeigt die deutlichsten Änderungen zu den Vorversionen. Alle Korrekturen, die man auf die Bilder anwendet, werden über die Korrekturpaletten am rechten Bildrand vorgenommen, die frei ein- oder ausgeblendet werden können, indem man auf das Icon in der Werkzeugleiste im oberen rechten Bereich klickt. Mit dem Icon "Meine Palette" kann man sich sogar eine eigene Palette mit den häufig verwendeten Korrektureinstellungen zusammenstellen. Die wichtigsten Paletten für die Bildverarbeitung sind "Belichtung" (Steuerung von Belichtung und Tonwertkurve), "Farbe" (Farbprofile und Weißabgleich), "Geometrie" (Korrektur von Verzeichnung und stürzenden Linien) und "Einzelheiten" (Bildkorrekturen auf Pixelebene, z. B. Rauschen, Schärfen und das neue Anti-Staub Werkzeug). Die Korrekturen sind zu diesem Zeitpunkt zwar in der Vorschau zu sehen, werden aber noch nicht auf die eigentlichen Bilddateien angewendet. Mit der neuen Funktion "Virtuelle Kopie erstellen" können lassen sich zudem mehrere Versionen eines Bildes anlegen und diese mit unterschiedlichen Korrektureinstellungen bearbeiten.

Im Register Betrachten können Sie die Auswirkungen der Bildbearbeitung-und -korrekturen in Augenschein nehmen [Foto: Michael Hennemann] Im nächsten Arbeitsschritt "Verarbeiten" legt man die Ausgabeoptionen fest. Auch mehrere Ausgabevarianten 

  Freihandaufnahme mit ISO 800 in der Mezquita von Cordoba. Nachbearbeitung mit DxO Optics Pro V4.5 [Foto: Michael Hennemann]
  Ergebnis derselben Ausgangs-RAW-Datei nach der Entwicklung in DxO Optivs Pro v5 [Foto: Michael Hennemann]
sind möglich, so kann man z. B. innerhalb eines Projekts gleichzeitig und ohne Mehraufwand Adobe-DNG-Dateien zur sicheren Archivierung, JPEG-Dateien in hoher Qualität für die Bestellung von Abzügen im Onlinelabor und kleine, stark komprimierte JPEGs für den E-Mail-Versand anfertigen. Mit einem Klick auf den Button "Entwickeln beginnen" startet die Stapelverarbeitung. Auch bei der Verarbeitung der Bilddateien ist die in der Werbung angepriesene erhöhte Verarbeitungsgeschwindigkeit nicht spürbar. Im Gegenteil, bei der Umwandlung einer RAW-Datei in ein TIFF-Bild mit den Korrekturen des entsprechenden Korrekturmoduls dauerte die Bearbeitung in der aktuellen Version auf dem oben beschriebenen Rechner 45 Sekunden und damit etwa 5 Sekunden länger als beim Vorgänger DxO Optics Pro v4.5.

Für die Version 5 von DxO Optics Pro verspricht der Hersteller einen neu konzipierten RAW- Konverter, mit einem komplett neuen Algorithmus für das Entfernen statischer Bildfehler (Demosaicing), der Fotos mit mehr Details und weniger Artefakten erzeugen soll sowie eine neu entwickelte Rauschreduzierung. Im direkten Vergleich desselben Fotos, das einmal in DxO Optics Pro v4.5 und einmal in v5.0.3 entwickelt wurde, sind allerdings keine deutlich sichtbaren Unterschiede in der Bildqualität festzustellen. Dies ist nicht als Kritik zu verstehen, da schon in der Version 4.5 die Bildqualität absolut überzeugend war.

Fazit DxO Optics Pro ist ein leistungsfähiger RAW-Konverter, der überzeugende Bildergebnisse mit verhältnismäßig geringem Aufwand zum fairen Preis bietet. Die volle Leistung liefert er aber nur, wenn die EXIF-Informationen in den Ausgangsdateien unverändert vorhanden sind und die entsprechenden Module für Kameragehäuse und Objektive zur Verfügung stehen. Im Vergleich zur Vorgängerversion bietet DxO Optics Pro zahlreiche Detailverbesserungen, die erzielte Bildqualität ist aber vergleichbar mit der Vorgängerversion.


Kurzbewertung

  • automatische Korrektur von "Hardwarefehlern" gängiger DSLR-Kameras und Wechselobjektive
  • Voreinstellungen (Presets) zum schnellen Übertragen gängiger Korrektureinstellungen auf andere Bilddateien
  • Unterstützung des offenen Adobe DNG RAW-Format
  • virtuelle Kopien eines Fotos, um unterschiedliche Korrektureinstellungen anwenden zu können
  • Stapelverarbeitung
  • umständlicher und langwieriger Download
  • nachträgliches Installieren von weiteren Korrekturmodulen funktioniert nicht immer reibungslos
  • etwas langsamer als die Vorversion