Kompaktkamera-Tross

Panasonic stellt Lumix-Neuheiten FZ50, LX2, FX50, FX07, FX3 vor

2006-07-19 Knapp einen Monat nach der offiziellen Vorstellung seines ersten digitalen Spiegelreflexkameramodells Lumix DMC-L1 (im Februar waren auf der PMA schon erste Informationen zur Panasonic-DSLR bekannt gegeben worden) lässt Panasonic die Ankündigung neuer Kompaktdigitalkameramodelle der Lumix-Serie folgen. Wie schon im Internet durchgesickert, wird es demnächst eine Lumix DMC-FZ50 geben, doch das ist nicht die einzige Neuheit des Tages. Denn es kommen auch noch eine Lumix DMC-LX2, eine Lumix DMC-FX50, Lumix DMC-FX07 und Lumix DMC-FX3.  (Yvan Boeres)

Damit renoviert Panasonic fast seine komplette Lumix-Linie. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen bei allen Modellen ein neuer Sensor mit höherer Auflösung, ein neuer Signalverarbeitungsprozessor und eine "intelligente" Lichtempfindlichkeitsstufenregelung (außer bei der FX3) sowie z. T. größere LC-Bildschirme (LX2, FX50). Die Motivprogramme, Einstellungen und Funktionen wurden auf den neuesten Stand gebracht und die Stärke der "Extra Optisches Zoom"-Funktion den höheren Auflösungen angepasst.

So wurden die FZ50 und LX2 mit einem 10-Megapixel-Sensor ausgestattet; die FX50 und FX07 mit einem 7,2-Megapixel-CCD. Bei der FX3 steigt die Auflösung auf 6 Megapixel. Um den neuen Auflösungen bildqualitätsmäßig gerecht zu werden und die guten Leistungen u. a. in Sachen Reaktionszeiten und Energieverbrauch aufrecht zu erhalten bzw. sogar zu übertreffen, wurden fast alle neuen Lumix-Modelle mit dem Signalverarbeitungsprozessor des digitalen Spiegelreflexkameramodells DMC-L1 (Venus Engine III) ausgestattet; bei der FX3 reichte die Rechenleistung des FX8-Prozessors (Venus Engine Plus) offenbar noch für die Bewältigung des 6-Megapixel-Sensors aus. Panasonic scheint überhaupt seinen neuen Bildsensoren und Signalprozessoren viel zuzutrauen. Glänzten die Vorgängermodelle der neuen Kameras nicht gerade mit überragenden Rauschwerten, dringen die neuen Lumix-Kameras nicht nur in höhere Auflösungsregionen, sondern z. T. auch in höhere Lichtempfindlichkeitsregionen vor. Bis auf die FX3 sind die neuen Lumixe sogar mit einer neuen Lichtempfindlichkeitsstufenregelung namens "Intelligent ISO Control" (kurz: I.I.C.) ausgestattet, die die Lichtempfindlichkeit auf ein Äquivalent von bis zu ISO 1.600 (FZ50, LX2) bzw. ISO 1.250 (FX50, FX07) befördert. Die I.I.C.-Funktion ist dabei – von der Arbeitsweise her – mit dem Pseudo-Bildstabilisator der Kameramodelle manch anderer Marken vergleichbar: Bei Bedarf wird die Lichtempfindlichkeit so lange von der Kamera erhöht bzw. das Sensorsignal so hoch verstärkt, bis die Verschlusszeit aus dem kritischen Bereich heraus ist. Hier aber nicht, um Verwacklungen zu vermeiden (diesen Zweck erfüllt der echte, optische Bildstabilisator der Lumix-Modelle bestens), sondern um Motivbewegungen einzufrieren. Die Bewegungsdaten des Motivs werden dabei von der Kameraelektronik ermittelt und vom Venus-Engine-III-Prozessor ausgewertet.

Von den höheren Auflösungen profitiert nicht nur die "Extra Optisches Zoom"-Funktion (deren Funktion ausführlich in den rezentesten digitalkamera.de-Tests diverser Lumix-Modelle erklärt wurde) sondern z. T. auch der Videomodus der neuen Lumix-Kameras. Alle neuen Lumixe können Videos in Wide-VGA-Auflösung mit 848 x 480 Bildpunkten und bis zu 30 Bildern pro Sekunde aufzeichnen; die LX2 darüber hinaus sogar noch mit 1.280 x 720 Bildpunkten (allerdings bei langsamerer Bildwiederholrate von 15 Bildern/s). Zu erwähnen sei auch, dass alle Panasonic-Neuheiten von heute mit dem SDHC-Standard für SD-Karten höherer Kapazität (oberhalb der 2-GByte-Grenze) kompatibel sind. Wo wir schon beim Thema "Standards" sind: Ein zweites Baby-Programm (um das Alter eines zweiten Kindes auf den Bildern mitzuverfolgen) sowie die Motivprogramme Sternenhimmel (bei dem Belichtungszeiten von 15, 30 oder 60 s vorgewählt werden können), Kerzenlicht, schöne Haut, Speisen und Hochempfindlichkeit gehören nun zum festen Repertoire aller Lumix-Kameras, deren Vorgängerinnen noch nicht damit ausgestattet waren. Bei der FX3 und der FX07 kommt noch ein Motivprogramm für Unterwasseraufnahmen hinzu; bei der FX50, FX07 und LX2 noch das Programm "Luftbild". Und die Kameras mit festem Bildschirm, die noch keinen High-Angle-Modus (des Armen schwenkbares Display) und Power-LCD-Modus (extra Displayaufhellung per Knopfdruck) kannten, sind spätestens jetzt auch mit diesen beiden Sonderfunktionen versehen.

Nun zu den Panasonic-Neuheiten im Einzelnen mit – für die Leute, die die Vorgängermodelle noch nicht kennen – der Aufzählung der Grundeigenschaften. Die akkubetriebene FZ50 verfügt, wie schon die FZ30, über eine 12-fach-Zoomoptik (35-420mm/F2,8-3,7 entspr. KB) mit Drehringen für Brennweite und Fokus sowie mit Vorsatzlinsen- bzw. Filter-Anschluss, einen Systemblitzschuh (ganz neu sind die TTL-Kontakte für den vollautomatischen Blitzbetrieb), einen orientierbaren LC-Bildschirm (2"/5,1cm-TFT-LCD mit 207.000 Pixeln), einen elektronischen Videosucher, einen 9-Punkt-Autofokus mit Highspeed-Option und zahlreiche Funktionen der gehobenen Art. Bei ihr steigen die Auflösung auf 10 Megapixel und der maximale Vergrößerungsfaktor der Extra-Optikzoom-Funktion auf 21,4-fache Stärke (bei 3 Megapixeln); neu ist neben den o. g. Funktionen und Ausstattungsmerkmalen eine Funktionstaste für den Schnellzugriff auf häufig benötigte Einstellungen wie Bildgröße, Belichtungsmessart, AF-Feld, Weißabgleich und ISO-Werte sowie ein Einstellungsspeicher und ein grafischer Weißabgleich (über Kreuzdiagramm). Die Akkulaufzeit hat sich verbessert (360 Aufnahmen pro Vollladung), und die Reaktionszeiten haben sich nicht verschlechtert (Auslöseverzögerung von 0,009 s laut Panasonic) – nur die Bildfolgerate und -zahl im Serienbildmodus sind rückläufig. Die Panasonic Lumix DMC-FZ50 kommt im September (2006) zu einem offiziellen Listenpreis von knapp 680 EUR auf den Markt.

Ebenfalls einer Modellpflege wurde die "16:9-Kamera" LX1 unterzogen. Als LX2 verfügt sie nun über einen 10-Megapixel-Sensor, über die Venus Engine III und über die I.I.C.-Funktion – sowie über einen 7,1cm-Bildschirm (2,8"-TFT-LCD mit 207.000 Pixeln), der von der Seitenlänge her besser an das besondere Aufnahmeformat der akkubetriebenen Kamera angepasst ist. Das Objektiv bleibt ein 28-112mm-Zoom (KB-Äquivalent) mit einer Lichtstärke von F2,8 bis F4,9. Was man allerdings mit den mickrigen 13 MBytes des internen Speichers anfangen soll, weiß wohl nur Panasonic. Das ist noch kleiner als die 16 MByte der SD-Karte, die der LX1 serienmäßig beilag und bestenfalls als "Nothilfe" zu bezeichnen. Auch hier haben sich die Akkulaufzeit (auf 300 Aufnahmen pro Vollladung) und die Reaktionszeiten (Auslöseverzögerung von z. B. 0,009 s) geringfügig verbessert und die Serienbildleistungen leicht verschlechtert; schneller ist die Kamera noch bei der Bedienung geworden, da man beim Direktdruck (PictBridge) den Druckmodus neuerdings direkt am Programmwählrad einstellen kann. Ein Strand-Programm, das bei der LX1 noch nicht vorhanden war, rundet das Neuheiten-Aufgebot der im September (2006) inklusive Silkypix-Software (zur Bearbeitung der aufnehmbaren RAW-Dateien) für rund 550 EUR auf den Markt kommenden Kamera ab.

Gleich paarweise treten die beiden nächsten Lumix-Neuheiten FX07 und FX50 auf. Beide Kameras bauen auf der FX01 vom Anfang dieses Jahres (2006) auf, bringen aber im Rahmen der Modellpflege einen 7,2-Megapixel-CCD samt Venus Engine III und I.I.C., eine entsprechend stärkere Extraoptik-Zoom-Funktion (max. 5,5-facher Zoomfaktor bei 3 MP) und einen 9-Punkt-Autofokus mit. Untereinander differenzieren sich die FX07 und FX50 in drei Punkten. Das ist zuerst einmal die Bildschirmgröße (3" bzw. 7,6 cm bei der FX50 und 2,5" bzw. 6,35 cm bei der FX07), dann noch die Unterwassertauglichkeit (per optionalem UW-Gehäuse bei der FX07 gegeben und bei der FX50 nicht) und zu guter Letzt noch die Anzahl der Motivprogramme. Denn damit die FX07 auch unter Wasser noch die passenden Voreinstellungen bereithält, bietet sie ein entsprechendes Motivprogramm an. In beiden Fällen spendet ein Lithiumionenakku den Strom für ca. 300 Aufnahmen und löst die Kamera in ca. 0,005 Sekunden aus; erfreulicherweise muss man im Vergleich zur FX01 diesmal keine Rückschritte bei der Serienbildleistung aufgrund der höheren Auflösung in Kauf nehmen. Die beiden leicht weitwinkligen Kameras (28-102mm-Zoom entspr. KB mit einer Lichtstärke von F2,8-5,6) kommen im September (2006) auf den Markt und kosten rund 400 EUR (FX07), respektive gut 450 EUR (FX50).

Last but not least wurde heute noch die FX3 als mehr oder weniger offizielle Nachfolgerin der FX8 von Panasonic vorgestellt. Zum bewährten 35-105mm-Zoom (KB-Äquivalent bei einer Lichtstärke von F2,8 bis F5,0) gesellen sich solche Neuerungen wie ein 6-Megapixel-CCD, ein erweiterter Lichtempfindlichkeitsstufenbereich (ISO 800-1.600 im Hochempfindlichkeitsmodus), die mittlerweile standardgemäße Extraoptik-Zoom-Funktion (max. 4,1-facher Zoomfaktor im 3-MP-Modus), ein interner Speicher von 13,5 MBytes (der Steckplatz für SD/MMC-Karten und neuerdings auch SDHC-Karten bleibt natürlich vorhanden) sowie alle Funktionen, Motivprogramme und sonstige Einstellungen, die es bei der Markteinführung der FX8 im Juli 2005 noch nicht gab und mittlerweile bei Lumix-Kameras Standard sind. Die neue FX3 schafft mit einer vollen Akkuladung ca. 320 Aufnahmen, löst in nur 0,006 Sekunden aus (exkl. AF) und kann – im passenden Gehäuse aus dem Zubehörprogramm eingeschlossen – auf Tauchgang mitgenommen werden; weitere Details zu Technik, Funktion und Ausstattung des 300-EUR-Neulings gibt es (wie übrigens auch für alle anderen Kameras aus dieser Meldung) im entsprechenden digitalkamera.de-Datenblatt nachzulesen.


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