Neue Such-Möglichkeit für unsere Objektiv-Marktübersicht

Objektive mit Motorzoom (Power Zoom) jetzt ganz einfach finden

2024-02-03 Eine kleine, aber feine Erweiterung haben wir gerade in unsere Wechselobjektiv-Marktübersicht eingebaut. Diese ist ab sofort auch nach dem Ausstattungsmerkmal "Motorzoom" durchsuchbar. Was das ist, wozu man das braucht und welche Objektive es da aktuell gibt, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.  (Jan-Markus Rupprecht)

Bei der laufenden Arbeit an einem umfangreichen E-Book zum Micro-Four-Thirds-System (E-Books zu anderen Systemen wie Sony Alpha, Nikon Z-System und Fujifilm X-System werden folgen) gehen wir auch sehr ausführlich auf die Objektive ein. In dem Zusammenhang benötigten wir die Information, welche Objektive eigentlich mit einem motorbetriebenen Zoom ("Power Zoom") ausgestattet sind. Dabei ist uns aufgefallen, dass unsere Datenbank solche Informationen zwar enthält, man bis jetzt in der Objektiv-Suche aber gar nicht explizit danach suchen konnte.

Diesen Mangel haben wir kurzerhand abgestellt. Unsere Objektiv-Suche – wenn man von "Kamera" auf "Objektiv" umschaltet, also nicht von der Kamera ausgehend, sondern nach Objektiv-Ausstattungsmerkmalen sucht – hat jetzt ein neues Ankreuzfeld "Motorzoom". Setzt man dort den Haken, bekommt man nur noch Objektive mit Motorzoom als Suchergebnis.

Aktuell sind das 17 verschiedene Objektive, ältere, nicht mehr lieferbare mit eingerechnet. Darunter sind 13 Objektive offenbar aktuell noch lieferbar, darunter zwei Oldtimer von Panasonic, die noch stolz einen roten "HD" Aufdruck tragen. Das will sagen, dass diese genug Leistung für FullHD-Videos haben, also 2,1-Megapixel-Videos. ;-) Tatsächlich stammen diese Objektive aus der Anfangszeit des Micro-Four-Thirds-Systems, als FullHD-Videos durchaus noch keine Selbstverständlichkeit waren (bei Panasonic sehr wohl, aber nicht bei Olympus und bei Spiegelreflexkameras oder Kompaktkameras sowieso nicht).

Dass diese Objektive noch neu erhältlich sind, ist einerseits erstaunlich, andererseits gut, denn diese werden für Video-Anwendungen gebraucht, bei denen sanfte Zoomfahrten gewünscht sind oder eine Fernbedienung des Zooms. Generell kann man sagen, dass Video-Anwendungen die hauptsächliche Idee hinter den Motorzoom-Objektiven ist, obwohl der Motorantrieb beim Fotografieren normalerweise auch nicht stört. Von Hand kann man einen Zoomring normalerweise nicht so gleichmäßig drehen – jedenfalls nicht ohne weitere Hilfsmittel –, dass eine gleichmäßige, ansehnliche Zoomfahrt im Video entsteht. Dies gilt zumindest für Objektive, die nicht vorrangig für Video-Anwendungen konstruiert sind und mit einem kleinen Drehwinkel einen großen Zoombereich durchfahren. Nun ist es allerdings nicht so, dass man ohne Zoomfahrten keine Videos drehen könnte. Ganz im Gegenteil. Das Zoomen während der laufenden Videoaufnahme ist teilweise verpönt. Sparsam und situationsabhängig gezielt eingesetzt, kann der Effekt durchaus sinnvoll sein.

Das andere große Thema, das gegebenenfalls auch bei Standbild-Anwendungen greifen kann, ist die Fernbedienbarkeit. Wenn man eine Kamera fernsteuern kann, kann man in der Regel auch das Zoom fernsteuern. Dies funktioniert aber natürlich nur, wenn dieses über einen Motor verfügt. Zur Fernsteuerung kann beispielsweise eine Smartphone-App verwendet werden oder auch Bluetooth-Fernbedienungen sowie Fernbedienungs-Programme ("Tethering", auf Deutsch "Anbindung") über USB-Kabel, Netzwerkkabel oder WLAN. Oder sogar übers HDMI-Kabel im Falle der Videokameras von Blackmagic Design. Da genau kommen nämlich die alten Panasonic-Objektive ins Spiel. Die aktuellen 4K-Kameras von Blackmagic haben ein Micro-Four-Thirds-Bajonett. Sie können, wenn die Objektive ein Motorzoom haben, dieses auch entsprechend steuern.

Außer den beiden historischem Panasonic-Objektiven gibt es im MFT-System aktuell noch ein "Pankake"-Zoom von Olympus, das besonders flach gebaut ist. Für Sony E-Mount gibt es die meisten Motorzooms. Das bekannteste dürfte das E 16-50 mm SELP1650 sein, das ebenfalls zu den Dinosauriern gehört und vermutlich "millionenfach" mit diversen Sony Alpha 6000er (inkl. 6100, 6300 etc.) als Standard-Kit-Objektiv bei Besitzern im Einsatz ist. Dieses Objektiv glänzt zwar nicht gerade durch hohe optische Leistung, ist aber klein und günstig – und hat ein Motorzoom. Das jüngste Motorzoom-Objektiv von Sony ist das E 10-20 mm F4 G PZ (SEL1020G). Das APS-C-Objektiv ist besonders kompakt und richtet sich an Vlogger, YouTuber oder andere Video-Creatoren, eignet sich aber auch sehr gut zum Fotografieren. Den Test des Objektivs haben wir unten genauso verlinkt wie Tests anderer interessanter Motorzoom-Objektive.

Von Sony gibt es aber auch richtige spezialisierte (und teure) Motorzoom-Objektive zum Videofilmen, zum Beispiel das E 18-110mm für über 3.000 Euro oder das FE 28-135mm für über 2.000 €. Auch der Preisbereich darunter ist gut abgedeckt. Insgesamt sieben Motorzooms von Sony gibt es. Darüber hinaus gibt es von Nikon ein DX-, also APS-C-Objektiv fürs Z-System (Vollformat-Motorzooms gibt es von Nikon nicht) und Fujifilm hat zwei Motorzooms, einen sehr günstigen XC-Typ und einem hochwertigen XF-Typ.

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Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht, 58, fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.