Obere Mittelklassekamera

Fujifilm X-T50 mit nur wenigen Abstrichen zur X-T5 vorgestellt

2024-05-16 Auf eine X-T40 als Mittelklasseversion der X-T4 warteten Fujifilm-Fans leider vergeblich, doch nun kommt mit der X-T50 eine spiegellose Systemkamera auf den Markt, bei der man kaum Abstriche gegenüber der X-T5 machen muss, weshalb man sie schon eher als obere Mittelklassekamera bezeichnen kann; so ist sie aber auch eingepreist. Sie besitzt denselben 40 Megapixel auflösenden APS-C-Sensor mit demselben X-Prozessor 5 und Bildstabilisator sowie 4K-Videofunktion und Deep-Learning-basierten Autofokus. Nur der mechanische Verschluss, das Gehäuse und der Sucher sind abgespeckt.  (Benjamin Kirchheim)

Der rückwärtig belichtete APS-C-Sensor X-Trans CMOS 5 HR löst 40 Megapixel auf und bietet 3,33 Millionen integrierten Phasen-AF-Sensoren. Er ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert, bis zu sieben Blendenstufen längere Belichtungszeiten sollen damit nach CIPA-Standard möglich sein. Selbst die Pixel-Shift-Aufnahmefunktion für 160 Megapixel Auflösung ist mit an Bord. Als Bildprozessor kommt der schnelle und effiziente X-Prozessor 5 zum Einsatz. Der Autofokus arbeitet mit allen KI-Erkennungstechnologien, die Fujifilm zu bieten hat, es ist derselbe wie in der X-H2 und X-T5. So werden Gesichter samt Augen, Tiere samt Augen, Vögel, Flugzeuge, Fahrzeuge (Autos, Motorräder, Fahrräder, Züge) usw. erkannt und bei Serienbildern verfolgt.

Leichte Abstriche gegenüber der X-T5 muss man beim mechanischen Verschluss machen, denn dieser bietet bei der X-T50 nur eine bis zu 1/4.000 Sekunde kurze Belichtungszeit, während es bei der X-T5 1/8.000 Sekunde ist. Das hat auch Auswirkungen auf die Serienbildfunktion mit mechanischem Verschluss, denn damit sind nur acht Bilder pro Sekunde (bei der X-T5 sind es 15) für über 1.000 JPEGs in Folge möglich, bei Raw hingegen reicht der Puffer nur für 79 Bilder. Mit elektronischem Verschluss, der übrigens wie bei der X-T5 bis zu 1/180.000 kurze Belichtungszeiten erlaubt, sind sogar 20 Bilder pro Sekunde möglich, allerdings dann mit einem 1,29-fachen Crop. Ohne Crop sind elektronisch 13 Bilder pro Sekunde möglich.

Auch wenn die X-T50 in erster Linie zum Fotografieren ausgelegt ist, bietet sie gute Videofeatures. 4K60 oder die 6,2K mit 30 Bildern pro Sekunde dürften für die meisten Anwendungen reichen. In Full-HD-Auflösung sind sogar 240 Bilder pro Sekunde möglich. Bildstabilisator und Autofokus stehen selbstverständlich auch während Videoaufnahmen zur Verfügung. Ein Mikrofon lässt sich ebenso anschließen wie ein Kopfhörer (via USB-C-Adapter).

Das Gehäuse der Fujifilm X-T50 ist betriebsbereit 438 Gramm leicht. Zudem ist die Kamera mit 12,4 x 8,4 x 4,9 Zentimeter recht kompakt. Wie bei der X-T5 gibt es allerdings nur einen recht flachen Handgriff. Am klassischen Design samt manuellen Einstellrädern sowie zusätzlichen Multifunktionsrädern hält Fujifilm auch bei der X-T50 fest. Neu ist dabei ein Einstellrad für die Filmsimulationsmodi. Acht der 20 Modi sind fest aus dem Rad programmiert, drei weitere Positionen lassen sich individuell belegen und in der Custom-Stellung schließlich kann man auf die restlichen Modi zugreifen. Auch wenn sich die X-T50 wunderbar manuell bedienen lässt, bietet so auch eine Vollautomatik samt Motiverkennung.

Der X-T5 voraus hat die X-T50 sogar den eingebauten Blitz, wenn auch nur mit einer schwachen Leitzahl von knapp vier; zum Aufhellen im Nahbereich ist der Blitz aber nützlich. Bei der Robustheit hingegen muss man Abstriche machen, so fehlen die besondere Langlebigkeit des mechanischen Verschlusses sowie der Staub- und Spritzwasserschutz. Zudem gibt es nur ein statt zwei Speicherkartenfächer, das aber immerhin zu UHS II kompatibel ist.

Kleinere Downgrades gibt es auch beim Sucher und Touchscreen. Letzterer ist mit 7,6 Zentimeter und 1,84 Millionen Bildpunkten zwar genauso groß und hochauflösend, lässt sich aber nur nach oben und unten kippen, nicht jedoch zur Seite. Der OLED-Farbsucher der X-T50 vergrößert 0,62-fach im Kleinbildäquivalent und löst 2,36 Millionen Bildpunkte auf. Damit ist er kleiner und niedriger auflösend als beim großen Schwestermodell.

Drahtlos nimmt die Fujifilm X-T50 via Bluetooth und WiFi 5 (a/b/g/n/ac) Verbindung zu Smartphones und Tablets auf. Darüber lässt sich nicht nur das Ortungssystem des mobilen Geräts zum Geotagging der Fotos verwenden, sondern auch eine Fernsteuerung der Kamera samt Livebildübertragung ist möglich. Auch Firmwareupdates können über die App vorgenommen werden.

Ab Mitte Juni 2024 soll die Fujifilm X-T50 in den Farben Schwarz, Silber und Anthrazit zu einem Preis von knapp 1.500 Euro erhältlich sein. Das günstigste Set mit einem Objektiv kostet gut 1.600 Euro, wobei wir das enthaltene XC 15-45 mm F3.5-5.6 OIS PZ nicht wirklich empfehlen können. Das Set mit dem neuen, laut Fujifilm für den 40-Megapixel-Sensor geeigneten XF 16-50 mm F2.8-4.8 R LM WR soll knapp 1.900 Euro kosten.


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