Kleine spiegellose Mittelklasse-Systemkamera

Testbericht: Fujifilm X-T30 II

2021-11-23 Mit der X-T30 II bietet Fujifilm in seiner Mittelklasse nur eine leichte Aufwertung des Vorgängermodells an. Dennoch bietet sie wichtigsten Schlüsselmerkmale der nächsthöheren Kameraklasse an, etwa den 26 Megapixel auflösenden APS-C-Sensor mit 2,16 Millionen integrierten Phasen-AF-Sensoren und 4K-Videoaufnahme (allerdings nur 30p) sowie der aktuelle X-Prozessor 4. Was sich außer den technischen Daten im Vergleich zum Vorgängermodell X-T30 verbessert hat und wie es um die Bildqualität bestellt ist, verrät unser Testbericht.  (Benjamin Kirchheim)

Fujifilm X-T30 II Testbericht als Premium-VersionDiesen Kameratest gibt es auch als E-Book mit erweitertem Informationsumfang. Das PDF zum Herunterladen enthält gegenüber dieser Online-Version zusätzlich eine übersichtliche Tabelle mit detaillierten Einzelbewertungen sowie zwei Diagramme, in denen die Stärken und Schwächen der Kamera gut vergleichbar visualisiert werden. Zudem stellen wir drei andere Kameras als mögliche Alternativen vor und erklären welche Vor- und Nachteile diese gegenüber der Fujifilm X-T30 II haben. mehr …

  • Bild Die Fujifilm X-T30 II besteht aus einem solide wirkenden Mix aus Kunststoff und Metall, wobei weder die Verarbeitungsqualität noch die Optik zu Kurz kommen. [Foto: MediaNord]

    Die Fujifilm X-T30 II besteht aus einem solide wirkenden Mix aus Kunststoff und Metall, wobei weder die Verarbeitungsqualität noch die Optik zu Kurz kommen. [Foto: MediaNord]

Ergonomie und Verarbeitung

Mit rund zwölf mal acht mal fünf Zentimetern ist die Fujifilm X-T30 II eine sehr kompakte spiegellose Systemkamera, auch wenn sie spürbar höher ausfällt als beispielsweise eine Sony Alpha 6400. Fujifilm setzt im Gegensatz zu Sony oder der eigenen X-S10 bei der X-T30 II auf ein sehr klassisches Kameradesign im Stil der 80er Jahre, was auch bei der Bedienung mit analogen Rädern deutlich wird (dazu später mehr). Dabei fällt das Gehäuse mit einem betriebsbereiten Gewicht von knapp 380 Gramm sogar minimal leichter aus als die oben zum Größenvergleich herangezogene Sony Alpha 6400 (Test siehe weiterführende Links). Das Set der X-T30 II mit unserem Mittelklasse-Testobjektiv XF 18-55 mm F2.8-4 R LM OIS wiegt knapp unter 700 Gramm und kostet gut 1.300 Euro.

Die Fujifilm fühlt sich sehr hochwertig an und ist sauber verarbeitet. Die Top- sowie die Bodenplatte bestehen aus einer Magnesiumlegierung und sind wahlweise schwarz (wie bei unserem Testexemplar) oder silber lackiert. Eine Anthrazit-Version wie noch beim Vorgängermodell gibt es nicht mehr. Der mittlere Teil des Gehäuses besteht aus Kunststoff, wovon man aber nicht viel sieht, denn die X-T30 II ist ganz klassisch großzügig beledert, wobei es sich um griffiges, genarbtes Gummi handelt.

Der Handgriff ist im Vergleich mit einer X-S10 nur wenig ausgeformt, bietet aber dennoch einen gewissen Halt. Der kleine Finger greift jedoch ins Leere. Dafür bietet die Daumenmulde einen spürbar besseren Halt, sodass sich die Kamera in der Summe besser halten lässt, als man vom Ansehen erwarten würde.

Wer mit dem Griff dennoch unzufrieden ist, kann ihn wahlweise mit der Grifferweiterung MHG-XT10 oder der Leder-Halbschale BLC-XT10 erweitern, die beide erfreulicherweise auch mit den Vorgängermodellen kompatibel sind. Einen Multifunktionsgriff mit Zusatzakku, Bedienelementen und Hochformatgriff gibt es für die X-T30 II hingegen nicht. Auch auf einen Spritzwasser- und Staubschutz muss man bei Fujifilms Mittelklasse gänzlich verzichten.

Vom klassischen Bedienkonzept weicht Fujifilm bei der X-T30 II keinen Deut ab. So thronen auf der Oberseite drei Bedienräder sowie der klassische Auslöser mit Gewinde für einen Draht-Fernauslöser. Aber auch ein Kabelfernauslöser oder noch modernere Lösungen lassen sich verwenden, doch dazu später mehr. Moderne Multifunktionsräder sind ebenfalls vorhanden und liegen in gut erreichbarer Position für Daumen und Zeigefinger. Die Griffigkeit dieser Räder ist leidlich gut, zudem sind sie drückbar, was je nach Modus eine Funktion auslöst, aber den Grip nicht unbedingt verbessert, da man zum reinen Drehen nicht zu stark andrücken darf, sonst löst man versehentlich den Tastendruck aus.

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Das Belichtungskorrekturrad sitzt ganz prominent an der hinteren, rechten Ecke und lässt sich gut mit dem Daumen drehen. Es rastet so straff, dass wir es im Alltag nicht geschafft haben, es versehentlich zu verdrehen. Das Vorgängermodell ohne die römische II war da noch etwas leichtgängiger. Vorsicht ist im Vollautomatikmodus geboten, denn hier behält das Belichtungskorrekturrad seine Funktion.

Ein kleines Ärgernis ist die auf der Spitze der Daumenmulde platzierte Quick-Menü-Taste. Beim Hantieren der Kamera schaltete sich immer wieder unbeabsichtigt das Quick-Menü ein, obwohl die Taste bei ganz kurzen Berührungen nicht reagiert. Das Problem hat Fujifilm leider von der X-T30 übernommen und nicht wesentlich verbessert.

Ansonsten lässt sich die X-T30 II gut bedienen. Mit dem linken Wahlrad stellt man den Aufnahmemodus ein, also Einzelaufnahme, Reihenaufnahmen, Serienbilder, Filterfunktionen etc. Nur der darunter befindliche Blitzhebel wirkt irgendwie deplatziert. An dieser Stelle würde man ihn eher nicht vermuten. Rechts vom Sucherbuckel sitzt das Belichtungszeitenrad mit Automatikstellung und Belichtungszeitaufdrucken in ganzen Blendenstufen von 1/4.000 bis eine Sekunde.

Per Multifunktionsrad lassen sich die Zwischenschritte in Drittelstufen einstellen. Praktischer ist es aber, bei manueller Belichtung den in Drittelstufen laufenden Blendenring am Objektiv dafür zu verwenden, denn auf den geringen Blendenunterschied kommt bezüglich der Schärfentiefe meist nicht an. Stellt man das Belichtungszeitenrad auf T, lässt sich die Belichtungszeit bequem über das Multifunktionsrad einstellen wie bei jeder anderen modernen Kamera auch.

Auf der Kamerarückseite kommt ein Joystick statt Vierwegetasten zum Einsatz. Damit lässt sich der Autofokuspunkt bequem platzieren, während er bei der Navigation in den Menüs praktisch keinen Unterschied zu Tasten macht. Apropos Menüs: Diese sind bei Fujifilm sehr umfangreich und bieten viele Individualisierungsmöglichkeiten der Kamera von der Funktions- und Tastenbelegung bis hin zu Spezialfunktionen. Das Menü ist in sechs Bereiche plus Individualmenü unterteilt, die ihrerseits bis zu drei Bildschirmseiten umfassen.

Das Einrichtungsmenü arbeitet sogar mit zwei Ebenen, wobei die untere Ebene wiederum bis zu drei Bildschirmseiten umfasst. Zwar lassen sich diese Unterebenen stufenlos durchschalten, aber die Übersicht leidet doch etwas. Zum Glück gibt es ein My-Menü, das man sich mit bevorzugten Menüoptionen bestücken kann sowie das Quick-Menü mit zwölf ebenfalls individualisierbaren Funktionen, wobei es jedoch im Gegensatz zum My-Menü mit sinnvollen Funktionen vorbelegt ist. Bei so einer umfangreich ausgestatteten Kamera wie der Fujifilm X-T30 II ist es jedoch unumgänglich, sich etwas länger mit dem Menü zu befassen und einzuarbeiten.

  • Bild Das Menü der Fujifilm X-T30 II ist komplex und umfangreich, aber daher nicht unbedingt übersichtlich. Der Touchscreen funktioniert im Menü nicht. [Foto: MediaNord]

    Das Menü der Fujifilm X-T30 II ist komplex und umfangreich, aber daher nicht unbedingt übersichtlich. Der Touchscreen funktioniert im Menü nicht. [Foto: MediaNord]

Ohne Superlative kommt der elektronische Sucher aus. Er ist fest verbaut und löst mit seinem OLED nur 2,36 Millionen Bildpunkte auf. Immerhin zeigt er einen hohen Kontrast und eine schöne Farbbrillanz. Helligkeit und Farbabgleich lassen sich einstellen, wobei der Sucher in der Standardeinstellung seine Helligkeit automatisch regelt. Der Sucher arbeitet quasi verzögerungsfrei und mit einer hohen Bildwiederholrate, sodass er bei ausreichend Umgebungslicht nicht ruckelt. Dank des Näherungssensors aktiviert sich der Sucher automatisch. Mit der kleinbildäquivalenten 0,62-fachen Vergrößerung ist er ausreichend groß, lässt sich aber mit aufgesetzter Brille nicht gänzlich überblicken. Die Dioptrienkorrektur ist bequem erreichbar und man sollte sie entsprechend nutzen, sofern der Einstellbereich von -4 bis +2 Dioptrien zur Korrektur der eigenen Fehlsichtigkeit ausreicht.

Der rückwärtige Bildschirm misst zwar nur 7,5 Zentimeter in der Diagonale, löst mit 1,62 Millionen Bildpunkten aber feiner auf als viele Konkurrenzmodelle und auch das Vorgängermodell X-T30. Dank des 3:2-Seitenverhältnisses wird im Livebild kein Platz verschwendet. Mit einer Leuchtdichte von bis zu 870 cd/m² ist die maximale Helligkeit sehr gut und ebenfalls besser als beim Vorgänger, allerdings fehlt nach wie vor eine automatische Regelung, so dass man die Helligkeit manuell anpassen muss.

Sehr praktisch ist nicht nur die Touchfunktion, sondern auch die Klappmöglichkeit um 45 Grad nach unten und 110 Grad nach oben. Das reicht zwar nicht für die gefragten Selfies, auch als Kontrollmonitor für Videoaufnahmen taugt er somit nicht, aber immerhin lässt er sich gut für bodennahe sowie Über-Kopf-Aufnahmen verwenden. Die Touchfunktion beschränkt sich nicht nur auf das Fokussieren auf ein Motivdetail per Fingertipper und das Auslösen, sondern auch das Wischen durch die Aufnahmen in der Wiedergabe sowie das Vergrößern und Verkleinern sind möglich. Im Hauptmenü arbeitet der Touchscreen zwar nicht, wohl aber im Quick-Menü. Trotz alledem ist die Touchfunktion nur ein nettes Zusatzfeature für diejenigen, die es nutzen wollen. Niemand wird dazu gezwungen, alles funktioniert auch über Tastendrücke.

Sowohl der Sucher, als auch der Bildschirm bieten zahlreiche Informationsanzeigen und Einblendungen. Dazu gehören diverse Aufnahmeparameter, verschiedene einblendbare Gitter, eine digitale Wasserwaage, eine Belichtungsvorschau samt Live-Histogramm sowie Einstellhilfen für die manuelle Fokussierung. Übrigens funktioniert auch die Bildwiedergabe samt Lupe im Sucher, sodass man Fotos hochauflösend und mit weniger Störlichteinfluss betrachten kann. Hilfreich wäre dabei allerdings eine Augenmuschel, die Streulicht noch besser abschirmt.

Die Schnittstellenklappe befindet sich auf der linken Seite der Fujifilm X-T30 II. Sie besteht aus Kunststoff und besitzt eine Feder, die beim Auf- und Zuschnappen hilft. Hier verbergen sich eine 2,5 mm Klinkenbuchse für wahlweise einen Kabelfernauslöser oder ein Stereomikrofon, ein Micro-HDMI-Anschluss sowie eine moderne USB-C-Buchse, über die sich auch der Akku aufladen lässt. Das Ladegerät hat Fujifilm jedoch aus dem Lieferumfang gestrichen.

Zum Glück ist die X-T30 II beim USB-Ladegerät nicht wählerisch, sie lässt sich auch mit Fremdgeräten oder einer USB-Powerbank aufladen, was auf Reisen sehr praktisch ist. Sogar im eingeschalteten Zustand nimmt sie sich per USB Strom, wobei dieser nicht zum Laden des Akkus, sondern zum kamerabetrieb verwendet wird. Zum Funktionieren benötigt sie dennoch immer einen eingelegten Akku.

  • Bild Die Fujifilm X-T30 II kann, muss aber nicht über die klassischen Einstellräder bedient werden. Sie bietet auch eine Vollautomatik, Motivprogramme und moderne Multifunktionsräder. [Foto: MediaNord]

    Die Fujifilm X-T30 II kann, muss aber nicht über die klassischen Einstellräder bedient werden. Sie bietet auch eine Vollautomatik, Motivprogramme und moderne Multifunktionsräder. [Foto: MediaNord]

Die Akkufachklappe befindet sich auf der Unterseite der Kamera und wird nach Entriegelung von einer Feder aufgedrückt. Alternativ lässt sich hier per Akku-Dummy auch ein Netzteil zur Dauerstromversorgung anschließen. Für immerhin 390 Aufnahmen nach CIPA-Standardmessverfahren soll der Akku reichen, das ist ein sehr ordentlicher Wert für eine so kleine spiegellose Systemkamera.

Auch die SD-Speicherkarte wird in diesem Fach eingesetzt, wobei die X-T30 II nur SDHC und SDXC mit UHS I unterstützt, nicht jedoch den schnelleren UHS-II-Standard. Die Schreibgeschwindigkeit von knapp 67 Megabyte pro Sekunde ist für eine Kamera dieser Klasse ausreichend. Viel zu dicht neben der Akkufachklappe und dazu noch deutlich außerhalb der optischen Achse sitzt das Stativgewinde. Selbst die kleinste Schnellwechselplatte blockiert den Zugriff zum Akkufach.

Ausstattung

Auch wenn es aufgrund des klassischen Bedienkonzepts nicht offensichtlich ist, verfügt die Fujifilm X-T30 II doch über einen Vollautomatikmodus samt Motiverkennung sowie manuell wählbare Motivprogramme. Aktiviert wird dieser Modus über den praktischen "Auto"-Hebel unterhalb des Belichtungszeitenrades, man erreicht ihn bequem mit dem Daumen oder Zeigefinger.

Gegenüber dem Vorgängermodell wurde die Automatikfunktion mit einem neuen Algorithmus zur Motiverkennung verbessert. Je nach Aufnahmesituation werden nun auch der Color Chrome Effekt (blau), die Klarheit und die Dynamikbereichspriorität angepasst, was beispielsweise für bessere Hauttöne, brillantere Landschaftsaufnahmen und weniger Detailverluste in Lichtern und Schatten bei Gegenlichtsituationen führen soll.

Über das vordere Multifunktionsrad kann zwischen dem Automatikmodus mit Motiverkennung und den Motivprogrammen gewechselt werden, wobei die X-T30 II vom Porträtmodus mit und ohne Hautglättung über Landschaft, Sonnenuntergang, Sport, Strand, Schnee und Party bis hin zu Feuerwerk und Langzeitbelichtung mit und ohne Stativ alle wichtigen Motivsituationen abdeckt.

  • Bild Bei der Platzierung des Stativgewindes muss die Fujifilm X-T30 II Kritik einstecken. Es sitzt nicht nur außerhalb der optischen Achse, sondern auch so nah am Akku- und Speicherkartenfach, dass selbst die kleinste Schnellwechselplatte es blockiert. [Foto: MediaNord]

    Bei der Platzierung des Stativgewindes muss die Fujifilm X-T30 II Kritik einstecken. Es sitzt nicht nur außerhalb der optischen Achse, sondern auch so nah am Akku- und Speicherkartenfach, dass selbst die kleinste Schnellwechselplatte es blockiert. [Foto: MediaNord]

Die Eingriffsmöglichkeiten beschränken sich in den Motivprogrammen sowie der Vollautomatik auf die Belichtungskorrektur, den Selbstauslöser, den Blitzmodus, die Filmsimulation und das Dateiformat. Der manuelle Fokus ist hingegen, trotz des dedizierten Schalters in Bajonettnähe, nicht aktivierbar, die Kamera fokussiert im Automatikmodus und in den Motivprogrammen immer selbst.

Ganz andere Eingriffsmöglichkeiten – und dafür ist die Kamera vornehmlich gebaut – bietet die Fujifilm X-T30 II in den Halbautomatiken sowie dem manuellen Modus dank der sehr direkten Bedienung über die entsprechenden Einstellräder. So gelingt der Wechsel zwischen Automatik und manueller Parameterwahl sehr geschmeidig. Da die X-T30 II neben den direkten Einstellrädern auch Multifunktionsräder besitzt, ist selbst die direkte Veränderung der ISO-Empfindlichkeit, für die die X-T30 II im Gegensatz zum Flaggschiff X-T4 kein "analoges" Einstellrad bietet, sehr einfach möglich. Auch die Automatik ist durch entsprechendes Drehen direkt erreichbar und sie funktioniert samt Belichtungskorrektur selbst bei manueller Vorgabe von Blende und Belichtungszeit.

Selbstverständlich lassen sich mit der X-T30 II auch die typischen Filmsimulationsmodi von Fujifilm wie Velvia, Astia oder Classic Chrome einstellen, die den Look der Bilder verändern. Auch der ursprünglich mit dem GFX-System eingeführte Acros Schwarzweißeffekt samt Körnungssimulation ist in der Mittelklasse von Fujifilm, also der X-T30 II, zu finden. Insgesamt bietet die X-T30 II 18 verschiedene Simulationsmodi, neu gegenüber dem Vorgängermodell sind beispielsweise "Classic Neg." und "Eterna Bleach Bypass".

Wer möchte, kann zudem andere Bildeffekte wie Miniatur, Lochkamera etc. aktivieren. Erreicht werden sie über die Adv.-Einstellung des Drive-Wahlrads. Hier ist übrigens auch die Schwenkpanoramafunktion zu finden, deren Auflösung trotz mechanischen Verschlusses mit maximal 2.160 Pixeln auf der kurzen Seite allerdings zu wünschen übrig lässt. Hochaufgelöste Panoramen fertigt man besser manuell mit Hilfe eines entsprechendes Stativkopfes oder Aufsatzes und einer PC-Software an.

Was die X-T30 II hingegen besser beherrscht sind Intervallaufnahmen. Bis zu 999 Fotos lassen sich im Abstand von einer Sekunde bis maximal 24 Stunden anfertigen. Sehr mächtig ist zudem die Bracketing-Funktion für Reihenaufnahmen. Hier lassen sich nämlich nicht nur Belichtungsreihen mit bis zu neun Fotos und bis zu drei EV Belichtungsabstand (das ergibt dann wahnsinnige +/-12 EV) anfertigen (automatische HDR-Aufnahmen samt Bildverrechnung beherrscht die Fujifilm ebenfalls), sondern auch Reihenaufnahmen mit der Variation der ISO-Empfindlichkeit, der Filmsimulation, des Weißabgleichs, des Dynamikbereichs und des Fokus.

Allerdings muss man sich für zwei bevorzugte Voreinstellungen entscheiden, denn nur zwei lassen sich auf das Einstellrad legen. Möchte man eine Einstellung ändern, geht es in die Tiefen des Menüs. Nur mal als Beispiel: Aufnahmemenü (dritte Kategorie von oben), erste Seite zweiter Menüpunkt "Drive-Einstellung", dort BKT1 oder BKT2 aufrufen und dann die Einstellungen vornehmen. Ähnlich läuft es bei der Serienbildfunktion, auch hier gibt es zwei direkt aufrufbare Voreinstellungen, aber wenn gerade keine von beiden passt, muss man sie in den Tiefen des Menüs ändern.

  • Bild Auch wenn wir das Fujifilm XF 18-55 mm F2.8-4 R LM OIS stets als gutes Setobjektiv empfehlen, bekleckerte sich unser Exemplar an der X-T30 II nicht gerade mit Ruhm. [Foto: MediaNord]

    Auch wenn wir das Fujifilm XF 18-55 mm F2.8-4 R LM OIS stets als gutes Setobjektiv empfehlen, bekleckerte sich unser Exemplar an der X-T30 II nicht gerade mit Ruhm. [Foto: MediaNord]

Nebenbei bemerkt besitzt die X-T30 II einen bis zu 1/4.000 Sekunde schnellen mechanischen Verschluss, der keinesfalls lautlos, aber mit schönem mechanischem Klang arbeitet. Zur Reduzierung von Vibrationen lässt sich ein elektronischer erster Verschlussvorhang aktivieren, dann muss der Verschluss nur noch am Ende der Belichtung über den Sensor huschen und wird damit auch etwas leiser. Zudem bietet die X-T30 II eine rein elektronische Auslösung mit bis zu 1/32.000 Sekunde kurzen Verschlusszeiten. Dann ist die Auslösung auch vollkommen geräuschlos.

Fortsetzung auf Seite 2

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 43, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.