PMA 2005

Canon stellt Digital Ixus 50, Digital Ixus 700 und EOS 350D vor

2005-02-17 Immer wiederkehrende Gerüchte werden irgendwann einmal wahr. Canon hat die Geduld vieler Technik-Freaks auf eine harte Probe gestellt, doch zur PMA bekommt die EOS 300D endlich einen Nachfolger. Die "Mutter aller DSLR-Schnäppchen" macht den Platz frei für die EOS 350D, die – nach bewährtem Canon-Rezept – viel DSLR zu einem besonders aggressiven Preis bietet. Begleitet wird die digitale Spiegelreflexkamera der Einsteigerklasse von den beiden Edelminis Digital Ixus 50 und Digital Ixus 700.  (Yvan Boeres)

  Canon Digital Ixus 50 [Foto: Canon Deutschland]

Wir wollen die Technik-Freaks auch noch ein bisschen auf die Folter spannen und fangen mit den beiden Digital-Ixus-Modellen an. Bei der Digital Ixus 50 handelt es sich um die 5-Megapixel-Ausführung der letztes Jahr auf den Markt gebrachten Digital Ixus 40. Neu sind die USB-2.0-Highspeed-Schnittstelle sowie eine Handvoll mehr oder weniger nützlicher Funktionen. Mit der QuickBright-LCD-Funktion kann man zum Beispiel per Knopfdruck die Helligkeit des Bildschirms maximieren, so dass das Monitorbild auch bei grellem Licht noch einigermaßen sichtbar bleibt. Umgekehrt findet bei schwachen Lichtverhältnissen dank Nacht-LCD-Modus eine Bildverstärkung statt. Etwas verspielter ist der My-Color-Modus, in dem man frohe "Farbenspiele" treiben kann. So wird z.B. bei "Farbe ersetzen" eine ausgewählte Farbe durch eine andere ersetzt. Mit "Farbakzent" werden alle Farben, mit Ausnahme einer selektierten, in Grautöne umgewandelt. Weitere Effekte erhöhen wahlweise die Farbsättigung für Blau, Grün oder Rot. Die Custom-Timer-Funktion, die es erlaubt, die Selbstauslöserzeiten (Vorlaufzeit und/oder Aufnahmezahl) den eigenen Bedürfnissen anzupassen, wurde vom Funktions-Repertoire der neuen PowerShot-Modelle A510 und A520 "entwendet".

Ansonsten ändert sich kaum etwas im Vergleich zur Digital Ixus 40. Auf eine komplette Beschreibung aller Möglichkeiten und Ausstattungsmerkmale wollen wir demnach verzichten, zumal die meisten Fakten aus dem digitalkamera.de-Test der Digital Ixus 40 (siehe weiterführende Links) auch auf die Digital Ixus 50 zutreffen. Den Querverweis-"Muffeln" sei jedoch gesagt, dass die neuen Digital-Ixus-Modelle in einem ultraflachen Gehäuse von ca. 2 cm eine 3-fach-Zoomoptik (36-108 mm/F2,8-4,9 entspr. Kleinbild bei der Digital Ixus 50) unterbringen, trotz großem 2"-LC-Farbbildschirm noch Platz für einen optischen Sucher haben, von modernster Canon-Technologie (DiGIC-II-Signalprozessor, 9-Punkt-AiAF-Autofokus mit Hilfslicht und sehr kurzer Nahgrenze, iSAPS-Motivanalyse, Orientierungsssensor usw.) Gebrauch machen und eine Vielzahl an Motivprogrammen (u. a. für Unterwasseraufnahmen) zur Verfügung stellen. Erwähnenswert ist auch noch die Tatsache, dass die neuen Digital-Ixus-Modelle zu den wenigen Digitalkameras von Canon gehören, die VGA-Videos mit Ton und einer Bildwiederholrate von 30 Bildern pro Sekunde (sogar 60 Bilder/s bei QVGA-Auflösung) sowie Serienbilder in nahezu unbegrenzter Länge aufnehmen können (in beiden Fällen ist nur die verbleibende Speicherkapazität maßgebend). Gemeinsam haben die Digital Ixus 50 und ihre kleinen Schwestern (Digital Ixus 30, Digital Ixus 40), dass sie ihre Daten auf SD-Karten speichern und ihren Strom aus Lithiumionenakkus vom Typ NB-4L (3,7 V bei 760 mAh) ziehen.

  Canon Digital Ixus 700 [Foto: Canon Deutschland]

Hätte die ebenfalls neu vorgestellte Digital Ixus 700 kein komplett anderes Gehäuse, dann hätte man den 7-Megapixel-Edelmini im selben Atemzug mit der Digital Ixus 50 abhandeln können. Denn Ausstattung, Technik und Funktion sind zu 99,9 Prozent mit der kleinen Schwester identisch. Doch die Digital Ixus 700 gönnt sich rundlichere Formen und besitzt so eine eigene "Persönlichkeit". Das neue Aussehen dient dabei nicht nur der Schönheit, sondern auch der Bedienbarkeit. Ein "raffiniert konstruiertes" (O-Ton Canon) Modus-Wählrad ersetzt im neuen Digital-Ixus-Pixelflaggschiff den bisherigen Schiebeschalter, um zwischen Aufnahme- und Wiedergabemodus zu wechseln. Auch macht die Digital Ixus 700 von einem anderen Lithiumionenakku Gebrauch. Der NB-3L-Akku ist ein Quäntchen leistungsstärker (3,7 V bei 790 mAh) als sein Cousin NB-4L und kommt u. a. auch bei den Digital-Ixus-Modellen II und IIs zum Einsatz. Ansonsten gibt es kaum Unterschiede zwischen der Digital Ixus 700 und der Digital Ixus 50; Detailunterschiede gibt es nur noch beim Brennweitenbereich (37-111 mm bei der Digital Ixus 700), der Nahgrenze (5 cm bei der Digital Ixus 700), dem Zubehör (unterschiedliche Unterwassergehäuse) und der Serienbildgeschwindigkeit (2 Bilder/s bei der Digital Ixus 700). Beide Kameras sind ab April im Handel erhältlich; während der Listenpreis der Digital Ixus 50 auf rund 400 EUR angesetzt ist, gibt sich die Digital Ixus 700 für knapp 500 EUR die Ehre. Ergänzende Informationen zu den zwei Canon-Neuheiten gibt es, wie gewohnt, in den entsprechenden digitalkamera.de-Datenblättern.

Canon-EOS 350D [Foto: Canon Deutschland]

  

Doch nun zur "Hauptattraktion" dieser Meldung. Mit der EOS 350D stellt Canon die lang ersehnte Nachfolgerin des DSLR-Kassenschlagers EOS 300D vor. Rein äußerlich hat die Neue kaum noch etwas mit der EOS 300D gemeinsam. Die EOS 350D nimmt die Grundzüge der Kleinbild-Schwestern EOS 30 und EOS 33 an und kommt mit ihren sehr kompakten Außenmassen von nur 126,5 x 94,2 x 64 mm (bei einem Nettogewicht von ca. 485 Gramm) dem derzeitigen Miniaturisierungs-Rekordhalter in der DSLR-Sparte Pentax *istDS merklich nahe. Gegenüber der EOS 300D ist die EOS 350D rund 25 Prozent kleiner und 10 Prozent leichter. Möglich gemacht wurde dies u. a. durch die Verwendung eines kleineren Lithiumionenakkus. Der NB-2LH-Akku (7,4 V bei 720 mAh) ist ein alter Bekannter (PowerShot-S-Serie) und ist kaum größer als eine Streichholzschachtel. Vielknipser können die EOS 350D mit dem optional erhältlichen Batteriegriff BG-E3 bestücken, der nimmt dann wahlweise 6 AA/Mignon-Zellen (Einweg-Batterien oder Akkus) oder zwei NB-2LH-Zellen auf. Die Gehäuseverkleinerung geht einher mit einer Auflösungssteigerung. Wie von vielen schon gemutmaßt, steigt die EOS 350D in die 8-Megapixel-Klasse auf. Der CMOS-Sensor im APS-C-Format (22,2 x 14,8 mm) ist eine Abwandlung des EOS-20D-Bildwandlers und sorgt im Zusammenspiel mit den EF- und EF-S-Objektiven (bzw. kompatiblen Fremdfabrikaten) für eine Verlängerung der Brennweite um den Faktor 1,6 (wenngleich man eigentlich von einer Bildwinkelverkleinerung reden müsste).

Mit der EOS 350D halten auch Canon-Technologien im DSLR-Einsteigerbereich Einzug, die bisher den Semi-Profi- und Profi-Modellen (z. B. EOS 20D, EOS-1D Mark II, EOS-1DS Mark II) vorbehalten waren. Der DiGIC-II-Signalprozessor (DiGIC steht für Digital Image Core) sorgt für ordentlich Prozessor-Power und die damit verbundenen Vorzüge (bessere Bildqualität vor allem im Bezug auf das Rauschen und die Farbwiedergabe, schnellere Reaktionszeiten, geringerer Energieverbrauch), während die E-TTL-II-Blitzbelichtungsmessung und -steuerung durch die Berücksichtigung der Motiventfernung eine präzisere Belichtung vor allem bei stark reflektierenden Objekten erbringt. Überhaupt steht die EOS 350D im Zeichen der Geschwindigkeit. Die Einschaltzeit beträgt nur noch 0,2 Sekunden, und die Serienbildgeschwindigkeit erreicht jetzt 3 Bilder pro Sekunde (max. 14 JPEG- bzw. 5 RAW-Bilder in Folge). Die Schreibgeschwindigkeit auf die Speicherkarte ist im Vergleich zur EOS 300D bis zu 3,5 mal schneller geworden; dank USB-2.0-Highspeed-Schnittstelle erfolgt die Datenübertragung zum Rechner wesentlich zügiger als bei der vergleichsweise "gemächlichen" USB-1.1-Schnittstelle der EOS 300D.

Neben dem DiGIC-II-Prozessor und der E-TTL-II-Technologie übernimmt die EOS 350D einige Funktionen der großen Schwester EOS 20D. So zum Beispiel die erweiterten Schwarzweißfunktionen (Tönungs- und Filtereffekte, Parametrierung von Kontrast und Bildschärfe für S/W-Bilder) oder die Verschiebung des Weißpunktes auf den Farbachsen Blau/Amber und Magenta/Grün. Wie bei der EOS 20D sitzt der eingebaute Miniaturblitz (LZ 13) sehr hoch (höher als bei der 300D) über der optischen Achse des Objektivs und verringert so die Gefahr roter "Blitzaugen". Der Bordblitz soll das Bildfeld von Objektiven mit einer Brennweite bis zu 27 mm (KB-äquivalent) hinab abdecken können; die Blitzsynchronzeit beträgt in der normalen Betriebsart 1/200 s (kürzere Zeiten sind mit der Highspeed-Blitzsynchronisationsfunktion möglich).

Die EOS 350D unterstützt alle neueren Standards und Protokolle (u. a. PictBridge, Canon Direct Print, EXIF 2.21, PTP). Insgesamt 9 Individualfunktionen mit 24 Einstellungen erlauben eine persönliche Konfiguration der Kamera, dazu gehören beispielsweise die Spiegelvorauslösung und die Blitzsynchronisation auf den 2. Verschlussvorhang. Endlich ist es auch möglich, die AF-Betriebsart (One Shot, AI Servo, AI Focus) direkt anzuwählen; die Fokussierung erfolgt nach wie vor auf 7 Messfeldern. Sonst bleibt noch zu erwähnen, dass der LC-Farbbildschirm der EOS 350D bei gleicher Bilddiagonale (1,8") eine etwas niedrigere Auflösung (ca. 115.000 Pixel) besitzt als bei der EOS 300D und dass auch (CompactFlash-)Speicherkarten mit einer Kapazität von mehr als 2 GByte verwendet werden dürfen. Als Zubehör erhältlich sind ein elektrischer Kabelfernauslöser oder eine Infrarot-Fernbedienung, und als weitere PMA-Neuheit gibt es das neue EF-S-Objektiv 60 mm 1:2,8 Makro USM, auf das wir – neben anderen Neuheiten wie dem Thermosublimationsdrucker Selphy CP600 – nach der PMA zurückkommen.

Das größte Kopfzerbrechen wird die EOS 350D der Konkurrenz aber beim Preis bereiten. Galt die EOS 300D schon als "Mutter aller DSLR-Schnäppchen", setzt Canon beim Nachfolgemodell noch eins drauf und setzt den Gehäusepreis der EOS 350D bei knapp 900 EUR (1.000 EUR mit dem Set-Objektiv EF-S 18-55) an. Wer jetzt noch nicht vor lauter Aufregung einen Kreislaufkollaps erlitten hat, darf sich das digitalkamera.de-Datenblatt zur EOS 350D vorknöpfen, in dem die restlichen Ausstattungsmerkmale und Daten zusammengefasst sind. Die Canon EOS 350D kommt bereits nächsten Monat (März 2005) in den Handel.

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