Einsteigerduo

Canon schüttelt EOS 1100D und EOS 600D aus dem Ärmel

2011-02-07 Es war höchste Zeit für die Renovierung des DSLR-Einsteiger-Line-Ups bei Canon. Dafür nutzt der Hersteller die in Kürze startende CP+ (9.2.-12.2. in Japan) und stellt die 1100D und 600D vor. Wie immer fließen bei den Einsteiger-Neuentwicklungen bewährte Technologien aus höherwertigen Modellen ein. Die 1100D wartet mit einem 12,2-Megapixel-CMOS-Sensor mit ISO 100-6.400, 3 Bildern/s und 720p-HD-Video auf. Außerdem hat sie den Belichtungsmesser der EOS 7D geerbt. Die EOS 600D besitzt den bewährten 18-Megapixel-CMOS-Sensor, die ISO-Empfindlichkeit von 100-6.400 kann bis auf 12.800 erweitert werden und Videos nimmt die 600D in FullHD auf. Auch sie besitzt den Belichtungsmesser der EOS 7D.  (Benjamin Kirchheim)

Canon EOS 600D mit EF-S 18-135 mm 1:3.5-5.6 IS [Foto: Canon]Die Herausstechendste Neuheit der Canon EOS 600D gegenüber ihrer Vorgängerin 550D dürfte der klapp- und schwenkbare Bildschirm sein. Schon bei der 60D kam ein solches zum Einsatz und konnte im Praxis begeistern. Der Bildschirm ist im 3:2-Seitverhältnis und misst 7,6 cm (3") in der Diagonale, seine Auflösung beträgt feine 1.040.000 Bildpunkte (720 x 480 Pixel). Neu ist auch der von der EOS 7D geerbte Belichtungsmesser iFCL, der auf zwei Schichten in 63 Zonen Farbe, Helligkeit und Schärfe misst. Die meisten anderen Ausstattungsdetails hingegen finden sich bereits in der 550D. So etwa der APS-C-CMOS-Bildsensor mit 18 Megapixeln Auflösung und die FullHD-Videofunktion mit verschiedenen Bildwiederholungsraten von 30, 25 und 24 Bildern/s. Gespeichert wird nach wie vor mit MPEG-4-Kompression (H.264/AVC). Die ISO-Empfindlichkeit reicht von 100 bis 6.400 und kann nach Freischaltung im Menü auf 12.800 erweitert werden. Die 14 Bit tiefe Bildverarbeitung erledigt der Digic-4-Bildprozessor.

Canon EOS 600D [Foto: Canon]Die Serienbildgeschwindigkeit liegt bei maximal 3,7 Bildern/s, der Autofokus besitzt neun Messfelder, wobei das mittlere ein besonders lichtempfindlicher Kreuzsensor ist. Die Bedienung richtet sich ganz an Einsteiger, wobei sich die Kamera auf Wunsch aber auch vollständig manuell steuern lässt. So gibt es eine automatische Motivprogrammwahl, aber auch eine Einstellung, bei der die Kamera Kontrast, Schärfe und Farbe anhand es Motivs automatisch regelt. Kreativeffekte stehen im Modus Basic+ zur Verfügung, wo der Anwender den Bildstil auf warm, kühl oder intensiv stellen kann. Die Menübedienung wird durch eingeblendete Hinweistexte laut Canon einfacher. Gerade Einsteiger sollen so ohne Studium der Bedienungsanleitung mit der Kamera experimentieren können. Zuschaltbare bzw. anwendbare Kreativeffekte wie "Fischauge", "Miniatur", "Spielzeugkamera", "Schwarzweiß mit Korn" und "Weichzeichner" erweitern die Möglichkeiten. Die EOS 600D soll ab April 2010 mit dem neuen Setobjektiv EF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 IS II erhältlich sein, welches das bisherige Setobjektiv (ohne II) ablösen soll. Der Preis für das Set beträgt knapp 850 EUR.

Canon EOS 1100D [Foto: Canon]Die günstigere EOS 1100D muss ohne Schwenkdisplay auskommen. Ihr Bildschirm ist mit 2,7" (6,8 cm) etwas kleiner und löst nur 230.000 Bildpunkte auf. Ein Livebild kann er dennoch anzeigen. Immerhin verfügt die 1100D über den fortschrittlichen und zuverlässigen Belichtungsmesser der EOS 7D, der auch schon bei der EOS 600D zum Einsatz kommt (s. o.). Der APS-C-CMOS-Sensor löst 12,2 Megapixel auf und kann ein Videosignal in 720p liefern. Neu ist laut Canon der optische Sucher, der 95 % des Bildfeldes abdeckt und ein helles Bild liefern soll. Für die Signalverarbeitung ist der Digic-4-Bildprozessor zuständig, wobei der Sensor mit 14 Bit je Farbkanal ausgelesen wird. Im Serienbildmodus sind bis zu 3 Bilder/s möglich, die ISO-Empfindlichkeit ist von 100 bis 6.400 einstellbar. Der Autofokus verfügt auch in der 1100D über neun Messfelder.

Um Einsteigern die Bedienung zu vereinfachen, hat Canon auf Fachbegriffe verzichtet und nutzt stattdessen einfache Worte, um die jeweiligen Funktionen zu beschreiben. Der Modus Basic+ soll dabei helfen, Weißabgleich, Canon EOS 1100D [Foto: Canon]Belichtung und Bildverarbeitung bequem anzupassen, um optimale Ergebnisse zu erhalten. Auch auf die Kreativfilter muss der Käufer einer EOS 1100 D nicht verzichten. Über die HDMI-Schnittstelle, die übrigens auch die 600D besitzt, kann die Kamera an einen HD-Fernseher angeschlossen werden. Zudem sind die Canons CEC-kompatibel, so dass mit entsprechendem Fernseher die Kamera über die Fernseher-Fernbedienung gesteuert werden kann, sofern sie per HDMI verbunden ist. Zur Steuerung der Diashow muss also niemand vom Sofa aufstehen. Das Speicherkartenfach der 1100D nimmt eine SD-Karte auf, wobei der Steckplatz kompatibel mit SDHC und SDXC ist. Darüber hinaus können Eye-Fi-WLAN-SD-Karten zum Einsatz kommen, die von der 1100D explizit unterstützt werden. Dies erlaubt die drahtlose Übertragung von Bildern auf einen Computer oder direkt ins Internet. Zur Schonung des Lithium-Ionen-Akkus kann die WLAN-Funktion aber auch kameraseitig deaktiviert werden. Ab April 2011 soll die Canon EOS 1100D mit dem neuen Setzoom EF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 IS II für knapp 550 EUR erhältlich sein.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 40, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.