Vom Fisheye bis zum Profi-Supertele

Canon kündigt L-Objektive 8-15, 70-300, 300, 400, 500 und 600 an

2010-08-26 Canon erneuert und erweitert in einem großen Rundumschlag sechs Objektive der L-Serie sowie zwei Telekonverter (1,4- und 2fach) für das EOS-Kamerasystem. Neu ist das EF 8-15mm 1:4L Fisheye USM, das je nach Zoomstellung ein kreisrundes bis diagonales Fisheyebild an Vollformat abbildet. Es ist dabei wie alle L-Objektive wettergeschützt. Gleich fünf Neuheiten gibt es im Telebereich: Das EF 70-300mm 1:4-5,6L IS USM mit Bildstabilisator und Ultraschallantrieb, die lichtstarken Teleobjektive EF 300mm 1:2,8L IS II USM und EF 400mm 1:2,8L IS II USM sowie die lichtstarken Superteleobjektive EF 500mm 1:4L IS II USM und EF 600mm 1:4L IS II USM. Letztere befinden sich allerdings erst in der Entwicklung.  (Daniela Schmid)

Das Fisheye-Zoom EF 8-15mm 1:4L Fisheye USM ist das erste dieser Art in Canons Objektivsortiment. Canon EF 300 mm f2.8L IS II USM [Foto: Canon]Dafür hat der Neuling gleich einiges zu bieten. Als Angehöriger der Profi-Serie der L-Objektive ist es mittels spezieller Dichtungen vor Staub und Spritzwasser geschützt. Der Ring-USM (Ultraschallmotor) sorgt für eine schnelle und präzise Scharfstellung. Dabei ist auch im aktivierten AF-Modus jederzeit eine manuelle Fokussierung möglich. Interessant sind die Möglichkeiten, die es in seiner Funktion als Fisheye bietet. Für Vollformatkameras besteht die Wahl zwischen einer kreisrunden 180-Grad-Abbildung oder einer Abbildung über das gesamte Vollformat mit der typischen Fisheye-Verzerrung. EOS-Kameras mit APS-C- oder APS-H-Sensor bieten nur die traditionelle Sichtweise. Damit die Abbildung vignettierungsfrei bleibt, besitzt das Objektiv Markierungen. Die Buchstaben C bzw. H neben dem Zoomring zeigen die Weitwinkelpositionen, bis zu denen gute Ergebnisse erzielt werden. Für Kameras mit APS-C-Sensor gibt es sogar eine Zoomsperre. Das optische System des EF 8-15mm 1:4L Fisheye USM besteht aus 14 Linsen in elf Gruppen. Dabei sind eine asphärische und eine Ultra-Low-Dispersion-Linse (UD) verbaut. Gegen Abbildungsfehler hat Canon alle Linsen mit einer Super-Spectra-Vergütung versehen. Die Innenfläche der Frontlinse wurde zusätzlich SWC-vergütet (SubWavelength structure Coating). Dabei werden winzige kegelförmige Strukturen verwendet, die die optische Dichte nahezu stufenlos erhöhen bis sie die optische Dichte der Linse erreicht haben. So soll Streulicht erst gar nicht entstehen. Front- und Hinterlinsen sind mit einer staub- und schmutzwasserabweisenden Fluorbeschichtung versehen. Sie soll die bestmögliche Abbildungsqualität sichern und zusätzlich die Reinigung erleichtern. Das EF 8-15mm 1:4L Fisheye USM kommt ab Januar 2011 für 1.400 EUR in den Handel.

Canon EF 600 mm 1:4L IS II USM [Foto: Canon]Die meisten Neuerungen bietet Canon im Telebereich, darunter die beiden Superteles für Profis, die sich noch im Entwicklungsstadium befinden. Prototypen des EF 500mm 1:4L IS II USM und des EF 600mm 1:4L IS II USM werden erstmals auf der photokina 2010 in Köln zu bewundern sein. Die beiden ersetzen das EF 500mm1:4L IS USM und das EF 60mm 1:4L IS USM. Für die neue Version hat Canon das Gehäuse neu konstruiert und dadurch eine Gewichtsreduzierung erreicht. Auch das optische System, die verwendeten Materialien etc. haben ein Update erfahren. Wann die beiden Superteleobjektive Marktreife haben, steht noch nicht fest. Ebenfalls als Neuauflage in Version II kommen die beiden lichtstarkenTeleobjektive EF 300mm 1:2,8L IS II USM und EF 400mm 1:2,8L IS II USM in den Handel. Die verbesserten Auflagen zeichnen sich durch ein deutlich geringeres Gewicht aus, im Falle des EF 400mm 1:2,8L IS II USM sind es mit 1,5 kg Einsparung sogar 28 Prozent gegenüber seinem Vorgänger. Das EF 300mm 1:2,8L IS II USM erreicht mit 200 g immerhin acht Prozent Gewichtsreduzierung. Möglich macht dies eine neue Magnesiumlegierung und die Verwendung von Titanelementen. Ebenfalls überarbeitet wurden das optische System und der Bildstabilisator, der in der aktuellen Ausführung verbaut wurde. Der IS-Modus 2 arbeitet laut Canon jetzt bei Kameraschwenks effektiver. Hinzu kommt ein dritter Modus, der nur während der Aufnahme aktiviert wird. Wie beim Fisheye nutzt Canon die Super-Spectra-Vergütung der neuesten Generation, das SubWavelength structure Coating SWC und die Fluorbeschichtung für Front- und Hinterlinse. Die Schärfeleistung wurde durch die Kombination des Ring-USM, neuen AF-Algorithmen und einem neuen Hochgeschwindigkeitsprozessor verbessert. Die Umstellung von AF auf MF ist jederzeit möglich. Der neue Modus Power Focus hilft bei der manuellen Scharfstellung im Movie-Modus. Hierbei erfolgt die Fokussierung manuell über den Fokusring mit elektronischer Unterstützung. So erfolgt der Fokussierungsprozess gleichmäßig und ohne Ruckler. Im Zuge der Design-Neugestaltung kann die AF-Taste auf dem Objektivgriff jetzt durch Drehen des Griffs verändert werden. Diverse Stativbuchsen bieten mehr Flexibilität bei der Auswahl von Ein- oder Dreibeinstativen. Ein neuer Drehmechanismus am Stativsockel soll den Wechsel vom Hoch- zum Querformat unkomplizierter gestalten. Aber auch die Sicherheit hat Canon berücksichtigt: die neuen Objektive sind mit einem Kensington Sicherheitsschloss ausgestattet. Angesichts der Preise macht das durchaus Sinn. Für die Profioptiken zahlt man 6.600 EUR (300 mm) respektive 10.500 EUR (400 mm).

Für die Superteleobjektive der L-Serie bringt Canon außerdem zwei Extender auf den Canon Extender EF 2x III [Foto: Canon]Markt. Der EF 1,4x III und der EF 2x III verlängern die jeweilige Objektivbrennweite entsprechend um den Faktor 1,4 und 2. Um den neuen Objektiven der L-Serie gerecht zu werden, haben die Extender im Vergleich zu ihren Vorgängern eine komplette Neukonstruktion erfahren. Durch die äußerliche Anpassung an die jüngsten Objektive unterscheiden sie sich optisch sehr stark von früheren Telekonvertern. Sie sind staub- und spritzwassergeschützt und besitzen einen integrierten Mechanismus zur Objektiventriegelung, was das schnelle Anbringen vereinfachen soll. Das optische System wurde überarbeitet und mit Super-Spectra-Vergütung und Fluorbeschichtung versehen. Auch die Datenkommunikation zwischen Objektiv und Kamera hat Canon verbessert. Ein integrierter Prozessor stellt sicher, dass alle Schärfe-, Mess- und Erkennungsinformationen schnellstmöglich weitergegeben werden. Durch all diese Maßnahmen besitzen die Extender im Vergleich zu den Vorgängern eine höhere Bildqualität und eine gesteigerte AF-Präzision. Die Extender sind ab Dezember 2010 für jeweils 500 EUR erhältlich.

Für Mobilität sorgt das Telezoomobjektiv EF 70-300mm 1:4-5,6L IS USM, das aus 19 Linsen in 14 Gruppen aufgebaut ist, darunter zwei UD-Linsen. Ebenfalls Angehöriger der L-Serie verfügt das Telezoom über die Super-Spectra-Vergütung, Fluorbeschichtung für Front- und Hinterlinse und Ring-USM und ist ebenfalls staub- und spritzwassergeschützt. Herausragend ist hier aber der 4,3fache Zoombereich, der sich besonders für Fotografen eignet, die viel unterwegs sind und nicht gerne viele Objektive mit sich herumschleppen. Der Bildstabilisator der neuesten Generation sorgt für bis zu vier Stufen längere Verschlusszeiten ohne Stativ. Bei der Konstruktion hat Canon außerdem auf eine kompakte Baulänge geachtet. Das EF 70-300mm 1:4-5,6L IS USM kommt auf 14,3 cm. Der Preis des Telezooms liegt bei 1.500 EUR. Ab Ende Oktober 2010 kommt es in die Läden und kann optional mit der Stativbuchse C (WII) erworben werden. Diese ist nicht im Lieferumfang enthalten.

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Autor

Daniela Schmid

Daniela Schmidhat in Augsburg Sprachen studiert, bevor sie nach einem halben Jahr in einer PR-Agentur für IT-Firmen in die Verlagsbranche wechselte. Ab 2004 war sie als festangestellte Redakteurin für die Magazine Computerfoto und digifoto zuständig. Während eines dreijährigen Auslandsaufenthaltes in der Nähe von New York berichtete sie als freie Autorin für digitalkamera.de von der PMA, CES und der PhotoPlus Expo aus Las Vegas und New York und übernahm die Zuständigkeit für die Rubrik Zubehör. Seit 2009 testet sie auch regelmäßig Kameras.