High-End-Digitalkamera mit großem Sensor

Canon bringt den Knüller PowerShot G1 X sowie Ixus 125 und 500 HS

2012-01-09 Zur CES 2012 packt Canon einen echten Knüller aus: Die Edelkompaktkamera G1 X mit einem 18,7 x 14,3 Millimeter großen CMOS-Sensor, dessen Auflösung 14 Megapixel beträgt. Das ist etwas größer als Micro Four Thirds. Das Objektiv mit Blende 2,8-5,8 und dreistufigem Graufilter zoomt optisch vierfach von 28-112 Millimeter (KB). Die beiden neuen Ixus 125 HS und Ixus 500 HS zeichnen sich vor allem durch ihre Kompaktheit aus sowie durch ihr buntes, stylisches Gehäusedesign. Die 125 HS zoomt optisch fünffach von 24-120 Millimeter und löst 16 Megapixel auf. Die ähnliche Ixus 500 HS bringt es auf zehn Megapixel und bietet ein optisches Zwölffachzoom (28-336 Millimeter) im 19,2 Millimeter flachen Gehäuse.  (Benjamin Kirchheim)

Canon PowerShot G1 X [Foto: Canon]Die Canon PowerShot G1 X kann man sicher mit Recht jetzt schon als das Kompaktkamera-Highlight der CES 2012 bezeichnen. Canon setzt damit sowohl den spiegellosen Systemkameras als auch den Highendgeräten wie etwa der Sigma DP-Serie oder der Fujifilm X100 etwas entgegen, denn die Bildqualität soll auf DSLR-Niveau liegen. Interessant ist die Sensorgröße, für die Canon sich entschieden hat: 18,7 x 14,3 Millimeter mit einem Seitenverhältnis von 4:3. Das ist minimal größer als Micro Four Thirds aber doch kleiner als APS-C, der Crop-Faktor beträgt 1,85. Somit wird aus dem fest verbauten 15,1-60,4-Millimeter-Vierfachzoom ein 28-112-Millimeter-Objektiv. Bei der Lichtstärke hingegen muss man mit F2,8 im Weitwinkel und F5,8 im Tele einen Kompromiss eingehen – allein schon um die Kamera nicht zu groß und teuer werden zu lassen. Nicht ohne Grund besitzen andere Kompaktkameras mit derart großem Sensor eine Festbrennweite, die dann lichtstärker ausfallen kann. Beim CMOS-Sensor der G1 X jedenfalls, der übrigens 14,3 Megapixel auflöst, darf darüber spekuliert werden, ob er auch als Basis für ein mögliches spiegelloses System von Canon dient. Ein solches fehlt dem japanischen Hersteller im Gegensatz zur Konkurrenz noch, Insider munkeln indes, es würde diesen Sommer oder spätestens zur Photokina präsentiert werden.

Canon PowerShot G1 X [Foto: Canon]In der weiteren Ausstattung entspricht die G1 X im Prinzip dem, was man bislang von der Powershot-G-Serie gewohnt ist. Das unverkennbare Metallgehäuse weist einen gummierten Handgriff auf sowie viele praktische Bedienelemente, wie etwa das vordere Bedienrad oder das zweigeschossige Drehrad auf der Kameraoberseite, mit dem man Belichtungskorrektur und Aufnahmeprogramm einstellt. Dazu gehören natürlich die klassischen Aufnahmeprogramme P, A, S und M sowie die Möglichkeit, Bilder als 14-Bit-RAW zu speichern. Weiterhin verbaut sind ein optischer Sucher mit Dioptrienkorrektur sowie ein Systemblitzschuh. Der rückwärtige Bildschirm ist 7,5 Zentimeter (drei Zoll) groß und dank seitlichem Doppelgelenk nach oben, unten, links und rechts klapp- beziehungsweise schwenkbar. Seine Auflösung beträgt feine 920.000 Bildpunkte.

Im Zentrum der Bildqualität und der Geschwindigkeit steht der Bildprozessor Digic 5. Schon auf dem Sensor mit schneller Vier-Kanal-Auslesung wird das Canon PowerShot G1 X [Foto: Canon]Rauschen unterdrückt. Der Empfindlichkeitsbereich liegt bei ISO 100 bis 12.800. 4,5 Serienbilder pro Sekunde bei voller Auflösung schafft die G1 X für sechs Aufnahmen in Folge. Längere Serien sind im JPEG-Modus mit 1,9 Bildern pro Sekunde möglich, die dann simultan auf die SD-Speicherkarte (oder SDHC oder SDXC) gespeichert werden. Das Objektiv besitzt besonders hochwertige Glaselemente, eine Irisblende mit sechs Lamellen, einen dreistufigen Graufilter sowie einen besonders ausgeklügelten optischen Bildstabilisator. Er garantiert um bis zu vier Lichtwertstufen längere, verwacklungsfreie Belichtungszeiten und bietet sieben verschiedenen Modi, die automatisch gewählt werden. Die Kamera erkennt, ob man gerade schwenkt, dann korrigiert sie nur die Verwackelungen in einer Richtung, ob man gerade ein Makro aufnimmt, dann korrigiert sie auch seitliche Bewegungen, die bei Makros stärker ins Gewicht fallen als üblich, oder ob sich die Kamera gerade auf einem Stativ befindet.

Filme nimmt die G1 X maximal in Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel bei 24 Bildern pro Sekunde und mit Stereoton auf, das optische Zoom kann dabei verwendet werden und der große Bildsensor erlaubt das Spiel mit der Schärfentiefe. Ob auch die Blende beim Filmen gesteuert werden kann, sagt Canon hingegen nicht explizit. Helfende Funktionen wie HDR mit bis zu drei Bildern oder Canon Digital Ixus 125 HS [Foto: Canon]Nachtaufnahme ohne Stativ, bei der die G1 X mehrere Aufnahmen zu einem unverwackelten Endergebnis kombiniert, bietet die Flaggschiff-Kompaktkamera ebenfalls. Im Zubehör finden sich neben den kompatiblen Systemblitzgeräten auch ein Objektivfilteradapter und das Unterwassergehäuse WP-DC44: Es ist bis 40 Meter Tauchtiefe ausgelegt. Ab Ende Februar 2012 soll die Canon PowerShot G1 X zu einem stolzen Preis von knapp 750 EUR erhältlich sein.

Auch für diejenigen, die nicht ganz so viele Euros in die Hand nehmen wollen und es gerne kompakter und bunter mögen, hat Canon etwas Neues parat: Die Digital Ixus 125 HS und die Digital Ixus 500 HS. Die beiden Modelle unterschieden sich vor Canon Digital Ixus 500 HS [Foto: Canon]allem in ihrem Design und der Hardwareausstattung, bei den Funktionen sind sie sich hingegen sehr ähnlich. Die kleinere Ixus 125 HS bietet ein optisches Fünffachzoom von 24 bis 120 Millimeter (KB) sowie einen CMOS-Bildsensor mit 16 Megapixeln Auflösung. Die Ixus 500 HS begnügt sich hingegen mit einem zehn Megapixel auflösenden CMOS-Sensor, geizt dafür aber nicht mit dem optischen Zwölffachzoom von umgerechnet 24 bis 336 Millimeter Brennweite, das bei ausgeschalteter Kamera im 19,2 Millimeter flachen Gehäuse Platz findet.

Einen optischen Bildstabilisator mit zur G1 X identischer Technologie, ein 7,5-Zentimeter-Bildschirm mit 460.000 Bildpunkten Auflösung, Digic-5-Bildprozessor, zahlreiche Automatikprogramme und FullHD-Videofunktion bieten beide Ixus-Modelle. Ein besonderer Clou ist die Gesichtswiedererkennung: Speichert Canon Digital Ixus 500 HS [Foto: Canon]man zur Person auch deren Alter ab, nimmt die Kamera bestimmte Einstellungen automatisch vor: Bei einem schlafenden Baby werden Kameratöne und Blitz deaktiviert und das Bild besonders weich und ansprechend abgestimmt. Bei einem Kind von zwei Jahren und Sonnenlicht werden hingegen Autofokusnachführung (Servo AF bei Canon) und Serienaufnahmen aktiviert, um die Aktivitäten des Sprösslings optimal einfangen zu können. Auch das Wiederfinden von Aufnahmen in der Bildwiedergabe wird durch die Gesichtserkennung vereinfacht. Ab Anfang März 2012 soll die Ixus 500HS zu einem Preis von knapp 330 EUR in den Farben Rot, Blau Schwarz und Silber erhältlich sein. Die Ixus 125 wird ab Ende Februar 2012 in den leuchtenden Farben Pink, Rot, Silber, Grün und Blau zu einem Preis von 250 EUR in den Handel gelangen.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.