Spiegelreflexkamera, Systemkamera

Testbericht: Konica Minolta Dynax 7D

2005-03-07 Darauf hatte die Minolta-Spiegelreflex-Gemeinde seit Jahren treu und sehnsüchtig gewartet – sofern nicht aus Ungeduld oder schlichter Notwendigkeit auf ein anderes System gewechselt wurde: Die Konica Minolta Dynax 7D ist die erste digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) für Minolta-Objektive, zumindest seit der Minolta RD-175 aus dem Jahre 1995. Für dieses Comeback hat sich Konica Minolta mit einer umgerüsteten Dynax 7, wie sie im analogen Bereich viele Liebhaber gefunden hat, das solide Mittelklassesegment der DSLRs vorgenommen, wo man als Hersteller durchaus zeigen will, was man kann. Entsprechend gespannt sein darf man also auf die Ergebnisse dieses digitalkamera.de-Tests.  (Mario Stockmann)

Konica Minolta Dynax 7D [Foto: MediaNord]"Gut Ding braucht Weile", unter diesem Motto kann man die langen Entwicklungszeiten der Dynax 7D unter dem noch jungen gemeinsamen Dach von Konica und Minolta sehen. So zumindest lässt sich die Wartezeit derer am besten vermarkten, die mit ihrer teils professionellen Minolta-Ausrüstung in der Kameratasche sehnsüchtig auf deren digitalen Einsatz ausgeharrt haben. Dafür wartet die Dynax 7D gleich mit einer beachtlichen Innovation auf, welche seitens des Herstellers nicht ungern mit der erstmaligen Integration des Autofokus in ein SLR-Kameragehäuse 1985 (Minolta 7000AF) verglichen wird: Der Anti Shake, wie er sich in der A-Klasse und bei der Z3 bewährt hat, ist ebenfalls im Kamera-Body der Dynax 7D untergebracht. Natürlich in etwas größeren Dimensionen, aber gleichermaßen viel versprechend in der Wirkung und das mit (fast) jedem angesetzten (Minolta- bzw. Konica Minolta-) Objektiv. Alleine in die Entwicklung des Anti-Shakes wurde über sieben Jahre investiert. Jedoch wird sich die Dynax 7D an erster Stelle durch hochwertige Verarbeitung, praxisnahe Bedienung, zuverlässige Funktion, angemessene Performance und nicht zuletzt eine gute Bildqualität gegenüber den etablierten Mitstreitern behaupten müssen. Wie es unter diesen Gesichtspunkten um die Konica Minolta Dynax 7D bestellt ist, das zeigt der folgende Text, ergänzt durch den nebenstehenden Steckbrief und die anschließende Messwerttabelle. Das entsprechende digitalkamera.de-Datenblatt zur Dynax 7D steht ebenso zur Verfügung. Zusätzlich bieten wir Interessenten das ausführliche DCTau-Testprotokoll zum kostenpflichtigen Abruf (bzw. im Abo) an. Es liefert eine objektive Beurteilung der Bildqualität bei Verwendung verschiedener Objektive und wird unter diesem Aspekt stets erweitert.

Ergonomie/Verarbeitung  Wer das analoge Pendant zur Dynax 7D, die Minolta Dynax 7, kennt und mag, der wird beim ersten Griff zur digitalen Ausgabe erfreulich viele Gemeinsamkeiten entdecken. Charakteristisch bleibt das etwas kantige Gehäusedesign mit den beiden hervorstehenden Einstellrädern auf der Oberseite. Den geringen Größenzuwachs von fast einem Zentimeter in jede Richtung auf nun ca. 150 x 106 x 78 mm und die leicht spürbare Gewichtszunahme um rund 200 g auf betriebsbereite 850 Gramm (ohne Objektiv) kann man da beinahe übersehen. Samt Objektiv ist die 1kg-Marke jedoch fällig. Passend zum rustikalen Gewicht fallen Verarbeitung und Materialbeschaffenheit des Kamerabodys ordentlich aus. Nur der hinteren Kamerahälfte merkt man insbesondere im Bereich der Schächte für die CF-Speicherkarte (rechte Seite) und den Akku (Unterseite rechts) den Kunststoffeinsatz an. Ansonsten lässt das zu großen Teilen aus einer Magnesiumlegierung bestehende Gehäuse eine hohe Widerstandsfähigkeit erwarten. Allen Regenliebhabern sei gesagt, dass die Konica Minolta Dynax 7D nicht speziell spritzwassergeschützt ist.

Konica Minolta Dynax 7D [Foto: MediaNord]
 
  
Der Handgriff mit ergonomischen Finger-Mulden bietet eine gute Griffigkeit und erlaubt so den sicheren Halt. Da er vorne recht schmal wird, neigt man jedoch bei einhändiger Bedienung etwas zu krampfanfälligem Klammern – was selbstverständlich ebenso subjektiv und individuell unterschiedlich empfunden wird, wie das gesamte "In-der-Hand-Liegen" der Kamera. Dafür bilden Hand und primäre Bedienelemente fast automatisch eine Einheit. Der Zeigefinger liegt auf dem Auslöser und erreicht unmittelbar das vordere Einstellrädchen (Kodierrad), dessen hinteres Pendant dem Daumen zugeordnet ist. Mit ihnen lassen sich neben Verschlusszeit (1/4.000 bis 30 Sekunden in 52 Schritten) und Blende (in halben oder drittel Stufen) diverse andere Eingaben vornehmen, von der Variation unterschiedlichster Parameter über die Zoomstufe bei der Wiedergabe bis hin zur alternativen Navigationsmethode durch die Menüs.

Zahlreiche weitere Bedienelemente erlauben den direkten Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. Auf Neulinge wirkt die Dynax 7D dadurch zu Beginn überladen, nach etwas Einarbeitung weiß man diese "Nähe" jedoch zu schätzen. Zu diesem Zeitpunkt hat man sich dann auch an die Radsperre der beiden großen Wählräder gewöhnt, wobei man zum Drehen den innen liegenden Knopf hereindrücken muss, um links die Belichtungskorrektur in 1/2 oder 1/3 Blendenstufen und rechts das Belichtungsprogramm (P, A, S, M, Vollautomatik und drei Register für individuelle Kameraeinstellungen) auszuwählen. Im Sockel der Wählräder ist zudem ein weiterer Einstellring integriert, mit dem sich linker Hand die Blitzbelichtungskorrektur und rechts die Bildfolgeart (Einzel-/Serienbild, Belichtungsreihe und Selbstauslöser) festlegen lassen. Oben rechts erfolgt die Wahl des Weißabgleichs; per Drehschalter wird dessen grundlegende Funktion ausgewählt. Mit dem inneren Knopf gelangt man zu den entsprechenden weiteren Einstellungen.

Auch die Rückseite geizt nicht mit Knöpfen und Schaltern jeglicher Couleur, welche sich den vergleichsweise kleinen Raum um den riesigen 2,5" LC-Farbmonitor herum teilen müssen. Links von ihm reihen sich fünf Knöpfe vertikal aneinander, welche sich hauptsächlich auf den rein digitalen Teil der Spiegelreflexkamera beziehen. Durch sie kommt man ins Menü, schaltet die Displaydarstellung um bzw. aus, kann in ein aufgenommenes Bild hineinzoomen, Aufnahmen löschen und in den Wiedergabebetrieb wechseln. Links oben findet man den Ein-/Aus-Schalter.

Auf der rechten Kamerarückseite geht es dagegen komplexer zu (siehe Abbildung). Im Einzugsgebiet des Daumens gut erreichbar befinden sich in erster Linie von der analogen Dynax 7 bekannte Einstellelemente. Neu vorhanden sind jedoch zuunterst der Schalter zur Aktivierung bzw. Deaktivierung des Anti Shakes und die daneben befindliche "ISO"-Taste. Der wählbare Empfindlichkeitsbereich erstreckt sich dabei von ISO 100 bis 3200, wobei ISO 3200 zusätzlich per Menü freigegeben sein muss. Darüber liegt die "MSET"-Taste, mit welcher die aktuellen Kameraeinstellungen auf einen von drei Speicherplätzen abgelegt werden können, um sie später schnell über das rechte Wählrat wieder aufrufen zu können –praktisch, wenn man für spezielle Aufnahmesituationen gewappnet sein will!

Der zentral gelegene 4-Wege-Navigations-Ring mit innen liegendem Taster ist multifunktional. Das Ganze dient unter anderem zur AF-Messfeldauswahl, zum Navigieren in Menüs oder zum Wechsel verschiedener Darstellungsarten bei der Bildwiedergabe. Umgeben wird es von einem Drehschalter zum Festlegen der AF-Messfeld-Wahl (großes AF-Feld, AF-Feld festsetzen, manuelles AF-Feld).

   Konica Minolta Dynax 7D [Foto: MediaNord]
 

Die AEL-Taste dient beim Drücken zur Speicherung der aktuellen Belichtungswerte. Ringförmig um diese Taste ist der Schalter zur Wahl der Belichtungsmessmethode angeordnet. Es stehen Spot-, 14-Segment-Wabenfeld- und mittenbetonte Integralmessung zur Verfügung.

In neutraler "Ruheposition" weilt die rechte Daumenspitze automatisch auf dem AF/MF-Umschalter, welcher den spontanen Wechsel zwischen automatischem und manuellem Fokussieren ermöglicht. Das ist – je nach Einstellung im Custom-Menü – schaltend oder beim Gedrückthalten möglich, was sich gut zum Nachfokussieren eignet. Die permanente Wahl der AF-Betriebsart erfolgt hingegen mit dem Schalter auf der Vorderseite unterhalb der Objektiventriegelung. Neben der Position für manuellen Fokus (MF) stehen der Nachführ-AF (C) der automatische Autofokus (A) und der statische AF (S) zur Verfügung, wobei in Stellung A die Kamera situationsbezogen automatisch zwischen C und S wählt. Eine Abblendtaste fehlt ebenfalls nicht. Etwas zu empfindlich ist die Taste zur Entriegelung des Objektivs, bei der schon ein relativ sachtes Antippen genügt, um das Objektiv softwaremäßig vom System abzukoppeln, was zu einer kurzen Zwangspause führt.

Der Monitor hinterlässt einen vorzüglichen Eindruck und kann durch Aufstecken der mitgelieferten Kunststoffscheibe geschützt werden. Er ist mit seiner 2,5"-Diagonalen nicht nur vergleichsweise groß, sondern mit 207.000 Pixeln zudem hoch auflösend genug, um z. B. die Bildschärfe bei der Wiedergabe gut beurteilen und das detailreiche Menü übersichtlich und klar erkennen zu können. Dessen Gestaltung und Struktur hat Konica Minolta weitestgehend von der Dimage-A-Serie übernommen. Die Einstellmöglichkeiten im Menü sind in vier Kategorien (Aufnahme, Wiedergabe, Custom, Setup) auf mehrere virtuelle Reiter (max. vier) mit je bis zu sechs Punkten verteilt.

Der Sucher mit Dioptrienausgleich (-3 bis +1 dpt.) am Okular (mit 21 mm Augenabstand und 0,9-facher Vergrößerung) unterstreicht die gehobene Klasse der Dynax 7D mit einem hellen, deutlichen Abbild dessen, was sich dem CCD bei der Belichtung darbietet. Außer bei der Belichtung wird das Bild über den Schwenkspiegel und ein hochwertiges Glas-Pentaprisma in den Sucher umgelenkt. Mit ca. 95% Sucherbildabdeckung fehlt jedoch – wie klassenüblich – ein schmaler Randbereich, den man erst nach der Aufnahme am Monitor betrachten kann. Die Mattscheibe mit sphärischen Mikrowaben ist wechselbar gegen eine super-sphärische Version (für ein noch helleres Sucherbild) oder eine mit Gitternetz. Dazu muss man die Dynax 7D jedoch vertrauensvoll dem Konica Minolta Service überlassen. Im Sucher präsentiert die Dynax 7D die üblichen Informationen zur Belichtung (Blende, Zeit, Belichtungskorrektur, geschätzte Restbildzahl etc.) sowie im Sucherbild die AF-Messfelder. Zusätzlich wird vertikal an der rechten Seite die Auslastung des Anti Shakes durch Aufleuchten von 5 übereinander liegenden Feldern visualisiert. Diese Kontrolle kann sehr hilfreich sein, will man beurteilen, inwiefern mit aktiviertem Anti Shake (AS) noch eine verwacklungsfreie Aufnahme möglich sein kann. Je weniger Lämpchen leuchten, sprich je kürzer dieser Leuchtbalken erscheint, desto wirkungsvoller kann die Kompensation des Wackelns ausfallen.

Auf der linken Kameraseite sind die Anschlüsse für Blitzsynchronkabel, Netzgerät und Kabelfernbedienung untergebracht. Rechts, durch den Deckel zum CompactFlash-Fach hindurch, lässt sich eine Luke für den Videoausgang bzw. USB 2.0-Anschluss aufschieben. Ergonomischer geht es bei Hochformataufnahmen mit dem optionalen Vertikalhandgriff (VC-7D), welcher Platz für 2 Akkus oder per Adapter für 6 AA/Mignon-Zellen bietet und die wichtigsten Bedienelemente (Auslöser, beide Kodierräder, AEL- und AF/MF-Taste) doppelt.

Optik  Die Hauptanreize für eine Digitalkamera nach dem SLR-Prinzip sind natürlich eng mit der Auswechselbarkeit des Objektivs verbunden. So darf jetzt auch bei Konica Minolta für die digitale Fotografie frei aus dem bestehenden Sortiment an Objektiven mit Minolta A-Bajonett gewählt werden. In jedem Fall verlängert sich jedoch die Brennweitenangabe des Objektivs um den Faktor 1,5, denn der Bildsensor der Dynax 7D ist mit 23,5 x 15,7 mm dementsprechend kleiner als die Bildfläche eines Kleinbildfilms, was zu einer Verengung des Bildwinkels führt bzw. einen Ausschnitt erzeugt. Das Objektivangebot von (Konica) Minolta deckt vom Weitwinkel- bis in den hohen Telebereich (600 mm AF-APO G, entspr. 900 mm) alle Brennweiten ab, wobei man in der Regel die Wahl zwischen der "Standard"- und der sehr hochwertigen G-Serie hat. Leider etwas enttäuschend sehen bei Konica Minolta die Verhältnisse aus, was das Angebot an Super-Weitwinkel-Objektiven sowie wirklich universellen Standard-Zooms angeht. Denn aktuell beginnt der Brennweitenbereich am unteren Ende praktisch bei KB-äquivalenten 25,5 mm und am ehesten als Universal-Zoom geeignete Objektive (z.B. das 24-105 mm F3,5-4,5 D-Objektiv) beginnen umgerechnet erst bei 36 mm Brennweite. Das im Set günstig mit erwerbbare Objektiv entpuppt sich an der Dynax 7D gar als Version mit 42-150 mm (F3,5-5,6 (D)). Das ist als Schnäppchen für den Anfang zwar nett, macht aber die Notwendigkeit eines Weitwinkel-Zooms deutlich.

Konica Minolta Dynax 7D [Foto: MediaNord]
 
  
Genau in diesem Bereich hat Konica Minolta eines von zwei mit der Dynax 7D herausgebrachten und auf digital abgestimmten Objektiven platziert: das AF 17-35 mm F2,8-4 (D). Zusammen mit dem neuen AF 28-75 mm F2,8 (D) lässt sich so der Bereich von 25,5 bis 112,5 mm (KB-äquivalent) abdecken. Beides sind D-Objektive, wobei "D" nicht etwa für "Digital" steht, sondern für die "Distanz", auf welche fokussiert ist. Diese wird zusätzlich an die Kamera übertragen, wodurch bei der Wabenfeldmessung unter Zuhilfenahme der AF-Daten gezielt auf das eigentliche Motiv belichtet werden kann. Das führt zu präziseren Belichtungsergebnissen selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen (z. B. Gegenlicht).

Bei den genannten Einschränkungen sollte man bedenken – was den Konica Minolta Objektivpark betrifft –, dass weniger Brennweitenbereich in einem einzigen Zoomobjektiv in der Regel mehr erzielbare Qualität mit sich bringt. Wer jedoch keinesfalls auf ein alleiniges, kompaktes Universal-Zoom verzichten kann oder bei den Investitionskosten sparen will, für den kommt auch die breite Angebotspalette an Objektiven der Fremdhersteller in Betracht. Auch wenn Konica Minolta hier nicht für die einwandfreie Funktion, insbesondere des Anti Shakes garantieren mag, so scheint es keine generellen Einschränkungen zu geben. Andernorts sind kompakte, leichte und gleichzeitig weitwinklige Zoomobjektive (z. B. Canons EF-S-Serie) im Kommen. Sie sind so konstruiert, dass sie weiter in das Kameragehäuse hinein ragen. Der resultierende kleinere Bildkreis genügt aufgrund der geringeren Ausmaße des Bildsensors einer DSLR-Kamera. Eine Rückwärtskompatibilität solcher Objektive zu älteren Kamerabodys und Geräten mit Vollformatsensor ist dadurch allerdings ausgeschlossen.

An der Konica Minolta Dynax 7D scheint diese Entwicklung trotz des Bildsensors in etwa APS-C Größe vorbei zu gehen, denn sie unterscheidet sich von allen anderen digitalen Spiegelreflexkameras durch ihre Anti Shake-Technologie. Dabei handelt es sich um eine neue Art der Bildstabilisierung, die bisher bei Spiegelreflexkameras nur durch spezielle Objektive mit integrierten Lösungen erreicht wurde. Bei Konica Minoltas Anti Shake wird hingegen kein Linsenelement des optischen Systems bewegt, sondern der Bildsensor selbst. Er wandert sozusagen der Abbildung in der Bildebene hinterher, welche beim Wackeln der Kamera nicht still steht. Um diesen Ausgleich zu ermöglichen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. So müssen zu jeder Aufnahme die aktuelle Brennweite und die Entfernung zum Motiv bekannt sein. Präzise Fokuswerte werden direkt von D-Objektiven übertragen oder können über die AF-Kupplung ermittelt werden. Gyroskopsensoren im Kamerabody liefern die Verwacklungsinformationen, sprich mit welcher Geschwindigkeit die Dynax 7D in jede der beiden Richtungen parallel zur Bildebene bewegt wird. Zusammen mit der aktuellen Position des CCDs, welche über einen magnetischen Sensor bestimmt wird, errechnet ein spezieller Mikroprozessor die erforderliche Ausgleichsbewegung. Entsprechend wird der CCD-Sensor samt Platine auf einer beweglichen Halterung in atemberaubendem Tempo um bis zu zehn Millimeter in vertikaler und horizontaler Richtung verschoben. Konica Minolta setzt hierbei auf den eigens entwickelten, äußerst kompakten SIDM-Antriebsmechanismus (Smooth Impact Drive Mechanism), basierend auf Piezoelementen. Eine nicht starre, sondern über Reibung hergestellte Verbindung zwischen den Piezoelementen und dem CCD-Träger führt zu einer weichen Bewegungscharakteristik.

   Konica Minolta Dynax 7D [Foto: MediaNord]
 

Für die Integration des Anti Shakes sprechen zum einen die allgemeinen Vorteile eines Bildstabilisators: Verwacklungsfreie Fotos gelingen noch bei sonst als kritisch angesehenen Verschlusszeiten. Das ermöglicht unter anderem Freihandaufnahmen bei schwächerem Licht bzw. längeren Brennweiten, geringeres Rauschen durch die Möglichkeit, die ISO-Zahl herabzusetzen, oder auch das Abblenden zugunsten einer größeren Schärfentiefe.

Zudem hebt sich die Dynax 7D im Speziellen mit ihrer Anti Shake-Technologie durch folgende Kriterien von Objektiv basierten Lösungen ab: Die Unterbringung im Kamera-Body erlaubt die Verwendung mit jedem angesetzten Objektiv, egal welche Brennweite benutzt wird. Selbst bei der Fotografie im Makrobereich profitiert man vom Anti Shake, wenn auch eingeschränkt, da dort die Bewegungskomponente senkrecht zur Bildebene und aus dem Schärfetiefebereich heraus eine dominante Rolle spielt. Kosten- und Platzeinsparung können durchaus weitere Pluspunkte sein. Zwar lässt sich der Stabilisierungseffekt nicht während der Motivwahl beobachten, doch die Anti Shake Statusanzeige im Sucher gibt durchaus einen Anhaltspunkt, ob beim gegenwärtigen Wackeln ein scharfes Bild möglich ist. Letztendlich hat man den Anti Shake im Gegensatz zu einem Stativ einfach immer dabei.

Selbstverständlich birgt jede zusätzliche Technik und Mechanik auch ihre Risiken. Besonders bei einer derart komplexen Konstruktion, wo ordentlich Bewegung mit im Spiel ist, liegt einem die Frage nach der Haltbarkeit förmlich auf der Zunge. Diesbezüglich kann man bis jetzt am ehesten noch auf die Minolta Dimage A1 verweisen, wo der Anti Shake seit August 2003 sehr zuverlässig seinen Dienst vollzieht und wohl im Vergleich zur Dynax 7D länger andauernd in Betrieb ist. Denn bei der Dynax 7D wird der CCD nur während der Aufnahme bewegt, nicht wahlweise schon während des Fokussierens (wie bei der A1), wovon man im optischen Sucher der DSLR 7D sowieso nichts sehen würde. Dafür springt die schon erwähnte Balkendarstellung rechts im Sucher ein. Da es keinen Videomodus gibt, kommt es auch nicht zum Dauereinsatz für den Anti Shake – von sehr langen Belichtungszeiten abgesehen.

In der Praxis ist die Wirkung eines Bildstabilisators nur schwer quantitativ zu beurteilen. Der tatsächliche Gewinn in Blenden lässt sich nicht allgemein beziffern, da er stark von situationsbedingten Einflussfaktoren abhängt. Auf Anhieb lässt sich hingegen feststellen, dass der Anti Shake funktioniert – und das bei allen Brennweiten und unterschiedlichen Arten des Wackelns. Vergleichsfotos mit und ohne aktiviertem Anti Shake lassen die Herstellerangaben von bis zu drei Blenden durchaus glaubhaft erscheinen.

Konica Minolta Dynax 7D [Foto: MediaNord]Einen starken Einfluss hat das verwendete Objektiv des Weiteren auf die Leistungsfähigkeit des Autofokus, welche in erster Linie durch Präzision und Geschwindigkeit definiert ist. Der Motor für den Autofokusantrieb befindet sich im Kameragehäuse. Die Drehungen werden über die AF-Kupplung an das Objektiv übertragen (außer bei den SSM-Objektiven mit eigenem Ultraschallmotor). Wie das Objektiv selbst diese Bewegung zum Scharfstellen umsetzt, ist also entscheidend für die Gesamtgeschwindigkeit. Außerdem steigt die Performance beim Einsatz lichtstarker Objektive. Die Anordnung der insgesamt 9 AF-Messfelder ist dieselbe wie schon bei der Dynax 7, wobei es sich hier um 8 Linien- und einen zentralen Kreuzsensor handelt. Der Empfindlichkeitsbereich, in dem sie arbeiten, erstreckt sich von EV 0 bis 20 bzw. bei Spotmessung von EV 3 bis 20 bei ISO 100 und F1,4. Gemeinsam decken sie das große AF-Feld ab, in dem die Dynax 7D eigenständig den Schärfepunkt wählen kann. Das entsprechende AF-Messfeld blinkt im Sucher kurz rot auf. Selbstverständlich darf man zudem über den Navigationsring selbst ein bestimmtes AF- Messfeld gezielt festlegen. Das TTL-Phasendetektionssystem vollzieht seine Arbeit im Allgemeinen solide und zügig (s. Messwerttabelle), womit es sich im DSLR-Lager unter den Mitbewerbern recht gut behaupten kann. Unter widrigen Lichtbedingungen, z.B. bei Available Light Fotografie, arbeitet es jedoch manchmal weit entfernt von den eigenen Höchstleistungen. Dann kommen durchaus Fokussierzeiten zustande, welche über einer Sekunde liegen, besonders bei einem Objektiv größerer Brennweite mit längeren Fokussierwegen. Bei hellem Tageslicht macht der Autofokus jedoch eine sportliche Figur und das im kontinuierlichen Betrieb (AF-C) unter Einsatz von Schärfevorausberechnung und stetiger Schärfenachführung zwischen den Aufnahmen.

Blitz  Der integrierte, von der Leistung her angemessen dimensionierte Blitz wird von Hand ausgeklappt und dann automatisch bei jeder Aufnahme verwendet; so ist es bei Konica Minolta üblich. Abschattungen bei langen Objektiven und die Gefahr roter Augen werden durch die weite Entfernung des offenen Blitzes zum Objektiv weitestgehend verhindert. Die Blitzausleuchtung ist akzeptabel, wenn auch unter 30 mm Brennweite (entspr. KB) Abschattungen in den Bildecken auftreten. Für kleinere Aufgaben, z. B. als Aufhellblitz, eignet er sich allemal. Bei schwachem Umgebungslicht unterstützt er den Autofokus bei der Arbeit mit einer Aufmerksamkeit erregenden Blitzsalve. Ein alternatives AF-Hilfslicht gibt es nicht, außer man verwendet ein entsprechend ausgestattetes externes Blitzgerät. Um mit einem Solchen beim drahtlosen, "entfesselten" Blitzen zu kommunizieren, verfügt der eingebaute Blitz über eine entsprechende Steuerfunktion und sendet seine Kommandos mit schwachen Blitzfolgen zu einem oder mehreren entfernt aufgestellten Pendants.

Konica Minolta Dynax 7D [Foto: MediaNord]Die herstellereigene Auswahl an kompatiblen Blitzgeräten ist recht übersichtlich, denn an Programmblitzgeräten funktioniert hier lediglich die aktuelle Serie mit dem "D" in der Bezeichnung. Im Einzelnen handelt es sich dabei um die drei sinnvoll in Leistung und Funktionsumfang abgestuften Programmblitzgeräte 5600HS (D), 3600HS (D) und 2500 (D). Der Name verrät schon das Wesentliche: Die ersten beiden Ziffern stehen für die Leitzahl, "HS" weist auf die Unterstützung der Hochgeschwindigkeits-Blitzsynchronisation ("HSS" bis zu 1/4.000 Sekunde) hin und das Distanz-"D" zeigt die Kompatibilität zu Konica Minoltas ADI (Advanced Distance Integration) Blitzlichtmessmethode, welche unter Zuhilfenahme der Entfernungsinformation für eine exakte Blitzbelichtung des eigentlichen Motivs sorgen soll. Das macht diese Methode weniger anfällig für Irritationen durch Hintergrundhelligkeit oder Reflexionen am Objekt als die ebenfalls verwendbare TTL-Messung. Beide Arten arbeiten mit einer kurzen, kaum wahrnehmbaren Vorblitzreihe vor der eigentlichen Aufnahme. Das vom Motiv reflektierte Licht wird von den normalen 14 Belichtungsmesszellen in Wabenanordnung gemessen und daraus die geeignete Blitzleistung bestimmt. Manuelle Wahl der Blitzleistung sowie Vorblitz zur Vermeidung roter Augen und Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang stehen ferner zur Verfügung.

Als spezielles Systemblitzzubehör sind der Makro-Zwillingsblitz und der Makro-Ringblitz zu nennen, welche über eine Makro-Blitzsteuereinheit mit der Dynax 7D verbunden werden. Über die PC-Synchronbuchse lassen sich außerdem Studioblitzanlagen anschließen. Wer noch ein älteres Systemblitzgerät (5400HS, 5400xi, 5200i oder 4000AF) sein Eigen nennt, muss dieses nicht zwingend komplett zum alten Eisen legen, denn immerhin lässt es sich im manuellen Belichtungsprogramm mit manueller Auswahl der Blitzleistung verwenden.

Alles in allem kann man die Blitztechnik der Konica Minolta Dynax 7D als ausgereift und praxisgerecht bezeichnen. Die Ergebnisse sind vollkommen zufrieden stellend, und an der Farbwiedergabe gibt es nichts auszusetzen. Zudem sind manuelle Eingriffe jederzeit über die direkte Eingabe einer Blitzlichtkorrektur oder auch eines manuellen Weißabgleichs komfortabel zu tätigen. Eine Besonderheit betrifft noch die Verwendung des Anti Shakes. Bei dessen Einsatz steigt die kürzeste Blitzsynchronisationszeit (ohne HSS) von 1/160 auf 1/125 Sekunde an. Wohl einer der wenigen Gründe, den Anti Shake bewusst zu deaktivieren.

   Aufnahmeeinstellungen [Foto:MediaNord]
   Aufnahmemenü 1 [Foto:MediaNord]
   Aufnahmemenü 2 [Foto:MediaNord]
   Einstellungsmenü 3 [Foto:MediaNord]
   Wiedergabemenü [Foto:MediaNord]

Bildqualität  Abgesehen von der Optik, für die ein (D)SLR-Body selbst nun mal nicht verantwortlich gemacht werden kann, resultiert die Bildqualität (bei optimaler Belichtung) aus dem Leistungsvermögen des eingebauten Bildsensors und der internen Weiterverarbeitung der von ihm gelieferten Rohdaten in eine digitale Bilddatei. Im Vergleich zu Canon, Sigma oder Fujifilm hat Konica Minolta offenbar keine spezielle oder gar eigene Bildsensor-Lösung in der Dynax 7D verbaut. Stattdessen handelt es sich um einen 6,1 Millionen effektive Pixel fassenden CCD-Sensor mit Primärfarbfilter. Über die exakten Abmessungen ist man sich wohl selbst bei Konica Minolta nicht sicher, findet man online und auf dem Prospekt doch andere Angaben als z. B. im Handbuch. Ohne nachzumessen nehmen wir die 23,5 x 15,7 mm als korrekte Werte an, wonach man in Nikon-DSLRs enge Verwandte finden dürfte.

Was die vom Objekt weitestgehend unabhängigen Kriterien für die Beurteilung der Bildqualität angeht, so bestätigt unser DCTau-Labortest der Dynax 7D ein sehr gutes Rauschverhalten, welches gar bei ISO 200 am besten abschneidet. Vorhandenes Rauschen, in erster Linie Helligkeitsrauschen, ist nicht aggressiv und gleichmäßig verteilt. Als ebenso professionell darf man die Scharfzeichnung beurteilen, welche erfreulich niedrig ausfällt und somit ideale Voraussetzungen für die weitere Bildverarbeitung liefert. Trotz einer nur durchschnittlich guten Eingangsdynamik von 8,2 Blendenstufen überzeugt die Dynax 7D insgesamt mit einer sehr guten Tonwert- und Farbwiedergabe. Das einzige Manko erlaubt sich die Dynax 7D bei der Wiedergabe von feinsten Bildstrukturen. In diagonaler Richtung treten Helligkeits- und Farbartefakte auf, welche bei der Farbinterpolation entstehen. Bei horizontalen und vertikalen Strukturen ist ein deutliches Farbmoiré zu sehen. Aufnahmen von Motiven mit Texturen und Grafiken eignen sich daher sehr eingeschränkt für die Bildbearbeitung. Keinen Anlass zur Kritik hinterlassen die optimal verteilten Komprimierungsstufen, wobei die Einstellung ExtraFine eine sehr hohe Bildqualität festhält.
Nur unter Berücksichtigung des angesetzten Objektivs sind Aussagen über die Auflösung zu machen. Hier haben wir die beiden mit der Dynax 7D herausgebrachten Vertreter mit untersucht. Beide erzeugen an der Kamera über ihren gesamten Brennweitenbereich Ergebnisse mit sehr guter Auflösung, welche zum Rand hin nur sehr leicht abfällt. Beim Konica Minolta AF 17-35 F2.8-4 stellten wir einen vorübergehenden leichten Anstieg der Auflösung auf dem Weg von der Bildmitte zum Rand fest. Bei einer allgemein guten Richtungsabhängigkeit der Auflösung zeigt sich einzig mit dem Weitwinkel-Zoom außerdem eine erkennbare Streuung zwischen den einzelnen Farben. Die Kameraelektronik scheint also abhängig vom Objektiv und des Abstands zur Bildmitte die Strukturen unterschiedlich stark aufzubereiten.

Unsere beiden Testkandidaten schneiden auch sonst mit sehr akzeptablen Ergebnissen ab. Verzeichnung und Randabdunklung sind in der kurzen Brennweite erwartungsgemäß erkennbar, ohne sonderlich zu stören. Dazu trägt der gleichmäßige Verlauf des Helligkeitsabfalls bei. Bei mittlerer und langer Brennweite geben sich beide kaum mehr eine Blöße, was sie im Preis-Leistungsverhältnis attraktiv macht. Es ist sicherlich kein Nachteil, dass beide nicht nur "digital optimiert" sind, sondern nach wie vor auf eine vollformatige Sensorfläche ausgelegt sind. Die Dynax 7D zeigt also das Potenzial für erstklassige Bildergebnisse, drückt man bezüglich der auftretenden Artefakte bei dafür kritischen Motiven ein Auge zu. Die Belichtung erfolgt in aller Regel zuverlässig, in problematischen Aufnahmesituationen lässt die Dynax 7D dem Benutzer so ziemlich jede manuelle Einflussnahme. Und die Zielgruppe weiß ja auch, dass es sich z. B. lohnt, bei starken Kontrasten auf Spot-Belichtungsmessung umzuschalten oder bei Gegenlicht manuell den Blitz aufzuklappen.

Sonstiges/besondere Funktionen  Hier darf die Dynax 7D zeigen, was sie sonst noch unter der Haube hat. Spiegelreflexkameras demonstrieren ihre Pferdestärken gerne in Form einer rasanten Serienbildleistung (s. Messwerttabelle), was bei digitalen SLRs abhängig von diversen Aufnahmeparametern ist, wie insbesondere der Auflösung und dem Bildformat bzw. dessen Qualitätseinstellung. Eine entscheidende Rolle spielt zudem die Geschwindigkeit, mit der die Daten auf die Speicherkarte transferiert werden. Die Dynax 7D verwendet hierbei CompactFlash-Karten vom Typ I, II oder II+ (Hitachi Microdrive o. ä.). Dass die erreichbare Datenrate nicht nur von Betitelungen der Speicherkarte wie "High Speed" oder "Ultra" abhängt, sondern ebenso vom Zusammenspiel der Karte mit der Kamera, das stellt Konica Minolta hier eindrucksvoll unter Beweis. Denn nachdem wir das seit kurzem erhältliche Firmware-Update (s. weiterführende Links) aufgespielt haben, frohlockte unsere Dynax 7D mit neuen Höchstleistungen, so dass wir unsere Messwerttabelle überarbeiten mussten. Faszinierend dabei ist, dass jetzt nicht mehr eine "High Speed"-CF-Karte die kürzeste Speicherzeit vorweist. Sie wurde von dem zuvor etwas langsameren Microdrive mit 4 GByte vom Thron gestoßen, dessen Speicherzeiten sich teilweise halbiert haben. Infolgedessen hat sich im Serienbildmodus zwar nicht die Bildrate (in Bildern pro Sekunde) geändert, aber es sind nun deutlich mehr Serienaufnahmen mit konstant bleibender Bildrate möglich. Bei höchster Auflösung und niedrigster Bildqualität ("Standard") sind es jetzt sogar weit über 40 gegenüber etwa 26 zuvor. Das zeigt aber auch, dass derartige Messwerte mit Vorsicht zu genießen sind und individuell abweichen können. Verstecken braucht sich die Dynax 7D nach unseren Erfahrungen und Messwerten jedenfalls nicht.

Konica Minolta Dynax 7D CF Card Detail [Foto: MediaNord]Im Detail bringt die Dynax 7D darüber hinaus noch einiges mehr mit. Eine Belichtungsreihenfunktion (0,3 oder 0,5 EV Abstand bei 3 oder 5 Aufnahmen in Folge), der manuelle Weißabgleich (auch mit Kelvin-Angabe) und Effekteinstellungen (Kontrast, Sättigung, Schärfe und Farbton) gehören dabei zu den gängigen Ausstattungsmerkmalen. Schwarzweiß-Bilder sind jedoch nicht direkt möglich. Intervallaufnahmen (2-240 Aufnahmen mit 30 s bis 60 min Abstand, Startzeit wählbar), Selbstauslöser mit Spiegelvorauslösung (bei Einstellung auf 2 Sekunden, alternativ 10 Sekunden) und Zonenwahl-Funktion für Gradationsanpassung bei High- oder Low-Key-Aufnahmen sind dagegen schon extravaganter. Es stehen 3 Auflösungs- sowie 5 Qualitätsstufen (inkl. RAW mit JPEG gleichzeitig) zur Verfügung. Als Farbprofil kann neben sRGB ("natürlich" oder in Kontrast und Schärfe verstärkt) auch AdobeRGB mit eingebettetem Farbraum ausgewählt werden.

Mit Hilfe von 20 Individualfunktionen lässt sich über das Custom-Menü die Kamerabedienung den eigenen Wünschen weiter anpassen. Beispielsweise kann die "MSET"-Taste mit einer Menükurzwahl belegt werden, so dass man über sie sofort an einer beliebigen Stelle im Kameramenü landet. Die Belegung der Einstellräder kann verändert werden, und die Augensensoren am Sucher können genutzt werden, um den Monitor automatisch abzuschalten, wenn man die Kamera ans Auge setzt. Die aktuellen Kameraeinstellungen können schließlich auf einem von drei Speicherplätzen abgespeichert werden, so dass sie schnell über das rechte große Wählrad abrufbar sind.

In der Bildwiedergabe profitiert man vom großen LC-Farbmonitor. Er stellt jeweils ein Foto groß dar oder klein samt Histogramm, Aufnahmedetails und Kennzeichnung der besonders hellen und dunklen Bildpartien. Eine Index- (4, 9, 16 Bilder) oder Datei-Ansicht (getrennt nach Ordnern) gibt es ebenfalls. Vergrößert man ein Bild, so beginnt die Ansicht in der maximalen Vergrößerungsstufe. Die 16 Stufen des Wiedergabezooms lassen sich mit dem hinteren Kodierrad etwas langwierig durchlaufen. Bei Beibehaltung der aktuellen Zoomstufe kann mit dem vorderen Kodierrad zwischen den Fotos gewechselt werden, um z. B. die Schärfe zu vergleichen. Diaschau und PictBridge-Druckfunktion runden das Wiedergabeangebot ab. Die Bilder können über den Videoausgang an einem Fernseher betrachtet werden. Eine Tonaufzeichnung wird nicht angeboten.

Die Dynax 7D schafft mit einer Ladung des Lithiumionenakkus NP-400 gut die angegebenen 400 Aufnahmen im Normalbetrieb, was sich erheblich steigern lässt, wenn man auf häufige Display-Nutzung und viel Blitzeinsatz verzichtet. Akku und Ladegerät gehören zum Lieferumfang; ebenso eine Okularabdeckung, welche sich am Schulterriemen befindet und statt der Augenmuschel angebracht werden kann. An die Position passen auch der optionale Winkelsucher oder die Sucherlupe. Auf CDs mitgeliefert werden unter anderem ein sehr ausführliches Handbuch und die Dimage Viewer Software, welche z. B. erforderlich ist, um RAW-Bilder zu betrachten und zu konvertieren. Die separat erhältliche Dimage Master Software bietet einen darüber hinaus erweiterten Funktionsumfang. Mittlerweile ist auch die Transfer Software kostenlos verfügbar, leider nur in englischer Sprache und über die Internetseite von Konica Minolta USA. Mit ihr lassen sich beim Einsatz im Studio die Aufnahmen direkt über die USB 2.0 High Speed Schnittstelle auf einen angeschlossenen Computer übertragen. Zuvor ist jedoch das Firmware-Update erforderlich.

Fazit  Wer samt Minolta-Ausrüstung lange auf die passende digitale Spiegelreflexkamera gewartet hat, der kann nicht nur notdürftig sondern mit gutem Gewissen zur Dynax 7D greifen. Sie bringt alles mit, um wohl jeder fotografischen Situation gerecht werden zu können. Zwar bricht sie keine Autofokus- oder Auflösungsrekorde, hinterlässt dafür aber einen äußerst positiven Eindruck, was das durchdachte Kameradesign, die direkte Bedienung und die praxis- und zielgruppengerechte Ausstattung angeht. Auch die Bildqualität ist beinahe tadellos, wären da nicht das Farbmoiré und die Artefaktbildung bei feinen Strukturen. Wünschenswert ist jetzt eine angemessene Erweiterung der Objektivpalette von Konica Minolta, speziell in den Superweitwinkel-Bereich hinein, welcher aufgrund des Verlängerungsfaktors nicht "super" genug sein kann. Die erstmalige Integration eines Bildstabilisators in ein SLR-Kameragehäuse ist verblüffend in der Technik und hilfreich beim Fotografieren. Konica Minolta ist in jedem Fall ein solider Einstieg in dieses sich rasant entwickelnde und mittlerweile gut umworbene Segment der Digitalkamera-Oberklasse gelungen.

Messwerte
Einschaltzeit ca. 1,3 s
Brennweitenverstellung
  Anzahl Stufen
  Zeit Weitwinkel bis Tele
manuell am Objektiv

Autofokus-Geschwindigkeit min. 0,1 s / ca. 0,3 s / max. 1,2 s (abhängig von Motiv und Aufnahmebedingungen)
Auslöseverzögerung weniger als 0,1 s
Blitz
  Leitzahl
 
11
Batterielaufzeit ca. 400 Aufnahmen 
Speicherzeiten
  RAW
  JPEG
  TIFF
 
ca. 6,7 s (8,75 MByte)
ca. 4,5 s (4,3 MByte)

Auslösung während Speicherung möglich
Serienbilder
   Verwendete  Auflösung
   Geschwindigkeit
   Anzahl
   mit Blitz

3008 x 2000
ca. 3,1 Bilder/s
15 als JPEG "ExtraFine", 24 "Fine", 45 "Standard", 9 RAW, 9 RAW + JPEG
ja(Bildrate abhängig von der Blitzladezeit)

** im langsameren Standard-Serienbildmodus

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Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Steckbrief

Steckbrief
Hersteller Konica Minolta
Modell Dynax 7D
Preis ca. 1500 EUR
Auflösung CCD-Sensor 6,1 Millionen Pixel
 
Max. Bildgröße
(Seitenverhältnis)
3.008 x 2.000
2.256 x 1.496
1.504 x 1.000
Videoaufnahme
  Auflösungsstufen 
  mit Ton
  Videoformat  
  Bildfrequenz
  Aufnahmedauer





Tonaufnahmen
  bei Video
  Sprachnotiz
 

optischer Sucher
   Dioptrienausgleich
ja
ja
Spiegelreflex ja
LCD-Monitor
  Auflösung
  drehbar
  schwenkbar  
  als Sucher
  verzögerungsfrei
 
207.000 Pixel



ja
Lichtmessung
  Matrix/Mehrfeld-
  mittenbetonte 
  Integralmessung
  Spot
  Multi-Spot
  Messwertspeicher
  (AE-Lock)
 
ja
 
ja
ja

ja
Anzeige der Belichtungswerte Sucher,
LC-Farbmonitor
Programmautomatik ja (mit Shift-Möglichkeit)
Blendenautomatik 1/4.000 bis 30 s
in 52 Stufen
Zeitautomatik Blendeneinstel-lungen abhängig vom Objektiv
manuelle Belichtung
  Blende
  
  
  Verschlusszeit
  
  BULB-Langzeit-
  belichtung
 
Blendeneinstel-lungen abhängig vom Objektiv
1/4.000 bis 30 s in
52 Stufen
ja
Motivprogramme
  Nachtaufnahme
  Nachtporträt
  Landschaft
  Panorama-
  Assistent
  Sport/Action
  Porträt
  Nahaufnahmen
 







Automatische Belichtungsreihen 2 o. 5 Aufnahmen
1/3 oder 1/2 LW
Empfindlichkeit
  automatisch
  manuell
 
ISO 100-400
ISO 100, 200, 400, 800, 1.600, 3.200
Weißabgleich
  Automatik
  Voreinstellungen
 
 
 
 
 

  manuell   (Weißpunkt-
  speicherung)
  sonstiges
 
ja
Tageslicht sonnig, Tageslicht bewölkt, Schatten, Glühlampenlicht, Leuchtstofflampen-
licht, Blitzlicht (je mit Feinjustage)


ja
Angabe der Farbtemperatur in Kelvin(2.500-9.900K) in 100er Schritten
Brennweite
  real
  Kleinbild-äquivalent
  Zoomfaktor
objektivabhängig


Lichtstärke
(Weitwinkel bis Tele)
objektivabhängig
Digitalzoom
Autofokus
  Anzahl Messfelder
  Messfeld-Wahl
  
  Einzel-AF
  kontinuierlicher AF
  AF-Hilfslicht
ja
9
automatisch und manuell
ja
ja
ja
Naheinstellgrenze objektivabhängig
Filtergewinde objektivabhängig
Weitwinkelkonverter*
Telekonverter*
Blitzmodi
  Automatik
  manuell an
  Rote-Augen-
  Korrektur
  Langzeitsynchron.
  auf 2. Ver-
  schlussvorhang
  Blitzbelichtungs-
  korrekturfunktion
  
  
  
  Slave-Funktion
 
ja
ja

ja

 
ja

ja
+ 2  LW bis -2 LW in 1/2 oder 1/3 Stufen
drahtlose TTL-Blitz-fernsteuerung
Blitzanschluss
  Blitzschuh
 
 
  
  Synchronbuchse
  int. u. ext. Blitz
  gemeins.  auslösbar
 
TTL-Blitzschuh mit Mittenkontakt und herstellerspez. Kontakten
ja
ja (mit entspr. ext. Blitzgerät)
 
PC-Übertragung
  USB 2.0-Schnitt-
  stelle
  USB-Mass Storage   Class-Kompatibilität
  Firewire-
  Schnittstelle
 
Mini-B-Buchse
 
ja
 
 
Kompatibilität
  PTP-Bildüber-
  tragungsprotokoll
 
ja
Video-Ausgang
   
  
  PAL
  NTSC
Video-Out-Klinken-
buchse über USB-Anschluss-Buchse
ja
ja
Akku NP-400
Lithiumionakku (7,4V, 1.500 mAh)
Standardbatterien
einsetzbar
6x AA/Mignon über optional erhältlichen Batteriegriff VC-7D
Netzeingang 6 V
Speichertyp
  xD-Picture Card
  CompactFlash
  Microdrive-
  kompatibel
  Kopierfunktion
 

Typ I + II
ja
 
Selbstauslöser 2, 10 s
Fernauslöser optional
Intervall-Aufnahmen ja (30 s-60 Min, 2 bis 240 Aufnahmen, Startzeit verstezt wählbar)
Bildfeineinstellung
  Scharfzeichnung
  Bildkontrast
  Farbsättigung
  Farbton
 
5 Stufen
5 Stufen
5 Stufen
5 Stufen
Menüsprachen en, fr, de, es, it, jp, sv, zh
Wiedergabe-
funktionen
Index, Diaschau, mehrstufiges Wiedergabe-
zoom, Histogramman-
zeige, Anzeige der EXIF-Aufnahme-
daten, Anzeige der Lichter und Schatten
Bildeffekte
  Graustufen
  Sepia
  Schwarzweiß
  (2 Bit)
 


Druckfunktionen
  DPOF
  PictBridge
  EXIF 2.2/Print
  Epson Print Image   Matching II
 
ja
ja
ja
ja
Rückstellung auf Werkseinstellung ja
Firmware-Update
durch Benutzer
ja
Einschaltzeit ca. 1,3 s
Einhandbedienung
(Zoom + Auslöser)
Gewicht (betriebsbereit) 850 g (ohne Objektiv)
 
– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

* optionales Zubehör erforderlich, vom Kamerahersteller angeboten

Kurzbewertung

  • drahtlose Blitzfernsteuerung mit eingebautem Blitz
  • 2 Blitzanschlüsse (TTL/ADI-Blitzschuh und PC-Synchronbuchse)
  • USB 2.0-Schnittstelle (High Speed)
  • Spiegelvorauslösung bei 2 Sekunden Selbstauslöser
  • zügige Serienbildleistung
  • Hervorragende Werte bei Rauschen und Scharfzeichnung
  • Alleinstellungsmerkmal "Anti Shake"-Bildstabilisator im Kameragehäuse
  • großer 2,5"-Monitor mit hoher Auflösung
  • sehr direkte Handhabung, durchdachtes Design
  • DSLR-typische Bildqualität und Reaktionsfreudigkeit
  • Zoomen in der Wiedergabe zu umständlich
  • Objektiv-Entriegelungstaste zu empfindlich
  • etwas eingeschränktes Objektivsortiment
  • störende Artefaktbildung und Farbmoiré in feinen Strukturen
  • Autofokusschwächen bei sehr schwachem Licht
  • kein separates AF-Hilfslicht, sondern Blitzsalve