Es ist immer Kalenderzeit

Praxistest – Große Fotokalender gestalten und drucken lassen

2008-01-18 Nachdem digitalkamera.de schon zum fünften Mal Praxistests zu Fotobüchern veröffentlicht hat (siehe weiterführende Links), war eine Rezension der immer beliebter werdenden Fotokalender nur eine Frage der Zeit. Alle von uns getesteten Kalenderanbieter ermöglichen die freie Wahl des Startmonates. Dadurch ist es möglich, nicht nur zu Weihnachten bzw. zum Jahresende Kalender zu erstellen oder zu verschenken, sondern auch einfach mal zwischendurch, beispielsweise zu einem Geburtstag mitten im Jahr; die dann in das neue Jahr hineinragenden Monate werden hierbei natürlich berücksichtigt. Und es gibt noch einen weiteren Grund für diese "antizyklische" Kalenderstrategie: Einige Hersteller bieten nach dem Boom zur Weihnachtszeit jetzt Rabatte auf die zu erstellenden Kalender oder auch andere Artikel.  (Ralf Germer)

Fotokalender [Foto: MediaNord] Wir hatten uns zur Aufgabe gemacht, den Praxistest ausschließlich Anbietern "großer" Wandkalender zu widmen, wobei der Begriff "groß" zunächst nicht präzise definiert war – jetzt wissen wir, was man als "groß" bezeichnen darf: DIN A3 ist groß, wer´s noch größer mag, tut sich schwer, einen Anbieter zu finden. Während im Buchhandel weitaus größere Kalender angeboten werden, bieten die Fotokalender-Dienstleister DIN A3 als größtes Kalenderformat zum Selbergestalten an. Getestet wurden in diesem Praxistest bisher zunächst sieben Anbieter; wir werden unseren Lesern allerdings in lockerer Folge auch künftig weitere Rezensionen nachreichen. Denn die Fotobuch- und Fotokalender-Dienstleister erleben derzeit einen ausgesprochenen Boom. Alle ausgewählten Anbieter hatten zum Testzeitpunkt in ihrer Produktpalette das Format DIN A3 (29,7 x 42 cm) im Angebot. Zu unserer Überraschung bieten aber nicht alle Hersteller das Hoch- und Querformat in dieser Größe, so dass wir dreimal Hochformat testeten und viermal Kalender im Querformat. Berücksichtigt man die Gesamtkosten für die Erstellung eines Kalenders, dann bekommt man bei CeWe Color und bei Pixelspeed seinen Kalender für unter 20 EUR, während die Standard-Variante von Fotobuch-XXL für knapp unter 44 EUR zu haben ist. Die Preise von Fotobuch, Fotokasten, Pixum und Pixopolis liegen zwischen 20 EUR und 30 EUR. Wer schon im Vorfeld weiß, dass er mehrere Exemplare eines Kalenders benötigt, der sollte die Preis-Staffelungen bei der Wahl des Anbieters berücksichtigen; diese Möglichkeit der Kostenersparnis findet man aber nicht bei jedem.

Fotokalender fotobuch.de Arbeitsfenster [Foto: MediaNord] Die Erstellung des Fotokalenders erfolgt in den meisten Fällen über eine Software, die nach einem Download von der Hersteller-Website auf dem heimischen PC installiert werden kann. Außer Pixum bieten alle Hersteller eine Windows-Version, Mac OS wird von Fotobuch, Fotobuch-XXL sowie Fotokasten unterstützt, und nur Fotobuch-XXL bietet auch Linux-Usern den Gebrauch einer Kalendersoftware an. Pixum bietet ausschließlich eine Online-Gestaltung, während bei Fotokasten und Pixopolis neben der Offline-Variante Kalender auch online gestaltet werden können (nicht getestet).

Die Softwares unterscheiden sich bezüglich des Umfangs der zu nutzenden Funktionen beträchtlich. Oder, anders ausgedrückt, reichen die Gestaltungsfeatures von minimal, aber praktisch bis hin zu einer fast eigenständigen Bildbearbeitung mit unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten. In den Praxistests gehen wir hierauf im Einzelnen ein. Eine generelle Wertung abzugeben ist schwierig, da jeder Anwender seine eigenen Vorlieben und Erfahrungen mitbringt. Eine weniger umfangreiche Gestaltungsmöglichkeit bedeutet allerdings nicht zwangläufig, dass es sich beim fertigen Produkt um ein schlechteres Druckerzeugnis handeln muss. Alle von uns bis zu diesem Zeitpunkt getesteten Kalenderhersteller verwenden übrigens für die Fertigstellung den Digitaldruck, bei dem das Druckbild direkt von einem Computer in eine Druckmaschine übertragen wird, ohne dass eine statische Druckform (etwa eine Offsetdruckfolie) benutzt wird.

Fotobuch-XXL Fotokalender [Foto: MediaNord] Bevor mit der Gestaltung begonnen werden kann, wählt man bei den meisten Herstellern zuerst das Kalenderjahr und den Startmonat. Mit maximal 24 Monatsblättern bietet Fotobuch-XXL etwas Besonderes gegenüber allen anderen getesteten Anbietern. Normalerweise werden ein Deckblatt und zwölf Monatsblätter gestaltet und mit einem Rückkarton hinterlegt. Mancher Hersteller spendiert sogar noch ein Foliendeckblatt, welches aber nach dem Aufhängen des Kalenders zwangsläufig nach hinten umgeklappt wird. Natürlich sollen die Kalender mit Bildern gefüllt werden, und wer hier JPGs verwendet, befindet sich auf der sicheren Seite. Dieses Format ist ja auch dasjenige, was die meisten Anwender von kompakten Digitalkameras nutzen. Sollen gescannte oder bearbeitete Bilder in den Kalender eingebaut werden, dann bieten einige Hersteller auch die Verwendung von BMP-, PNG- sowie TIF-Format an. Hier sollte der Anwender selbst die entsprechenden Optionen "seines" Anbieters prüfen, bevor er mit der Gestaltung loslegt.

Neben den Rahmen für Bilder werden auch Textfelder für weitere Informationen geboten. Einige Hersteller ermöglichen in diesem Zusammenhang die Verwendung von Systemschriften, also die Schriften, die auf dem eigenen PC installiert sind (CeWe, Fotobuch, Pixelspeed, Pixopolis). Andere Hersteller bieten nur eine eingeschränkte Nutzung von Schriften, wie z. B. Fotobuch-XXL mit fünf oder Fotokasten mit 40 Typen, wobei diese auch auf dem PC installiert sein müssen. Pixum geht konsequent den einfachen Weg und bietet keine Textfelder, dem entsprechend auch keine Möglichkeit, Schriften auszuwählen.

Pixum Fotokalender [Foto: MediaNord] Sollen die Bilder farblich "wie am Monitor gesehen" gedruckt werden, empfiehlt es sich, die vermehrten Hinweise einiger Hersteller zu Monitorkalibrierung und Farbprofilen in den FAQ und Software-Anleitungen ernst zu nehmen. Eine hundertprozentig getreue Umsetzung der Farben sollte man aber besser nicht erwarten. Dies soll nicht heißen, dass die Druckergebnisse schlecht wären, aber Monitor und Druck sind zwei vollkommen unterschiedliche Arten der Bildpräsentation, so dass es zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann. Wem das so genannte Farbmanagement zu viel Aufwand bedeutet, der kann sich beispielsweise auch auf die automatischen Bildoptimierungsoptionen und die Bildkonvertierungen der Hersteller verlassen.

Der Bestellvorgang findet standardgemäß über einen Upload der herstellerspezifischen Kalenderdatei statt, kann aber auch durch Brennen auf CD bzw. DVD und dann per Postversand erfolgen. Der fertige Kalender erreicht den Ersteller – oder den Beschenkten – in der Regel durch Postrückversand, bei CeWe aber auch durch Abholung bei entsprechenden Handelspartnern. Alle in der Redaktion durch Postrückversand eingetroffenen Kalender waren durch einen stabilen Außenkarton geschützt, im Inneren wurden entweder Pappumschläge oder Folien für die Verpackung verwendet. Die Lieferzeit (ab Bestellung) betrug im Durchschnitt viereinhalb Arbeitstage. Die kürzeste Lieferzeit hatten CeWe und Fotokasten mit drei Arbeitstagen, gefolgt von Fotobuch, Pixopolis und Pixelspeed mit vier. Pixum und Fotobuch-XXL benötigten bis zur Auslieferung des bestellten Kalenders sechs bzw. sieben Arbeitstage.

Pixelspeed Fotokalender [Foto: MediaNord] Wir wollten nicht bewerten, welcher Hersteller den (drucktechnisch oder insgesamt) besten Kalender und welcher den schlechtesten liefert, denn diese Beurteilung könnte nur rein visuell vorgenommen werden und müsste entsprechend subjektiv ausfallen. Alle Ausführungen hatten positive Merkmale, aber es gab auch ausgesprochene Mängel. So bekamen wir beispielsweise einen Kalender mit tollem Fotodruck geliefert, aber die Lochstanzungen für die Spiralbindung und der Zuschnitt der einzelnen Blätter gefielen uns nicht, da hier unsauber gearbeitet wurde (Fotokasten); dafür war die Software einfach zu bedienen und bot viele Vorlagen und Effekte. Ein anderer Kalender hatte ebenfalls eines feines Druckbild, leider konnten hier die einzelnen Blätter nur in Verbindung mit Feinmotorik und viel Geduld umgeschlagen werden – die Spiralbindung war viel zu klein gewählt worden (Fotobuch-XXL).

Insgesamt lieferten alle Hersteller eine mehr oder weniger gute Qualität, bei einigen Anbietern gibt es sicherlich noch Optimierungspotenzial. Die Unterschiede liegen vor allem im Druck, in der Software und in der Verarbeitungsqualität. Weitere Informationen zu den getesteten Fotokalendern der jeweiligen Anbieter sind unter den weiterführenden Links zu finden.

Artikel-Vorschläge der Redaktion