Gehobene Einsteiger-DSLR

Nikon D60 führt die Tradition der D40x fort

2008-01-29 Nikon möchte weiter Marktanteile im Einsteigersegment gewinnen und setzt dabei auf sehr kompakte Spiegelreflexkameras mit einfacher Bedienung zu einem günstigen Preis. Allerdings sind dafür auch Funktionseinschränkungen wie ein fehlender Autofokusmotor im Gehäuse in Kauf zu nehmen – also funktionieren nur Objektive mit eingebautem Fokusmotor. Die neueste Nikon in diesem Segment ist recht einfach gebaut: Man nehme eine D40x, erweitere die Firmware um ein paar Gimmicks, baue einen Augensensor und ein Luftstrom-Kontrollsystem ein, und fertig ist die Nikon D60. Damit setzt Nikon mehr auf minimale Evolution statt Revolution. Vielleicht ist das ein Zeichen für den Markterfolg der D40x.  (Benjamin Kirchheim)

Nikon D60 [Foto: Nikon] Bei der Entwicklung der D60 standen weniger die technischen Neuerungen im Vordergrund, sondern die Bedienbarkeit durch den Benutzer. Die Menüs sind übersichtlicher geworden, und die Informationsanzeige auf dem rückwärtigen 2,5 Zoll großen und 230.000 Bildpunkte auflösenden Bildschirm wurde verbessert. So zeigt ein Symbol bildlich an, wie weit die Blende geschlossen wurde. Wer die Kamera individualisieren mag, kann sich ein eigenes Foto als Hintergrund für den Informationsbildschirm speichern. Neu ist die automatische Drehung der Informationsanzeige gemäß der Kameraausrichtung – Hoch- oder Querformat. Auch die automatische Abschaltung des Monitors bei Annäherung an den Sucher ist neu und trägt nicht nur zum Stromsparen bei, sondern ist obendrein sehr praktisch – entfernt man sich vom Sucher, geht der Bildschirm auch automatisch wieder an.

Auch die Bildbearbeitungsoptionen in der Kamera wurden erweitert, so findet man nun unter den Filtereffekten auch einen Sternchenfilter, den Nikon stolz bewirbt. Spitzlichter im Bild  erhalten so wahlweise mehr oder weniger starke Sterne mit einer wählbaren Anzahl von Strahlen – fast so, als hätte man einen Sternchenfilter vor das Objektiv geschraubt. Interessant ist auch das von der D40x bekannte D-Lighting, das für eine automatische Schattenaufhellung sorgt, so dass sich bequeme Naturen eine solche Bearbeitung am Computer ersparen können. Fans von Stop-Motion-Animationen kommen auch auf ihre Kosten, denn die Kamera unterstützt dies durch eine der speziellen Kreativfunktionen.

Nikon D60 LCD Info [Foto: Nikon] Ansonsten ist die Ausstattung der Kamera altbewährt. Der 10,2 Megapixel auflösende CCD-Bildsensor in APS-C-Größe erreicht eine Empfindlichkeit von ISO 100-1.600 bzw. 3.200 im "Hi 1"-Modus. Der Autofokus verfügt lediglich über drei Sensoren. Im Bezug auf den Autofokus weist die D60 wie auch die D40 und D40x eine Besonderheit auf: Es gibt keinen Autofokusmotor mehr in der Kamera. Im Klartext bedeutet das eine eingeschränkte Objektivauswahl, da sich der Autofokusmotor im Objektiv befinden muss. Das betrifft nicht nur einige Nikon-Objektive, sondern vor allem auch einige Fremdhersteller. Objektive von Tokina sind so momentan nur manuell zu fokussieren, während Tamron und Sigma ihre Sortimente mit Nikon-Anschluss langsam auf Objektive mit eingebauten Motoren umstellen. Die kamerainterne Bildverarbeitung übernimmt der leistungsfähige Expeed-Bildverarbeitungsprozessor, der auch dafür sorgt, dass die Kamera bei JPEG bis zu 100 Bilder in Folge bei drei Bildern pro Sekunde aufnehmen kann.

Nikon D60[Foto: Nikon] Verbessert haben will Nikon das Staubschutzsystem. Neben dem vibrierenden und damit Staub abschüttelnden Sensor ist ganz neu ein Luftstrom-Kontrollsystem integriert. Die durch den Spiegelschlag verursachten Luftverwirbelungen sollen so vom empfindlichen CCD-Sensor weg gehalten werden, damit sich hier gar nicht erst Staub ablagern kann. Erkennen kann man dieses System anhand einiger Lufteinlasslöcher hinter dem Bajonett an der Unterseite im Kamerainneren. Ab Ende Februar soll die kompakte (94 x 126 x 64 mm B x H x T) und 495 g leichte Kamera in verschiedenen Kits im Handel erhältlich sein. Ohne Objektiv soll sie etwa 640 EUR kosten, mit dem 18-55mm-Standardobjektiv hingegen 700 EUR. Da Nikon keinen CCD-Shift-Bildstabilisator bietet, gibt es auch stabilisierte Kitobjektive (VR): Mit dem 18-55 mm VR kostet die D60 dann ca. 760 EUR, nimmt man noch das 55-200 mm VR dazu, landet man bei 970 EUR.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.