Deutsche (Un-)Einheit

Neue Olympus SP-700 nur für den "erlesenen" Händlerkreis

2005-10-04 Direkt nach dem Tag der deutschen Einheit präsentiert Olympus ein neues Kompaktdigitalkameramodell, das nicht unter dem Zeichen der deutschen Einheit steht. Denn die SP-700 soll bundesweit nicht in jedem Geschäft, sondern nur bei solchen Händlern erhältlich sein, die der Ringfoto-Einkaufskooperation angehören. In vielen anderen Ländern Europas ist ein solcher Exklusivvertrieb nicht vorgesehen, so dass die kleine 6-Megapixel-Kamera anderswo ganz normal im Handel zu finden ist.  (Yvan Boeres)

Olympus SP-700 [Foto: Olympus]Technisch basiert die SP-700 weitgehend auf der im Frühjahr vorgestellten IR-300. Im Gegensatz zur IR-300, die dem so genannten "Easy Imaging System" angehört, scheint die SP-700 jedoch nicht auf verschiedene Docks bzw. Stationen (z. B. Kamera-/Ladestation, Druckerdock, Festplatten-Einheit, DVD-Brenner-Einheit) zurückgreifen zu können. Dafür verfügt sie über einen deutlich größeren LC-Farbbildschirm mit einer Bilddiagonale von 7,6 cm (3" bei 230.000 Bildpunkten und mit Sunshine-Technik für verbesserte Abbildungseigenschaften u. a. unter direktem Sonnenlicht), einen Videomodus mit VGA-Auflösung bei einer Bildwiederholrate von 30 Bildern pro Sekunde und eine um rund 1 Million Pixel höhere Auflösung. Der 1/2,5"-CCD der SP-700 liefert nämlich Bilder mit einer Bildgröße von maximal 2.816 x 2.112 Bildpunkten und speichert diese wahlweise im internen 11-MByte-Speicher oder auf optional erhältlichen Speicherkarten vom Typ xD Picture Card als JPEG- oder TIFF-Datei ab.

Gemeinsamkeiten zwischen der SP-700 und der IR-300 gibt es nicht nur beim Aussehen (mit minimalen Unterschieden bei den Abmessungen und beim Gewicht), sondern auch bei den Objektivdaten (38-114 mm/F3,3-4,0 entspr. KB) und weiteren technischen Spezifikationen. Interessant ist die Tatsache, dass die SP-700 Vignettierungen (Randabschattungseffekte) und Verzeichnungen (Linienverkrümmungen) bereits in der Kamera korrigieren soll. Ging man bisher davon aus, dass die meisten Hersteller das klammheimlich tun, gibt Olympus das explizit in den offiziellen Daten zur SP-700 an. Eine ähnliche Informationspolitik betreiben sonst nur Sony, HP und Panasonic – und das auch nur, mehr oder weniger offen, bei einigen Kameramodellen. Von der IR-300 und/oder von anderen Olympus-Kameras übernimmt die SP-700 u. a. noch die elektronische Erkennung und Retusche roter Augen, die chronologische Anzeige und Sortierung der Aufnahmen im Kalender-Modus, die TruePic-Turbo-Signalverarbeitung, etliche Motivprogramme (z. B. für Unterwasser-Aufnahmen), die elektronische Bildstabilisierung im Videomodus, die Shoot-and-Select-Funktion (bei der man aus einer Aufnahmereihe das beste Bild heraus wählen kann), die Guide-Funktion (zum Einblenden von Erklärungen zu einzelnen Menüpunkten und Motivprogrammen), den Supermakro-Modus (1 cm bei der SP-700), die Verwacklungs-"Korrektur"-Funktion im Foto-Modus (hier wird lediglich die Empfindlichkeit heraufgesetzt, um verwacklungssichere Verschlusszeiten zu erzielen) sowie diverse andere Aufnahme- und Wiedergabefunktionen. Weitere Details zu Technik, Funktion und Ausstattung der Olympus SP-700 finden unsere Leser im entsprechenden digitalkamera.de-Datenblatt, das parallel zu dieser Meldung frei geschaltet wurde.

Wie die IR-300 wird die SP-700 von einem Lithiumionenakku (LI-40B) mit Strom versorgt. Über einen Kombi-Stecker nimmt die SP-700 Kontakt mit der Außenwelt (Computer, PictBridge-kompatiblem Drucker, Fernsehgerät o. ä.) auf, wobei beim Anschluss an einen Rechner prinzipiell eine Fernsteuerung der Kamera möglich ist. Olympus stellt jedenfalls eine Entwicklungs-Umgebung (SDK) zum Selber-Programmieren entsprechender Anwendungen im Zubehörprogramm zur Verfügung. Stellt die SP-700 die wichtigsten Parameter wie z. B. Belichtung, Empfindlichkeit und Weißabgleich automatisch ein (eingeschränkte Eingriffsmöglichkeiten gibt es durch verschiedene Voreinstellungen und Korrekturmöglichkeiten), kann man andere Parameter wie z. B. die Bildhelligkeit, die Farbsättigung, die Farbtemperatur und die Farbbalance dem eigenen Geschmack anpassen. Andere Funktionen wie ein Histogramm, die Einblendungen verschiedener Hilfsrahmen (u. a. für Panoramas bei Verwendung einer xD-Karte), die Compare-and-Shoot-Funktion (diese Funktion ist als "Gedankenstütze" bzw. als Hilfestellung für Aufnahmen mit ähnlichem Bildausschnitt gedacht und blendet neben dem Vorschau-Bild die letzten gemachten Aufnahmen ein), ein Serienbild- und Multibild-Modus, eine Sprachnotizfunktion, eine Rahmenfunktion (zur "Dekoration" ausgewählter Aufnahmen) oder die altbekannte 2-in-1-Funktion gehören ebenfalls zum Repertoire der neuen Olympus-Kamera. Für die SP-700 existiert auch ein Unterwassergehäuse (PT-031), so dass man sie auch auf "Tauchgang" mitnehmen kann. Die Olympus SP-700 soll rechtzeitig fürs Weihnachtsgeschäft zu einem Preis von knapp 400 EUR in den Handel (in Deutschland mit den o. g. Einschränkungen) kommen.

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