Weihnachtsgeschenke in letzter Minute

Fotokalender mit Digitalfotos individuell gedruckt

2003-12-10 Dass man von den mit einer Digitalkamera geschossenen Fotos richtige Fotoabzüge herstellen kann, dürfte digitalkamera.de-Lesern seit langem bekannt sein. Auch so genannte "Fun-Produkte", wie Fototassen, T-Shirts, Kopfkissenbezüge und Teddybären, die ein winziges Foto-T-Shirt anhaben, sind nichts Neues. Die Digitaldruck-Ära begann für Digitalfotografen Anfang dieses Jahres mit individuell gedruckten Fotobüchern. In einem solchen Digitaldruck-Verfahren werden jetzt auch individuelle Fotokalender professionell gefertigt, die ein ideales Weihnachtsgeschenk sein könnten.  (Jan-Markus Rupprecht)

   Website Fotokalender.de Bereich Fun (für Endverbraucher) [Screenshot: MediaNord]
 

Gesprächen mit Herstellern zufolge sind die Fotokalender nach den Fotobüchern die nächsten Trendprodukte für Digitalfotografen. Mindestens zwei große Hersteller, mit denen wir in den letzten Tagen sprachen, haben das "Kalender-Rennen" zum Jahresende nicht geschafft und kommen erst im kommenden Jahr mit einem Angebots-reifen Produkt auf den Markt. Bei drei Herstellern haben Programmierung, Druck und Konfektionierung jedoch bereits marktreife Produkte hervorgebracht, die wir Ihnen hier kurz vorstellen möchten.

Abonnenten des digitalkamera.de-E-Mail-Newsletters dürfte Infowerk AG aus Nürnberg schon aufgefallen sein, die ihr Angebot fotokalender.de seit einigen Wochen per Textanzeige in unserem Newsletter bewirbt. Die 135 Mitarbeiter starke Infowerk AG ist ein Systemhaus für Medienconsulting, Systementwicklung und Medienproduktikon und besitzt ein eigenes Digitaldruckzentrum. Dort werden im so genannten Großdruck beispielsweise die Wagenstandsanzeigen für die Deutsche Bahn hergestellt, die vor einiger Zeit das veraltete Stecksystem auf den Bahnsteigen abgelöst haben. Im Größenbereich bis DIN A3 werden auf drei HP Indigo Digitaldruckmaschinen mit Bogenzuführung und einer ganz neuen Indigo mit Rollenpapier digitale Drucksachen verschiedenster Art für zahlreiche Auftraggeber gefertigt. Da Software-Entwicklung und Druckhaus unter einem Dach vereinigt sind, hatte Infowerk beste Vorraussetzungen für sein jüngstes Projekt fotokalender.de. Die Website verzweigt gleich auf der Startseite in die Bereiche fun.fotokalender.de (für Endverbraucher) und business.fotokalender.de (für gewerbliche oder selbständige Unternehmer). Beide Links führen zu einer, das gesamte Browserfenster füllenden, Flash-Applikation. Die Website für Verbraucher ist in Rot gehalten und die darin enthaltenen Preisangaben sind inklusive Mehrwertsteuer. Die Website für Unternehmer zeigt sich in kühleren Blautönen und enthält Staffelpreise ohne Mehrwertsteuer.

Das Angebot umfasst Wandkalender in drei verschiedenen Formaten bis zu maximal DIN A4, Tischkalender ebenfalls in drei verschiedenen Größen und große Jahresplaner bis zum Format DIN A1. Das größte Bildformat ermöglicht der DIN A4-Wandkalender bei maximal 1.781 x 1.781 Pixeln. Bereits Digitalkameras mit 3 Megapixeln Auflösung liefern bei rechteckigem Bildformat also bereits eine ausreichende Datenmenge für "optimale Qualität". Die Fotos werden einfach auf der lokalen Festplatte ausgewählt, hochgeladen und in das gewünschte Kalenderblatt eingefügt. Jedes Bild kann mit einer individuellen Bildunterschrift versehen und bei Bedarf noch gedreht werden. Eine darüber hinausgehende Bearbeitung, wie beispielsweise die Wahl des Bildausschnittes, muss bereits vorher im eigenen Bildbearbeitungsprogramm durchgeführt werden. Für den gesamten Kalender (nicht für jedes einzelne Monatsblatt) hinaus lassen sich zehn verschiedene Hintergrundfarben und sechs gestaltete Hintergrund-Designs wählen, was dem Kalender eine professionelle Note gibt. Das Kalendarium liegt nur in einem einzigen Design vor, bei dem zumindest in der Bildschirmdarstellung Feiertage nicht hervorgehoben sind. Per Mausklick wandert der individuell gestaltete Kalender in den Warenkorb, aus dem sich nach Eingabe der Rechnungs- und Lieferanschrift die Bestellung absenden lässt. Die Kosten für Verpackung und Versand sind mit 3,50 EUR moderat. Der DIN A4-Wandkalender kostet 13,50 EUR, das teuerste Produkt ist der DIN A1-Jahresplaner für 19,90 EUR zzgl. 5,30 EUR Versandkosten. Zu gleichen Preisen wird ein Teil dieser Produkte übrigens auch über Foto Quelle (Quelle Internet-Printservice) angeboten, auch dahinter steht die Programmierung und Fertigung der Infowerk AG. Insgesamt macht das noch junge Projekt fotokalender.de schon einen ausgereiften und freundlichen Eindruck.

Website meinbildkalender.de [Screenshot: MediaNord]
  
  

Das trifft weniger auf das Angebot von meinbildkalender.de der regental medien GmbH aus dem Bayerischen Cham zu. Die Website präsentiert sich etwas überladen, die meisten Informationen sind umständlich zugänglich. So liefern die Links am Fuß der Seite zunächst nur eine fast leere Seite mit weiteren Links zu den eigentlichen Informationen, zwischen denen man nicht direkt umschalten kann. Das Fenster zur Erstellung des Kalenders empfängt den Besucher mit einem Registrierungs-Formular. Ohne die Registrierung mit E-Mail-Adresse und Passwort geht hier gar nichts, auch das dort erwähnte Demo-Login funktioniert nicht und der Link an dieser Stelle auf "Impressum" führt zu einer Fehlermeldung "Seite nicht gefunden". Dabei ist das Angebot gar nicht mal uninteressant. Diese recht großen Kalender im DIN A3-Querformat machen an der Wand schon etwas her. Alle Seiten sind laut Hersteller auf hochwertigem 150 g/qm Kunstdruckpapier gedruckt und mit einer Glanzbeschichtung versehen. Interessant ist, dass dieser Anbieter die Aufträge sammelt und nur von Zeit zu Zeit druckt. Die jeweils nächsten Drucktermine (derzeit 15. Dezember und 14. Januar) werden auf meinbildkalender.de bekannt gegeben. Die Lieferung nach dem Druck nimmt dann noch einmal rund acht Tage in Anspruch. Bei den Preisen handelt es sich um mengenabhängige Staffelpreise, d. h. wer mehr als ein Exemplar des gleichen Kalenders bestellt, wird belohnt. Ein einzelner Kalender kostet 19,90 EUR, ab 51 Stück sind es nur noch 11,10 EUR pro Stück. Hinzu kommen Versandkosten (ab 4,50 EUR), die vor Abschluss des Bestellvorgangs angezeigt werden.

   Website bildpartner.de [Screenshot: MediaNord]
  

Der dritte Anbieter im Bunde ist die Adconsys AG aus Leipzig mit ihrem Projekt Bildpartner.de, die neben Fotobelichtungen und Foto-Geschenkartikeln auch Fotokalender anbietet, die im Digital-Offsetdruck hergestellt werden. Die Bindung erfolgt wahlweise mit Spirale oder Klemmschiene. Die Kalender sind im DIN A4-Hochformat erhältlich, wobei die Fotos maximal eine Fläche von 21 x 18 cm einnehmen und mindestens 1.520 x 1.280 Pixel groß sein sollten, um in einwandfreier Qualität gedruckt zu werden. Die Gestaltung über einfache Webformulare ist einfach; eine persönliche Note kann man dem Kalender über die Wahl des Startmonats, der Bildgröße (maximiert oder mit umfließender Hintergrundfarbe), der Hintergrundfarbe (sieben stehen zur Auswahl) und individuelle Bildunterschriften (Position links, zentriert, rechts) geben. Die Preise liegen im Rahmen einer Einführungsaktion bis 4. Januar 2004 bei 16,95 EUR (statt später 19,95 EUR) für die Ausführung mit Spiralbindung und 15,95 EUR (statt 17,95 EUR) für die Klemmschienen-Variante. Hierzu kommen noch 4,55 EUR für Porto und Verpackung je Auftrag. Das Bildpartner.de-Angebot macht insgesamt einen ausgereiften Eindruck, bietet aber im Vergleich zu Fotokalender.de derzeit weniger Varianten und Gestaltungsmöglichkeiten. Die Nachfrage der Fotokalender ist jedoch bereits jetzt so groß, dass Bildpartner.de das Angebot im kommenden Jahr ausbauen will.

Neben den hier beschriebenen, allesamt im digitalen Offset-Druck hergestellten Kalendern gibt es auch Anbieter unter den Fotobelichtungs-Dienstleistern, die Fotos zusammen mit einem Kalendarium auf Fotopapier ausbelichten und mit einer kalendertypischen Bindung versehen. Ohne eine solche professionelle Bindung kann man sich einzelne Kalenderblätter auf diesem Wege natürlich auch selbst herstellen. Vorlagen dafür werden in Online-Galerien und Diskussionsforen angeboten. Unterstützung findet man auch in Form spezieller Software wie Cerasus Gallery (siehe Software-Rezension) oder in Form von Scripts für Bildverarbeitungsprogramme wie FixFoto.

Ergänzung vom 7. Januar 2004: Heute wurden wir auf einen weiteren Anbieter individueller Fotokalender aufmerksam. Die Dynevo GmbH aus Leverkusen, ein Tochterunternehmen der Bayer AG, bietet im Rahmen Ihres Projekts "Mein KalenderTool" im Digitaldruck erstellte Fotokalender ab 1-Stück-Auflage an. Besonders interessant bei diesem Anbieter erscheint das angebotene große DIN A3-Format (wahlweise Hoch- oder Querformat) für 27,90 EUR. Die Produkte von Dynevo werden wir gemeinsam mit den anderen hier vorgestellten Kalendern in den nächsten Monaten im Rahmen eines Erfahrungsberichts näher in Augenschein nehmen.

Ergänzung vom 02. Februar 2004: Mit der Digitale Medien Systeme GmbH hat uns noch ein weiterer Fotokalender-Hersteller auf seine Produkte aufmerksam gemacht. Die unter start2print.com bestellbaren Kalender überzeugen durch eine große Auswahl sehr schöner und professioneller Designs und sind in DIN A4 (22,50 ERU) und DIN A3 (28,50 EUR) erhältlich. Bereits ab 3 Stück gewährt der Anbieter Mengenrabatte und bei Kalendern mit mehr als 12 Monaten kostet jedes Zusatzblatt nur 1 EUR. Auch diesen Anbieter werden wir im Rahmen unseres geplanten Kalender-Tests selbstverständlich berücksichtigen.

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Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht, 53, fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.