Rubriken: Bildpräsentation, Sonstige Tipps

Fotos auf 4K-Fernsehern: PhotoGuru Medienplayer (Android TV & Fire TV)

Seite 2 von 2, vom 2018-12-28 (Autor: Jan-Markus Rupprecht)Zur Seite 1 wechseln

Qualitätsrelevant ist auch noch der Punkt "Bilder Übergänge auswählen". Hier ist im Prinzip alles erlaubt mit Ausnahme des KenBurns-Effekts. Bei dem zoomt und skaliert die PhotoGuru-App die Fotos während der Wiedergabe und das geht stark zu Lasten der Qualität. Alle anderen Effekte sind insofern unschädlich, als dass die Übergänge selbst zwar nicht in 4K-Qualität stattfinden, aber nach dem erfolgten Übergang schaltet die Darstellung auf volle Qualität zurück. Genau dieser Umschaltvorgang kann aber sehr störend sein: Beim Fire TV Stick 4K gibt es jedesmal einen deutlich sichtbaren Ruckler. Beim Nvidia Shield erfolgten die Übergänge vom in niedriger Auflösung gerenderten Übergang zum hochaufgelösten 4K-Foto hingegen fast unmerklich. Im Zweifelsfall arbeiten Sie lieber ohne Übergänge. Aber probieren Sie einfach aus, wie es bei Ihnen aussieht.

Schauen Sie am besten die anderen Einstellungen einmal durch, damit Sie einen Eindruck bekommen, was alles eingestellt werden kann. Da sind nützliche Sachen dabei wie die Möglichkeiten, den Ton bei Videos stumm schalten oder MP3-Dateien im Hintergrund abzuspielen.

Bildschirmschoner  Auf Android-Geräten mit Daydream-Ausstattung (nicht auf Amazon Fire TV) lässt sich der PhotoGuru Medien-Player auch als Bildschirmschoner einrichten. Die Einstellungen dafür befinden sich direkt innerhalb der PhotoGuru Media Player App. Auf diese Weise wird der Standard-Bildschirmschoner (mit niedriger Fotoauflösung) durch einen automatisch startende Diaschau in hoher Qualität ersetzt.

Im nächsten Schritt müssen Sie dann Ihre Fotos und Videos, die Sie zeigen wollen, dem PhotoGuru Media Player zugänglich machen. Das funktioniert, wie oben schon angesprochen, indem Sie ihm Zugriff auf Ihre Fotos und Videos auf Ihren Cloud-Speichern oder im lokalen Netzwerk gewähren – oder Sie stecken einfach einen USB-Stick in Ihr Gerät, falls es diese Möglichkeit bietet. In jedem Fall müssen Sie die Quelle erst in PhotoGuru Media Player einrichten. Das geht von der Startseite aus mit dem Plus-Symbol am oberen Bildschirm-Rand. Je nach Art der Quelle werden Sie in den Login-Dialog des Anbieters geleitet oder müssen Angaben zum Netzwerk-Speicher machen und die Login-Daten für einen existierenden Benutzer-Account angeben. Auf lokalen Speicher, auch Speicherkarten oder USB-Sticks, können Sie direkt zugreifen. Aber es kann bisweilen schwierig sein, diesen zu finden. Diese verbergen sich nämlich unter irgendwelchen kryptischen Bezeichnungen, die nichts mit dem zu tun haben, was Sie sonst von Windows oder Apple kennen. Meinen USB-Stick mit den 4K-Beispieldateien finde ich beispielsweise nach einigem Suchen unter der Bezeichnung "storage/CBAC-E2012/" (obwohl ich den Stick unter Windows mit "SanDisk" benannt habe).

  • Bild Solange man das entsprechende Zugriffs-Modul im PhotoGuru Media Player nicht gekauft hat, erscheint ein deutlicher Hinweis, dass der kostenlosen Testmodus aktiv ist. [Foto: MediaNord]

    Solange man das entsprechende Zugriffs-Modul im PhotoGuru Media Player nicht gekauft hat, erscheint ein deutlicher Hinweis, dass der kostenlosen Testmodus aktiv ist. [Foto: MediaNord]

Nun zur eigentlichen Wiedergabe einzelner Fotos oder der Diaschau. Wenn Sie Ihre Fotos im Bildbrowser in der Übersicht sehen, ist schon viel geschafft. Jetzt gilt es, die richtige Reihenfolge der Fotos festzulegen; das verbirgt sich hinter dem A-Z-Symbol am oberen Bildrand. PhotoGuru kann bei den meisten Quellen wahlweise nach Dateiname, Dateidatum oder Aufnahmedatum sortieren, alles jeweils aufsteigend und absteigend. In dieser Reihenfolge können Sie die Fotos daraufhin manuell durchblättern oder auch eine automatische Diaschau ablaufen lassen. Ein Tastendruck auf die zentrale Taste der Fernbedienung öffnet ein Foto, mit einem weiteren Tastendruck können Sie hineinzoomen, mit dem Tastenring ("Pfeil-Tasten") dann den Bildausschnitt verschieben.

Wenn das Bild in voller Größe angezeigt wird, können Sie mit "Pfeil runter" einige Exif-Daten des Fotos anzeigen lassen, "Pfeil hoch" zeigt ein Navigationsmenü, in dem Sie mit dem Wiedergabe-Pfeil eine automatisch ablaufende Diaschau starten können. Über das Zahnrad-Symbol kommen Sie von dort aus auch direkt zu den Einstellungen für die Diaschau und können dort Übergänge und Bildwechselzeit verändern. Videos werden übrigens im Wiedergabe-Modus genau wie Fotos behandelt. Sie werden mit einer Überblendung eingeleitet und starten dann automatisch. Ist das Video zu Ende, blendet die Diaschau zum nachfolgenden Foto oder Video über. Das sieht wirklich sehr gut aus.

  • Bild Die Freischaltung der einzelnen Quellen kostet 3,00 bis 3,99 Euro. Wenn man drei Quellen kauft, sollten derzeit alle Quellen freigeschaltet werden (zeitlich begrenzte Aktion). [Foto: MediaNord]

    Die Freischaltung der einzelnen Quellen kostet 3,00 bis 3,99 Euro. Wenn man drei Quellen kauft, sollten derzeit alle Quellen freigeschaltet werden (zeitlich begrenzte Aktion). [Foto: MediaNord]

Gar nicht gut sieht hingegen der grell-gelbe Hinweis auf den kostenlosen Testmodus aus, den PhotoGuru Media Player standardmäßig über jedes Bild blendet. Den wollen Sie sicherlich loswerden. Dazu müssen Sie die Zugriffs-Module, die Sie nutzen wollen, aus der App heraus kaufen. Sie kosten überwiegend jeweils knapp 4,50 Euro im Google Play Store und 3,00 bis 4,00 Euro im Amazon Appstore. Ab drei gekauften Zugriffs-Modulen sollen die übrigen Module automatisch freigeschaltet werden. Die PhotoGuru Medien-Player-App kostet also komplett freigeschaltet rund 10,00 Euro im Amazon Appstore und 13,50 Euro im Google Play-Store. Das ist durchaus mehr als man für solche Apps gewohnt ist, wer aber mit einem einzigen Zugriffs-Modul auskommt, kommt günstiger davon.

Nur einmal kaufen für Fire TV und Android TV?  Wer den PhotoGuru Media Player sowohl auf Geräten mit Andorid oder Android TV, als auch auf einem Amazon Fire TV Stick installieren will, dem empfiehlt der Entwickler, diesen im Amazon Appstore zu kaufen, um nur einmal bezahlen zu müssen. Auf dem Android-Gerät müsste dazu zunächst der Amazon Appstore installiert werden und der PhotoGuru Medien-Player von dort aus installiert werden (statt aus dem Google Play-Store). Das ist auf Android TV-Geräten wiederum leichter gesagt als getan, denn dort ist weder ein Internet-Browser oder Amazon Appstore installiert oder im Google Play-Store enthalten und müssten umständlich "am System vorbei" installiert werden. Auf einem aufs neueste Android TV aktualisierte Nvidia Shield gelang uns die Installation des Amazon Appstore nicht.

Fazit

Der PhotoGuru Media Player ist derzeit die einzige Möglichkeit, Fotos in 4K-Qualität auf einen 4K-Fernseher zu bekommen. Die Einrichtung neuer Quellen innerhalb des Programms klappt leider nicht immer wie vorgesehen. Einmal eingerichtet, macht der Player einen guten Job und bietet alle nötigen Sortiermöglichkeiten um Fotos manuell durchzublättern oder automatische Diaschauen in hoher Qualität ablaufen zu lassen.

Artikel-Vorschläge der Redaktion

Markt+Technik E-Books drastisch im Preis reduziert

Markt+Technik E-Books drastisch im Preis reduziert

Kamerabücher und Bücher zu Bildbearbeitung und allgemeinen Fotothemen gibt es schon ab 3,99 € zum Herunterladen. mehr…

Fotokurs-Schulungsvideos zum halben Preis

Fotokurs-Schulungsvideos zum halben Preis

Einsteiger- und Fortgeschrittenenseminare für Canon, Fujifilm, Nikon, Olympus, Panasonic und Sony mit Uli Soja. mehr…

Das Fn-Menü bei Sony Alpha 7 Systemkameras individuell anpassen

Das Fn-Menü bei Sony Alpha 7 Systemkameras individuell anpassen

Fototrainer Manuel Quarta zeigt, wie man das Fn-Menü bei der Sony Alpha 7 Serie auf eigene Bedürfnisse anpassen kann. mehr…

Vintage-Objektive – 6. aktualisierte Auflage als PDF erhältlich

"Vintage-Objektive – 6. aktualisierte Auflage" als PDF erhältlich

In diesem Buch lernt der Leser die Vor- und Nachteile beim Einsatz alter Objektive an modernen Digitalkameras kennen. mehr…

Rubrik
Suche nach

Autor

Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht, 58, fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.