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Fotos auf 4K-Fernsehern: Amazon Fire TV Stick 4K (2018)

2018-12-11 Innerhalb von drei Generationen sind die 4K-fähigen Versionen der Fire TV-Geräte enorm geschrumpft. Die neueste Version ist nur noch ein Stick – nicht so klein wie ein USB-Stick, aber klein genug, dass er direkt in der HDMI-Buchse stecken kann. Und die neueste Version ist trotzdem leistungsfähiger und kann Fotos in 4K-Qualität anzeigen, was bei dem Vorgänger nicht geklappt hat.  (Jan-Markus Rupprecht)

Smart-TV nachrüsten  Wie kommen eigentlich die eigenen Inhalte, oder generell 4K-Inhalte, in hoher Qualität auf den 4K-Fernseher? Den Anschluss des eigenen Desktop- oder Notebook-PC haben wir schon in früheren Fototipps besprochen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, anstelle eines Computers ein spezielles Wiedergabegerät an einen der HDMI-Anschlüsse anzustecken, falls der Fernseher nicht schon direkt eine Smart-TV-Funktion eingebaut hat (herstellerspezifisches Smart-TV oder Android-TV). Die bekanntesten Vertreter sind Google Chromecast, Amazon FireTV und Apple TV jeweils in den 4K/UHD-Versionen, die wir jeweils in einem eigenen Fototipp auf die Anwendung für Fotografen hin untersuchen.

  • Bild Amazon FireTV Stick 4K (2018). [Foto: Amazon]

    Amazon FireTV Stick 4K (2018). [Foto: Amazon]

Der Fire TV Stick 4K ist seit November 2018 verfügbar und nur unwesentlich größer als der normale Fire TV Stick, der nur FullHD-Auflösung schafft. Er macht einen "normalen" Fernseher preisgünstig und einfach zum vollwertigen Smart-TV. Gegenüber dem Vorgängermodell "in Anhängerform" aus 2017 ist das neue Gerät nochmal 25 % günstiger und kostet unter 60 Euro. Das ist wirklich ein Schnäppchen. Amazon muss nicht unbedingt an der Hardware verdienen, sondern lebt eher von der Kundenbindung.

Das Vorgängermodell war in unserem Fototipp im Juni 2018 ziemlich durchgefallen. Zwar funktionierte es allgemein gut, aber gerade an der 4K-Fotowiedergabe haperte es. Der neue, so berichtete uns der Entwickler der App PhotoGuru, soll das nun wieder können, wie früher schon die noch ältere Generation, die als kleines Tischgerät gebaut war.

Neu am neuen Fire TV Stick 4K ist auch die Fernbedienung. Diese hat – endlich! – zusätzliche Tasten für die Lautstärke sowie eine Ein/Aus-Taste. Die Lautstärke steuert gar nicht für den Fire TV Stick, sondern den Fernseher oder einen AV-Receiver für den Ton. Das läuft über Infrarot. Der Fire TV Stick hingegen wird über Bluetooth fernbedient, denn er sitzt ja für Infrarotstrahlen unerreichbar hinter dem Fernseher. Wer für die Übertragung der Streaming-Daten nicht allein auf WLAN/WiFi vertrauen und das Gerät lieber per RJ45-Netzwerkkabel anschließen will, kann für knapp 15 Euro einen Netzwerkadapter kaufen und diesen zwischen Netzteil und Fire TV Stick stecken. Damit entsteht ein unschöner Kabelverhau hinterm Fernseher, denn das Netzwerkkabel muss dort ja auch noch irgendwie hin. Das hat Google bei seinem Chromecast Ultra deutlich eleganter gelöst. Dort sitzt die Netzwerkwechsel serienmäßig bereits im Netzteil, sodass allein das dünne Netzkabel hinter den Fernseher geführt werden muss. Die Stromversorgung erfolgt beim Fire TV Stick übrigens weiterhin über eine Micro-USB-Buchse. Amazon rät aber ausdrücklich davon ab, den Strom dazu aus irgendeiner USB-Buchse des Fernsehers zu entnehmen, sondern stattdessen soll ausschließlich das mitgelieferte Netzteil verwendet werden (insbesondere im 4K-Betrieb). Anders sei kein störungssicherer und stabiler Betrieb möglich.

Außer einem HDMI-Stecker, mit dem der Stick entweder direkt oder über ein kurzes, mitgeliefertes Adapterkabel in eine HDMI-Buchse des Fernsehers gesteckt wird, und besagter Micro-USB-Buchse hat der Stick keinerlei Anschlüsse. Externe Speichermedien wie USB-Sticks oder Speicherkarten können also nicht angeschlossen werden. Die Fotos müssen also "durch die Luft" oder durchs Netzwerkkabel in den Stick kommen.

  • Bild Der Amazon Fire TV Stick 4K wird direkt oder über ein kurzes Kabel an den Fernseher angeschlossen und per mitgeliefertem Netzteil mit Strom versorgt. Ein Netzwerkkabel kann, wie hier gezeigt, über einen optionalen Netzwerk-Adapter angeschlossenen werden. [Foto: MediaNord]

    Der Amazon Fire TV Stick 4K wird direkt oder über ein kurzes Kabel an den Fernseher angeschlossen und per mitgeliefertem Netzteil mit Strom versorgt. Ein Netzwerkkabel kann, wie hier gezeigt, über einen optionalen Netzwerk-Adapter angeschlossenen werden. [Foto: MediaNord]

Einrichtung und Bedienung des Fire TV Stick 4K sind gelungen. Man braucht die mitgelieferte Fernbedienung, einen Fernseher und einen WLAN-Zugang, mit dem man sich verbinden kann. Mehr nicht. Keinen PC, kein Smartphone. Wer mehr Komfort will, kann eine Bluetooth-Tastatur verbinden. Auch ein Bluetooth-Kopfhörer lässt sich übrigens ebenso einfach koppeln und nutzen. Wer nicht umständlich per Bildschirmtastatur nach Inhalten suchen will, kann einfach den Amazon-Assistenten Alexa verwenden. Dazu drückt man einfach die Mikrofontaste an der Fernbedienung und sagt z. B. "Filme in 4K finden". Die Fernbedienung lauscht also nicht die ganze Zeit, dann wären die beiden AAA-Batterien ruckzuck leer.

Dominant auf dem Startseiten-Bildschirm erscheinen meist Teaser für Filme auf Amazon Prime Video oder auch Werbung für Apps oder deren Inhalte. Der Amazon-Videodienst ist direkt in die Bedienoberfläche eingebunden, für alles startet man eine App. Ideal ist die Amazon-Lösung deshalb natürlich vor allem für Amazon-Prime-Kunden, die mit dem FireTV dann nicht nur ihren Fernseher in ein SmartTV verwandeln, sondern auch gleich ein umfangreiches Angebot an Filmen und Serien nutzen können. Inhalte, die nicht am kostenlosen Prime-Video teilnehmen, können einzeln gekauft werden. Dieser Kauf erfolgt aktuell noch nicht über den Stick, sondern im Webshop von Amazon, also per PC/Mac, Tablet oder Smartphone – eigentlich eine unnötige Hürde bei der Bedienung, andererseits aber auch zusätzliche Sicherheit.

  • Bild Fire TV Stick 4K Funktionen der Fernbedienung und Abmessungen. [Foto: Amazon]

    Fire TV Stick 4K Funktionen der Fernbedienung und Abmessungen. [Foto: Amazon]

Trotz der starken Ausrichtung auf das Amazon-eigene Videostreaming ist der FireTV-Anhänger recht universell nutzbar. Etliche Apps sind schon vorinstalliert, weitere lassen sich bequem nachinstallieren, darunter auch die Mediatheken-Apps praktisch aller bei uns relevanten Fernsehsender. Auf dem App-Store hat allerdings Amazon den Daumen drauf und liegt zudem mit Google im Clinch, wodurch die YouTube-App, die auf früheren FireTV-Geräten bis Ende 2017 noch installiert war, nun nicht mehr funktioniert. Als "Hack" bietet Amazon zwei Internet-Browser für seine FireTV-Geräte an, in denen sich dann YouTube aufrufen lässt und zumindest in einer Version für große Fernseher erscheint. Bedienungsfreundlichkeit und Komfort sind jedoch weit hinter die frühere native App zurückgefallen. Für die gelegentliche Nutzung von YouTube mag das gerade so gehen, wer aber wirklich viel YouTube schaut, wird damit wahrscheinlich nicht richtig glücklich.

Da das FireTV-Betriebssystem auf Android basiert, finden sich im Internet diverse Anleitungen, wie man Apps installieren kann, die nicht direkt von Amazon angeboten werden. Wer die Anleitungen Schritt für Schritt befolgt, wird wahrscheinlich zum Ziel kommen. Auf diese Weise kann dann beispielsweise der Kodi-Medienplayer auf dem FireTV-Anhänger installiert werden, den Amazon aus irgendwelchen Gründen nicht in seinen App-Store lässt (im Google App Store eines regulären Android TV ist der drin und entsprechend einfach zu installieren). Obwohl solche Versionen durchaus für die Nutzung am Fernseher und mit einer einfachen Fernbedienung gemacht sind, kann die Bedienung bisweilen komplex und umständlich werden. Von Versuchen, Programme zu installieren, die eigentlich einen Touchscreen am Handy voraussetzen oder gar nur im Hochformat-Modus funktionieren, kann ich nur abraten. Sie sind am FireTV praktisch unbedienbar. Solcherlei Aktionen sind aber von Amazon auch nicht gewollt und man kann dafür niemandem einen Vorwurf machen. Solange man sich an den Apps im Amazon-Store bedient, ist wirklich alles sehr einfach und komfortabel.

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Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht, 53, fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.