Microsoft

Testbericht: Microsoft Picture It! 2001

2002-01-29 Microsoft möchte die "hohen Ansprüche der Heimanwender" befriedigen und präsentiert aus diesem Anlass Picture It! 2001 Foto- und Druckstudio. Es handelt sich dabei um eine Software, die vor allem durch ihren Umfang verblüfft.  (Mike Steffen)

   Microsoft Picture It! 2001 [Packshot: MediaNord]
 
Um die Bildbearbeitung und die Kreativität auf diesem Sektor zu unterstützen wurden dem Programm sage und schreibe 100.000 Bilder und 6.500 Projektvorlagen beigelegt. Die Installation der Software auf dem PC kann (je nach Rechner) knapp zwei Stunden in Anspruch nehmen. Dann kann es losgehen: Ein "Minilabor" retuschiert "alle Fotos gleichzeitig", es kann auch mit Filtern, Verzerrungen, 3-D-Effekten, Strukturen, Mustern und Farben gearbeitet werden. Ein Handbuch, ohne Suchregister und Glossar, versucht zu erklären, wie das alles funktioniert. Man surft also doch lieber (probierend) mit dem Mauszeiger über den Bildschirm, klickt mal hier und dort und schaut, was da passiert. Dabei ist immer wieder Geduld gefragt, denn bei dem grafischen Aufwand, den dieses Programm betreibt, dauern die einzelnen Schritte oft entsprechend lange. Ein weiteres Manko: Die Arbeitsfenster "scrollen" nicht, sondern sie wollen einzeln geöffnet werden. So ist man oft am Probieren, bis das entsprechende Werkzeug gefunden ist.

Es hilft dem Verständnis auch wenig, sich durch die Kapitel des Handbuchs zu wühlen, denn dort trifft man nur auf so pseudo-hilfreiche Themen wie etwa "Verschaffen Sie sich Überblick", "Erkunden Sie die Möglichkeiten!", "Beginnen Sie ganz von vorne" oder "auch Veralbern kann amüsant sein". Man liest diese Abschnitte, ohne dass man merklich schlauer wird. Man kann besser das "Einführungsvideo" oder die Option "Videos mit Tipps" anschauen. Da werden dann Filmchen vorgeführt, die uns zeigen, wie es funktionieren kann. Die Effekte und Möglichkeiten der Software sind umfangreich und man erlebt hier und da einen "Aha-Effekt". Vor allem die Arbeitsgeschwindigkeit zum Erstellen von kleinen, grafischen Werken kann nach der ersten Lernphase enorm sein. Die Filter und Effekte arbeiten effektiv – sie sind qualitativ jedoch meist nicht mit anderer (teurerer) Software vergleichbar, obwohl Einstellmöglichkeiten und diverse Optionen zu praktisch jedem Bearbeitungsvorgang bestehen. Einen Hinweis darauf, ob das Arbeiten auf verschiedenen "Ebenen" (zum Erstellen von Fotomontagen) möglich ist oder ein Benutzen von zweckmäßigen Features (etwa Drag and Drop) möglich ist, konnten wir dem Programm nicht entnehmen. So ist es bei Picture It! 2001 oft schwer, den Überblick zu bewahren und gerade Heimanwender (die eben nicht täglich mit der Software arbeiten) haben nur geringe Chancen, das Programm routiniert und sicher anwenden zu können. Dazu kommt noch ein sehr gewöhnungsbedürftiger Mauszeiger, der für bestimmte Arbeiten (z. B. um einen Dateipfad "anzuklicken") zu groß ausgelegt ist und somit nur ungenau funktioniert.

Microsoft Picture It! 2001 Arbeitsoberfläche [Screenshot: MediaNord]
  
  

Die Stärken von Picture It! 2001 liegen in der Kommunikation, denn man kann sich via Internet mit dem Rest der Welt verbinden. Webprojekte lassen sich veröffentlichen, Fotoabzüge können direkt aus dem Programm heraus bestellt werden, Künstler lassen ihre Grafik-Arbeiten bestaunen und weitere kostenlose Bilder können die einhunderttausend vorangegangenen noch ergänzen.

Fazit: Nicht nur die Menge macht es. Picture It! 2001 besteht mit all seinen Optionen zwar aus fünf CDs, es können Grußkarten, Banner, Flyer und alles Mögliche erstellt werden – per Knopfdruck sozusagen. Jedoch ist diese Software sehr gewöhnungsbedürftig und äußerst verspielt.

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Kurzbewertung

  • umfangreich
  • Video-Anregungen für Anfänger
  •  unübersichtlich, überladen, verspielt
  • unfunktionelles Handbuch