Bildpräsentations-Software

Testbericht: Magix AG Fotos auf CD und DVD 9 deluxe

2010-03-04 Wie präsentiert man Fotos zeitgemäß? Am besten auf dem iPhone, dem Netbook, einem Laptop, einer Spielkonsole oder einem DVD-Player, und ohne dass jeweils ein neues Programm installiert werden und ein Kurs zur Benutzung des selbigen gemacht werden muss! Dazu braucht man einfach das richtige Programm. Magix Fotos auf CD und DVD 9 deluxe ist ein derartiges Programm. Was es kann und wie viel Einarbeitungszeit nötig ist, das soll unsere Software-Rezension ermitteln.  (Harm-Diercks Gronewold)

Magix Fotos auf CD & DVD 9 deluxe Packshot [Foto: Magix AG] Vor kurzem haben wir uns mit Aquasofts DiaShow 7 eingängig beschäftigt, und nun soll auch das laut Herstelleraussage "meistverkaufte" Diashow-Programm Deutschlands, nämlich Fotos auf CD und DVD 9 deluxe von Magix, unter die Lupe genommen werden. Die Installation hat eine stattliche Größe von 3,5 Gigabytes und dauert eine ganze Weile. Dafür sind aber auch eine Menge Vorlagen und Voreinstellungen enthalten. Selbstverständlich unterscheiden sich die verschiedenen Versionen (classic und deluxe) in der Ausstattung voneinander (siehe weiterführende Links). Key-Features der deluxe-Version sind insgesamt 30 Video- und Audio-Effekte, Nachvertonungsmöglichkeit, 100 Presets für 3D-Titel sowie 75 Vorlagen für Video-CDs und -DVDs. Außerdem bietet es HD-Ausgabemöglichkeiten im AVCHD- und MPEG-4-Format und Vorlagen für animierte Blu-Ray-Menüs.

Die Benutzeroberfläche ähnelt sehr stark der von Magix Video deluxe 16 (siehe weiterführende Links) und kann seine Herkunft von der Videobearbeitung auch nicht verleugnen. So sind auch hier drei Ansichten (Storyboard, "Dia"-Ansicht und Timeline) auswählbar. In der Timeline-Ansicht stehen dem Nutzer je eine Spur zum Platzieren von Bildern, Hintergrundmusik und Nachvertonung zur Verfügung. Die Dateien, Blenden, Effekte und Titel sind auf der rechten Seite neben dem Vorschaufenster zu finden, können aber auch in den Icons der Objekte in der Timeline via Kontextmenü gewählt werden.

Das Arrangieren der Bilder ist auf nur einer Spur etwas umständlich, besonders dann, wenn es um Bild-in-Bild-Effekte geht. Flott von der Hand gehen jedoch die Überblendungen via Alphablenden etc.; hier müssen nur die Bilder ineinander geschoben werden, und das Programm blendet ineinander über. Andere Blenden via Drag and Drop einzufügen, ist auch kein Problem; hier wird dann allerdings die Bildverweildauer nicht verändert. Bei langsamen Überblendungen muss die Verweildauer dann z. B. verlängert werden. Hinzu kommen 3D-Bildeffekte, mit denen man den Bildwechsel aufpeppen kann, indem z. B. eine Seite umgeblättert wird. Ein Titelgenerator ist ebenso mit integriert und lässt keine Wünsche übrig und zaubert – von klassischen Titel-Einblendungen bis 3D-Animationen – alles in die Diashow.

Die Nachvertonung lässt es natürlich zu, eigene Songs von der Festplatte zur Untermalung zu benutzen. Auch wird einiges an Hintergrundmusik mitgeliefert, die Nachvertonung beinhaltet weiterhin einen umfangreichen Musikeditor und ein Tool, welches Magix Fotos auf CD & DVD 9  [Foto:  MediaNord] die Taktfrequenz eines Songs ermittelt und diese dazu benutzt, um einen taktgenauen Bildwechsel durchzuführen. Den Abschluss eines Projekts stellt immer die Ausgabe dar, und hier kann nun aus diversen Formaten gewählt werden. Ist das gewünschte Format eine Blu-Ray oder DVD, dann können die Menüs auch noch selber gestaltet werden, und im Fall der Blu-Ray kann man auch aus animierten Vorlagen wählen und diese dann anpassen. Es sei erwähnt, dass man den AVCHD-Codec gesondert erwerben muss.

Fazit Eigentlich hat Magix Fotos auf CD und DVD 9 deluxe alles, was man so zur Präsentation braucht. Bilder können in alle Richtungen gedreht, animiert und mit Effekten versehen werden. Die Benutzerfreundlichkeit steht im Vordergrund. So gibt es für vieles Drag-and-Drop-Vorlagen. Diese stoßen allerdings auch manchmal an ihre Grenzen, so ist es etwa schwer, Bild-in-Bild-Effekte mit einer Bewegung zu kombinieren. Das Herauszoomen ist dabei komplizierter, als es sein müsste. Das tritt besonders dann auf, wenn 3:2- oder 4:3-formatige Bilder in einer 16:9-Diashow benutzt werden. Den Zoomrahmen dahingehend zu überreden, auch die Randbereiche als "benutzbar" zu erkennen, ist mühevoll und frustrierend. Auch das Konzept der Keyframes, welches aus dem Videoschnitt stammt, kommt hier zum Tragen und bedarf einiger Einarbeitungszeit. Komplexer wird das Ganze dann, wenn es dann darum geht, mehrere Effekte zu kombinieren. Das funktioniert zwar auch nach gewisser Einarbeitungszeit einwandfrei, könnte aber einfacher sein. Auch dass die Fotos nur auf einer Spur angeordnet werden können, hilft nicht der Übersichtlichkeit.

Ein großes Lob hingegen verdienen die integrierten Assistenten. So funktioniert die Reiseroutenanimation einwandfrei und lässt sich problemlos in die Diashow übertragen, und der Assistent für eine "Diashow in drei Minuten" liefert erstaunlich gute Ergebnisse. Ebenfalls überzeugen können der Musik-Editor und der Assistent, der die Taktermittlung übernimmt; damit ist es dann spielend leicht, Bilder im Rhythmus der Musik wechseln zu lassen. Der Titelgenerator mit seinen Bauchbinden, Titelvorgaben und 3D-Titeln erfüllt nahezu jeden Wunsch und ist einfach zu handhaben. Die Ausgabevielfalt und die Möglichkeit, nahezu alles – von CD- bis Blu-Ray-Diashows – auszugeben sowie das populäre iPhone mit Diashows zu versorgen, ist mehr als nur einen flüchtigen Blick auf das Programm wert, auch wenn die Benutzung eher an einen Videoeditor erinnert als an die Bedienung einer Diashow-Editors.


Autor

Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 46, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.

Kurzbewertung

  • Umfangreiche Assistenten
  • Tolle 3D-Effekte
  • Reiseroutenanimation
  • Zoomfunktion kompliziert
  • Keyframe-Konzept umständlich
  • Nur eine Bildspur