IDimager Systems

Testbericht: IDimager Systems IDimager 4

2008-01-30 Auf den ersten Blick scheint IDimager einfach nur ein weiterer Bildbetrachter zu sein, wie es sie inzwischen wie Sand am Meer gibt. Beim näheren Hinschauen entpuppt sich IDimager in der aktuellen Version 4 allerdings als weit mehr als ein schlichter Bildbrowser und -betrachter. Vielmehr erhält der Kunde hier eine ausgefeilte und mit zahlreichen Optionen versehene Unversallösung für das Bildermanagement.  (Torsten Kieslich)

Die Benutzeroberfläche mit Dateibrowser, Miniaturenübersicht, Vorschau und Histogramm. [Foto: Torsten Kieslich] IDimager glänzt mit einer relativ aufgeräumten Benutzeroberfläche, die sich durch viele Einstellmöglichkeiten den persönlichen Bedürfnissen anpassen lässt. Optisch wirk die Oberfläche zunächst unstrukturierter als beispielsweise Adobe Bridge oder Photoshop Elements. Allerdings können Bilddetails, Histogramm, Vorschau und viele andere Details als individuelle Arbeitsumgebung gespeichert und später auf Knopfdruck abgerufen werden.

Zum grundsätzlichen Betrieb ist bei IDimager nicht viel zu sagen – in seinen Grundzügen verhält sich das Programm wie nahezu jeder Bildbetrachter: Dateinamen und Bewertung werden angezeigt, Bilder können mit Schlagworten gekennzeichnet und sortiert werden. Die Oberfläche bietet in der Die Metadaten können bequem über ein Auswahlfenster editiert werden. [Foto: Torsten Kieslich] Standardansicht einen Dateibrowser auf der linken Seite, zusätzliche Vorschau-, Exif- und Histogramminformationen auf der rechten Seite und ein großes Fenster für die Miniaturansichten, das auch bildschirmfüllend dargestellt werden kann. Wird ein Bild selektiert, kann es über Strg + Enter direkt in der für diesen Bildtyp festgelegten Standardanwendung geöffnet werden.

Die Bilderkollektionen können mit zahlreichen Templates direkt ins Internet gestellt werden. [Foto: Torsten Kieslich] Seine besondere Leistungsfähigkeit spielt IDimager bei großen Bildersammlungen aus – das Programm kann sehr schnell Bildkataloge, so genannte Kollektionen, anlegen und über eine integrierte Versionsverwaltung auch die Kopien und Bearbeitungen automatisch zuordnen. Die Versionen müssen nicht erneut katalogisiert werden; die Zuordnungen werden vom Original übernommen. Zusätzlich bietet IDimager auch die Möglichkeit, Sub-Kollektionen anzulegen, um Bilder gezielt für bestimmte Zwecke zusammenzustellen. Damit können auch mehrere tausend Bilder übersichtlich organisiert werden. Die Metadaten der Bilder lassen sich bequem über ein Auswahlfenster editieren, in dem sowohl die Katalogstichworte als auch Bildbeschreibungen und Copyright-Vermerke verwaltet werden können.

Per Mausklick öffnet sich zu jeder Miniatur einer vergrößerte Ansicht. [Foto: Torsten Kieslich] IDimager bietet neben der reinen Bildverwaltung noch eine Vielzahl von Bildbearbeitungsfeatures. Hier darf man als Maßstab natürlich nicht Photoshop anlegen, doch für die schnelle Korrektur, etwa das Geraderücken eines Horizontes, Farb- und Tonwertkorrekturen oder das Nachschärfen bietet IDimager gute, über eingängige Menüs zu bedienende Funktionen. Erweitert wird der Funktionsumfang um eine Diashow und die Möglichkeit, Bilderkollektionen im Internet zu veröffentlichen. Das Programm verfügt über eine ausgefeilte Umbenennungs-Funktion, die über Codesequenzen jede beliebige Namensgebung durchführen kann. In IDimager sind bereits einige Umbennungsprofile enthalten, die problemlos durch eigene Profile ergänzt werden können.

Die Stapelverarbeitung bietet umfassende Bearbeitungsskripte zur Automatisierung von Routineaufgaben. [Foto: Torsten Kieslich] Ein Pluspunkt für das schnelle Bearbeiten und Bewerten der Bilder ist der Betrachtungsmodus des IDimager. Die Miniaturansicht kann nicht nur per Schieberegler in der Größe verändert werden, sondern es kann per Mausklick eine vergrößerte Ansicht des Bildes aufgerufen werden, ohne dass der Ansichtsmodus verlassen werden muss. So können auch große Bildersammlungen schnell beurteilt und bewertet werden. Bilder gleichen Inhalts lassen sich dabei zu übersichtlichen Bildstapeln zusammenfassen. Wer als Anwender bereit ist, tiefer in das Programm einzusteigen, kann nahezu alle Befehle auch über Tastaturkürzel erreichen.

Vorteilhaft für das Bearbeiten größerer Bildmengen ist die integrierte Stapelverarbeitung, die man mit einer Reihe von Scripts detailliert individuell Bilder Import [Foto: Torsten Kieslich] einrichten kann. Hier können ausgewählte Bilder problemlos mit vorgegebenen Aktionen bearbeitet werden – beispielsweise um Bilder zur Weitergabe von den Exif-Daten zu befreien und in ein anderes Dateiformat, etwa TIFF, zu konvertieren.

Der Workflow der Verwaltung bzw. Bearbeitung digitaler Bilder beginnt schon beim Runterladen der Bilder von der Speicherkarte. Meist nutzt man hier den Windows-Explorer oder spezielle Transfer-Programme. IDimager bietet hier eine gute integrierte Lösung an, die sowohl den direkten Import von der Kamera als auch den Bildtransfer aus existierenden Ordnern und sogar aus E-Mails erlaubt. Der Downloader kann manuell über das Bildübertragungs-Icon oder automatisch durch das Anschließen der Kamera bzw. des Kartenlesers gestartet werden.

Die Verwaltung von Versionen ist eine der ausgefeiltesten Funktionen von IDimager. Das Programm kann auf Wunsch über alle Änderungen jedes Bildes Buch führen. Damit kann der Bildkatalog übersichtlich gehalten werden, da hier nur ein Bildeintrag angezeigt wird, hinter dem sich – gewissermaßen in einem virtuellen Stapel – die übrigen Versionen des Bildes verbergen. Mit F7 kann der Versionsmanager für ein Foto aufgerufen werden – das selektierte Foto wird als Originalversion dargestellt. Mittels "drag and drop" kann dann ein weiteres Foto als Version dem Original hinzugefügt werden.

IDimager glänzt mit einer ausgefeilten Versionsverwaltung. [Foto: Torsten Kieslich] Ein cleveres Werkzeug ist dabei der "Versions Detektions Assistent". Dieses Tool hilft, Duplikate der Bilder zu finden und schlägt vor, welche als Version zu dem Bild gespeichert werden können. Um diesen "Versions Detektions Assistent" zu starten, wählt man eine oder mehrere Thumbnails aus und wählt aus dem Kontextmenü den "Versionsaufspürungs-Assistenten" aus. Praktisch daran ist, dass die Katalogisierung bzw. die Zuweisung von Schlagworten für die Versionen nicht noch einmal erfolgen muss – IDimager übernimmt die Daten von dem als Original festgelegten Bild – was den Workflow an dieser Stelle deutlich vereinfachen kann.

Fazit
IDimager ist sicherlich kein Muss im alltäglichen Foto-Workflow, wenn man bereits über eine Möglichkeit verfügt, Bilder mit Schlagworten zu versehen, zu bewerten und zu katalogisieren. Hier gibt es Produkte, die optisch stringenter gestaltet sind und Gleiches leisten. Der Pluspunkt von IDimager kommt jedoch bei großen Bildmengen zum Tragen – die unterliegende Datenbank und die ausgefeilten Einstellungsmöglichkeiten von IDimager lassen einen schnellen und effizienten Workflow zu, der von der Bewertung der Bilder bis zur Einstellung kompletter Online-Bildkataloge reicht. Die zahlreichen individuellen Einstellungsmöglichkeiten erlauben es, IDimager als individuelles und sehr effizientes Werkzeug zu nutzen, das allerdings eine gewisse Einarbeitung erfordert, um seine volle Leistungsfähigkeit auszuspielen.

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Kurzbewertung

  • Enormer Funktionsumfang vom Bildimport bis zur Bearbeitung
  • Individuell anpassbar
  • kostenfreie Light-Version
  • Preise unter 120 EUR
  • Für den Einsteiger unübersichtliche Programmoberfläche
  • Handbuch nur englischsprachig verfügbar