Friedemann Schmidts

Testbericht: Friedemann Schmidts Exifer

2005-01-17 Die Software Exifer begegnet irgendwann jedem, der sich mit digitaler Fotografie beschäftigt. Sobald man mehr Bildinformationen als Bildgröße oder -namen will, kommt sie ins Spiel. Tatsächlich wird das Programm zu Recht in allen Diskussionsgruppen gepriesen. Höchste Zeit also, hier sein Können vorzustellen.  ( PhotoWorld)

   Exifer-Arbeitsfläche [Screenshot: PhotoWorld]

Grundsätzlich liest es die zahlreichen Fakten aus, die eine Digitalkamera in ein Foto hineinschreibt. Zur Überraschung manches Fotografen sind die dort verankerten Exif-Daten zu mehr zu gebrauchen, als nur das Aufnahmedatum, den verwendeten Blendenwert oder die Brennweite wiederzugeben. Sie sind ein unverzichtbares Hilfsmittel, um Fotos zu verwalten.

Exifer kann sämtliche Fotos eines Ordners entsprechend ihrem Aufnahmedatum umbenennen, so dass auf einen Blick erkennbar ist, wann es geschossen wurde. Die Exif-Daten bestehen nicht nur aus Text, sondern ihnen ist auch ein Vorschaubildchen zugeordnet. Exifer stellt die praktischen Minis für zahlreiche Zwecke zur Verfügung. Sie haben im Urlaub eine Datumsgrenze überflogen, aber ihre Digitalkamera nicht umgestellt? Die praktische Freeware korrigiert das Datum nach zweckmäßigen Vorgaben. Die Information sind gesondert speicherbar oder lassen sich sogar in Bilder einfügen, deren Exif-Daten verschwunden sind.

Neben solchen auf die Exif-Daten zugeschnittenen Funktionen stellt die Freeware einige zusätzliche Helfer bereit:

   Exifer-Datenexport [Screenshot: PhotoWorld]
  

Die Export-Funktion bringt die Daten in Form, so dass sie für zahlreiche Datenbanksysteme lesbar sind.
 

   Exifer-Vorschau [Screenshot: PhotoWorld]
  

Für den schnellen Durchlauf eines Verzeichnisses sorgt die Dia-Show.
 

   Exifer-Benennung [Screenshot: PhotoWorld]
  

Kryptische Benennungen durch die Kamera wie DSCF1324.jpg werden verzeichnisweit durch eine verständliche Namensgebung ersetzt wie die Datumsangabe 05-12-24.jpg
 

   Exifer-Text einfügen [Screenshot: PhotoWorld]
  

Ein Wasserzeichen kennzeichnet das geistige Eigentum.
 

  • Das Programm dreht Fotos im JPEG-Format ohne Qualitätsverlust, der ansonsten nach jeder Speicherung eintritt.
  • Aufnahmen sind nach vordefinierten Maßstäben oder frei in der Größe zu beschneiden.
  • Ein komplettes Verzeichnis lässt sich mit einem Wasserzeichen versehen, um die Urheberrechte anzuzeigen.
  • Exifer spielt eine kleine Dia-Show ab, um rasch durch Ordnerinhalte zu navigieren.

Installation Nachdem man die Installationsdatei exifersetup.exe aus dem Internet gezogen hat, richtet man per Doppelklick das Programm ein. Noch sind die Menüs in Englisch gehalten, doch lässt sich das später leicht ändern. Wenn man Exifer zum ersten Mal aufruft, hat man die Auswahl zwischen einer deutsch- und einer englischsprachigen Oberfläche.

Im nächsten Schritt wird man aufgefordert ein vorhandenes Programm auszuwählen, das zum Bearbeiten von Bildern herangezogen wird. Denn schließlich ist Exifer für das Auslesen von Informationen konzipiert. Darüber hinaus zeigt es nur Vorschaubildchen einzeln oder als Slide-Show an. Für weitergehende Funktionen dagegen ist es sinnvoll, einfach externe Programme wie Photoshop, Gimp oder IrfanView einzubinden.
Funktionen im Überblick.

Sämtliche Anwendungen lassen sich mit einem Knopfdruck ausführen oder man ruft das Kontextmenü mit der rechten Maustaste auf. Die Vielfalt mag anfangs verwirren, doch findet man sich recht schnell in der Benutzeroberfläche zurecht. So sind links oben zuerst sämtliche Exif-Helfer angeordnet. Die Schaltfläche B etwa erzeugt eine Sicherungskopie sämtlicher Daten eines Verzeichnisses, R stellt sie bei Verlust wieder her, das Diskettensymbol speichert sie in einer speziellen Datei etcetera.

Das Tabellensymbol schließt die Reihe ab. Hinter ihm verbirgt sich ein höchst nützlicher Helfer, um alle Fakten außerhalb des Programms Exifer zu nutzen. Er wandelt die Exif-Informationen in Dateien um, die das Format "Comma Separated Value" (CSV) besitzen. Sämtliche Angaben werden dabei nach festen Regeln mit einem Komma separiert. Auf diese schlichte Form haben sich zahlreiche Datenbanken und Tabellenprogramme wie etwa Excel geeinigt. Man kann sie daher Rechenoperationen ebenso wie Statistiken zugänglich machen.

Die Parade der Helfer setzt sich fort mit einer Schaltfläche zum massenhaften Umbenennen, wozu unendlich viele Exif-Informationen herangezogen werden können. Am häufigsten wird man Fotos nach Datum kennzeichnen, doch sind ebenso GPS-Daten, die Kategorien des International Press Telecommunications Council (IPTC) oder die Verschlusszeit denkbar. Rechts daneben lassen sich Fotos verlustfrei drehen und im Weitergehen mit einem Wasserzeichen versehen.

Insbesondere wenn man Fotos online veröffentlicht, will man mit der Markierung seine Urheberrechte wahren. Daher kann man die Bilder mit einem dezenten Stempelabdruck versehen. Auch in diesem Fall liefert Exif alle nur denkbaren Variationen.

Fazit Die Exif-Informationen verraten jedes Detail, wie, wann und womit die Aufnahme zustande kam. Für eine geordnete Fotosammlung sind solche Angaben unverzichtbar, weswegen auch viele Datenbanken sie automatisch einlesen können. Neben dem zuvor besprochenen Exif Viewer ist Exifer der machtvolle Herrscher über die Daten. Er beschränkt sich nicht auf eine dürre Darstellung dieses Wissens, sondern setzt sie in nützliche Funktionen um: Copyright-Vermerk, Sortierung, Rotieren vom Längs- ins Querformat oder Umbenennen der unverständlichen Originalnamen. Kurz: Exifer kitzelt aus den Fakten heraus, was nur denkbar ist.

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