FotoWare

Testbericht: FotoWare FotoStation Pro 5.1

2005-02-07 Mit seiner workflow-orientierten Oberfläche, den starken Such- und Archivpflegefunktionen, dem integrierten Color Management und der offenen Systemarchitektur hat die norwegische FotoWare mit FotoStation PRO ein Tool geschaffen, das die Herzen vieler professioneller Anwender im Bild- und Multimedia-Management-Bereich höher schlagen lassen wird. Da wir noch keine Rezension zu FotoStation PRO 5.0 veröffentlicht haben, geht dieser Beitrag weniger auf die Neuerungen der Version 5.1 als auf die grundsätzlichen Funktionen der Software ein.  (Karin Marsh)

Die Version 5.1 enthält im Vergleich zur Vorgängerversion eine Vielzahl neuer Funktionen inklusive verbesserter Raw-File-Unterstützung auch modernster Digitalkameras und verbesserter IPTC-Textunterstützung, um hier nur zwei der insgesamt 41 FotoStation 5.1 Screenshot 1 [Screenshot: MediaNord]Neuerungen und Bugfixes zu nennen. PhotoStation PRO 5.0 Anwender können den Upgrade kostenlos herunterladen und mit dem Produktschlüssel der Version 5.0 aktivieren.

Installiert ist das Programm im Handumdrehen. Die Bedieneroberfläche ist erfrischend einfach und übersichtlich aufgebaut und wirkt durch erfreulich wenig symbolische Schaltflächen sauber und aufgeräumt (Screenshot 1). Möchte man sich nach der Installation mit einer kleinen animierten Einführungstour in Stimmung bringen oder sich erst mit einem gedruckten Bedienerhandbuch in die Materie einlesen, sucht man danach jedoch vergeblich.

Importiert werden Dateien mit wenigen Mausklicks von auswechselbaren Datenträgern (Speicherkarten, Disks, Kameras) oder Ordnern und werden anschliessend automatisch einem „Job“ hinzugefügt, können aber auch direkt aus dem Windows Explorer auf das auf dem Desktop liegende Icon „FotoStation Acquire“ gezogen werden.

Bei FotoStation PRO wurde auf die individuelle Anpassungsfähigkeit besonders großer Wert gelegt. Die Bedieneroberfläche lässt sich über ein separates, klar gegliedertes und einfach zu bedienendes Konfigurations-Menü maßschneidern (Screenshot 2). Archive, Aktionen, Jobs und Projekte können auf Seitenkonsolen organisiert, Textmasken und Dateiübersichten nach eigenen Anforderungen eingerichtet werden. Bildansichten FotoStation 5.1 Screenshot 1 [Screenshot: MediaNord]lassen sich bis ins Detail – inklusive Bild Cache und Color Management – fein einstellen (Screenshot 3). Kommt FotoStation PRO in Netzwerken zum Einsatz, kann zwischen individueller oder einheitlicher Nutzerkonfiguration sowie dem Laden einer zentral auf dem Server gespeicherten Konfiguration nach Anmeldung gewählt werden.

Mit dem Anlegen von Aktionen wird die Automatisierung von zeitraubenden Arbeitschritten und so eine effiziente Stapelverarbeitung möglich. So können zum Beispiel ganze Bildkataloge mit Wasserzeichen versehen und anschliessend per E-Mail verschickt oder auf CD gebrannt werden. Auch die Texteingabe-Maske kann genau auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Der IPTC-Texteditor ist gewöhnungsbedürftig und setzt etwas Erfahrung mit Bildmanagement-Programmen sowie Grundkenntnisse im Arbeiten mit relationalen Datenbanken voraus. Man fragt sich auch, ob bei einer Software dieser Preiskategorie kein komfortablerer Texteditor möglich gewesen wäre. Hat man jedoch einmal seine Wunsch-Texteingabemaske konfiguriert und ausgiebig damit gearbeitet, stellt man fest, dass der Texteditor von FotoStation PRO kaum Wünsche offen lässt.

FotoStation 5.1 Screenshot 1 [Screenshot: MediaNord]Möchte man ein Archiv schnell nach einem bestimmten Wort durchsuchen, verwendet man die immer unter der Werkzeugliste eingeblendete Schnellsuche, die auch einige wenige Operatoren (AND, OR etc.) zulässt. Die erweiterte Suchfunktion ist äußerst leistungsfähig, die Bedienung relativ einfach. Zugelassen werden eine Vielzahl von einschränkenden Attributen, Suchoperatoren sowie eine „Suche- und Ersetze“-Funktion, wobei der Sucherfolg selbstverständlich von der Genauigkeit der Eingabe abhängt. In Verbindung mit IndexManager, der „Hochgeschwindigkeitssuchmaschine“ von FotoWare können Millionen von Objekten zudem phonetisch, mit Synonym-Listen und „fuzzy searches“ in Sekundenschnelle durchsucht werden.

Viele Profis werden es besonders zu schätzen wissen, dass die Software ein Organisieren von Bildern in „Projekten“ zulässt. Hier können Dateien von verschiedenen Verzeichnissen in einem Ordner zusammengeführt und von anderen Benutzern im und über das Netzwerk angesehen und bearbeitet werden. Handelt es sich bei den zusammengeführten Dateien um sensitives Gut, schiebt man Unbefugten durch die Einschränkung der Zugriffsrechte schnell einen Riegel vor. Besonders praktisch ist auch die Möglichkeit des Anlegens von Offline-Archiven: Während die High-Res-Dateien auf CDs oder andere Wechseldatenträger gespeichert und ins Regal oder den Safe verbannt werden, „browst“ man mit FotoStation PRO in Windeseile durch die in niedriger Auflösung archivierten Dateien.

FotoStation 5.1 Screenshot 1 [Screenshot: MediaNord]Mit der Bildbearbeitungsfunktion kann man direkt aus FotoStation heraus Bilder beschneiden, die Farbbalance, Gradationskurven, Farbe/Sättigung sowie das Histogramm verändern, die Dateigrösse neu berechnen, Bilder drehen und schliesslich „roten Augen“ den Garaus machen (Screenshot 4). Auch wenn letztere Funktion nicht sauber arbeitet und noch verbessert werden könnte, können hier – gesamthaft gesehen – superschnell und mit einfachsten Mitteln Bilder bearbeitet werden, mit Resultaten, die sich sehen lassen können. Dasselbe gilt auch für die Diaschau-, Druck- und Web-Export-Funktionen, die prima Gestaltungs- und Präsentationsmöglichkeiten bieten und sehr einfach zu bedienen sind. FotoStation PRO ist mit allen namhaften DTP-Programmen wie QuarkXPress, Adobe PageMaker, Adobe InDesign und Microsoft Office kompatibel.

Fazit  FotoStation PRO ist eine äußerst leistungsfähige, plattformunabhängige Bild- und Multimedia-Management-Software, die dem professionellen Anwender viel Freude machen wird. Von der klar und einfach gegliederten Bedieneroberfläche darf man sich nicht täuschen lassen, setzt FotoStation PRO doch etwas Erfahrung mit Bildmanagement-Programmen und relationalen Datenbanken voraus. Trotz Funktionsfülle und Komplexität des Programms ist der Preis allerdings etwas zu hoch angesetzt.

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Kurzbewertung

  • Kompatibilität mit namhaften DTP Programmen
  • voll integriertes Color Management
  • Raw-File-Unterstützung modernster Digitalkameras
  • offene Systemarchitektur
  • übersichtliche Bedieneroberfläche
  • umfangreiche Such- und Texteingabe-Funktionen
  • Anpassungsfähigkeit
  • Bedienerhandbuch und Quick-Tour fehlen
  • Anti-Rote Augen-Funktion arbeitet nicht sauber
  • gewöhnungsbedürftiger IPTC-Texteditor
  •  Preis