Android-App zur automatischen Foto-Wiedergabe auch aus der Cloud

Fotoo Bilderrahmen-App im Test

2022-11-24 Mit diesem Test möchten wir Sie auf die mächtige App Fotoo aufmerksam machen. Diese ist eigentlich dazu gedacht, ein Android-Tablet als smarten digitalen Bilderrahmen zu nutzen. Die App läuft aber auch exzellent auf Android-TV-Geräten und lässt sich dadurch auf großen Fernsehern und auf Videoprojektoren für eine Diaschau nutzen. Die Möglichkeiten, die diese App bietet, sind zudem so vielfältig, dass sich damit tolle Projekte realisieren lassen, die weit über den eigentlichen Bestimmungszweck der App hinausgehen.  (Jan-Markus Rupprecht)

  • Bild Fotoo Website Startscreen. [Foto: Bopp Studio]

    Fotoo Website Startscreen. [Foto: Bopp Studio]

Hinweis Dieser Test integriert sich künftig in einige Projekte, die wir im Rahmen der digitalkamera.de-Fototipps vorstellen werden, bei denen die Fotoo-App zum Einsatz kommt.

In der Vergangenheit hatten wir auf digitalkamera.de einige Male über smarte digitale Bilderrahmen berichtet. Diese kosten typischerweise ab 150 Euro aufwärts und lassen sich genau für einen Zweck verwenden: zum Anzeigen von Fotos, und für sonst nichts. Viele Leute haben bereits einen Tablet-Computer zuhause und möchten diesen vielleicht zur Anzeige von Fotos verwenden. Zudem bekommt man einfache Android-Tablets – selbst von Markenherstellern wie Samsung – bereits häufig für weit unter 200 Euro, also in der gleichen Preisklasse, in der auch die Bilderahmen liegen. Wenn es eine App gäbe, die ein Tablet in einen digitalen Bilderrahmen verwandeln würde, hätte man ein Gerät, mit dem man sehr viel mehr anfangen könnte als mit einem normalen digitalen Bilderrahmen – bei ungefähr gleichen Kosten.

Wir haben uns also auf die Suche gemacht und einige Apps gefunden, von denen uns von den Anwenderbewertungen und von den Möglichkeiten, die die App bietet, die App Fotoo der Firma Bopp Studio am meisten angesprochen hat. Die App ist nicht kostenlos, sondern ganz im Gegenteil, sie ist für eine Android-App sogar ungewöhnlich teuer: regulär satte 39,99 Euro verlangt der Hersteller – zumindest theoretisch. Praktisch kostet die App "zeitlich befristet" wohl eher 14,99 € oder 24,99 €. Wer zu dieser kleinen Investition nicht bereit ist, braucht an dieser Stelle nicht weiterzulesen.

Das eigentliche Installieren ist erstmal kostenlos, das ist immerhin gut, denn in dem kostenlosen Zustand kann man fast alle wichtigen Funktionen zumindest ausprobieren und schauen, ob einem die App gefällt und ob sie in der eigenen Umgebung funktioniert. Praktisch verwenden wird man die Fotoo-App in dem Zustand aber nicht, denn Sie nervt dann mit Zwangspausen alle fünf Minuten und man kann nur begrenzt Fotos überspringen.

Die Fotoo-App gefällt uns unter anderem deshalb so gut, weil sie an sehr viele Cloud-Dienste angebunden werden kann und man dadurch die gleiche Funktionalität schaffen kann wie bei den smarten Bilderrahmen, ohne sich jedoch auf einen Hardware-Anbieter festzulegen und in dessen Abhängigkeit zu begeben. Auch eine Abo-Falle lauert hier nicht. Einmal bezahlt macht die App, was sie soll.

  • Bild Ein Tablet-Computer wird mit der Fotoo App bei Nichtgebrauch zu einen smarten digitalen Bilderrahmen inklusive Cloud-Anbindung mit automatischer Aktualisierung der anzuzeigenden Fotos. [Foto: MediaNord]

    Ein Tablet-Computer wird mit der Fotoo App bei Nichtgebrauch zu einen smarten digitalen Bilderrahmen inklusive Cloud-Anbindung mit automatischer Aktualisierung der anzuzeigenden Fotos. [Foto: MediaNord]

Der zweite Vorteil: Die App beziehungsweise deren Premium-Funktion kauft man nicht pro Gerät, sondern einmal pro Google-Account. Dadurch kann man die App auf allen Android-Devices installieren, die unter dem gleichen Account laufen und hat dann überall automatisch den Premium-Status: Dazu zählen Smartphones, Tablets, Fernseher oder Videoprojektoren mit Android-TV einschließlich Android-TV-Set-Top-Boxen bzw. Android-TV- bzw. Google-TV-Sticks. Die App gibt es übrigens auch im Amazon App-Store. Das ist aber sozusagen eine andere Baustelle. Dort müsste man ein zweites Mal bezahlen, um sie dann auf Amazon-Geräten nutzen zu können.

Womit wir beim dritten großen Vorteil wären: Eine automatische Diaschau, fein konfigurierbar, mit Fotos aus der Cloud, auf dem großen Fernseh-Bildschirm. Wie wäre das? Vielleicht als Hingucker in der Arztpraxis an der Wand oder auf einer Veranstaltung oder einfach zu Hause? Das geht genauso mit einem Video-Projektor. Falls ihr TV-Gerät oder ihr Videoprojektor kein Android-TV unterstützt, kein Problem! Ein ausgezeichnet funktionierendes Android-TV-Kästchen gibt es für schlappe 30 Euro von Dynalink (Test siehe weiterführenden Link), kein Grund also, sich mit irgendwelchen anderen halbgaren SmartTV-Lösungen herumzuärgern.

Aber erstmal zurück zum eigentlich Zweck. Eigentlich ist die App gedacht, um aus einem Android-Tablet einen digitalen Bilderrahmen zu machen. Dazu bringt sie, fein konfigurierbar, alle nötigen Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten mit. Man kann die App beispielsweise so einstellen, dass Sie automatisch nach dem Booten des Tablets startet oder beim Einstecken der Stromversorgung. Dann verhält sich das Tablet erstmal genau wie ein Bilderrahmen. Einschalten oder an ans Ladegerät anschließen und schon startet die Diaschau. Möchte man etwas anderes mit dem Tablet machen, beendet man einfach die Diaschau und kann mit dem Tablet im Internet surfen, E-Mails schreiben, Filme auf Netflix anschauen, Musik hören usw. Das kann kein Bilderrahmen.

Wo die Fotos liegen, ist dabei höchst flexibel. Die Quellen der Bilder kann man beliebig wählen. Natürlich können lokal auf dem Tablet gespeicherte Fotos angezeigt werden ("Gallery"). Im Gegensatz zu Bilderrahmen haben fast alle Android Tablets einen Steckplatz für MicroSD-Karten. Der lokale Speicher lässt sich also billig erweitern und die Speicherkarte kann auch extern mit Fotos gefüllt und dann ins Tablet gesteckt werden. Noch eleganter und flexibler ist der Zugriff auf Cloud-Speicher, auch auf mehre gleichzeitig. Die Fotos können bei Dropbox, auf Google Drive oder Google Fotos oder auf einem Microsoft OneDrive liegen. Bei diesen Diensten kann man sich aus Fotoo heraus anmelden und dort dann die Ordner auswählen, aus denen man Fotos auf dem Gerät mit der Fotoo App anzeigen möchte. Es können auch mehrere Quellen gleichzeitig aktiv sein und die Quellen können auch jederzeit schnell geändert werden. Natürlich muss dabei eine Internet-Verbindung bestehen, das kann ein WLAN, ein freigegebener Smartphone-Hotspot oder ein eingebautes Mobilfunk-Netzwerk sein, falls das Tablet über ein solches verfügt.

  • Bild Neben der aktuellen Uhrzeit und dem aktuellen Datum können auch aktuelle Wetterdaten eingeblendet werden sowie Daten zum gerade angezeigten Foto (Dateiname, Ordnername, Aufnahmedatum). All das ist auch individuell konfigurierbar. [Foto: MediaNord (Screenhot)]

    Neben der aktuellen Uhrzeit und dem aktuellen Datum können auch aktuelle Wetterdaten eingeblendet werden sowie Daten zum gerade angezeigten Foto (Dateiname, Ordnername, Aufnahmedatum). All das ist auch individuell konfigurierbar. [Foto: MediaNord (Screenhot)]

Das Zeitintervall, wie oft die Verzeichnisse auf neue Bilder überprüft werden sollen, ist dabei einstellbar bis hinab zu minimal einer Minute. So können Fotos, die von irgendwo auf der Welt in ein Cloud-Verzeichnis gespeichert werden, das von der Fotoo App überwacht wird, mit minimaler Zeitverzögerung angezeigt werden. Dieses Verfahren haben wir genutzt, um bei einer Segelregatta nahezu live an Land Fotos zu zeigen, die wenige Minuten zuvor auf dem Wasser aufgenommen wurden. Den dort genutzten Workflow stellen wir demnächst in einer Fototipp-Serie genauer vor.

Einmal heruntergeladene Fotos werden übrigens lokal zwischengespeichert und später nur noch neue Fotos einmalig heruntergeladen. Wie groß der Cache maximal sein soll, lässt sich einstellen. Ebenso einstellen lassen sich natürlich Parameter wie die Dauer der Anzeige pro Foto von zehn Sekunden bis zu zehn Minuten in diversen Stufen und eine benutzerdefinierte Zeit in Sekunden, Minuten und sogar Stunden. Die Fotoo App eignet sich also auch dazu, Fotos anzuzeigen, die nicht häufig wechseln sollen.

Fortsetzung auf Seite 2

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Autor

Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht, 57, fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.