Aufgemischt

Nikon kommt mit neuer Einsteiger-DSLR D3100

2010-08-19 Nikon mischt den DSLR-Einsteigermarkt mit der neuen D3100 ordentlich auf: Auch wenn der kleine "Versionssprung" im Namen von D3000 auf D3100 nur marginale Veränderungen vermuten lässt, hat sie doch einige neue Funktionen zu bieten. So etwa einen 14 Megapixel auflösenden CMOS-Bildsensor, mit dem die D3100 nicht nur LiveView bekommt, sondern als erste Einsteiger-DSLR FullHD-Filme aufzeichnen kann. Zur einfacheren Bedienung für Einsteiger hat Nikon sein Guide-System weiter optimiert.  (Benjamin Kirchheim)

Nikon D3100 mit 18-55 mm [Foto: Nikon]Beim Sensor im DX-Format (APS-C, Crop-Faktor 1,5) dürfte es sich um denselben wie in der Sony NEX-5 handeln. Erst die CMOS-Technik erlaubt bei den großen Sensoren eine LiveView-Funktion und flüssige wie hoch auflösende Filmaufnahmen. Die D3100 erreicht dabei 1080p, also FullHD mit 1.920 x 1.080 Pixeln Auflösung. Fotos werden sogar mit 14 Megapixeln aufgezeichnet, und der neue Sensor erlaubt einen Empfindlichkeitsbereich von ISO 100 bis 3.200, in den Einstellungen Hi1 und Hi2 werden sogar ISO 6.400 bzw. 12.800 erreicht. Die "alte" D3000 kam regulär nur auf maximal ISO 1.600 und ISO 3.200 in der Einstellung Hi1. Selbst ein Problem bisheriger DSLRs mit LiveView, nämlich die äußerst langsame Fokussierung nur auf Knopfdruck, ist Nikon angegangen. Der Live-Autofokus soll nun schneller sein und in der Einstellung AF-F sogar permanent aktiv bleiben und Motive verfolgen können.

Der Bildprozessor ist ein Expeed2, der noch leistungsfähiger als sein Vorgänger ist. So konnte Nikon u. a. die Motiverkennung und den Weißabgleich weiter verbessern. Setzt man die D3100 als "klassische" DSLR ein, stehen einem 11 Autofokussensoren und ein 420-Pixel-RGB-Belichtungsmesssensor zur Verfügung, die eine präzise und schnelle Motiverfassung in Schärfe und Belichtung erlauben. Auch in vielen anderen Bereichen hat Nikon nachgebessert. Das Bildbearbeitungsmenü umfasst nun mehr Möglichkeiten und Einstellungen, es sind sogar animierte Diashows Nikon D3100 [Foto: Nikon]möglich. Diese können über ein optionales HDMI-Kabel bspw. auf einem Flachbildfernseher dargestellt werden. Sogar ein GPS lässt sich neuerdings an Nikons Einsteiger-DSLR anschließen. Die Schnittstelle für das GP-1 war bisher der D5000 und höherwertigen DSLRs von Nikon vorbehalten.

Damit sich der Anwender nicht um Staub auf dem Sensor kümmern muss, verfügt die D3100 über einen doppelten Staubschutz: Präventiv arbeitet das Airflow-Control-System, das den Luftzug in der Kamera durch den Spiegelschlag beim Auslösen vom Sensor fernhält, so dass hier gar nicht erst Staub hingelangen kann. Sollte es doch einmal ein Staubkörnchen auf den Sensorschutzfilter schaffen, kann dieser regelrecht abgeschüttelt werden. Selbstverständlich ist auch weiterhin eine manuelle Nass- und Trockenreinigung möglich. Da gerade Einsteiger vor einer DSLR mit den vielen Einstellmöglichkeiten zurück schrecken, hat Nikon seinen Guide-Modus weiter verfeinert. Er führt den Anwender Schritt für Schritt an die richtigen Nikon D3100 mit 18-55 mm [Foto: Nikon]Einstellungen für das jeweilige Motiv heran, so dass der werdende Hobbyfotograf Schritt für Schritt ohne Vorkenntnisse in die Fotografie eingeführt wird.

Allerlei weitere Funktionen haben sich bei Nikon bestens bewährt und sind deshalb auch in der D3100 zu finden. So etwa das aktive D-Lighting, das dunkle Motivbereiche digital aufhellt, um dort Details sichtbar zu machen. Zahlreiche Bildoptimierungsfunktionen sind für jede Aufnahme einstell- und speicherbar. Wie schon die D3000 besitzt auch die D3100 einen 3" (7,6 cm) großen Bildschirm, der 230.000 Bildpunkte auflöst. Die Schwenkbarkeit bleibt jedoch der D5000 vorbehalten. Der SD-Kartenslot nimmt auch SDHC- und SDXC-Speicherkarten auf. Geändert gegenüber der D3100 hat sich der Akku, es kommt nun der EN-EL14 mit 7,4 V und 1.030 mAh zum Einsatz. Mitte September 2010 soll die D3100 auf den Markt kommen und zusammen mit dem Objektiv AF-S 18-55 mm VR rund 650 EUR kosten.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 40, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.