Verbilligte Nachfolge

Der Name ist bei der neuen Olympus E-450 auch der Preis

2009-03-31 Im Jahresrhythmus bringt Olympus neue Modelle der Einsteiger-DSLR-Reihe E-4xx heraus, mit dem heutigen Tag die E-450. Dabei werden die Modelle von Generation zu Generation nicht nur leicht verbessert (in diesem Fall suggeriert der hohe Sprung von 420 auf 450 mehr, als es tatsächlich Neues gibt), sondern auch der Preis sinkt stetig. Dieses Mal ist er leicht zu merken: Er entspricht der Modellnummer, also 450 EUR nur für das Gehäuse. Die Ausstattung u. a. mit LiveView, Kontrast-Autofokus, Gesichtserkennung, Motivprogrammen und 10 Megapixeln Auflösung kann sich sehen lassen, und Ende Mai 2009 wird sie kaufbar sein.  (Benjamin Kirchheim)

Olympus E-450 [Foto: Olympus]Olympus ist der Pionier der LiveView-Funktion, und so wurde diese – hauptsächlich durch tatkräftige Hilfe des neuen, schnelleren Bildprozessors TruePic III+ – weiter verbessert. Vor allem der Kontrast-Aufofokus soll schneller geworden sein, aber auch der Phasen-Autofokus, der nur bei herunter geklapptem Spiegel funktioniert, wurde beschleunigt. Der Phasen-Autofokus greift dabei auf lediglich drei Messfelder zurück, wohingegen der Kontrast-Autofokus im Mehrfeldmodus über elf Messpunkte verfügt. Man kann aber auch manuell fokussieren und den Bildausschnitt, der wahlweise 7- oder 10-fach vergrößerbar ist, frei wählen. Alternativ kann auch eine Gesichtserkennung aktiviert werden, die auf Gesichter scharf stellt und diese bei der Belichtung und Farbbalance speziell berücksichtigt. Einblendbar sind darüber hinaus ein Gitternetz und ein Histogramm.

Geblieben sind das äußerst kompakte (129,5 x 91 x 53 mm) und leichte (netto 380 g) Gehäuse, der 2,7" (6,9 cm) große und 230.000 Bildpunkte auflösende (und jetzt hellere) Bildschirm mit 176° Blickwinkel sowie der bewährte (und nicht bildstabilisierte) LiveMOS-Bildsensor mit effektivem Ultraschall-Staubschutzfilter und physikalisch 11,8 Megapixeln Auflösung, von der allerdings nur 10 Megapixel genutzt werden. Neu in der E-450 und schon aus der E-30 und E-620 bekannt sind die Art-Filter, wobei Olympus der E-450 "nur" drei davon spendiert hat: den Lochkamera-Filter, Pop Art für besonders poppige Farben sowie den Weichzeichner. Diese Filter können direkt bei der Aufnahme zugeschaltet werden.

Olympus E-450 [Foto: Olympus]Klassisch bzw. bewährt sind die Belichtungsmessung mit 49 Zonen und einem Messbereich von 1-20 EV und einer Belichtungskorrekturmöglichkeit von immerhin bis zu +/- 5 EV, die Belichtungsreihenfunktion und die Belichtungssteuerung wahlweise automatisch, über Motivprogramme oder halbmanuell (Zeitautomatik bzw. Blendenautomatik) sowie voll manuell. Insgesamt 28 Aufnahmeprogramme bietet die E-450 insgesamt, da fällt die Wahl des Richtigen nicht leicht. Die Belichtungszeiten reichen dabei von 1/4.000 bis hin zu 60 Sekunden, im Bulb-Modus sogar bis zu 30 Minuten. Bei Benutzung des internen, Leitzahl 12 starken Blitzes hingegen beträgt die kürzeste Verschlusszeit 1/180 s, wobei mit einem extern aufgesteckten Systemblitz auch kürzere Verschlusszeiten im FP-Modus möglich sind. Blitzbelichtungskorrektur, Langzeitsynchronisation, drahtlose Blitzsteuerung mit dem internen Blitz als Master sowie Blitzsynchronisation auf den ersten oder wahlweise den zweiten Verschlussvorhang sind bei Olympus genauso selbstverständlich wie die Abblendfunktion und die Spiegelvorauslösung (bei Olympus "Anti-Shock" bezeichnet) mit 1-30 s Vorlaufzeit.

Olympus E-450 [Foto: Olympus]Weitere Ausstattungsmerkmale sind eine Empfindlichkeit von ISO 100-1.600 sowie eine Serienbildfunktion mit einer Bildfrequenz von 3,5 Bildern/s bei bis zu 8 Bildern in Folge beim RAW-Modus. Bei JPEG hingegen hängt die maximale Anzahl der Bilder lediglich von der Geschwindigkeit und Kapazität der verwendeten Speicherkarte ab, UDMA-fähige CompactFlash-Karten sind empfehlenswert. Im zweiten Speicherkartenslot findet eine xD-Speicherkarte Platz, die allerdings nur langsam speichert. Die Umschaltung erfolgt manuell im Kameramenü.

Der Preis von 450 EUR gilt für die ab Ende Mai 2009 erhältliche Kamera ohne Objektiv. Als Standardkit mit Objektiv 14-42 mm steigt der Preis auf rund 550 EUR, nimmt man noch das Telezoom 40-150 mm hinzu, sind 650 EUR zu berappen.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.