Rubriken: Bildbearbeitung, Zubehör

Monitorkalibration mit dem Colormunki Display von X-Rite

2014-12-15 In diesem Fototipp zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie mit dem kleinen schwarzen Colormunki vom Farbmanagement-Experten X-Rite Monitore kalibrieren. Darüber hinaus geben wir Aufschluss, was der Unterschied zwischen dem einfachen und dem erweiterten Betriebsmodus sowie einem Weißpunkt D65 und D50 auf sich hat und welches die bessere Wahl ist. In jedem Fall erhalten Sie einen Eindruck der Arbeit mit dem X-Rite Colormunki Display.  (Harm-Diercks Gronewold)

  • Bild In der Hauptauswahl kann man zwischen der Kalibrierung von Monitoren oder Projektoren wählen. [Foto: MediaNord]

    In der Hauptauswahl kann man zwischen der Kalibrierung von Monitoren oder Projektoren wählen. [Foto: MediaNord]

  • Bild In der Geräteauswahl wählt der Anwender den zu kalibrierenden Monitor aus. [Foto: MediaNord]

    In der Geräteauswahl wählt der Anwender den zu kalibrierenden Monitor aus. [Foto: MediaNord]

  • Bild In diesem Menü wird der gewünschte Kalibrierungsmodus gewählt. Dem Anwender stehen "Einfach (Foto)" oder "Erweitert (Foto)" zur Verfügung. [Foto: MediaNord]

    In diesem Menü wird der gewünschte Kalibrierungsmodus gewählt. Dem Anwender stehen "Einfach (Foto)" oder "Erweitert (Foto)" zur Verfügung. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Umgebungslichtmessung ermittelt die Beleuchtungsintensität des Lichtes und bezieht diese in die Profilberechnung ein. [Foto: MediaNord]

    Die Umgebungslichtmessung ermittelt die Beleuchtungsintensität des Lichtes und bezieht diese in die Profilberechnung ein. [Foto: MediaNord]

  • Bild Des Weiteren zeigt die Software, wie hoch die Umgebungshelligkeit ist. [Foto: MediaNord]

    Des Weiteren zeigt die Software, wie hoch die Umgebungshelligkeit ist. [Foto: MediaNord]

  • Bild In der Vorbereitung zur eigentlichen Messung zeigt das Programm sogar an, wo das Colormunki Colorimeter zu platzieren ist. [Foto: MediaNord]

    In der Vorbereitung zur eigentlichen Messung zeigt das Programm sogar an, wo das Colormunki Colorimeter zu platzieren ist. [Foto: MediaNord]

Der Colormunki Display ist ein kleines ca. 7 x 7 x 3,5 Zentimeter großes schwarzes Kästchen mit einer beweglichen Diffusorscheibe sowie einem USB-Kabel mit Gegengewicht. Doch bevor der Colormunki in Aktion treten kann, muss die mitgelieferte Software von der CD-ROM installiert werden. Alternativ kann die Software auch von der X-Rite-Website heruntergeladen werden (siehe weiterführende Links). Ist das erledigt kann die Software gestartet und der Colormunki in eine USB-Buchse des Rechners gesteckt werden.

Die Colormunki-Software misst sowohl Flatscreens als auch Projektoren ein. Für eine der beiden Gerätetypen müssen Sie sich nach dem Start der Software entscheiden. In unserem Fall fiel die Wahl auf einen Monitor, und nach einem Klick auf die entsprechende Schaltfläche landet man auch im weiterführenden Menü. In diesem Menü sind alle angeschlossenen Displays aufgeführt und man wählt nun das zu kalibrierende Display aus. Mit einem Klick auf „weiter“ geht es in den nächsten Schritt zur Auswahl, ob man mit einer einfachen oder einer erweiterten Einstellung arbeiten möchte. Kennen Sie sich mit dem Thema Farbmanagement noch nicht so gut aus, ist die Option „Einfach (Foto)“ empfehlenswert. Sind Sie hingegen schon sicher in Sachen Farbmanagement und können etwas mit Begriffen wie Weißpunkt, Leuchtdichte etc. etwas anfangen, dann wählen Sie ruhig „Erweitert (Foto)“ aus.

Wir haben uns zunächst für den einfachen Modus entschieden. Als erstes ermittelt die Software das Umgebungslicht. Dabei darf der Colormunki nicht direkt unter den Monitor oder abgeschattet platziert werden. Der Colormunki sollte dort die Umgebungslichtmessung machen, wo auch der Druck beurteilt werden soll. Hat das Gerät die Stärke des Umgebungslichtes ermittelt, geht es zum nächsten Schritt: Der Colormunki wird auf die in der Anwendung angezeigte Fläche gehängt und mit dem Gegengewicht austariert. Achten Sie darauf, vorher den Umgebungslichtdiffusor umzuklappen und dass der Colormunki glatt auf der Monitoroberfläche aufliegt. Danach klicken Sie einfach auf „weiter“, woraufhin die Kalibrierung durchgeführt wird. Die Messungen dauern knapp fünf Minuten, in dieser Zeit darf der Colormunki nicht vom Display entfernt werden. Anschließend kann das erstellte Farbprofil mit einem sinnvollen Namen gespeichert werden. Danach entscheiden Sie sich, in welchem Intervall die Software eine Erinnerung zur Nachkalibrierung einblenden soll. Auch hier kann ausgewählt werden, ob und wenn ja in welchen Abständen der Colormunki das Umgebungslicht überprüfen soll, um gegebenenfalls die Farben entsprechend anzupassen.

Haben Sie etwas mehr Ahnung vom Farbmanagement, dann können Sie anstelle des „Einfach (Foto)“ auch das „Erweitert (Foto)“ auswählen und so den vollen Umfang des ColorMunki ausnutzen. Als erstes fragt die Software, auf welchen Weißpunkt kalibriert werden soll. D65 oder D50 bezieht sich auf einen Normlichtlampentypus, welcher eine bestimmte Farbtemperatur besitzt. D65 entspricht in etwa 6504 °Kelvin. Normlichtlampen des Typs D50 haben eine Farbtemperatur von ca. 5.000 °Kelvin und werden vornehmlich in der Druckindustrie verwendet. Also sollte die Wahl auf D65 fallen. Danach wählen Sie die Leuchtdichte aus. Dies kann entweder manuell erfolgen oder Sie überlassen dem Colormunki die Einstellung. Soll die Leuchtdichte manuell eingestellt werden, dann sollte diese nicht über 110 cd/m² liegen, wenn die Bilder für den Druck bearbeitet werden sollen, weil sonst Tiefen und Lichter verfälscht werden können. Empfehlenswert ist eher sogar noch weniger Leuchtdichte.

  • Bild Im Modus "Erweitert (Foto)" erlaubt die Software die Kalibrierung eines zweiten Monitors, der im Dual-Head-Betrieb angeschlossen ist. [Foto: MediaNord]

    Im Modus "Erweitert (Foto)" erlaubt die Software die Kalibrierung eines zweiten Monitors, der im Dual-Head-Betrieb angeschlossen ist. [Foto: MediaNord]

  • Bild Unter den erweiterten Einstellungen kann aus verschiedenen Einstellungen das gewünschte Ziel zusammengestellt werden. [Foto: MediaNord]

    Unter den erweiterten Einstellungen kann aus verschiedenen Einstellungen das gewünschte Ziel zusammengestellt werden. [Foto: MediaNord]

  • Bild Weichen die Einstellungen des Monitors vom vorgesehenen Ziel ab, so wird es notwendig beispielsweise die Helligkeit soweit zu reduzieren, bis der Colormunki zufrieden ist. [Foto: MediaNord]

    Weichen die Einstellungen des Monitors vom vorgesehenen Ziel ab, so wird es notwendig beispielsweise die Helligkeit soweit zu reduzieren, bis der Colormunki zufrieden ist. [Foto: MediaNord]

  • Bild Bei dieser Messung ermittelt der Colormunki die auf der Monitoroberfläche vorhandenen Reflexe und bezieht diese ebenfalls mit in die Profilberechnung ein. [Foto: MediaNord]

    Bei dieser Messung ermittelt der Colormunki die auf der Monitoroberfläche vorhandenen Reflexe und bezieht diese ebenfalls mit in die Profilberechnung ein. [Foto: MediaNord]

  • Bild Sind alle Messungen vollzogen, schreibt die Colormunki-Software das Farbprofil auf die Festplatte und übernimmt es in die Grafikkarte. [Foto: MediaNord]

    Sind alle Messungen vollzogen, schreibt die Colormunki-Software das Farbprofil auf die Festplatte und übernimmt es in die Grafikkarte. [Foto: MediaNord]

  • Bild Durch die Einstellung des Kalibrierungsintervalls ist es nahezu unmöglich, die Neukalibrierung zu vergessen. [Foto: MediaNord]

    Durch die Einstellung des Kalibrierungsintervalls ist es nahezu unmöglich, die Neukalibrierung zu vergessen. [Foto: MediaNord]

Auch in der Einstellung „Erweitert (Foto)“ misst der Colormunki erst das Umgebungslicht und startet dann in die Helligkeits- und Kontrastmessung. Hier kann es unter Umständen sein, dass Sie selber noch Hand anlegen müssen, um den Kontrast oder die Helligkeit anzupassen. Ebenfalls nach knapp fünf Minuten ist die Messung abgeschlossen und es geht nahtlos in die Reflexmessung über. Hier wird der Colormunki mit ca. 30 Zentimeter Abstand in Augenhöhe über den Monitor gehalten und eine Messung durchgeführt. Hierbei bestimmt der Colormunki, ob Reflexe vorhanden sind und ob diese ausgeglichen werden müssen. Im nächsten Schritt wird das Profil erstellt, auf die Festplatte geschrieben und natürlich gleich in die Grafikkarte übertragen. Selbstverständlich können Sie auch im Modus „Erweitert (Foto)“ das Rekalibrationsintervall einstellen und wie oft der Colormunki das Umgebungslicht abgleichen soll.

Auch als Benutzer von Dual-Monitorsystemen können Sie Ihre Monitore mit dem Colormunki kalibrieren. Hier kalibrieren Sie zunächst einen Monitor und den anderen anschließend. Möchten Sie nicht an eine Neukalibration erinnert werden, so schalten Sie diese Funktion einfach aus. Spätestens bei der Bearbeitung eines neuen Projektes sollten Sie allerdings wieder neu kalibrieren, um auf der sicheren Seite zu sein.

Auch Notebookmonitore lassen sich mit dem Colormunki problemlos kalibrieren, allerdings muss man darauf hinweisen, dass Notebookmonitore nur bedingt für die Bildbearbeitung geeignet sind, da sich je nach Winkelstellung des Bildschirms Helligkeits- und Farbverschiebungen zeigen können. Hier empfiehlt es sich die Kalibrierungen öfter durchzuführen.

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Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 50, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.