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Geotagging mit dem Logger "i-gotU"

2010-09-13 Wer heutzutage Geotagging betreiben möchte, ist meist auf kleine externe GPS-Logger angewiesen, da von der Kameraseite her zumeist keine GPS-Unterstützung zu erwarten ist. Die extern aufgezeichneten GPS-Tracks werden dann am Computer mit den gemachten Fotos synchronisiert und die Aufnahmepositionen in die EXIF-Daten eingetragen. So lassen sich leicht Reiseblogs erstellen oder Fotos in einer Karte anzeigen sowie z. B. nach in der Nähe aufgenommenen Fotos suchen. GPS-Logger mit Software zum Geotagging überfluten gerade den Markt, zumeist kosten diese Geräte um die 100 EUR. Nicht so das i-gotU, das trotz hochwertigem SiRF StarIII Chipsatz nur rund die Hälfte kostet.  (Benjamin Kirchheim)

i-gotU GPS Tracker mit Schutzhülle [Foto: MediaNord e.K.]Das i-gotU GT-100 kommt in einer Blister-Verpackung daher. Neben dem GPS-Logger sind auch eine USB-Dockingstation, die auch zum Aufladen des internen Lithium-Ionen Akkus dient, eine schicke Silikonschutzhülle sowie eine Mini-CD in der Packung zu finden. Der Logger selber erinnert vom Design her an eine andere Firma, die wie ein beliebtes Obst heißt und deren Produkte seit einiger Zeit mit einem kleinen "i" im Namen beginnen, was inzwischen offensichtlich auch bei anderen Firmen "in" ist. Die Verarbeitung des nur 47 x 29 x 11 mm kleinen und 21 g leichten GT-100 geht in Ordnung, die etwas scharfen Kanten auf der Rückseite lassen sich durch die Verwendung der Silikonhülle entschärfen. Auf den ersten Blick sind keine Signallampen an dem Gerät zu erkennen, drückt man jedoch den großen Knopf auf der Vorderseite, blinken diese kurz auf. Die rote und die blaue LED sind allerdings in sehr hellen Umgebungen – dazu zählt auch ein bewölkter Himmel am Tage – kaum zu erkennen, so dass man sich blind auf die Funktion verlassen muss. Es empfiehlt sich also, den Logger schon vor dem Verlassen der Wohnung einzuschalten.

i-gotU GPS Tracker mit Schutzhülle und USB-Dockingstation [Foto: MediaNord e.K.]Das i-gotU verrichtet sogar in der Fototasche klaglos seinen Dienst, alternativ kann man es auch z. B. mit der Trageschlaufe am Rucksack befestigen – auch ein kleiner Regenschauer schadet dem Gerät nicht, denn es ist wasserdicht. Zum Aufladen des eingebauten Lithium-Ionen-Akkus muss man das i-gotU – mit oder ohne Silikonhülle – in die mitgelieferte Dockingstation einlegen, deren USB-Kabel wiederum an einen Computer oder ein USB-Netzgerät angeschlossen sein muss. Letzteres ist zwar nicht im Lieferumfang, ist aber in vielen Geschäften für 5-10 Euro zu bekommen. Die Akkulaufzeit ist zwar nicht näher spezifiziert, reicht aber in der Praxis für deutlich mehr als einen Tag. Im Test verbrachte das Gerät nach einem aktiven Tag auch noch eine Nacht ohne Empfang eingeschaltet in der Jackentasche, es loggte trotzdem den ganzen nächsten Tag munter weiter. Die größte "Einschränkung", wenn man es so nennen mag, ist somit der interne Speicher, der etwa 65.000 Datensätze speichern kann. Beim einem Speicherzeitintervall von 15 Sekunden und einer angenommenen Laufzeit von 12 Stunden täglich reicht der Speicher für etwas über drei Wochen. Bei einem noch längeren Urlaub mit Lademöglichkeit aber ohne der Möglichkeit, die Tracks am Computer auszulesen, sollte man vorher das Zeitintervall auf bis zu eine Minute erhöhen, dann reicht der Speicher bis zu drei Monate.

i-gotU Software [Foto: i-gotU]Die mitgelieferte Software ist denkbar einfach installiert. Mit ihr lässt sich quasi selbsterklärend das i-gotU auslesen und der interne Speicher löschen. Die Trackdateien kann man auf dem Computer speichern. Um die Geotags in die Fotos zu bekommen, braucht man nur das Verzeichnis mit den Fotos auszusuchen und die Software sucht von alleine die passenden Geodaten. Zur Synchronisation wird die Zeit genommen, man sollte sie also in der Kamera möglichst genau einstellen, um keine falsch verorteten Fotos zu erhalten. Das Schreiben der daten in die Fotos dauert eine Weile, anschließend können die Bilder in einer Karte, die von Google nachgeladen wird, angezeigt werden. Auch mit Social-Networks wie etwa facebook oder Fotoseiten wie Picasa oder flickr kann die Software sich verbinden. Die verorteten Fotos, es wird nur das JPEG-Format unterstützt, lassen sich aber auch in anderer Software öffnen und weiterverarbeiten, die geschriebenen Geotags sind in den EXIF-Daten enthalten, also für jedes Programm lesbar, dass sie auswerten kann. Auf der i-gotU-Website, die leider komplett in Englisch ist, kann man die aktuellste Software, die auch mit Windows 7 kompatibel ist, sowie die deutsche Bedienungsanleitung herunterladen. Diese ist allerdings nicht im PDF-Format zum einfachen Ausdrucken, sondern als "Windows help File" ausgeführt. Das tut der Lesemöglichkeit am PC aber keinen Abbruch.

Wählt man übrigens das "größere" Modell GT-600, hat man nicht nur einen viermal so großen Speicher, sondern der Logger schaltet sich per Bewegungssensor auch automatisch ein und aus. Man kann also nicht mehr vergessen, den Logger ein- oder auszuschalten. Leider gibt es dieses Modell aktuell (Stand: September 2010) nicht in Deutschland im Handel.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 43, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.