Rubriken: Bildbearbeitung, Bildpräsentation

Filmsimulation mit der Nik Collection

2014-01-13 Je perfekter Digitalkameras werden, desto mehr Fotografen sehen sich nach dem ganz besonderen Look analogen Filmmaterials zurück. Ihn bringen Programme, die quasi auf Knopfdruck ein Digitalfoto in ein Schwarzweiß- oder Farbbild wie aus längst vergangenen Zeiten verwandeln. So auch die Software „Nik Collection“, die gleich einen ganzen Strauß an Plug-Ins installiert. Wie Sie damit möglichst genau einen bestimmten Film simulieren, darum geht es in diesem Fototipp. Lesen Sie außerdem, wie Sie Ihre ganz individuellen Analog-Effekte kreieren.  (Martin Vieten)

  • Bild Alle Plug-Ins lassen sich via Lightroom aufrufen, in Photoshop funktionieren Sie als Smartfilter. [Foto: Martin Vieten]

    Alle Plug-Ins lassen sich via Lightroom aufrufen, in Photoshop funktionieren Sie als Smartfilter. [Foto: Martin Vieten]

  • Bild Die Voreinstellungen links im Fenster ermöglichen Ihnen, den gewünschten Effekt mit nur einem Klick anzuwenden. [Foto: Martin Vieten]

    Die Voreinstellungen links im Fenster ermöglichen Ihnen, den gewünschten Effekt mit nur einem Klick anzuwenden. [Foto: Martin Vieten]

  • Bild Die Benutzeroberfläche der Plug-Ins ist klar gegliedert. Rechts im Fenster kümmern Sie sich um die Feinjustierung Ihres Effekts. [Foto: Martin Vieten]

    Die Benutzeroberfläche der Plug-Ins ist klar gegliedert. Rechts im Fenster kümmern Sie sich um die Feinjustierung Ihres Effekts. [Foto: Martin Vieten]

  • Bild Silver FX Pro ermöglicht Ihnen eine möglichst authentische Simulation realer Schwarzweiß-Filme, bietet aber auch eine Reihe von Effekten wie Rahmen. [Foto: Martin Vieten]

    Silver FX Pro ermöglicht Ihnen eine möglichst authentische Simulation realer Schwarzweiß-Filme, bietet aber auch eine Reihe von Effekten wie Rahmen. [Foto: Martin Vieten]

  • Bild Bei Analog FX Pro liegt der Schwerpunkt auf der eher kreativen Verfremdung von Farbbildern im Stile analoger Filme. [Foto: Martin Vieten]

    Bei Analog FX Pro liegt der Schwerpunkt auf der eher kreativen Verfremdung von Farbbildern im Stile analoger Filme. [Foto: Martin Vieten]

Nachdem Google das einstmals Lübecker Unternehmen „Nik Software“ übernommen hat, ist der Preis der Plug-In-Sammlung „Nik Collection“ drastisch gesunken. Sie bekommen das komplette Software-Paket mit sieben Modulen für 149 Dollar (Download-Link am Ende des Beitrags). Darin enthalten sind auch die Module „Silver FX Pro“ und „Analog FX Pro“, mit denen Sie Ihren Digitalfotos den Charme einer analogen Aufnahme verleihen. Die Plug-Ins funktionieren mit der Bildbearbeitungssoftware von Adobe (Lightroom, Photoshop Elements und Photoshop) sowie mit Aperture für den Mac.

Wenngleich sich die Plug-Ins in Lightroom via „Foto -> Bearbeiten in“ aufrufen lassen, bevorzuge ich die Bearbeitung in Photoshop. Dort lassen sich die Effekte nämlich als Smartfilter anwenden und somit jederzeit ändern. Auf die Funktionen und Möglichkeiten hat es indes keinen Einfluss, in welchem Host-Programm Sie die Plug-Ins aufrufen. Hier geht es nun um die beiden Module „Silver FX Pro“ und „Analog FX Pro“. Ersteres ist für die möglichst authentische Simulation von Aufnahmen auf analogem Schwarzweiß-Film zuständig, letzteres dient zur eher experimentellen Verfremdung im Stile analoger Filme oder historischer Fotos. Der Aufbau der beiden Module und die daraus resultierende Arbeitsweise sind jedoch nahezu identisch.

Nachdem Sie eines der Plug-Ins aufgerufen haben (in Photoshop und Photoshop Elements via „Filter“-Menü), präsentiert sich Ihnen ein klar gegliederter Arbeitsbereich: In der Spalte links diverse Vorgaben, die in Gruppen organisiert sind. Und in der rechten Spalte die Werkzeuge zur Feinabstimmung Ihres Effekts. Der mittlere Bereich wird von der Vorschau auf Ihr Bearbeitungsergebnis dominiert. Hier funktionieren übrigens die aus Photoshop bekannten Tastenkombinationen zur Bilddarstellung – etwa „cmd/Strg + 0“, um das Bild ins Fenster einzupassen.

Um nun zum Beispiel in Silver FX Pro einen analogen Schwarzweiß-Film zu simulieren, sind nur ein paar Arbeitsschritte nötig: Zunächst wählen Sie links unter „Voreinstellungen“ eine der Vorgaben wie „Unterbelichtet“ oder „Hoher Kontrast (hart)“. Benötigen Sie keine Tonwertkorrekturen, sondern möchten nur eine möglichst authentische Schwarzweiß-Umsetzung erreichen, nehmen Sie „Neutral“. Weiter geht’s dann in der rechten Spalte. Falls Sie jetzt einen ganz bestimmten Schwarzweiß-Film simulieren möchten, klappen Sie die Palette „Filmtypen“ auf (Klick auf das kleine abwärts gerichtete Dreieck). Innerhalb der Palette können Sie nun die Charakteristik des Films ganz nach Gusto ändern. Je weiter Sie hier den Regler „Körnung pro Pixel“ nach links ziehen, desto stärker tritt das Filmkorn zu Tage.

Für meinen Geschmack beschneiden die Vorgaben die Tiefen etwas zu forsch. Aber das lässt sich ändern: In der Palette „Filmtypen“ öffnen Sie dazu „Tonwerte und Kurven“, dann ziehen Sie das linke Dreieck unter der Gammakurve etwas nach außen. Sie haben ferner eine Reihe weiterer Anpassungsmöglichkeiten. Versehen Sie Ihr Schwarzweißbild zum Beispiel unter „Abschließende Anpassung -> Einfärben“. Oder fügen Sie ihm eine Vignette sowie einen historischen Rahmen hinzu. Falls Sie Ihren Effekt für weitere Bilder verwenden möchten, speichern Sie ihn als Vorgabe. Dazu klicken Sie links in der Vorgaben-Palette auf das kleine Plus-Zeichen im Palettentitel „Benutzerdefiniert“.

So überzeugend die Simulation einer analogen Aufnahme mit Silver FX Pro 2 ist – ein Nachteil bleibt: Dieses Plug-In kann nur analoge Schwarzweiß-Looks nachbilden. Möchten Sie Ihr Bild im Stile einer analogen Farbfotografie zeigen, greifen Sie zum neuen Plug-In Analog FX Pro. Die Vorgehensweise ist wieder dieselbe: Zunächst wählen Sie links eine Vorgabe, die Ihren Vorstellungen am nächsten kommt. In der rechten Spalte passen Sie das Ergebnis dann an. Allerdings simuliert Analog FX Pro keine authentischen Kameras oder Farbfilme, es dient eher zur kreativen Verfremdung Ihrer Farbfotos. Für einen möglichst zurückhaltenden Effekt wählen Sie zum Beispiel die Vorgabe „Klassische Kamera 4“. Dann setzen Sie rechts in der Palette „Grundlegende Anpassungen“ alle Werte auf Neutralstellung zurück – ein Doppelklick auf die Regler genügt. Oder experimentieren Sie mit den Vorgaben unter „Filmtyp“. Alternativ klicken Sie auf die Schaltfläche „Variieren“, die Ihnen jeweils andere zufällige Einstellungen liefert.

Welche Einstellmöglichkeiten Ihnen Analog FX Pro in der Spalte rechts liefert, hängt von der Gruppe ab, aus der Sie links eine Vorgabe gewählt haben. Alle Effektmöglichkeiten erhalten Sie, wenn Sie dort das „Kamera-Kit“ wählen und dann alle Optionen aktivieren. Jetzt können Sie zum Beispiel künstliche „Objektivverzeichnung“ hinzufügen oder unter „Lichteinfall“ ein undichtes Kameragehäuse simulieren.

Die weiteren Plug-Ins der Nik Collection funktionieren übrigens im Wesentlich genauso, wie die hier vorgestellten. Falls Sie mit Silver FX Pro oder Analog FX Pro erste Erfahrungen gesammelt haben, probieren Sie doch auch die anderen Plug-Ins. Entrauschen Sie zum Beispiel pixelgenau mit Dfine oder werten Sie Ihre Digitalfotos mit Viveza auf. 

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