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Displayschutzfolie auf einem Kamera-Display befestigen

2019-03-14 Obwohl Kameradisplays in den letzten Jahren immer robuster wurden sind sie weit davon entfernt unzerstörbar zu sein. Manchmal führen vermeintlich leichte mechanische Belastungen zu Kratzern oder gar Sprüngen im Displayglas. Einen ziemlich guten Schutz vor diesen Schäden bieten Schutzfolien aus Glas, Kunststoff oder hybrid Glas. Wie eine solche Schutzfolie montiert wird zeigen wir in diesem Fototipp.  (Harm-Diercks Gronewold, Jan-Markus Rupprecht)

  • Bild Vor dem Aufbringen der Folie muss das Kameradisplay zunächst gereinigt werden, da Fett und besonders Staub das gesamte Unterfangen sabotieren. [Foto: MediaNord]

    Vor dem Aufbringen der Folie muss das Kameradisplay zunächst gereinigt werden, da Fett und besonders Staub das gesamte Unterfangen sabotieren. [Foto: MediaNord]

  • Bild Mit dem mitgelieferten Mikrofasertuch lassen sich Staub und auch fettige Fingerabdrücke entfernen. Anschließend bitte sorgfältig kontrollieren, ob die Oberfläche tatsächlich staubfrei ist. [Foto: MediaNord]

    Mit dem mitgelieferten Mikrofasertuch lassen sich Staub und auch fettige Fingerabdrücke entfernen. Anschließend bitte sorgfältig kontrollieren, ob die Oberfläche tatsächlich staubfrei ist. [Foto: MediaNord]

Es gibt unterschiedliche Arten des Displayschutzes, die sich nur wenig in der eigentlichen Schutzwirkung unterscheiden. Auch die Montage folgt ungefähr dem gleichen Ablauf, egal ob die Schutzfolie aus Glas, Kunststoff oder einem Hybriden aus beiden Materialien ist. 

Dennoch hat die Schutzfolie natürlich erheblichen Einfluss darauf, wie gut sich die Kamera mit der Displayschutzfolie verhält. Zum einen sollte die Schutzfolie selbst ebenfalls möglichst kratzresistent sein und nicht selbst empfindlich für Kratzer und matte Stellen sein. Zudem sollte sie möglichst nahezu gar nicht auftragen, damit sich am Rand keine unschönen Kanten ergeben. Auf Touchscreens muss zudem die Touch-Funktionalität vollständig erhalten bleiben. Und gerade auf hochwertigen hochauflösenden Kameramonitoren dürfen die Schutzfolie oder das Schutzglas die optische Wirkung nicht beeinflussen. Zudem sollte es möglichst unanfällig gegen Fingerabdrücke und andere Verschmutzungen sein. Zu guter Letzt sollte sich die Folie auch problemlos und rückstandsfrei wieder ablösen lassen.

  • Bild Im nächsten Schritt nimmt man ein wenig Maß. Die Folie ist etwas kleiner als das eigentliche Display. [Foto: MediaNord]

    Im nächsten Schritt nimmt man ein wenig Maß. Die Folie ist etwas kleiner als das eigentliche Display. [Foto: MediaNord]

Wir haben für diesen Tipp das hochwertige digiCOVER hybrid glas von S+M Rehberg benutzt, dass im Fotofachhandel angeboten wird und auch hier im digitalkamera.de-Online-Shop. Das Display-Schutzglas gibt es für fast alle Digitalkameras exakt passend zugeschnitten. Wobei "exakt" normalerweise heißt: ein bisschen kleiner als der Monitor selbst. Zum einen erleichtert das die Montage, denn ein Überstehen am Rand gilt es unbedingt zu vermeiden. Und es gibt auch Monitore, deren Oberfläche etwas versenkt im Gehäuse liegt (häufig bei dreh- oder schwenkbaren Monitoren) – da würde man das Schutzglas kaum wieder abbekommen, wenn man keine Chance mehr hat da irgendwie drunter zu kommen, weil es komplett bündig in der Vertiefung sitzt. Über einen Gutschein lässt sich im Internet auf der S+M-Rehberg-Website übrigens jedes gewünschte Maß bestellen.

Wenn wir hier von "Glas" sprechen, darf man sich das übrigens nicht wie ein Stück Glasscheibe vorstellen. Das Hybrid-Glas besteht aus einem 4-lagigen Schutzmaterial, dessen oberste Schicht eine eine hauchdünne Glasschicht ist. Alles zusammen ist ist nur rund 165 Mikrometer dünn (0,165 mm) und deshalb biegsam (aber nicht "faltbar"). Die dünne Glasschicht hat im Falle des digiCOVER hybrid glas einen Härtegrad von 9H, in der Wirkung vergleichbar mit Saphirglas. Das ist laut S+M Rehberg zwei Stufen härter als das bekannte Gorilla Glas, das in vielen Smartphones eingesetzt wird. 

  • Bild Zunächst wird etwa die Hälfte der ersten Schutzfolie abgezogen. Als Ausrichtungshilfe kann dann die kurze Seite des Displays genutzt werden. [Foto: MediaNord]

    Zunächst wird etwa die Hälfte der ersten Schutzfolie abgezogen. Als Ausrichtungshilfe kann dann die kurze Seite des Displays genutzt werden. [Foto: MediaNord]

  • Bild Ist die Schutzfolie ausgerichtet, wird sie langsam auf das Display abgesenkt und der Winkel sollte schön flach sein. Auch sollte drauf geachtet werden, dass keine Luftblasen entstehen. [Foto: MediaNord]

    Ist die Schutzfolie ausgerichtet, wird sie langsam auf das Display abgesenkt und der Winkel sollte schön flach sein. Auch sollte drauf geachtet werden, dass keine Luftblasen entstehen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Ist die Schutzfolie montiert können kleinere Bläschen mit dem Mikrofasertuch vorsichtig zu einer Seite herausgeschoben werden. [Foto: MediaNord]

    Ist die Schutzfolie montiert können kleinere Bläschen mit dem Mikrofasertuch vorsichtig zu einer Seite herausgeschoben werden. [Foto: MediaNord]

Grundsätzlich funktioniert die Montage bei allen Displayschutzfolien oder Displayschutzgläsern sehr ähnlich. Zum Lieferumfang des Displayschutzes gehören neben der eigentlichen Folie meist auch ein Mikrofasertuch. Einige Hersteller legen auch einen in Alkohol getränkten Tupfer bei. Bevor dieser jedoch eingesetzt wird, sollte man sich sicher sein, dass der Alkohol nicht womöglich das Display oder dessen Beschichtung angreift. Gute Dienste leistet auch herkömmlicher Fensterreiniger auf einem sauberen Mikrofaser- oder (nicht fusselnden) Baumwolltuch.

Der erste Arbeitsschritt ist die Reinigung des Displays mit dem Reinigungsmittel der Wahl. Es ist wichtig, dass weder Staub noch Fingerabdrücke oder andere Verunreinigungen auf dem Display verbleiben. Ist das Display völlig sauber und trocken, kann die Folie aufgebracht werden. Dazu entfernt man von der kurzen Seite der aufzubringende Folie die entsprechende Trägerfolie etwa zur Hälfte. Dann nimmt man die Folie mit beiden Händen und richtet die Folie vorsichtig aus, indem man sie leicht auf das Display aufsetzt. Bei weniger flexiblen Schutzfolien sollte der Winkel zum anbringen der Folie möglichst flach sein.

  • Bild Ist die Folie blasenfrei kann die zweite Schutzfolie entfernt werden. [Foto: MediaNord]

    Ist die Folie blasenfrei kann die zweite Schutzfolie entfernt werden. [Foto: MediaNord]

  • Bild Dazu hebt man den zweiten "Anfasser" vorsichtig an. Hier sollte drauf geachtet werden nicht zu enthusiastisch zur Sache zu gehen, da sonst die Gefahr besteht die Schutzfolie gleich wieder mit abzuheben. [Foto: MediaNord]

    Dazu hebt man den zweiten "Anfasser" vorsichtig an. Hier sollte drauf geachtet werden nicht zu enthusiastisch zur Sache zu gehen, da sonst die Gefahr besteht die Schutzfolie gleich wieder mit abzuheben. [Foto: MediaNord]

  • Bild Ist die zweite Folie einmal angehoben lässt sie sich leicht entfernen. [Foto: MediaNord]

    Ist die zweite Folie einmal angehoben lässt sie sich leicht entfernen. [Foto: MediaNord]

Ist die Ausrichtung korrekt wird die Schutzfolie immer weiter abgesenkt und dabei wird die dünne Schutzfolie vorsichtig abgezogen, bis die Schutzfolie auf dem Display ist. Sollte es vorkommen, dass das Display schief ist oder Luftblasen zu sehen sind, dann sollte es sofort wieder vorsichtig angehoben und richtig ausgerichtet beziehungsweise gleichmäßiger geklebt werden. Kleinere Luftansammlungen lassen sich nach der Montage mit dem Mikrofasertuch zur Seite ausstreichen. Danach wird die zweite Schutzschicht von der Oberseite der Schutzfolie abgezogen und die Kamera wieder einsatzbereit.

Die Haftung der Folie auf dem Display wird bei dem digiCOVER-Schutzglas übrigens nicht über Klebstoff erreicht sondern ist rein physikalischer Natur. Grund dafür ist die Silikonbeschichtung auf der Unterseite der Folie. Sollte die Folie also einmal ausgetauscht werden müssen verbleiben keine Klebstoffreste zurück.

  • Bild Sind alle Arbeiten erledigt muss man genau hinsehen, um die Schutzfolie zu erkennen. [Foto: MediaNord]

    Sind alle Arbeiten erledigt muss man genau hinsehen, um die Schutzfolie zu erkennen. [Foto: MediaNord]

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Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 48, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.

 

Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht, 54, fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.