Aluminium und gut

Testbericht: Rollei Fotopro Compact Traveller No. 1

2015-01-30 Seit einiger Zeit macht Firma Rollei nicht nur durch Actioncams und günstige Digitalkameras auf sich aufmerksam, sondern auch durch innovatives und hochwertiges Zubehör. Das Reisestativ Rollei Compact Traveller No.1 ist mit 1,2 Kilogramm Gewicht nicht gerade das leichteste Reisestativ auf dem Markt, bietet dafür aber drehbare Schnellspannverschlüsse, einen Gegengewichtshaken und umklappbare Beine sowie eine maximale Arbeitshöhe von 138 cm. Belastbar ist das Stativ mit maximal 5 Kilogramm. Was uns besonders gut und was uns nicht so gut gefallen hat ist in diesem Test zu lesen.  (Jan-Markus Rupprecht, Harm-Diercks Gronewold)

  • Bild Rollei Compact Traveler No. 1 [Foto: Rollei]

    Rollei Compact Traveler No. 1 [Foto: Rollei]

  • Bild Die maximale Arbeitshöhe des Compact Traveler No. 1 beträgt 138 cm. [Foto: Rollei]

    Die maximale Arbeitshöhe des Compact Traveler No. 1 beträgt 138 cm. [Foto: Rollei]

  • Bild Die drehbaren Schnellverschlüsse ermöglichen eine bequeme Fixierung der Stativbeine. [Foto: MediaNord]

    Die drehbaren Schnellverschlüsse ermöglichen eine bequeme Fixierung der Stativbeine. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die bewegliche Mittelsäule des Compact Traveler No. 1 besitzt eine Länge von 41 cm. [Foto: Rollei]

    Die bewegliche Mittelsäule des Compact Traveler No. 1 besitzt eine Länge von 41 cm. [Foto: Rollei]

  • Bild Durch die Arretierhebel können die Stativbeine auf verschiedene Anwinkelstufen begrenzt werden. [Foto: MediaNord]

    Durch die Arretierhebel können die Stativbeine auf verschiedene Anwinkelstufen begrenzt werden. [Foto: MediaNord]

Das Compact Traveller No. 1 kommt vom chinesischen Hersteller Fotopro und wird von Rollei exklusiv in Europa vertrieben. So findet sich auf dem Stativ selbst nur der Markenname Fotopro, auf der Verpackung aber auch Rollei. Das etwas mehr als 1,2 kg wiegende Alu-Stativ besitzt eine minimale Arbeitshöhe von 34 cm und kann eine maximale Arbeitshöhe von 1,38 Metern erreichen. Die aus Aluminium gefertigten Stativbeine besitzen 4 Auszüge und sind handlichen drehbaren Schnellverschlüssen ausgestattet, die schnell und sicher die Auszüge verriegeln. Zwei der drei Stativbeine sind mit einer Neoprenummantelung versehen, die für einen besseren Griff sorgen und gerade bei kaltem Wetter eine echte Bereicherung sind (Alu ist ein super "Kühlkörper" und fässt sich ohne Isolierung bei niedrigen Temperaturen unangenehm kalt an). Am unteren Ende der Stativbeine befinden sich einfache Gummifüße ohne Spikes. Der Anstellwinkel der Stativbeine kann durch einen Schalter beschränkt werden. Die Schalter rasten beim Umklappen der Stativbeine vom Transportzustand zum Arbeitszustand automatisch ein. Insgesamt stehen drei Anstellwinkel zur Verfügung. Die 23 bis 40 cm höhenverstellbare Mittelsäule lässt sich um 180° drehen, indem man den Gegengewichtshaken am unteren Ende der Mittelsäule abschraubt. Werden die Stativbeine um 180° nach oben geklappt, dann erreicht das Traveler No. 1 mit 32 cm das geringste Packmaß.

Um Gewicht zu sparen wurde die Stativschulter auf geringes Gewicht getrimmt und wirkt dadurch filigran. Der Stabilität tut das aber keinen Abbruch. Die gesamte Konstruktion „leidet“ allenfalls etwas unter einer Anfälligkeit gegenüber Verschwenkungen/Verdrehungen, was in diesem Fall ein Zugeständnis an das geringe Packmaß ist: Vier Auszüge (insgesamt fünf Segmente) bedeuten, das diese am unteren Ende einen ziemlich geringen Stativbeindurchmesser haben. So kann sich die ganze Konstruktion ziemlich durchbiegen oder verdrehen, wenn man am Stativkopf zerrt. Dennoch erweckt dieses Stativ zu keiner Zeit den Eindruck, dass es die angegebene Belastung von 5 Kilogramm nicht sicher tragen könne.

  • Bild Die große Mittelsäulenfixierung lässt sich auch mit Handschuhen schnell und sicher bedienen. [Foto: MediaNord]

    Die große Mittelsäulenfixierung lässt sich auch mit Handschuhen schnell und sicher bedienen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Durch einen geringen Anstellwinkel lassen sich bodennahe Aufnahmen realisieren. [Foto: Rollei]

    Durch einen geringen Anstellwinkel lassen sich bodennahe Aufnahmen realisieren. [Foto: Rollei]

  • Bild Die Stativschulter ist besonders auf Gewichtsersparnis oprtimiert. [Foto: MediaNord]

    Die Stativschulter ist besonders auf Gewichtsersparnis oprtimiert. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der Gegengewichtshaken ermöglicht einen stabileren Stand, wenn ein Gegengewicht eingehängt wird. [Foto: MediaNord]

    Der Gegengewichtshaken ermöglicht einen stabileren Stand, wenn ein Gegengewicht eingehängt wird. [Foto: MediaNord]

Der farblich zum Stativ passende Kugelkopf Fotopro FPH-53P bietet dem Anwender eine gut sichtbare Gradeinteilung für Panoramaaufnahmen und lässt sich sehr sanft horizontal schwenken, was sich bei Videoaufzeichnungen angenehm bemerkbar macht. Leider besitzt der Stativkopf nur eine einzige Fixierschraube, sodass bei Panoramaufnahmen immer die Gefahr besteht, dass die Kamera aus der eingestellten Position verrutschen kann. Eine zweite Fixierschraube nur für den Panoramadreh wäre ideal gewesen. Dafür punktet der obere Teil des Stativkopfes mit drei optimal platzieren Nivellierlibellen, die eine schnelle Ausrichtung der Kamera ermöglichen. Auch ein Schnellwechselsystem bietet der Stativkopf, allerdings muss man hier auf eine automatische Arretierung verzichten. Lediglich eine einfache Sicherung gegen das Herausrutschen der Schnellwechselplatte ist vorhanden. Diese schützt allerdings nicht davor, dass die Platte mitsamt Kamera herausfallen kann, wenn die Fixierschraube des Schnellwechselsystems vollständig gelöst wird.

Das Rollei Fotopro Compact Traveler No. 1 kosten knapp 150 Euro UVP, ist aber bereits für knapp unter 100 Euro im Handel erhältlich und bietet dafür einen exzellenten Gegenwert. Wer es farbenfroh möchte, der kann das Stativ in Orange, Blau oder Rot nehmen, wobei die Beinrohre immer schwarz sind. Wer es eher unauffällig möchte, greift eher zur silbergrauen Version; die Farbe nennt sich Titan.

  • Bild Der Kugelkopf besitzt eine leicht erkennbare Gradeinteilung sowie sichtbare Nivelierlibellen. [Foto: MediaNord]

    Der Kugelkopf besitzt eine leicht erkennbare Gradeinteilung sowie sichtbare Nivelierlibellen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Zusammengeschoben ist das Stativ lediglich 32 cm lang. [Foto: MediaNord]

    Zusammengeschoben ist das Stativ lediglich 32 cm lang. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Rollei Compact Traveler No. 1 ist in vier verschiedenen Farbvarianten erhältlich. [Foto: Rollei]

    Das Rollei Compact Traveler No. 1 ist in vier verschiedenen Farbvarianten erhältlich. [Foto: Rollei]

Fazit Das Rollei Compact Traveller No. 1 ist ein belastbares und gut durchdachtes Reisestativ. Die Stativbeine sind stabil und belastbar, leiden jedoch wie alle Stativbeine mit vier Auszügen darunter, dass dass unterste Segment einen sehr geringen Durchmesser besitzt und damit anfällig für Verwindungen ist. Die Schnellspannverschlüsse sind leicht zu handhaben und sperren das Stativbein sicher, ohne dass man sie extrem anziehen muss. Der Stativkopf punktet durch intelligent angebrachte Nivellierlibellen, ein Schnellspannsystem und einer gut lesbaren Panoramaeinteilung. Leider besitzt der Kopf keine zweite Fixierschraube für die Panorama-Drehung. Alles in Allem ist das Rollei Compact Traveller No. 1 ein solides Reisestativ mit überzeugenden Eigenschaften und geringem Packmaß für preisbewusste Anwender.

Hersteller Rollei
Typenbezeichnung Compact Traveller No. 1
Preis (UVP) 169,99 EUR
Belastbarkeit 5,0 kg
Zusammengeschobene Länge 32,0 cm
Größte Arbeitshöhe 138 cm
Niedrigste Arbeitshöhe 34,0 cm
Stativgewicht 1,20 kg
Stativkopf
Stativkopfart Kugelkopf
Schnellwechselplatte ja
Kameramontageschraube 1/4"
Nivellierlibelle ja
Dreibein
Beinmaterial Aluminium
Anzahl der Auszüge 4
Stativkopfgewinde 3/8"
Mittelsäule herausnehmbar ja
Mittelsäule quer einsetzbar nein
Mittelsäule mit Kurbel nein
Länge der Mittelsäule 41,0 cm
Stativfußart Gummifuß

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Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 46, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.

 

Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht, 52, fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.

Kurzbewertung

  • Gelungene Schnellverschlüsse
  • Sinnvoll angebrachte Nivellierlibellen
  • Stabil und gut verarbeitet
  • Nur eine Kugelkopf-Fixierschraube