27"-Bildbearbeitungsmonitor

Testbericht: Eizo ColorEdge CS2731

2020-03-09 Der japanische Monitorhersteller Eizo gehört mit zu den renommiertesten Marken, wenn es um Monitore geht, die höchsten Bildbearbeitungsansprüchen für farbtreues Arbeiten gerecht werden. Wir haben uns den ColorEdge CS2731 mit 2K-Bildauflösung auf 27" Diagonale in die Redaktion liefern lassen und stellen den Monitor nicht nur ausführlich vor, sondern geben auch Aufschluss, wie sich die Arbeit mit dem Gerät in der Praxis gestaltet.  (Harm-Diercks Gronewold)

  • Bild Eizo ColorEdge CS2731. [Foto: Eizo]

    Eizo ColorEdge CS2731. [Foto: Eizo]

Das erste, was bei der Aufstellung des am Standfuß vormontierten Eizo ColorEdge CS2731 auffällt, ist, dass er ziemlich wuchtig daherkommt. Das liegt einerseits am recht breiten Rahmen, der das Panel umringt und andererseits an der recht großen Tiefe. Mit Abmessungen von etwa 640 x 400 x 270 mm (Breite x Höhe x Tiefe) ist der CS2731 im Vergleich zum ebenfalls von uns getesteten (siehe weiterführende Links) ViewSonic VP2785-2K (610 x 550 x 220 mm) mit seinem rahmenlosen Design größer.

Der Grund für das Erscheinungsbild des Eizo ColorEdge CS2731 ist das Netzteil. Dieses ist nämlich, im Gegensatz zum ViewSonic-Monitor, im Gehäuse des CS2731 untergebracht. Das macht sich dann auch im Gewicht des CS2731 von etwa 6,5 Kilogramm ohne Standfuß (der nochmal 3,5 kg wiegt) bemerkbar. Die Philosophie des eingebauten Netzteils zieht sich übrigens durch die gesamte Monitor-Sparte von Eizo.

Der ColorEdge CS2731 besitzt, wie es sich für einen modernen Monitor gehört, verschiedene ergonomische Anpassungsoptionen. So erlaubt beispielsweise die Schwenkfunktion des Monitors eine Drehung um fast 360 Grad. Die Höhenverstellung in der Säule des Standfußes ermöglicht einen stufenlosen Hub von 16 Zentimetern und benötigt keine zusätzliche Arretierung. Darüber hinaus ist der Monitor mit einer Neigefunktion von -5 bis +35 Grad ausgestattet, die sich sehr gut anpassen lässt. Das dazu notwendige Gelenk ist allerdings nicht direkt an der Montageplatte des Displays zu finden, sondern im oberen Drittel der Säule. Damit fühlt sich das Neigen des Monitors etwas ungewöhnlich an, funktioniert aber einwandfrei.

  • Bild Kabel werden von unten in die vorgesehenen Anschlüsse geschoben. Diese befinden sich im "Höcker" der Rückseite. [Foto: Eizo]

    Kabel werden von unten in die vorgesehenen Anschlüsse geschoben. Diese befinden sich im "Höcker" der Rückseite. [Foto: Eizo]

  • Bild Die Schnittstellen des ColorEdge CS2731 sind zwar deutlich beschriftet, dennoch ist es sinnvoll, beim Anschluss den Monitor etwas zu drehen, was dank Pivotfunktion kein Problem ist. [Foto: MediaNord]

    Die Schnittstellen des ColorEdge CS2731 sind zwar deutlich beschriftet, dennoch ist es sinnvoll, beim Anschluss den Monitor etwas zu drehen, was dank Pivotfunktion kein Problem ist. [Foto: MediaNord]

Der Grund für diese Positionierung des Gelenks hängt mit der Pivot-Funktion des CS2731 zusammen. Wenn der ColorEdge nämlich in neutraler oder positiver Neigung ist, kann er auch bei maximaler Höhenverstellung nicht um 90 Grad gedreht werden. Um die Pivotfunktion nutzen zu können, muss das Display auf die maximale Höhe und in die maximale negative Neigung von -5 Grad gebracht werden, um die 90-Grad-Drehung des Displays zu ermöglichen.

Wie bereits erwähnt, wird der Monitor vormontiert auf dem Standfuß geliefert. Trotzdem lässt er sich dank eines verriegelten Schnappverschlusses leicht lösen und über eine 100x100-VESA-Montageplatte auf einem Schwenkarm oder an einem Wandhalter montieren.

Das Panel des ColorEdge CS2731 basiert auf der IPS-Technologie und bietet einen Bildwinkel von 178 Grad horizontal und vertikal. Die maximale Auflösung beträgt 2.560 x 1.440 Pixel, die mit maximal 60 Hz getaktet werden können. Die Geschwindigkeit des CS2731-Panels gibt Eizo mit zehn Millisekunden im Grau-zu-Grau-Wechsel (g-t-g) und 16 Millisekunden von Schwarz zu Schwarz (b-t-b) an. Damit ist der CS2731 nicht sonderlich gut für schnelle Bildwechsel, wie beispielsweise im Gaming, geeignet. Das ist aber auch nicht seine Aufgabe, denn er soll viele Farben gleichzeitig möglichst genau wiedergeben und dazu ist er bestens ausgestattet.

  • Bild An der Seite des Monitors befinden sich zwei USB-3.0-Schnittstellen für den Anschluss von Peripheriegeräten. [Foto: Eizo]

    An der Seite des Monitors befinden sich zwei USB-3.0-Schnittstellen für den Anschluss von Peripheriegeräten. [Foto: Eizo]

Der CS2731 kann maximal 1,07 Milliarden Farben darstellen und deckt 100 Prozent des sRGB-Farbraums und 99 Prozent des AdobeRGB-Farbraums ab. Dabei greift er auf eine 10-Bit-Farbwiedergabe zurück und nutzt intern eine 16-Bit-Lookup-Table. Doch ohne die richtige Hintergrundbeleuchtung bringt das beste Panel nichts. Eizo setzt hier auf eine LED-Hintergrundbeleuchtung, die eine maximale Leuchtdichte von 350 cd/m² erreichen soll. Helligkeitsschwankungen und Farbveränderungen werden durch den Digital Uniformity Equalizer (DUE) auf Pixelbasis verhindert, so dass der Bildbearbeiter konstante Farben und Helligkeit auf dem gesamten Bildschirm zu sehen bekommt. Da es sich beim ColorEdge CS2731 um einen Monitor handelt, der hardwarekalibrierbar ist, erläutern wir den Kalibrierungsvorgang etwas weiter unten im Text.

Der ColorEdge CS2731 zeigt sich bei der Einspeisung von Videosignalen sehr anschlussfreudig. Neben einer DVI-D-Schnittstelle stehen dem Bildbearbeiter zusätzlich ein Displayport, eine HDMI-Schnittstelle und ein USB-C-Anschluss zur Verfügung. Eine Daisychain-Funktion zum Anschluss von zwei oder mehr Monitoren über einen Multistream über den USB-C- beziehungsweise Displayportanschluss ist beim CS2731 leider nicht möglich.

Der ColorEdge CS2731 kann darüber hinaus als USB-Hub verwendet werden. Um diese Funktion nutzen zu können, muss entweder der Computer über den USB-C- (3.1) oder den USB-B-Anschluss (3.0) verbunden werden. Dann stehen vier USB-A-Ausgänge (3.0) zum Anschluss von Peripheriegeräten zur Verfügung. Der USB-C-Anschluss kann, wenn er nicht als Videoeingang genutzt wird, zum Anschluss und Aufladen von USB-C-Geräten verwendet werden (maximal 60 Watt, mehr sind laut Eizo mit einem lüfterlosen, eingebauten Netzteil nicht möglich). Lautsprecher und einen Audio-Ausgang besitzt der ColorEdge CS2731 hingegen nicht.

  • Bild Die Pivot-Funktion ist nur nutzbar, wenn das Display zunächst nach hinten geneigt wird. [Foto: Eizo]

    Die Pivot-Funktion ist nur nutzbar, wenn das Display zunächst nach hinten geneigt wird. [Foto: Eizo]

Zur Bedienung des CS2731 stehen sechs Sensortasten zur Verfügung. Mit diesem lässt sich das On-Screen-Display (OSD) kontextabhängig navigieren. Sprich: Die Tasten ändern unter Umständen ihre Funktion in Abhängigkeit der Menüebene. In der ersten Ebene sind die Tasten beispielsweise mit der manuellen Eingangsauswahl, der Farbvoreinstellungsauswahl, zwei individuellen Funktionen und dem Hauptmenü belegt. Diese Belegung wird dann aber geändert, wenn beispielsweise das Hauptmenü ausgewählt wird. Das OSD ist direkt über den Tasten positioniert, so dass stets klar ist, welche Taste gerade welche Aufgabe übernimmt. Wird der Monitor über die im nächsten Abschnitt vorgestellte Software ColorNavigator 7 gesteuert, dann werden alle Tasten am Monitor gesperrt und die Bedienung kann nur noch über die Software erfolgen.

Fortsetzung auf Seite 2

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Autor

Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 48, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.