Superzoom-Kamera, Travelzoom-Kamera, Kompaktkamera

Testbericht: Casio Exilim EX-ZR1000

2012-11-26 Exilim EX-ZR1000 lautet der Name des Digitalkamera-Topmodells von Casio. Andere Hersteller mögen in der Kompakt-Oberklasse auf lichtstarke Objektive mit geringem Zoombereich setzen, zudem auf größere Bildsensoren und Gehäuse und dafür Preise aufrufen wie für eine Einsteiger-DSLRs – Casio nicht: Hier bedeutet Oberklasse ein Preis von unter 300 Euro, schickes Design in einem noch recht kompakten Gehäuse und ein Objektiv mit großem Zoomumfang, dafür aber weniger lichtstark und mit kleinem Bildsensor dahinter. Wie sich die ZR1000 damit im Bildqualitäts-Labortest sowie in der Praxis schlägt, klärt unser Testbericht.  (Benjamin Kirchheim)

Casio Exilim EX-ZR1000 [Foto: MediaNord]Ergonomie und Verarbeitung Die Casio Exilim EX-ZR1000 wird in drei Bi-Color-Farbvarianten angeboten: Schwarz, Rot oder Weiß, jeweils mit Silber abgesetzem Objektivring und silberner Gehäuseoberseite (bei der roten Version Schwarz). Während die Gehäusevorderschale aus Metall besteht, kommt beim Rest der Kamera reichlich Kunststoff zum Einsatz. Dennoch macht die kleine Casio einen gut verarbeiteten Eindruck. Auf der Vorderseite besitzt sie eine recht flache Griffmulde und auf der Rückseite eine größere Nase, die dem Daumen guten Gegenhalt bietet. Auch wenn rutschhemmendes Gummi verzichtet wird, so lässt sich die Exilim doch mit einer Hand recht sicher halten. Auslöser und ringförmig darum angeordneter Zoomhebel sind einhänfig bedienbar.

Das optische 12,5-fach-Zoom deckt eine kleinbildäquivalente Brennweite von 24 bis 300 Millimeter ab, außerdem verfügt die Kamera über einen mechanischen Bildstabilisator. Das Zoom lässt sich in 25 Stufen sehr fein ansteuern, zumal der Zoomhebel zwei Geschwindigkeitsstufen kennt. Praktisch ist auch die Anzeige der kleinbildäquivalenten Brennweite auf dem Bildschirm, was Casio Exilim EX-ZR1000 [Foto: MediaNord]sonst eher bei wenigen Kameras zu finden ist. Dadurch lassen sich bestimmte Brennweitenpositionen, die alle eine bestimmte Bildwirkung hervorrufen, gut ansteuern. Casio hat dabei offensichtlich bewusst klassische Brennweiten als Zoomstufen eingebaut wie etwa 24, 28, 50, 85, 100, 135, 150, 200 und 300 Millimeter. Nur die Reportagebrennweite von 35 Millimeter fehlt, stattdessen muss man sich zwischen 33 und 38 Millimeter entscheiden. Praktischerweise verfügt das Objektiv über einen elektronischen Einstellring mit mechanischen Rastpositionen, mit dem sich auch die Brennweite verstellen lässt. Dieser Ring kann aber noch mehr: Drückt man auf der Rückseite den Knopf "Ring", so lässt sich eine von vielen Funktionen auf den Objektivring legen. Neben der Brennweite ist dies beispielsweise der manuelle Fokus, bei dem sowohl eine Bildschirmlupe als auch ein Entfernungsbalken auf dem Display eingeblendet werden. Belichtungskorrektur, Weißabgleich, elektronische Filtereinstellungen oder die ISO-Empfindlichkeit sind ebenfalls über den Ring bedienbar. Leider liegt der "Ring"-Knopf zu dicht an der Daumenmulde, so dass man ihn leicht versehentlich betätigt. Andere Kameras haben dieses Problem eher mit der Videoaufnahmetaste, die Casio geschickt auf der Gehäuseoberseite platziert hat.

Casio Exilim EX-ZR1000 [Foto: MediaNord]Als weitere Bedienelemente findet man auf der Oberseite das Programmwahlrad, das sogar die klassischen Aufnahmeprogramme P/A/S/M sowie eine Position kennt, auf der man bevorzugte Einstellungen speichern kann. Auf der Rückseite befindet sich die übliche Vierwegewippe mit mittlerem Bestätigungsknopf und umlaufendem Einstellring. Dieser ist ausnahmsweise mal etwas breiter und gerade eben griffig genug, was mit einer leichten Gummierung aber vom Hersteller noch verbessert werden könnte. Die linke und rechte Seite der Wippe sind unbeschriftet, diese Funktion kann vom Anwender per Menübefehl genauso selbst festgelegt werden wie die Funktion des Rings. Außerdem sind noch die obligatorische Menütaste sowie ein Wiedergabeknopf zu finden. Übrigens ist die Casio stets aufnahmebereit, man braucht dafür im Menü oder Wiedergabemodus lediglich den Auslöser antippen, schon springt sie in den Aufnahmemodus. Der Einschaltknopf auf der Oberseite ist leicht versenkt, lässt sich aber gut betätigen. Alternativ kann die ZR1000 durch langes Drücken der Wiedergabetaste eingeschaltet werden, wodurch das lästige Ausfahren des Objektivs entfällt.

Casio Exilim EX-ZR1000 [Foto: Casio] Casio Exilim EX-ZR1000 [Foto: Casio] Casio Exilim EX-ZR1000 [Foto: Casio]

Die dritte Möglichkeit zum Einschalten ist besonders pfiffig: Klappt man das Display nach oben, so schaltet sich die Kamera ein. Diese Funktion lässt sich im Menü auch deaktivieren. Der Bildschirm ist übrigens nur nach oben, aber nicht nach unten klappbar. Über-Kopf-Aufnahmen werden somit nicht erleichtert, wohl aber bodennahe. Jedoch bietet das Display als Wiedergutmachung einen Selbstporträtmodus, indem man es über die Kamera hinweg ganz nach oben klappt. Dank der großen Diagonale von drei Zoll (rund 7,5 Zentimeter) gelingen damit schöne Selbstporträts. Der Bildschirm ist blickwinkel- und Casio Exilim EX-ZR1000 [Foto: MediaNord]farbstabil, zudem löst er mit 460.800 Bildpunkten ausreichend fein auf. An der kontrastreichen, hellen Darstellung gibt es fast nichts auszusetzen, lediglich seine Neigung zum Spiegeln könnte geringer sein.

Das Display dient als Live-View-Sucher und als Benutzerinterface für die übersichtlichen und optisch ansprechenden Menüs, die allerdings immer am Anfang starten statt an der zuletzt verwendeten Position. Auch das Schnellwahlmenü, das über die Set-Taste aufgerufen wird, hat Casio ansprechend gestaltet. Ein Gitter sowie ein Live-Histrogramm lässen sich auf dem Bildschirm einblenden, jedoch gibt es eine automatische Belichtungsvorschau nur für die Belichtungskorrektur, nicht jedoch für die manuelle Belichtung. Bei letzterer muss man den Auslöser antippen, erst dann passt sich die Helligkeit des Livebildes an, jedoch verschwindet dabei leider das Live-Histogramm, was es für die manuelle Belichtungs nutzlos macht. Außerdem fehlt hier eine Belichtungswaage, stattdessen wird nur "Überbelichtung" oder "Unterbelichtung" eingeblendet, was dem fortgeschrittenen Fotografen wenig nützt, wenn er eine gezielte Über- oder Unterbelichtung um einen bestimmten Wert wünscht. Ebenfalls störend: Die Blende kennt nur zwei Stufen, offen und etwa 2,5 Stufen abgeblendet.

Auf der Kameraunterseite befindet sich das Speicherkarten- und Akkufach. Die Lithium-Ionen-Zelle reicht für 470 Aufnahmen nach CIPA-Standard, ein sehr ordentlicher Wert. Das SD-Kartenfach ist auch zu SDHC und SDXC kompatibel, sogar Eye-Fi-Karten mit WLAN werden explizit von der ZR1000 unterstützt, sie überträgt Bilder also auch nach dem Ausschalten der Kamera noch zu Ende. Das Metallstativgewinde ist etwas ungünstig platziert, denn es sitzt direkt nebem dem Akkufach und verhindert so die Entnahme der Speicherkarte oder des Akkus im Stativbetrieb – einen Netzteilanschluss besitzt die Casio gar nicht. Auf der rechten Kameraseite sind noch zwei Schnittstellen zu finden. Diese werden von einem Kunststoffstück, das über ein Gummi Casio Exilim EX-ZR1000 [Foto: MediaNord]mit der Kamera verbunden ist, geschützt. Darunter verbergen sich eine Mini-HDMI-Buchse (Typ C) und ein kombinierter USB/AV-Anschluss, über den auch der Kameraakku geladen wird. Das Originalkabel sollte man gut hüten, denn Standard-USB-Kabel passen hier nicht. Der Ladevorgang dauert mit rund 3-4 Stunden recht lang.

Ausstattung Seit jeher bieten Kompaktkameras von Casio vor allem ein riesiges Füllhorn an Automatiken sowie eine unübersichtliche Anzahl von Motivprogrammen. Auch bei der ZR1000 sind es 35 Best-Shot-Programme. Je nach Motivprogramm gibt es einige Einstellungen, die der Fotograf vornehmen kann, aber nicht muss. Kurios: Die Exilim beherrscht das Rohdatenformat, tarnt dies aber als Best-Shot-Programm. Immerhin gehören hier Blende und Belichtungszeit auch zu den manuell einstellbaren Parametern, die Modi P/A/S/M lassen sich also auch hier nutzen; stellt man sie jedoch über das Programmwählrad direkt ein, bleibt einem das Rohdatenformat verwehrt. Wer wirklich gar nichts einstellen möchte, sondern am liebsten nur Zoom und Auslöser bedient, sollte auf den Premium-Auto-Modus zurück greifen, der alles automatisch steuert, selbst die Wahl des Motivprogramms. Das macht die ZR1000 genauso gut wie jede andere einfache Kompaktkamera.

Zusätzlich bietet die Casio noch spezielle Modi wie etwa HDR oder HDR Art, die aus mehreren ultraschnell aufgenommenen Bildern eines berechnen, entweder mit oder ohne Kunsteffekt. Der HDR-Modus erlaubt sogar eine Bereichseinstellung für die Stärke des Effekts. Die Ergebnisse sind beeindruckend, wobei für die Verrechnung der drei Aufnahmen durchaus einige Zeit vergeht. Dies bemerkt man jedoch nur anhand der blinkenden Status-LED, denn die Kamera ist sofort bereit für die nächste Aufnahme. Lediglich für die Bildwiedergabe muss man stets warten, bis alle Bilder auf der Speicherkarte abgelegt sind. Überhaupt ist hohe Geschwindigkeit einer der größten Trümpfe der ZR1000. Serienbilder werden mit einer Rate von bis zu 30 Casio Exilim EX-ZR1000 [Foto: MediaNord]Bildern pro Sekunde aufgenommen und der Fotograf kann auch einstellen, ob die Exilim bereits vor dem Durchdrücken des Auslösers die ersten Bilder aufnehmen soll. Die Serienbildfunktion ist wie der Rohdatenmodus in den Best-Shot-Programmen versteckt. Darüber hinaus nutzen weitere Sezialprogramme die hohe Serienbildrate, etwa der 360-Grad-Schwenk-Panoramamodus oder der Multi-SR-Zoom. Dieser stellt ein trickreiches Digitalzoom dar. Statt aber einfach nur die Pixel zu vergrößern oder künstliche Texturen hinzuzufügen, wie es andere Hersteller tun, nimmt die Casio auch hier mehrere Bilder auf und errecht eines mit hoher Auflösung bei größerem Zoom. Durch minimalen Versatz zwischen den Aufnahmen können tatsächlich mehr Details eingefangen werden. Das funktioniert aber trotz der hohen Serienbildrate nur bei statischen Motiven gut.

Rasant geht auch der Autofokus zu Werke. Casio rühmt sich mit einem Highspeed-Autofokus von 0,15 Sekunden nach CIPA-Standard. Im digitalkamera.de-Labor maßen wir sogar nur 0,14 Sekunden für die Fokussierung von unendlich auf zwei Meter – inklusive Auslösung. Die reine Auslöseverzögerung beträgt sogar nur 0,02 Sekunden. Das sind rekordverdächtige Werte, die selbst die besten Systemkameras und DSLRs in unserem Labor bisher nicht erreichen konnten. Allerdings ist der Autofokus der ZR1000 nur im Weitwinkel so schnell, in Telestellung braucht er 0,49 Sekunden inklusive Auslösung. Das ist immer noch sehr schnell, aber kein Spitzenwert mehr. Vor allem macht es die Abhängigkeit von der Zoomeinstellung für den Fotografen schwer, sich auf die hohe Autofokusgeschwindigkeit zu verlassen.

Einen speziellen Videomodus besitzt die Casio ZR1000 nicht, stattdessen ist sie jederzeit bereit, Bewegtsequenzen aufzuzeichnen. Der Rand des Livebilds ist stets ganz leicht schattiert, um in der Mitte den 16:9-Filmaufnahmebereich hevorzuheben. Ein Druck auf den Videoaufnahmeknopf genügt und die ZR1000 zeichnet in jedem Aufnahmeprogramm sofort ein Video auf. Der Bildschirm zeigt dabei nur den tatsächlich aufgenommenen Bereich an, der Rest wird mit schwarzen Balken abgedeckt. Den Fokus führt die Exilim währenddessen nach, reagiert aber etwas zögerlich und manchmal leicht pumpend, dafür ist dieser Vorgang unhörbar. Das optische Zoom lässt sich ebenfalls während der Aufzeichnung verwenden. Die hohe Geschwindigkeitsstufe entfällt, der Zoommotor verewigt sich trotz der sanften Geschwindigkeit leicht surrend auf der Stereo-Tonspur. Zeit, Blende und ISO werden beim Filmen mit der Automatik überschrieben, die Belichtungskorrektur bleibt aktiv. Die maximale Filmauflösung beträgt mit 1.920 x 1.080 Pixeln Full-HD, dabei werden 30 Bilder pro Sekunde aufgezeichnet. Standard-HD (720p) fehlt dagegen als Auflösungsstufe. Bei Casio Exilim EX-ZR1000 [Foto: MediaNord]reduzierter Auflösung stehen höhere Serienbildraten zur Verfügung bis hin zu 1.000 Bildern pro Sekunde bei 224 x 64 Pixeln. Brauchbarere Auflösungen werden bei 120 Bildern pro Sekunde (640 x 480 Pixel) und 240 Bildern pro Sekunde (512 x 384 Pixel) erreicht. Damit lassen sich Bewegungsabläufe einfangen, die normalerweise für das menschliche Auge unsichtbar bleiben. Gespeichert werden die Filme stets mit MPEG-4-Komprimierung (H.264) im Quicktime-Format (MOV).

Bildqualität 16 Megapixel quetscht Casio auf den 1/2,3" kleinen Chip. Immerhin kommt dabei rückwärtig belichtete CMOS-Technologie zum Einsatz, was die Lichtempfindlichkeit etwas erhöhen respektive das Rauschniveau etwas mindern sollte. Ihre Bildqualität musste die Casio Exilim EX-ZR1000 vor allem im digitalkamera.de-Testlabor unter Beweis stellen. Wie üblich sind die ausführlichen Messergebnisse in lesefreundlichen Diagrammen samt erläuternden Texten gegen eine geringe Gebühr abrufbar, die neben der Ansicht im Web auch das Speichern aller Diagramme als PDF zum Archivieren und Drucken erlaubt.

Im Testlabor zeigte das Objektiv erhebliche Schwächen vor allem bei der Auflösung. Während die Schärfe für A4 große Ausdrucke gerade eben noch ausreicht, offenbaren sich bei der Auflösungsmessung deutliche Probleme. So beträgt die Auflösung im Weitwinkel im Zentrum sehr gute 52 Linienpaare pro Millimeter (lp/mm), um zum Bildrand hin auf magere 22 lp/mm abzusacken. Bei mittlerer Brennweite von 86 Millimeter entsprechend Kleinbild werden im Zentrum nur 28 lp/mm aufgelöst und am Bildrand lediglich 16 lp/mm. In Telestellung sieht es auch nicht viel besser aus: ordentlichen 33 lp/mm im Zentrum stehen magere 21 lp/mm am Bildrand entgegen. Beim Abblenden sinkt die Auflösung leicht bis mäßig, nur im Weitwinkel am Bildrand nimmt sie leicht auf 27 lp/mm zu, so dass man zumindest hier das Abblenden durchaus empfehlen Casio Exilim EX-ZR1000 [Foto: MediaNord]kann. Gering fällt die Verzeichnung mit lediglich einem Prozent Tonnenform im Weitwinkel aus, bei den anderen Brennweiten ist sie vernachlässigbar. Eine Randabdunklung ist praktisch nicht vorhanden, Farbsäume liegen im Mittel und Maximum bei einem Pixel, lediglich in Telestellung können Farbsäume von bis zu zwei Pixeln Breite auftreten, was man dann auch auf A4 großen Bildern in schwach ausgeprägter Form sehen kann.

Doch nicht nur das Objektiv machte im Labortest eine durchwachsene Figur, sondern vor allem auch der Bildsensor beziehungsweise die Bildaufbereitung. Das Rauschen unterdrückt die ZR1000 von ISO 80 bis 3.200 sehr gut, Farbrauschen spielt keine Rolle und das Helligkeitsrauschen ist nur gering. Die Korngröße ist mit rund zwei Pixeln für die hohe Auflösung fein genug, lediglich bei ISO 1.600 und 3.200 wird sie mit 2,5 Pixeln minimal größer. Der Signal-Rauschabstand bewegt sich hingegen nur auf gerade noch ausreichenden Niveau von etwa 34 bis 38 dB, am schlechtesten ist er bei ISO 800. Ordentlich schlägt sich der Dynamikumfang von fast zehn Blendenstufen bis ISO 800 hinauf, darüber liegt er bei rund 9,5 Blendenstufen. Diese gar nicht mal so üblen Rausch- und Dynamikwerte erkauft sich die Casio aber sehr teuer, indem die Rauschunterdrückung feine Details gleich mit wegrechnet. Schon bei ISO 80 sind die Bilder sichtbar weich, über ISO 200 kann man sie schon als matschig bezeichnen. Hier hätte Casio einen besseren Kompromiss finden müssen. Wer mehr Details aus Casio Exilim EX-ZR1000 Speicherkartenfach und Akkufach [Foto: MediaNord]den Bildern heraus holen möchte, sollte den Raw-Modus verwenden, bei dem übrigens parallel auch ein JPEG abgespeichert wird.

Wacker schlägt sich die Exilim bei den Farbmesswerten. Der manuelle Weißabgleich arbeitet einwandfrei, in der Automatik ist er bei Kunstlicht mitunter etwas zu warm. Die Farbtiefe liegt stets über sehr guten 22 Bit, feine Farbnuancen stellen die Casio als vor keine Herausvorderung. Indes interpretiert sie die Farben etwas ungenau. Leuchtendes Gelb sowie Grün werden etwas blasser, während Rot und Lila deutlich leuchtender erscheinen. Einige Farbtöne werden gar als andere Farbtöne interpretiert, Türkies ist Richtung gedecktem Cyan verschoben, leuchtendes Cyan dagegen Richtung Blau. Tonwerte gibt die Casio typisch für diese Kameraklasse mit einer etwas steileren Tonwertkurve wieder, vor allem Mittentöne werden für eine subjektiv knackigere Wiedergabe kontrastreicher dargestellt. Dennoch ist der Ausgangs-Tonwertumfang bis ISO 400 gut, darüber werden feine Helligkeitsabstufungen jedoch weniger genau differenziert.

Fazit Casio hat bei der Exilim EX-ZR1000 vieles richtig gemacht, im Wesentlichen wird sie ihrem Anspruch einer Flaggschiffkamera gerecht. Etwa mit dem guten Design, dem ordentlich verarbeiteten Gehäuse, den vielen Funktionen und vor allem der guten (auch manuellen) Einstellmöglichkeiten sowie den vielen frei belegbaren Tasten. Ihr größter Trumpf ist die hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit, es gibt kaum Situationen, in denen der Fotograf großartig auf die Kamera warten muss. Allerdings patzt Casio bei der so wichtigen Bildqualität. Einerseits bietet das Objektiv eine insgesamt eher mäßige Auflösung mit einer schwachen Randschärfe, und andererseits bügelt die Rauschunterdrückung die Bilder schon bei niedrigster Empfindlichkeit sichtbar glatt. Wer bei der Bildausgabe aber höchstens A4-Größe braucht bekommt mit der Casio Exilim EX-ZR1000 eine durchaus brauchbare Kamera, die in ihrer Preisklasse mit einigen Trümpfen gegenüber der Konkurrenz punkten kann.

Kurzbewertung

  • Flexible Bedienbarkeit mit vielen Individualisierungsmöglichkeiten
  • Rasantes Arbeitstempo und dennoch lange Akkulaufzeit
  • Schickes Design mit guter Verarbeitung
  • Klappbildschirm mit Selbstporträtmodus
  • Großer Ausstattungsumfang
  • Objektiv mit sehr schwacher Randauflösung
  • Bereits bei ISO 80 durch hohe Rauschunterdrückung weiche, über ISO 200 sogar matschige Bilder
  • Bildschirm nicht nach unten klappbar

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Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 86 %
Ausstattung 12,5 % 88 %
Handhabung 12,5 % 89 %
Geschwindigkeit 12,5 % 93 %
Bildqualität 50,0 % 81 %
Gesamtnote 85 %

Steckbrief

Steckbrief
Hersteller Casio
Modell Exilim EX-ZR1000
Preis ca. 300 EUR
Sensor Auflösung 16,1 Megapixel
Max. Bildauflösung 4.608 x 3.456
(Seitenverhältnis) (4:3)
Objektiv F3,0-5,9/24-300mm
Filtergewinde
Sucher
  Dioptrienausgleich
  Auflösung
  Vergrößerung
  Bildfeldabdeckung
LCD-Monitor 3"
  Auflösung 460.800
  drehbar
  schwenkbar ja
  als Sucher ja
Videoausgang AV und HDMI (je PAL/NTSC)
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
Motivprogramme
  Porträt ja
  Kinder/Baby ja
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 25
Belichtungsmessung   Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz ja
  Blitzanschluss
Fernauslöser
Intervallaufnahme
Speichermedium SD/SDHC/SDXC
Videomodus
  Format MOV
  Codec H.264
  Auflösung (max.) 1.920 x 1.080
  bei Bildfrequenz
30 Bilder/s
Empfindlichkeit
  automatisch ISO 80-3.200 (Obergrenze einstellbar)
  erweitert ISO 80-25.600
  manuell ISO 80-3.200
Weißabgleich
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe ja
  Glühlampe ja
  Sonstiges Schatten
  Manuell ja
Autofokus
  Anzahl
  Messfelder
9
  AF-Hilfslicht grell-orange
  Geschwindigkeit ca. 0,14-0,49 s
Sprachen Deutsch
  weitere 22
Gewicht
(betriebsbereit)
260 g
Zoom
  Zoomverstellung motorisch über Ringwippe
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
ja
Auslösung während d. Speicherns mögl. ja
Akkulaufzeit ca. 470 Aufnahmen gemäß CIPA-Standard

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 44, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.