Matthew Hart

Testbericht: Matthew Hart BIMP

2004-08-26 Klug eingesetzt erleichtert eine automatische Bildbearbeitung das Leben eines Digitalfotografen ungemein. Ansonsten säße er stundenlang über den Fotomassen, nur um ihr Format zu ändern oder ihnen einen vernünftigen Namen zu verpassen. Natürlich hat die blinde Stapelverarbeitung ihre Grenzen – nicht jede Aufnahme muss etwa in der gleichen Stärke weichgezeichnet werden. Die Freeware BIMP versammelt einige sinnvolle Anwendungen, die auf normale Probleme eines Digitalfotografen zugeschnitten sind.  ( PhotoWorld)

   BIMP - Arbeitsoberfläche [Screenshot: Photoworld]

Mit seiner Hilfe ließe sich auf einen Schlag eine komplette Fotosammlung in das verlustfreie Format TIFF konvertieren und gleichzeitig von DSC123.JPG in das einprägsamere Kenia_2003_DSC123.JPG umbenennen. Das Programm ermöglicht vielfältige Kombinationen von

  • Größenänderungen, die das Seitenverhältnis nach Wunsch bewahren
  • Namensänderungen, wobei Vor- und Nachsilben angehängt werden können
  • Leerzeichen entfernen, die in Dateinamen nichts zu suchen haben
  • Glätten von Motivkanten, womit der Treppcheneffekt etwa bei Bildern im GIF-Format bekämpft wird
  • Einprägen von Umrissen, so dass sie wie eingestanzt erscheinen
  • Rotieren der Bilder in einem beliebigen Winkel
  • Spiegeln der Aufnahme
  • Umwandlung in eines von sieben geläufigen Dateiformaten.

Beispiele der Stapelverarbeitung

BIMP - Größe anpassen [Screenshot: Photoworld]    BIMP - Seitenlänge als Richtwert [Screenshot: Photoworld]

Die Aufnahme wird der vor-
gegebenen Größe angepasst, auch
wenn das Motiv danach gestaucht ist.
   

 

Dagegen ist es meist geschickter,
etwa die Seitenlänge als Richtwert
zu nehmen.

BIMP - Prefix [Screenshot: Photoworld]    BIMP - Emboss [Screenshot: Photoworld]

Dateinamen lassen sich mit einer
erklärenden Vor- oder Nachsilbe
versehen.
  

 

Mit Emboss wirkt das
Motiv wie in Metall gehämmert.

Der Benutzer kann sehr einfach bestimmen, welche Fotos einer Behandlung unterzogen werden und welche davon auszunehmen sind. Zu diesem Zweck ist jeder Eintrag mit einer Checkbox versehen, die man mit der Maus markiert. Und damit nicht versehentlich die falsche Datei in die Stapelverarbeitung eingereiht wird, lässt sie sich in einer Vorschau begutachten.

Die einzelnen Befehle anzuwenden, dürfte keine Probleme bereiten. Auch hier steht für jede erforderliche Anwendung eine Checkbox bereit, die bei Bedarf angeklickt wird. Einzig den Optionen für die Größenänderung sollte man einige Beachtung schenken, damit das Motiv nicht verzerrt wird. Für "Restrict Width & Height" etwa gilt, dass weder die Höhe noch die Breite die angegebenen Maße überschreiten darf (kleiner darf sie allerdings sein). Im Falle von "Fix to Size" dagegen wird das Bild ohne Rücksicht auf Verluste auf die angegeben Maße gebracht. So stauchen die Werte 100 mal 100 beispielsweise ein Porträt zu einem Quadrat zusammen. Natürlich leidet die Kopfform empfindlich unter der Behandlung. Auch wenn man solche Verformungen selten durchführen wird, ist man mit den vorgegeben vier Optionen für jeden Fall gerüstet.

Unbedingt sollte man aber darauf achten, "Output Files in Different Folder" zu aktivieren und ein Verzeichnis zu wählen, in dem die bearbeiteten Fotos landen. Ansonsten werden die Originale gnadenlos überschrieben, was selten gewünscht ist. Natürlich könnte man etwa eine gespiegelte Variante zusätzlich mit der Nachsilbe _gespiegelt kenntlich machen, doch ist sie in einem neuen Verzeichnis übersichtlicher aufgehoben.

Fazit  Software zur Stapelverarbeitung sollte man daran messen, für welche Zwecke man sie einsetzen will. Komplexe Korrekturen der Farbgebung etwa darf man getrost den "Aktionen" im Profi-Tool Photoshop überlassen. Doch was BIMP an Korrekturen anbietet, erledigt es schnell und zuverlässig. Zumindest unsere 60 Dateien mit knapp 40 Megabyte wurden mühelos abgearbeitet. Solange man also nicht durch eigene Schuld Originaldaten überschreibt, ist die Fotosammlung bei BIMP in kundigen Händen.

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