Adobe

Testbericht: Adobe PhotoDeluxe Home und Business Edition

2000-03-15 Oft als kleiner Bruder des Bildverarbeitungs-Klassikers Photoshop belächelt, hat sich PhotoDeluxe einen festen Platz in der Sparte der Einsteiger-Programme ergattert. Viele Digitalkamera-Hersteller liefern derzeit das Produkt im Paket mit ihren Kameras aus, so daß jeder Kamerabenutzer auch gleich in die Welt der elektronischen Bildverarbeitung einsteigen kann.  (Yvan Boeres)

   Adobe PhotoDeluxe Home und Business Edition [Foto: MediaNord]
Adobe PhotoDeluxe gibt es gleich in zwei Ausführungen: einer Home Edition für den Heimanwender und Bildverarbeitungs-Laien und einer Business Edition speziell für Geschäftsleute. Beide Programme sind so ausgelegt, daß selbst jemand, der noch nie etwas mit digitaler Fotografie zu tun hatte, schnell ansehnliche Resultate erzielt. Dazu ist der Programmablauf übersichtlich nach den verschiedenen nötigen Arbeitsschritten gegliedert. Im ersten Schritt, der sogenannten Fotoablage, erfolgt das Öffnen der Bilder. Man kann entweder bereits vorhandene Bilddateien vom PC bzw. aus dem Internet laden, oder über einen Scanner einlesen. Das direkte Importieren aus einer Digitalkamera ist ebenfalls vorgesehen; man soll eben ohne Aufwand an seine Bilder gelangen.

Im nächsten Schritt geschieht die Grobverarbeitung der Bilder d. h. die Bildausrichtung und der Ausschnitt werden festgelegt. Dabei stehen dem Benutzer Funktionen zum Drehen, Spiegeln und Beschneiden zur Verfügung. Anschließend läßt sich über eine automatische Korrektur die Bildhelligkeit, der Kontrast sowie die Schärfe beeinflussen. Hat der automatische Weißabgleich der Digitalkamera bei Neonlicht versagt, bietet PhotoDeluxe auch eine Korrekturmöglichkeit. Man kann jederzeit auch manuell in die Bildbearbeitung eingreifen: Regler für Helligkeit, Kontrast, Farbbalance (auf Wunsch über Variationen), Sättigung, Tonwerte und Luminanz sind dafür vorhanden. Sollte ein kleiner Ausrutscher geschehen, kann man jeweils einen Schritt zurück oder nach vorn gehen.

Adobe PhotoDeluxe Home Edition Arbeitsoberfläche [Foto: MediaNord]
 
  

Für den Arbeitsschritt "Fotos retuschieren" bringt PhotoDeluxe Funktionen zum Entfernen von Bildpartien und der roten Augen, zur Retusche von Gesichtern, zur Rekonstruktion von Fotos sowie zur Beseitigung von Staub, Kratzern und Störungen mit. Hinter diesen für den Bildverarbeitungsprofi simplen Bezeichnungen verstecken sich solch mächtige Instrumente wie das Klon-Werkzeug, der Moirée-Filter oder die selektive Auswahl. Das Gleiche gilt für das Menü "Spezialeffekte". Kenner werden unter den Begriffen Kunst, Spaß, Struktur, Betonung und Kolorieren viele ihrer Lieblings-Filter aus "gehobeneren" Bildverarbeitungsprogrammen wiedererkennen. Texte lassen sich in bestehende Bilder integrieren, selbst eine Panorama-Funktion wurde von Adobe eingebaut.

Die fertigen Bilder können entweder in allen gängigen Dateiformaten gespeichert bzw. exportiert werden oder als Bildschirmschoner, Windows-Hintergrund oder Web-Vorlage weiterverwendet werden. Auch beim Drucken bleiben keine Wünsche offen: PhotoDeluxe verfügt sowohl über eine Druckvorschau als auch über die Möglichkeit mehrere Bilder auf einer Seite auszugeben. T-Shirt-Druck und Kalibrierungstools gehören ebenfalls zum Funktionsumfang von PhotoDeluxe.

Je nach Anwendungszweck wird man sich für den Kauf der Home Edition oder der Business Edition entscheiden. Die Grundfunktionen sind in beiden Versionen gleich, lediglich die Benutzeroberfläche und die mitgelieferten Vorlagen sind auf den jeweiligen Anwendungszweck zugeschnitten. Während die Home Edition mit lukrativen Funktionen aufwartet, um aus den "aufpolierten" Vorlagen Grußkarten, Kalender, Steckbriefe oder Urkunden, Etiketten, gerahmte Bilder, Etiketten oder Dia-Shows hervorzuzaubern und den Benutzer mit einer ganzen Galerie an spaßigen Clip-Arts (die "Changeables" können sogar ihr Aussehen verändern) verwöhnt, richtet sich die Business Edition an den "seriösen" Anwender oder Geschäftsmann. Hier können zwar ebenfalls Kundenkalender, Visitenkarten, Einladungen, Eintrittskarten, Internet-Seiten sowie Formulare (Etiketten, Briefköpfe, Umschläge, Bericht-Deckblätter, Belegzettel) und Werbemittel (Flugblätter, Coupons, Direktversandkarten, Preisschilder, Werbe-Shirts) erstellt werden, jedoch in viel dezenterer Form. Die mitgelieferte Software Easy-Photo vereinfacht bei beiden Versionen das Archivieren der Bilder und Werke.

Adobe PhotoDeluxe besticht durch seine Unkompliziertheit unter einer sehr einfach zu bedienenden Benutzeroberfläche, ohne daß dabei der Funktionsumfang leidet. Sogar das Arbeiten auf mehreren Ebenen ist mit PhotoDeluxe möglich. Die relativ hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit des Programmes überzeugt selbst bei einer minimalistischen Hardware-Konfiguration. Warum jedoch Easy-Photo nicht gleich in das Hauptprogramm mit eingebunden wurde, um z. B. beim Öffnen der Bilder browsen zu können (bei den ClipArts ist dies merkwürdigerweise möglich), bleibt ein Rätsel. Für den Laien, der ohne Hintergrundwissen intuitiv an anspruchsvolle Resultate gelangen will, gehört Adobe PhotoDeluxe sicherlich ganz vorne in die Top-Ten.

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