Rubriken: Apps, Tipps zu einzelnen Kameras

WLAN bei Canon mit der App CameraWindow

2014-07-14 Heutzutage sind Fotos omnipräsent, nahezu jeder fotografiert, meist um ein Erlebnis oder eine Emotion festzuhalten. In Zeiten von sozialen Netzwerken möchte man diese Fotos natürlich am liebsten sofort, immer und überall mit seinen Freunden teilen. Nicht nur deshalb wird immer mehr mit Smartphones statt mit qualitativ besseren Digitalkameras fotografiert. Folglich kommen selbst traditionelle Kamerahersteller wie Canon nicht umhin, WLAN in ihre wichtigsten Kameras zu integrieren, um die Kundschaft der sozialen Netzwerker überhaupt noch zu erreichen. Canon trennt dabei strikt die DSLRs von den Kompaktkameras. Für letztere bildet die App CameraWindow die Schnittstelle vom Smartphone zur Kamera.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Der Startbildschirm der App Canon CameraWindow auf einem Android-Tablet. [Foto: MediaNord]

    Der Startbildschirm der App Canon CameraWindow auf einem Android-Tablet. [Foto: MediaNord]

  • Bild Fernsteuerung einer Kompaktkamera von Canon mit Hilfe der App Canon CameraWindow auf einem Android-Tablet. [Foto: MediaNord]

    Fernsteuerung einer Kompaktkamera von Canon mit Hilfe der App Canon CameraWindow auf einem Android-Tablet. [Foto: MediaNord]

  • Bild Anzeige einer Bildgruppe mit der App Canon CameraWindow auf einem Android-Tablet. [Foto: MediaNord]

    Anzeige einer Bildgruppe mit der App Canon CameraWindow auf einem Android-Tablet. [Foto: MediaNord]

  • Bild An der Gehäuseseite besitzt die Canon PowerShot N100 eine Taste für eine schnelle Verbindung zu einem Smartphone oder Tablet. [Foto: MediaNord]

    An der Gehäuseseite besitzt die Canon PowerShot N100 eine Taste für eine schnelle Verbindung zu einem Smartphone oder Tablet. [Foto: MediaNord]

Canon bietet die App CameraWindow derzeit nur für Android und iOS an, die immer größere Gemeinde von Windows-Phone-Nutzern schauen daher aktuell leider in die Röhre. Über die weiterführenden Links können die Apps für Android und iOS aus den jeweiligen Stores kostenlos herunter geladen werden. Für diesen Fototipp nutzen wir die Canon PowerShot N100, aber auch viele andere Modelle des japanischen Herstellers bieten inzwischen integriertes WLAN, einige sogar NFC für einen besonders einfachen Verbindungsaufbau. Dabei ist darauf zu achten, dass die App CameraWindow nur mit kompakten Digitalkameras von Canon funktioniert, für die EOS-Modellreihe gibt es eine eigene App, die später in einem weiteren Fototipp Thema sein soll.

Nach der Installation der App kann diese gestartet werden, als erstes sind die Software-Lizenzbestimmungen zu akzeptieren und ein Name für das mobile Gerät zu vergeben. Dies ist wichtig, weil die Verbindung zwischen Kamera und Smartphone (oder auch Tablet) nicht nur direkt hergestellt werden kann, sondern auch über ein bereits bestehendes WLAN-Netzwerk. Benutzt man letzteren Modus, gibt es für die Kamera auch Internetzugriff, auch der Internetzugriff des Smartphones wird dadurch nicht gekappt.

Um eine Verbindung zwischen Kamera und Smartphone herzustellen, wird als erstes das WLAN der Kamera gestartet, die PowerShot N100 besitzt eigens dafür eine Taste an der Gehäuseseite. Daraufhin wird entweder das Tablet mit dem WLAN der Kamera verbunden oder aber man wechselt auf der Kamera in ein bestehendes Netzwerk. Besonders praktisch ist dabei, wenn die Kamera über einen Touchscreen verfügt, da dies insbesondere die Passworteingabe deutlich vereinfacht. Ist die Kamera mit dem Netzwerk verbunden, sucht sie nach passenden Geräten und zeigt den zuvor in der App auf dem Smartphone eingegebenen Namen an.

Mit der App lassen sich nun Fotos auf der Kamera geotaggen, wofür die Standortdaten des Smartphones herangezogen werden (dazu gleich mehr), Fotos der Kamera anzeigen und übertragen und Fotos mit der Kamera per Fernauslösung aufnehmen. Letzteres scheint jedoch nicht mit jeder Kamera zu funktionieren, Anwender berichten davon, dass es mit der PowerShot S110, S120 und SX280 beispielsweise nicht funktioniert. Mit der PowerShot N100 ist das hingegen kein Problem. Wird die Fernauslösefunktion aktiviert, so zeigt die App zunächst eine Warnung an, dass man die Kamera auf einem Dreibeinstativ montieren solle, denn durch das Zoomen kann es zu einer Gewichtsverlagerung und damit einem Umkippen der Kamera kommen, was diese beschädigen könnte. Die PowerShot N100 bietet zumindest für Aufnahmen aus einer unteren Perspektive ein eingebautes Stativ: Einfach das Display ein Stückchen abklappen und die Kamera nach hinten kippen, dann steht sie auch beim Zoomen recht sicher. Neben der Zoomeinstellung lassen sich mit der App noch der Selbstauslöser aktivieren sowie der Blitzmodus ändern, das Livebild wird dabei recht flüssig und nur mit geringer Verzögerung auf dem Smartphone angezeigt. Es ist jedoch nicht möglich, mit dem Finger einen Fokuspunkt zu setzen. Fokussiert und ausgelöst wird über die Berührung der dazugehörigen Auslöseschaltfläche der App. Insgesamt ist die Fernauslösefunktion nur sehr rudimentär, gerade bei Kameras wie der PowerShot G1 X Mark II, die ebenfalls über diese App gesteuert werden kann, würde man sich mehr Einstellmöglichkeiten wünschen.

Wie bereits erwähnt lassen sich die Standortinformationen des Smartphones auf die Fotos der Kamera übertragen. Dazu muss jedoch vor Beginn der Fototour über die App eine Aufzeichnung gestartet werden, nach dem Ende der Fototour wird diese wieder beendet. Erst mit Hilfe dieser Informationen kann das Geotagging überhaupt verwendet werden.

Kernfunktion für social Networker ist aber sicherlich das Übertragen der Fotos von der Kamera auf das Smartphone. Dies funktioniert vom Smartphone aus jedoch nur Bild für Bild. Auch ist es nicht möglich, in die Fotos zu zoomen oder per Wischgeste zum nächsten Foto zu blättern, letzteres funktioniert nur über Pfeiltasten. Die Schaltflächen zum Übertragen eines Fotos erscheinen nach dem Antippen der Menütaste. Bei Samsung-Geräten, die keine Menütaste mehr haben, sondern an derselben Stelle eine Taste zum Aufrufen der zuletzt verwendeten Apps, muss man eben diese Taste länger gedrückt halten, dann erscheint das Menü. Das Foto kann nun gespeichert oder geteilt werden, wobei beim Teilen das Foto auch gespeichert wird, anschließend kann man es an eine andere App übertragen, etwa ein Bildverarbeitungsprogramm oder beispielsweise Facebook.

Von der Kamera aus gesteuert lassen sich jedoch, zumindest bei der PowerShot N100, auch mehrere Fotos in einem Rutsch übertragen, außerdem lässt sich auf diese Weise festlegen, in welcher Auflösung die Fotos übertragen werden. Dafür drückt man die Wiedergabetaste an der Kamera und anschließend die Vierwegewippe nach oben (sendendes Antennensymbol). Ist die Verbindung mit dem Smartphone beziehungsweise der App hergestellt, kann in der Fotoeinzelansicht die Übertragungsauflösung ausgewählt werden. Außerdem ist es nicht nur möglich, das aktuelle Bild zu senden, sondern eine Auswahl zu beginnen. In einer Thumbnailansicht können dann mehrere Bilder markiert und zu einem Auftrag zusammen gefasst werden.

Die Kamera selbst kann per WLAN noch einiges mehr, etwa Fotos über den Zwischenschritt Canon Image Gateway direkt ins Internet hochladen oder drahtlos an Drucker senden. Sogar eine Verbindung zu anderen Kameras ist möglich. Doch dies soll hier nicht weiter vertieft werden.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 43, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.