Rubrik: Panoramaaufnahmen

Panoramafotos mit dem Image Composite Editor zusammenfügen

2015-10-19 Der „Image Composite Editor“ oder kurz ICE von Microsoft ist ein einfach zu bedienender, sehr leistungsfähiger Panoramastitcher, der darüber hinaus komplett kostenlos ist. In diesem Fototipp zeigen wir Ihnen, welche Schritte durchzuführen sind, um zu einer gelungenen Panoramaaufnahme zu gelangen. Dabei ist es unerheblich, ob Sie die Bilder wie ein Profi mit einer DSLR und Panoramakopf aufgenommen haben oder mit einer Kompaktkamera aus der Hand.  (Harm-Diercks Gronewold)

Die gute Nachricht beim Microsoft ICE ist, dass er komplett kostenlos ist. Allerdings muss man auf einen direkten Microsoft-Support und eine deutsche Programmoberfläche verzichten. Die Downloadgröße ist mit knapp 7,6 MByte recht gering, in den meisten Fällen muss eine C++ Laufzeitumgebung von Microsoft nachinstalliert werden (knapp 15 MByte). Zu den unterstützten Betriebssystemen gehören Windows Vista SP2, Windows 7, Windows 8 und Windows 8.1. Zudem ist Microsoft ICE als 32- sowie 64-Bit-Version erhältlich. Zwar steht Windows 10 nicht auf der Liste der unterstützten Geräte, dennoch läuft ICE auf unserem Windows-10-Testrechner problemlos und durchweg flüssig.

Um ein Panorama zusammenzuführen, auch stitchen genannt, wird die Software geöffnet und das Feld „New Panorama from Images“ gewählt. Die Funktion „New Panorama from Video“ zeigen wir in einem folgenden Fototipp. Danach werden die Bilder aus dem gewünschten Ordner herausgesucht. Alternativ können auch die Bilder per Drag-and-Drop in das Programm hineingezogen werden. Im einfachen (Simple Panorama) Modus analysiert ICE die Bilder und entscheidet selbstständig, nach welchem Bewegungsschema die Bilder aufgenommen wurden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, selber dieses Schema zu wählen. Sind Sie Profianwender mit automatischem Panoramakopf, dann ist die Einstellung „Structured Panorama“ die richtige, da sich unter diesem Punkt neben der Überlappung auch ein Multirow-Layout einstellen lässt.

Mit einem Klick auf „2. Stitch“ legt ICE los, analysiert die Bilder und fügt diese zu einem Panorama zusammen. Dabei arbeitet ICE auf Mehrkernprozessoren ziemlich schnell und kann auch große Datenmengen flott verarbeiten. Nach den Stitchen ist auf der rechten Seite zu sehen, welche Projektion ICE verwendet hat, um das Panorama zu erstellen. Auch hier können Sie eingreifen und die Projektion ändern. In unserem Beispiel-Panorama vom Mount Sunday wurde eine perspektivische Projektion gewählt. Zudem können Sie in diesem Schritt auch die Ausrichtung des Panoramas beeinflussen.

Schritt drei ist das „Croppen“ oder auch Beschneiden genannt. In diesem Schritt wird das Panorama zugeschnitten. Dies wird entweder automatisch über den „Auto Crop“-Button erledigt oder mit dem Begrenzungsrahmen am Panorama selber. Zudem steht die „Auto Complete“-Funktion bereit. Diese erlaubt es Ihnen, leere Bereiche automatisch kontextsensitiv zu füllen. Diese Funktion hat allerdings auch Grenzen, und so sollten die zu füllenden Bereiche nicht zu groß sein. In unserem zweiten Panoramabeispiel ist zu sehen, dass die Funktion ordentliche Ergebnisse liefert. Doch die Tücke kann im Detail lauern und weitere Retuschierarbeit notwendig machen.

Der letzte Schritt ist der „Export“. Hierbei können Sie auswählen, wie das Panorama gespeichert werden soll. Wird das Bild als „Image“ gespeichert, so können Sie die Dateiart, die Pixelabmessungen sowie gegebenenfalls den Komprimierungsfaktor wählen. Zudem kann das Panorama als „Deep Zoom“ oder „Photosynth“ gespeichert werden. DeepZoom ermöglicht mit einem Browser-Plugin eine Zoomfunktion ins Panorama, ähnlich wie unsere Zoomfunktion in der digitalkamera.de-Galerie. Die „Silverlight“-Ausgabe sollten Sie nicht mehr wählen, da dieses Videoformat von Microsoft aufgegeben wurde. Die Photosynth-Ausgabe bietet eine andere Art der Panoramadarstellung und arbeitet direkt mit der Microsoft Azure-Cloud zusammen. Da Photosynth ein komplexes Thema ist, werden wir dazu einen eigenen Fototipp in naher Zukunft veröffentlichen.

Hinweis: Die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Stitchens kann deutlich beschleunigt werden, wenn die Einzelbilder vorher entzerrt und korrigiert werden, zum Beispiel mit DxO Optics Pro oder Adobe Lightroom.

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