Rubrik: Video

Mit DaVinci Resolve 16 kostenlos Videos schneiden

2019-10-27 Die umfangreiche Videoschnittsoftware DaVinci Resolve 16 ist als technisch "abgespeckte", kostenlose Version beim Hersteller Blackmagic Design herunterladbar. In diesem Fototipp zeigen wir, wie man eine Videosequenz mit genannter Software schneidet, Überblendungen einbaut und wie am Ende das Ganze als Video exportiert wird.  (Harm-Diercks Gronewold)

  • Bild Nach dem Start von DaVinci 16 wird das erste Projekt erstellt und mit einem eindeutigen Namen versehen. [Foto: Medianord]

    Nach dem Start von DaVinci 16 wird das erste Projekt erstellt und mit einem eindeutigen Namen versehen. [Foto: Medianord]

  • Bild Videos und Bilder werden entweder über das Menü in den Medienpool importiert oder einfach per "Drag and Drop". [Foto: Medianord]

    Videos und Bilder werden entweder über das Menü in den Medienpool importiert oder einfach per "Drag and Drop". [Foto: Medianord]

  • Bild Nach dem Import tauchen die Medien auf der linken Seite der Arbeitsoberfläche auf. [Foto: Medianord]

    Nach dem Import tauchen die Medien auf der linken Seite der Arbeitsoberfläche auf. [Foto: Medianord]

Bei DaVinci Resolve 16 handelt es sich – auch in der kostenlosen Version – um eine sehr umfangreich ausgestattete Videoschnittsoftware für gehobene Ansprüche. Es ist der Software anzumerken, dass sie aus dem Profibereich stammt und auch in Hollywood eingesetzt wird, wie beispielsweise beim Action-Kracher "John Wick 3" mit Keanu Reeves. 

DaVinci Resolve 16 laden Sie am Besten direkt von der offiziellen Website von Blackmagic-Design herunter, dazu muss man sich allerdings einmalig bei Blackmagic Design registrieren. Beim erstmaligen Start der Software analysiert diese die Leistung des Rechners und danach kann man entweder sofort loslegen oder eine Tour durchs Programm machen. Die Software ist zur Zeit nicht mit einer deutschen Lokalisierung ausgestattet, aber die Basisfunktionen sind auch mit einfachem Schulenglisch verständlich.

  • Bild Wird ein Medium angewählt, erscheint es im linken Vorschaufenster. Hier können Sie das Material dann bequem sichten. [Foto: Medianord]

    Wird ein Medium angewählt, erscheint es im linken Vorschaufenster. Hier können Sie das Material dann bequem sichten. [Foto: Medianord]

  • Bild Wurde das Material gesichtet, kann es aus der Vorschau in die Timeline gezogen werden. Dabei werden automatisch die Video und Tonspur getrennt voneinander dargestellt. [Foto: Medianord]

    Wurde das Material gesichtet, kann es aus der Vorschau in die Timeline gezogen werden. Dabei werden automatisch die Video und Tonspur getrennt voneinander dargestellt. [Foto: Medianord]

Die Arbeitsfläche ist klar strukturiert und zeigt in der Standardansicht zunächst zwei Vorschaufenster, eine Zeitleiste und jede Menge Icons. Der erste Arbeitsschritt besteht darin, die Medien des Videos in den Mediapool zu importieren. Die Schaltfläche des Mediapools ist links oben zu finden. Medien lassen sich hier entweder per Drag and Drop über den Datei-Explorer einfügen oder Sie drücken das Tastenkürzel Strg+I und schon öffnet sich ein Dialog, in dem Sie den Medienordner angeben oder danach suchen können. Je nachdem, wie viele Medien importiert werden sollen, kann dieser Vorgang etwas dauern. Sind die Medien importiert, können Sie loslegen. Zuvor sollten Sie das Projekt aber einmal kurz speichern, denn sicher ist sicher!

Im nächsten Schritt können Sie die Medien sichten. In schneller Form reicht es, den Mauszeiger kurz über einem Vorschaubild ohne klick langsam von einer Seite zur anderen zu bewegen. DaVinci Resolve 16 wird dann die Vorschau im linken Fenster anzeigen. Wollen Sie den Clip genauer unter die Lupe nehmen, dann reicht ein Doppelklick und er wird im linken Vorschaufenster angezeigt. Mit den Kontrollelementen unterhalb des Fensters kann der Clip dann abgespielt, gestoppt und anderweitig kontrolliert werden.

  • Bild Benötigen Sie mehr Platz für die Vorschauen, dann lässt sich der Medienpool mit einem Klick oder Tastenkürzel ausblenden. [Foto: Medianord]

    Benötigen Sie mehr Platz für die Vorschauen, dann lässt sich der Medienpool mit einem Klick oder Tastenkürzel ausblenden. [Foto: Medianord]

Soll der Clip in das Video integriert werden, können Sie ihn aus dem Vorschaufenster direkt in die Spurleiste ziehen. Diesen Vorgang wiederholen Sie, bis alle gewünschten Medien in der oder den Spuren angelegt sind. Um mehr Platz zum Arbeiten zu haben, können Sie den Media Pool einfach mit einem Klick auf die Schaltfläche ausblenden. Sind alle gewünschten Medien im Projekt enthalten, kann das linke Vorschaufenster geschlossen werden. Dazu reicht ein Klick auf das kleine Icon auf der ganz rechten Seite links neben den drei Punkten. 

Wenn es sich um Videoclips handelt, dann sind diese oft zu lang oder enthalten unerwünschte Elemente. Um einen Clip zu schneiden, gibt es verschiedene Wege. Der einfachste ist, den Schnitt in der Zeitleistenansicht durchzuführen, und das geht so: zunächst suchen Sie sich die Stelle heraus, an der der Schnitt stattfinden soll. Dazu schieben Sie den roten "Playhead" an den Punkt, an dem der Schnitt stattfinden soll. Dann wählen Sie das Rasierklingen-Icon oberhalb der Spur-Ansicht aus und positionieren diese auf dem Playhead im Clip und klicken mit der linken Maustaste.

  • Bild Um ein Video zu schneiden, muss zunächst das richtige Werkzeug (Rasierklinge) ausgewählt werden. [Foto: Medianord]

    Um ein Video zu schneiden, muss zunächst das richtige Werkzeug (Rasierklinge) ausgewählt werden. [Foto: Medianord]

  • Bild Alternativ können Sie den Playhead auch verschieben, um die richtige Stelle für den Schnitt zu finden. Ist die korrekte Position gefunden, reicht ein Klick, um das Video zu trennen. [Foto: Medianord]

    Alternativ können Sie den Playhead auch verschieben, um die richtige Stelle für den Schnitt zu finden. Ist die korrekte Position gefunden, reicht ein Klick, um das Video zu trennen. [Foto: Medianord]

  • Bild Nachdem der Schnitt durchgeführt wurde, kann der "Überschüssige" Schnipsel verschoben oder entfernt werden. [Foto: Medianord]

    Nachdem der Schnitt durchgeführt wurde, kann der "Überschüssige" Schnipsel verschoben oder entfernt werden. [Foto: Medianord]

  • Bild So entsteht nach und nach eine mit Medien gefüllte Timeline, die mit stimmungsvollen Überblendungen aufgepeppt werden kann. [Foto: Medianord]

    So entsteht nach und nach eine mit Medien gefüllte Timeline, die mit stimmungsvollen Überblendungen aufgepeppt werden kann. [Foto: Medianord]

  • Bild Die Überblendungen werden einfach aus der Toolbox in den Übergang gezogen. Die Überblendung setzt sich auch automatisch in die richtige Position, kann aber noch individualisiert werden. [Foto: Medianord]

    Die Überblendungen werden einfach aus der Toolbox in den Übergang gezogen. Die Überblendung setzt sich auch automatisch in die richtige Position, kann aber noch individualisiert werden. [Foto: Medianord]

Alternativ können Sie mit der Rasierklinge direkt in den Clip gehen, ohne auf den Playhead zu achten. Im Vorschaufenster wird dann die aktuelle Position im Clip angezeigt und mit einem Klick wird der Schnitt dann vollzogen. Danach wechseln Sie zurück auf das Auswahlwerkzeugs-Icon (Pfeil), das drei Positionen links von der Rasierklinge zu finden ist. Danach wird der überschüssige Teil des Clips ausgewählt und mit der Entfernen-Taste gelöscht. Doch keine Angst, es wird nichts wirklich gelöscht. Der Clip hat weiterhin die Länge, die er beim Import hatte. Sollten Sie sich also mal "verschneiden", dann können Sie den Clip wieder in die korrekte Länge "ziehen". Wenn Sie sehr genau schneiden wollen, dann können Sie in die Schnittansicht in DaVinci Resolve 16 wechseln, doch diese erklären wir in einem späteren Fototipp.

Sind alle Elemente des Videos bearbeitet, können Sie an die Überblendungen der verschiedenen Elemente gehen. Dazu klicken Sie auf die "Effects Library"-Schaltfläche neben dem "Media Pool". Unter "Video Transitions" finden sich alle Übergangseffekte. Um einen Übergangseffekt einzusetzen, können Sie diesen einfach von der Liste per "Drag and Drop" an die betreffende Stelle in der Zeitleiste ziehen. Die Software kümmert sich dann um die korrekte Positionierung des Effekts im entsprechenden Bereich.

  • Bild Ist das Zusammenstellen des Videos und das Setzen der Überblendungen vollbracht, kann das Video gerendert werden. Dazu wählen Sie den Exportmodus in der unteren Menüleiste aus. Damit erscheinen auf der linken Seite die Exporteinstellungen des Videos. [Foto: Medianord]

    Ist das Zusammenstellen des Videos und das Setzen der Überblendungen vollbracht, kann das Video gerendert werden. Dazu wählen Sie den Exportmodus in der unteren Menüleiste aus. Damit erscheinen auf der linken Seite die Exporteinstellungen des Videos. [Foto: Medianord]

  • Bild Nachdem die Exporteinstellungen beendet sind, wird das Video der Renderwarteschlange hinzugefügt. Diese ist auf der rechten Seite der Vorschau zu finden. Mit einem Klick kann nun das Rendern gestartet werden. [Foto: Medianord]

    Nachdem die Exporteinstellungen beendet sind, wird das Video der Renderwarteschlange hinzugefügt. Diese ist auf der rechten Seite der Vorschau zu finden. Mit einem Klick kann nun das Rendern gestartet werden. [Foto: Medianord]

Bitte beachten Sie, dass alle Effekte unter "Open FX" und "Audio FX" nicht in der kostenlosen Version von DaVinci Resolve 16 verfügbar sind. Zudem fehlen der kostenlosen Version die Kollaborationsmöglichkeit mehrerer Anwender, HDR-Grading und weiteren Funktionen, die für den Profi-Einsatz unerlässlich sind.

Wenn alle Übergänge und Effekte gesetzt sind, dann kann das Video gerendert werden. Dazu klicken Sie in der Leiste unterhalb der Spuransicht auf das Raketen-Icon "Delivery". Auf der linken Seite neben dem Vorschaubild öffnet sich dann der Render-Dialog zur Einstellung der Renderoptionen. Neben schnellen Voreinstellungs-Vorgaben für Youtube und Vimeo finden sich noch weitere Exportformate. Unter der Schnellauswahl werden der Dateiname des Videos eingegeben und der Speicherort bestimmt. Wir haben für den Fototipp den MP4-Container mit H.264 Codierung ausgewählt. Die übrigen Einstellungen können Sie lassen, wie sie sind. Selbstverständlich können Sie an diesem Punkt auch noch die Ausgabegröße des Videos ändern. Die Software wird Ihnen allerdings mitteilen, wenn Clips im Video eine andere Bildwechselfrequenz beziehungsweise Auflösung haben, als das zu rendernde Video.

Sind diese Einstellungen erledigt, klicken Sie einfach auf "Add to Render Queue". Damit taucht das Projekt in der Render-Warteschlange rechts neben dem Vorschaufenster auf. Mit einem Klick auf die Schaltfläche "Start Render" beginnt die Software mit dem Rendern des Videos. Dies kann je nach Videolänge, Auflösung und Rechenleistung einige Zeit in Anspruch nehmen. 

Damit haben Sie das erste Video erfolgreich erstellt. Im nächsten Fototipp zeigen wir Ihnen, wie man Fotos mit DaVinci Resolve 16 animiert, Audio hinterlegt, wie Titel in ein Video integriert werden und wie man Überblendungseffekte individualisiert.

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Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 48, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.