Rubriken: Bildpräsentation, Grundlagenwissen

Geeignete Ausgabegröße von Digitalfotos bestimmen

1999-08-02 Digitalkameras bieten nur eine begrenzte Auflösung und stellen damit weniger Bildinformationen als Kleinbildkameras zur Verfügung. Dies bedeutet nicht, dass die Bildqualität generell schlechter ist, dafür ist aber die Ausgabegröße beschränkt. Will man also beim Ausdruck mit einem Farbdrucker oder bei der Ausbelichtung auf Fotopapier keine Enttäuschung erleben, ist es wichtig die mögliche Maximalgröße einschätzen zu können.  (Jan-Markus Rupprecht)

Die auf Kleinbild-Dias und -Negativen "speicherbare" Bildinformation entspricht – übertragen auf die digitale Bildverarbeitung mit der üblichen 24 Bit Farbtiefe (16,7 Millionen Farben) – ungefähr 30 MByte. Diese werden von hochwertigen Dia- bzw. Filmscannern mit einer Auflösung von rund 2.700 dpi und höher auch "ausgelesen". Die so entstandenen Bilder haben beispielsweise 3.855 x 2.570 Bildpunkte und lassen sich ohne nennenswerte Qualitätseinbußen bis etwa DIN A4 ausdrucken oder ausbelichten. Sie verhalten sich also genau wie ihre Vorlagen, die Kleinbild-Dias oder -Negative, die Vergrößerungen bis 20 x 30 cm bei guter Qualität erlauben. Bei größeren Formaten fällt die Qualität ab, das Bild erscheint dann bei näherem Betrachten unscharf.

Die meisten Digitalkameras stellen heute noch eine wesentlich kleinere Datenmenge zur Verfügung, erlauben also auch nur entsprechend kleinere Ausgabeformate ohne Qualitätseinschränkungen. 1,3-Megapixel-Modelle lassen eine optimale Qualität bei der Ausgabe bis etwa 8 x 11 cm zu, während Kameras der 2-Megapixel-Kameras sich immerhin schon für das beliebte 10 x 15 cm Format eignen. Mit kleinen Einschränkungen in der Ausgabequalität kann jeweils das nächst größere Format gewählt werden, also beispielsweise 13 x 18 bei den Kameras mit 2 Millionen Pixeln. Bei weiterer Vergrößerung z. B. auf 20 x 30 wird das Bild allerdings bereits unscharf und an schrägen Linien treten Treppenstufen-Effekte auf. Diese Bilder sind dann nur noch bei größerem Betrachtungsabstand akzeptabel und erreichen nicht mehr die vom Kleinbildfilm gewohnte Qualität. Bei solchen größeren Formaten liefern erst Kameras ab 3 Megapixeln gute Qualität.

Die genannten Formate gelten für die Ausbelichtung auf Fotopapier und den Ausdruck mit hochwertigen Thermosublimations- oder Thermoautochrome-Druckern (mit rund 300 dpi Auflösung), die prinzipbedingt jeden einzelnen Bildpunkt in Echtfarbe drucken können. Bei Tintenstrahldruckern hängt das sinnvoll erzielbare Format stark von der Qualität des Druckers ab, da diese Geräte im Gegensatz zu den zuvor genannten Geräten die Zwischentöne durch ein Rasterverfahren simulieren. Aktuelle fototaugliche Tintenstrahldrucker kommen durch Druck mit sechs oder sieben Farben und einer extrem kleinen Tröpfchengröße der Qualität der Fotobelichter und der Echtfarbendrucker sehr nahe, können ihnen durch den zusätzlichen Druck mit schwarzer Tinte sogar in bestimmten Situationen überlegen sein. Hier gelten dann die selben Formate. Herkömmliche Tintenstrahldrucker, Festtintendrucker oder Laserdrucker, die mit nur vier Farben drucken, erreichen abhängig von der verwendeten Technik und der Art der Rasterung eine etwas geringere Qualität und ermöglichen dadurch größere Ausdrucke, ohne dass die Limitierungen der Digitalkamera-Bilddatenmenge sichtbar wird. Allerdings sollte dann der Betrachtungsabstand größer gewählt werden, da man sonst das Druckraster sieht.

Die folgende Übersicht fasst gängige Digitalkamera-Auflösungen und die damit bei 300 dpi Auflösung erreichbaren Ausgabeformate zusammen. Zum Vergleich: Die physikalische Auflösungen des Fujifilm Frontier Digital-Minilabs betragen 1.052 x 1.501 bei 9 x 13 cm, 1.206 x 1.796 bei 10 x 15 cm, 1.501 x 2.175 bei 13 x 18 cm, 2.399 x 3.604 bei 20 x 30 cm.

Bildgröße in Pixel Sensorauflösung
in Pixel
Seiten-
verhältnis
Datenmenge
(MByte)
Rechnerisches
Bildformat bei
300 dpi in cm
Optimales
Standardformat*
in cm
Gutes Standard-
format* in cm
640 x 480
350.000 (phys.) 4:3
0,9
5,42 x 4,06
–**
–**
1.024 x 768
850.000 (phys.) 4:3
2,25 8,67 x 6,50 –** 9 x 13
1.280 x 960
1,31 Mio. (phys.)
4:3
3,52
10,84 x 8,13 9 x 13
10 x 15
1.536 x 1.024
1,68 Mio. (phys.)
3:2
4,5 13,00 x 8,67 9 x 13
10 x 15
1.600 x 1.200
2,1 Mio. (phys.)
4:3
5,5 13,55 x 10,16 10 x 15***
13 x 18
1.800 x 1.200
2,3 Mio. (phys.)
3:2
6,19 15,24 x 10,16 10 x 15
13 x 18
2.048 x 1.536
3,2 Mio. (eff.)
4:3
9,44 17,34 x 13 13 x 18
20 x 30
2.272 x 1.704
4,0 Mio. (eff.)
4:3
11,1 19,24 x 14,43 13 x 18 20 x 30
2.560 x 1.920
5,0 Mio. (eff.) 4:3
14,1 21,67 x 16,26 13 x 18 20 x 30
2.816 x 2.112
6,0 Mio. (eff.)
4:3
17 23,84 x 17,88 13 x 18 20 x 30
3.072 x 2.048
6,3 Mio. (eff.)
3:2
18 26,01 x 17,34 13 x 18 20 x 30
3.264 x 2.448
8,0 Mio. (eff.)
4:3
22,9 27,64 x 20,73 20 x 30
30 x 45
* gegebenenfalls mit weißem Rand links und rechts bei 4:3-Eingangsformat
** keine gute bzw. optimale Qualität möglich
*** optimale Auflösung bei Ausschnittsvergrößerung zur Vermeidung des weißen Randes: 9 x 13 cm

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Autor

Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht, 56, fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.