Rubrik: Bildgestaltung

Eigene Kreationen mit Photoshop Elements erstellen

2009-11-09 Wer Fotos mit Photoshop Elements bearbeitet und verwaltet, trifft bald auch auf die "Filter". Diesen Funktionen ist gemeinsam, dass sie mit einem von der Kamera gelieferten Foto arbeiten und dieses Foto in seinem Inhalt nicht verändern, ihm nur ein neues Aussehen geben. Das Arbeitsergebnis kann aber auch einen völlig neuen Inhalt mit völlig neuem Aussehen bekommen, nimmt man aus einem Bild Teile heraus und ordnet sie mit anderen Bildteilen zu einem neuen Objekt an. So kann etwa aus mehreren und verschiedenen Laubblättern ein menschliches Gesicht entstehen. Unser aktueller Fototipp zeigt, welche Techniken des Programms Photoshop Elements angewendet werden müssen, um Teile aus einem Foto zu extrahieren, sie entsprechend zu bearbeiten und sie schließlich zu einer Collage zusammenzufassen.  (Günter Hauschild)

ZOriginalaufnahme eines herbstlichen Eichenzweiges [Foto:Günter Hauschild]unächst gilt es, die geeigneten Objekte zu finden. Alle nur erdenklichen Objekte aus unserem täglichen Leben können Bausteine für Collagen sein: Laubblätter, Obst, Gemüse, Tiere, Zweige, Pilze, Haushaltsgegenstände, Werkzeuge, Blüten, Früchte, Samen, Steine, Stifte … Von der Grundidee ausgehend, sollte die Collage bereits vor dem geistigen Auge entstehen, danach werden die Objekte bestimmt, aus denen die Collage gebildet werden soll, und schließlich sind diese zu suchen und zu fotografieren. Ebenso ist denkbar, dass der Fotograf sein Archiv nach geeigneten Vorlagen durchsucht. Eine Collage kann ja nicht nur aus einer Objektart, sondern durchaus aus einer Mischung verschiedener Objekte entstehen.

Objekte an Ort und Stelle zu fotografieren, ist nicht immer angebracht; Werkzeug oder Obst wird sowieso zu Hause aufgenommen. Pflanzenteile sind in der Natur nur schwer in die rechte Stellung zu bringen. Sie sollten gesammelt, sorgfältig transportiert und unter "Studiobedingungen" aufgenommen werden. Sofern es sich – wie im Falle dieses Tipps – um Laubblätter handelt, muss überlegt werden, ob sie in der natürlichen Form verwendbar sind.

Die Originalaufnahme nach der Bearbeitung mit dem Verzerrungsfilter Ozeanwellen [Foto:Günter Hauschild] Das unbehandelte Blatt kann recht originelle Formen ergeben, anderseits ist eine glatte Fläche auch sehr gut einsetzbar. Wer da auf die Idee käme, eine Pflanzenpresse einzusetzen, wird beim Öffnen der Presse enttäuscht sein. Die Laubblätter wie auch alle anderen Pflanzenteile haben sich durch den Wasserentzug verändert. Das frische natürliche Aussehen der Objekte ist dahin. Deshalb: Wer klare Flächen haben möchte, der lege die frischen Pflanzenteile unter eine sauber geputzte Glasscheibe und schraube einen Polfilter vor das Objektiv, der die möglichen Spiegelungen verhindert. Für andere Naturobjekte ist eine Hohlkehle ein gutes Arbeitsmittel. Da die Objekte später aus dem Foto ausgewählt werden sollen, erleichtert ein Hintergrund, der einen klaren Kontrast zum Objekt bildet, die Arbeit außerordentlich.

Fotos, die einem so speziellen Zweck wie der Gestaltung einer Collage dienen, sollten, wie alle anderen Fotos auch, einer normalen Bildbearbeitung unterzogen und in einem gesonderten Ordner gespeichert oder mit entsprechenden Tags im Organizer versehen werden.

Um die geeigneten Objekte auswählen, stehen mehrere Werkzeuge zur Verfügung: Lasso, Magnetisches Lasso, Polygon-Lasso, Zauberstab oder Schnellauswahlwerkzeug. Ein Lasso zieht immer eine Linie, und zwar entlang des Weges, den der Cursor nimmt. Das Magnetische Lasso zeichnet die Auswahlbegrenzung entlang einer im Bild vorhandenen Kante. Je deutlicher diese ist, umso genauer erfolgt die Auswahl. Mit dem Polygon-Lasso wird eine Linie von Mausklick zu Mausklick gezogen. Bei diesen drei Werkzeugen muss der Cursor zum Ausgangspunkt zurückgeführt werden. Mit dem Klick auf den Ausgangspunkt entsteht die ausgewählte Fläche.

Der Zauberstab wählt mit einem Mausklick alle Pixel der Umgebung aus, die in einem ähnlichen Farbbereich liegen. Er eignet sich also nur für einheitlich Laubblatt-Gesicht [Foto:Günter Hauschild] gefärbte Bereiche. Wird das Schnellauswahlwerkzeug (bei gedrückter linker Maustaste) über ein Objekt gezogen, so wird ein ganzer Bereich markiert. Sollten diese Werkzeuge nicht exakt genug gearbeitet haben, so gibt es Schaltflächen, mit denen die Auswahl vergrößert oder verkleinert werden kann. Das gelingt besonders leicht, wenn die Werkzeuge die entsprechende Größe haben.

Nach der Auswahl muss das Objekt aus dem Foto herausgelöst werden, was über die Erzeugung einer neuen Ebene erfolgen kann: Ebene – Neu – Ebene durch Kopie. Im Palettenbereich werden nach einem Klick mit der linken Maustaste auf Ebenen die Ebenen sichtbar. Ein Klick mit der linken Maustaste auf das "Auge" macht den Hintergrund unsichtbar, wodurch das ausgewählte Objekt gut zu beurteilen ist. Notfalls geht man zur Auswahl zurück, um diese zu verbessern.

Das aus dem Foto isolierte Objekt wird nun auf eine leere Datei mit dem Verschiebewerkzeug übertragen. Spätestens jetzt sollte feststehen, welche Stelle das Objekt in der Collage einnehmen soll und wie es demnach beschaffen sein muss. Davon hängt es ab, ob das Objekt in der Größe verändert, gedreht, verschoben, dupliziert oder auch farblich verändert werden muss und wo es in der Ebenenfolge einzuordnen ist. Ebenso können auch die von Photoshop Elements angebotenen Effekte auf das Objekt angewendet werden.

Die fertige Collage wird für die spätere Verwendung, wie üblich, als jpg-Datei, gespeichert. Da es aber durchaus passieren kann, dass an der fertigen Collage doch noch Veränderungen vorgenommen werden sollen, muss die Datei bearbeitbar sein und bleiben. Das geht nur dann, wenn sie als psd-Datei gespeichert worden ist. Das gilt auch für die Zwischenschritte der Entstehung einer Collage, wenn sie zum Beispiel nicht in einem Zug gestaltet werden kann.

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