Rubriken: Bildbearbeitung, Grundlagenwissen

EXIF-Daten sichern und wieder herstellen

2007-12-03 Oft durchlaufen Fotos bei der Bearbeitung einen langen Workflow, werden mit verschiedenen Programmen bearbeitet, konvertiert und zwischengespeichert. Am Ende hat man meistens ein fertiges JPEG-Foto, das z. B. in einer Galerie im Internet hochgeladen werden soll. Viele Galerien werten dabei die EXIF-Infos aus, etwa um herauszufinden, mit welcher Brennweite, welcher Kamera und welcher Blenden-Belichtungszeitkombination ein Foto aufgenommen wurde – doch diese Informationen können irgendwo irgendwann beim Bearbeiten verloren gehen. Dies kann man verhindern oder auch nachträglich korrigieren.  (Benjamin Kirchheim)

JPEG-Bild speichern mit EXIF-Informationen (Speichern unter) und ohne (Für Web und Geräte speichern) in Photoshop [Foto: MediaNord] EXIF-Informationen sind nicht nur hilfreich, wenn man verstehen möchte, wie ein Bild entstanden ist, sondern sie liefern auch wichtige Metadaten zu einem Foto, die für eine Suche oder einen Bildvergleich in einer Online-Galerie herangezogen werden können. Vor allem aber muss ein Benutzer Felder wie Kamerahersteller, Aufnahmedatum oder andere nicht per Hand ausfüllen, sondern sie werden automatisch den EXIF-Informationen entnommen. So ist es später möglich, in einer Suche nach Kamerahersteller, -Modell oder Brennweite Fotos auszusuchen. Je mehr Bilder eine Galerie enthält, desto wichtiger werden diese Informationen, um in der Vielzahl von Fotos überhaupt noch zu finden, wonach man sucht.

EXIF-Daten speichern mit IrfanView [Foto: MediaNord] EXIF-Informationen werden in Fotos bei der Aufnahme immer gespeichert – sogar bei Mobiltelefonen mit Kamerafunktion. Jedoch gibt es viele Ursachen, warum sie bei Bearbeitung am Rechner verloren gehen können. Zum einen sollte man wissen, dass die Formate JPEG bzw. JPG und TIFF bzw. TIF grundsätzlich fähig sind, EXIF-Informationen zu speichern. Da JPEG jedoch eine verlustbehaftete Kompression verwendet, sollte man dieses Format nicht zum Speichern von Zwischenergebnissen verwenden, wenn diese von anderen Programmen weiter verarbeitet werden sollen. Beim Speichern der Bilder sollte man darauf achten, dass die EXIF-Informationen mit gespeichert werden. Bei FixFoto oder Irfanview beispielsweise kann man das direkt beim Speichern einstellen (siehe Screenshots), bei Photoshop sorgt die Funktion "Für Web und Geräte speichern" hingegen dafür, dass EXIF-Informationen gelöscht werden, also sollte man besser "Speichern unter" verwenden (siehe Screenshot). EXIF-Informationen haben allerdings den Nachteil, dass sie in Fotos bis zu 50 KBytes Speicherplatz benötigen. Dazu sollte man aber wissen, dass viele moderne EXIF-Daten speichern mit FixFoto [Foto: MediaNord]Webgalerien keine Dateigrößenbeschränkung besitzen, sondern allenfalls eine Beschränkung in der Auflösung einer Bilddatei, wobei zu große Bilder oft automatisch verkleinert werden. Die digitalkamera.de-Galerie kennt beispielsweise praktisch weder eine Speicherplatz- noch eine Auflösungsbeschränkung, limitiert ist lediglich die maximale Anzahl an Fotos pro Benutzer.

Es gibt aber auch Bearbeitungstechniken, die mehrere Bilder zu einem verrechnen, z. B. Mehrfachbelichtungen, HDR oder DRI. Hier wird es für das Programm schwierig, zu entscheiden, welche EXIF-Informationen denn nun die richtigen sind – eigentlich gar keine, also werden sie gelöscht. Für diesen Fall und überhaupt alle Fälle, wo das Endprodukt keine EXIF-Informationen mehr enthält, gibt es aber einen einfachen Trick: Man kopiert die EXIF-Informationen aus einem der Ausgangsbilder. Wurden mehrere Bilder zu einem einzigen verschmolzen, nimmt man das als Ausgangsbild, was am sinnvollsten erscheint – bei einem HDR- oder DRI-Bild also beispielsweise eine mittlere Belichtung. Aus dem Internet kann man sich das Programm "Exifer" herunter laden, das allerdings nur unter Windows (auch Vista) funktioniert. Die aktuelle Version stammt zwar von 2002, tut aber noch immer ihren Dienst. DenEXIF-Informationen von einem anderen Bild einfügen mit Exifer [Foto: MediaNord] Downloadlink finden Interessierte am Ende dieses Tipps. Nach der Installation öffnet man mit Exifer das Verzeichnis mit dem Foto, das EXIF-Daten erhalten soll, öffnet mit der rechten Maustaste beim Zielbild das Kontextmenü und wählt dort "EXIF/IPTC" und im dann aufklappenden Menü den obersten Punkt "Von Datei einfügen". Nun kann man das Ausgangsbild heraus suchen, das die EXIF-Informationen enthält, diese werden dann ins Zielbild kopiert. Statt sich durch das Menü zu klicken, kann man auch die Tastenkombination "Strg+I" verwenden. Anschließend muss noch das Vorschaubild an die aktuelle Bearbeitung angepasst werden, was man ebenfalls per Kontextmenü über "EXIF/IPTC" -> "Vorschaubild" -> "Vorschaubild erzeugen" erledigen kann.

Wer seine Bilder nur im RAW-Format aufnimmt, kommt über einen kleinen Umweg an die EXIF-Daten. Das Bild muss einfach nur in ein JPEG konvertiert werden, dem man dann die EXIF-Daten entnehmen kann.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.